Buchtipps mit Seele für Italien

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Beschreibungen mit "Seele"
Weingeschichten aus Friaul
Unser Friaul: Menschen - Feste - Gärten - Weine
Wie man Venezianer wird. Der Traum vom Leben in der Serenissima
Triestiner Portraits: Menschen zwischen Levante und Karst
Spaziergänge in Neapel und auf Ischia
Triest, Portrait einer Stadt
Einfach. Gut. eine kulinarisch-kulturelle Reise ins Friaul bis nach Triest
Besser. Einfach. eine kulinarisch-kulturelle Reise durch die Lagunen nach Venedig
Maria, ihm schmeckt's nicht!
Was finden Sie bloß an Italien?
Italia amore mio
Laguna - Venedigs Inselwelten
Don Camillo und Peppone

  • Weingeschichten aus Friaul

    Weingeschichten aus Friaul

    Geschichten über Winzer, deren Weingüter, über Weine und Landesgeschichte

    40 Weingüter und deren Betreiber werden in diesem Buch vorgestellt. Die Hälfte von ihnen befindet sich im klassischen „Collio orientale“, also zwischen Cividale del Friuli und Görz. Die andere Hälfte teilt sich auf den Rest von Friaul-Julisch Venetien auf.

    Bei den einzelnen Geschichten erfährt der Leser vieles über Familiengeschichten der Winzer, die Böden und Trauben sowie die Gegend. Es ist überwiegend die jüngere Generation an Weinbauern, oft auch weiblich, die hier vorgestellt wird. Sie erinnern sich an traditionelle Herstellung und alte Rebsorten, keltern seltene Weine wie beispielweise der ‚Pastello Bianco‘ von Margherita und Alessandro Bellio in Pinzano al Tagliamento. Der ‚Pastello‘ wird aus den Trauben ‚Ucelùt‘ und ‚Sciaglin‘ gekeltert und ist ein Perlwein. Auch eine ‚Balsameria‘ wird im Buch vorgestellt. Sie produziert Basamico Essig, darf die Produkte jedoch nur ‚Asperum Balsamico‘ nennen und nicht ,Aceto Balsamico‘. Von der edlen Verkosthalle wie bei Livio Felluga bis hin zur rustikalen Verkostecke bei ‚Le Due Torre‘ reicht die Palette an Winzerstuben in diesem Buch.

    Die einzelnen Regionen werden durch einen geschichtlichen Beitrag eingeleitet. Es ist eben auch ein Lesebuch, das sich durchaus angenehm lesen lässt, ohne dass der Leser mit „Fachchinesisch“ überfrachtet wird. Die Bilder sind abwechslungsreich und zeigen nicht nur Wein, Winzer und Reben, sondern auch Gebäude und Landschaften. Das Buch hat seinen Platz in meiner Büchersammlung über das Friaul-Julisch Venetien in der Abteilung „Wein“ gefunden.

    Autoren Eva Wradzdil, Johannes Gans, erschienen 2019 im Verlag Anton Pustet, Salzburg, ISBN 978-3-7025-0925-5

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    Unser Friaul: Menschen - Feste - Gärten - Weine

    Unser Friaul: Menschen - Feste - Gärten - Weine

    Dieses Buch ist mit Abstand das Beste, das ich in den letzten Jahren über das Friaul gelesen habe

    Varmo ist „ein Dorf mit vier Katzen“ und doch lernten Fr. Hopfmüller und Hr. Hlavac erst nach einigen Jahren Franca Maldini, die Witwe des Dichters Sergio Maldini, kennen. Die beiden hatten sich vor Jahren ein Haus in Varmo gekauft und bereisen seither die Umgebung dieses Ortes, der sich ziemlich zentral in der furlanischen Tiefebene im Dreieck Pordenone – Udine – Portogruaro befindet.

    Auf über 200 Seiten berichten die beiden von ihrem Hauskauf, den ersten Versuchen als Winzer, den Freundschaften mit den Furlanern und von ihren Ausflügen. Sie entdecken die Welt des Montasio-Käses, die verträumten Villen, das Esel-Rennen in Fagagna, das „Perdon di Barbana“ in der Bucht von Grado oder Villa und Park Manin und vieles mehr. Sie lassen den Leser an einer italienischen Hochzeit, Taufe und Familienfest teilhaben und besuchen einen Herzog. Viele Kleinigkeiten des alltäglichen Lebens und der Region werden von beiden beschrieben, wie beispielsweise die ‚Risorgive‘, die unterirdischen Quellen, die allerorts zu Tage treten oder Lokale in ihrer Umgebung, in denen sich ‚Gott und die Welt‘ treffen. Da freute es mich ganz besonders das Restaurant „Al Molino di Glaunicco“ in Camino al Tagliamento als einen solchen freundlichen Treffpunkt ausführlich beschrieben zu finden. Ich kenne Lokal und die Besitzer, Elda und Gino, seinen Bruder Renato (der einst beim Fußballclub Udine spielte, so erzählte er immer) sowie ihre beiden hübschen Töchter, schon seit Ende der 1980er Jahre. Eine Einkehr in diesem Restaurant war meist der krönende Abschluss einer Gruppengreise und nicht wenige meiner Kunden besuchen seither immer wieder die alte Mühle, die liebevoll restauriert ist und durch dessen Garten Bäche ihre Wege finden.

    Aber die beiden Autoren lassen auch kritische Überlegungen zu Gesehenem und Gehörtem einfließen. Wie im Beitrag über den berühmten „Sohn des Friaul“, Pier Paolo Pasolini oder über den Besuch beim Enkel des Pietro Badoglio, der die Geschichte Italiens im Ersten und Zweiten Weltkrieg nicht unwesentlich mitbestimmt hatte. Was mir auch gleich aufgefallen ist und mir sehr gefällt: Sehenswürdigkeiten, Personen oder Eigenheiten werden nicht nur kurz erwähnt, sondern auch so beschrieben, dass der unbedarfte Leser auch versteht, worin die Bedeutung oder das Besondere liegt. Darüber hinaus verstehen es die beiden Autoren, Stimmungen und Gefühle der Menschen sehr gut zu beschreiben und dem Leser „rüberzubringen“, wie beispielsweise bei ihren Schilderungen vom Eselrennen.

    Jedem Kapitel ist eine kleine Übersicht von Adressen der erwähnten Sehenswürdigkeiten, Lokalen oder Schlösser angefügt. Dazwischen gibt, ich nehme jetzt einmal an, von Fr. Hopfmüller, Rezepte aus der Region: wie man Limoncino oder Feigenmarmelade macht, die hervorragend zu dem toskanischen Schafskäse Pecorino passt, Polenta, Ravioli oder Kürbisbrot u.a. Zahlreiche Bilder, größtenteils von sehr guter Aussagekraft, untermalen die einzelnen Kapitel und zeigen ein modernen, lebendiges Bild dieser Provinz in der nordwestlichen Region Italiens.

    Es ist eine interessante Erfahrung, die ich selbst seit Jahrzehnten immer wieder mache: Ausländer können zutreffender und lebendiger über das Leben und Eigenheiten fremden Länder berichten als Einheimische – „Betriebsblindheit“ vielleicht bei einheimischen Autoren? Jedenfalls ist dieses Buch mit Abstand das Beste, das ich in den letzten Jahren über „meine zweite Heimat“ Friaul in Händen habe und sicher nicht mehr hergebe!

    Erschienen 2011 im Carinthia Verlag in der Verlagsgruppe Styria, ISBN 978-3-70120-058-0

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    Wie man Venezianer wird. Der Traum vom Leben in der Serenissima.

    Wie man Venezianer wird. Der Traum vom Leben in der Serenissima.

    20 Menschen erzählen sehr abwechslungsreich von und über ihre Liebe Venedig

    Die Autorin, Dr. Barbara Sternthal, hat sich 20 Ausländer, die in Venedig Fuß gefasst haben, herausgepickt. Von diesen schildert sie in wirklich interessanter und – vor allem – abwechslungsreicher Art die Lebensgeschichten und Venedig-Erkenntnisse. Es sind Erkenntnisse der Liebe, des Zorns und der Sorge zu und über diese untergehende Stadt; von deren ersten Wohnungen, ebenerdig, feucht und bei Aqua Alta, dem Hochwasser Venedigs, bis unter die Decke verschlammt und versalzt, bis zu ihren Traumwohnungen, die sie oft durch Zufälle fanden. Was mich beim Lesen faszinierte: 20 verschiedene Lebensgeschichten auf 160 Seiten und es ist mir absolut nicht fad dabei geworden! Schreiben kann sie wirklich gut, die Frau Sternthal!

    Für alle Personen dürfte die Frage „Wieso Venedig?“ wohl die sinnloseste der Welt sein. Sie alle suchten einen „Ort im Süden“ und unterhaltsam zu lesen, weshalb es sie dann gerade an diesen Ort verschlug. Gabriele Gmeiner aus Österreich, die hübsche Schuhmacherin, hat da ganz andere Sorgen: sie findet in ganz Venedig keinen willigen Lehrling. John Francis Phillimore aus Großbritannien war es zwar aufgrund des undurchdringlichen Verwaltungsdschungel unmöglich in Italien als britischer Buchhandelsvertreter tätig zu werden, aber für das Eröffnen einer Buchhandlung in Venedig gab es sogar Unterstützung von der Zunft der Kleinbetriebe. Martina Frank aus Österreich erzählt von ihrer ersten Wohnung, die umgerechnet 60 Euro im Monat kostete, aber auch kein warmes Wasser hatte, dafür einen gefährlichen Gasherd. Daniela Schönbächler aus der Schweiz fuhr zu einem berühmten Glaskünstler auf Murano, klingelte an seiner Haustür, bat um ein Gespräch und wurde eine angesehene Glasdesignerin. Rita Forin aus Belgien bezeichnet das Viertel, in dem ihre Wohnung liegt, in einem Denkmal geschütztem Arbeiterhaus am Arsenal, als kleines Dorf. Und das liest sich in vielen der Beiträge: Sie fanden (fast) alle schnell Anschluss an die Venezianer, sobald diese festgestellt hatten, dass die Fremden tatsächlich Einwohner wurden. Gaston Salvatore aus Chile meint jedoch zu den Venezianern, sie können nur ihre alten Steine verkaufen und vermieten, aber über sich wissen sie nichts. Es sind immer die Ausländer, die etwas über die Stadt wissen.

    Vielen gemeinsam ist die Sorge um die Zukunft Venedigs. Sie ärgern sich über die Kurzsichtigkeit der Stadtväter, die riesige Kreuzfahrtschiffe in die Stadt fahren lassen, deren Motorenvibrationen auch in einer der Wohnungen der Vorgestellten stark zu spüren sind und so die Häuser noch tiefer sinken lassen. Sie stellen mit Wehmut fest, dass ein Kitschladen nach dem anderen mit Glas aus China (nicht aus Murano, wie man dort versichert!) anstelle von Nahversorgern, Bars und anderen Geschäften fürs tägliche Leben einziehen. In manchen Stadtvierteln kann man gar nicht mehr einkaufen gehen.

    Und doch, sie alle lieben Venedig mit ihren vielen Stufen auf und ab, um über die Kanäle zu kommen, ihren Seitengassen, weit ab vom Touristentrampelpfad. Die sehr anregend geschriebenen Berichte werden mit hervor gehobenen Zitaten der Personen und absolut sehenswerten Bildern von Harald Eisenberger auch optisch ansprechend präsentiert. Eisenberger zeigt die Menschen in eindrucksvollen Posen, nimmt Details in der Stadt abseits des Massentourismus wahr und zeigt dem Leser „das andere Venedig“.

    Das ist ein Buch über Venedig, wie ich es liebe, wie ich die Stadt als Außenstehender wieder um ein Mosaiksteinchen besser kennenlernen kann – ein wirklich schönes Buch für den Venedig-Liebhaber!

    Erschienen 2010 im Carinthia Verlag in der Verlagsgruppe Styria, ISBN 978-3-85378-671-0

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    Spaziergänge in Neapel und auf Ischia

    Sie sei in Neapel geboren, sie sehe alles, sie sei schlau. Und würde die Autorin des Buches auch nur ein Foto machen, nähme sie ihr sofort die Kamera weg. Erklärte jene junge, dunkelhäutige Führerin unfreundlich in schlechtem Englisch während der Führung in der größten frühchristlichen Nekropole Neapels unter der Kirche San Gennaro extra Moena. Allerdings, der berühmteste Heilige der Stadt, San Gennaro, liegt heute im Dom der Stadt begraben und lässt alljährlich sein in einer Ampulle aufbewahrtes Blut wieder flüssig werden.

    Im Klarissenkloster im Castello Aragonese auf Ischia wurden verstorbene Nonnen auf gemauerten Stühlen mit hohen Lehnen festgebunden (und noch mehr…). Marie Sophie Amalie, Herzogin von Bayern, Schwester von Kaiserin Elisabeth von Österreich, war mit Franz II. von Neapel-Sizilien verheiratet – und ging nackt im Meer baden. Was für eine Zeitreise eine Treppe in einem „Basso“ (Kellerwohnung) bedeuten kann und welche Schätze sich hinter unscheinbaren Fassaden verbergen - Antworten darauf und mehr lesen Sie im überaus gehaltvoll, gut recherchiert geschriebenen Buch, das so treffend den Charakter Neapels und seiner nahen Umgebung schildert.

    Ulrike Rauh lässt in ihre Spaziergänge auch die Liebesgeschichte zwischen dem Neapolitaner Alessandro und ihr sehr gefühlvoll und lebendig einfließen. Es ist keineswegs ein Buch, das Sehenswürdigkeiten oder gar nur Kirchen beschreiben will. Vielmehr entsteht durch ausdrucksstarke Sprache und hohe Fachkompetenz der Autorin in Musik und Theaterwissen ein lebendiges Neapel vor den Augen des Lesers.

    Aber Ulrike Rauh ist in meinen Augen nicht nur eine ausgezeichnete Schriftstellerin, sie malt auch. Mehrere Bilder im Buch von ihr zeigen dem Leser farbliche Impressionen ihrer Spaziergänge. Dass die Autorin im Text verwendete italienische Ausdrücke übersetzt, finde ich schon sehr lobenswert. Dass sie aber auch noch 14 Texte neapolitanischer Lieder im neapolitanische Dialekt veröffentlicht samt deren deutscher Übersetzung, lässt mich, Italienliebhaber und -kenner seit drei Jahrzehnten, dieses Büchlein zu den wirklich guten unter als Reiseimpressionen geschriebenen Werken einreihen!

    Erschienen 2008 im Wiesenburg Verlag, ISBN 978-3-940756-42-8

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    Triestiner Portraits: Menschen zwischen Karst und Levante

    In Schatzdorfers eigenem Stil schildert er Freundschaften, beschreibt er Personen, in teilweise fesselnden Kurzbiografien, aus 30 Lebensjahren im Triestiner Karst und der Stadt Triest. Diese Lebensgeschichten bieten ihm auch die Gelegenheit, die geschichtlichen Eigenheiten, die Zerrissenheit der Menschen dieser Region zu beleuchten.

    Darunter auch Lebensgeschichten von Personen, die in kurzen Erwähnungen derselben in früheren Büchern Schatzdorfers vorkommen, wie beispielweise von Bianca, der Köchin und Besitzerin zweier Lokale in Duino, deren Ruhm längst wieder verblasst ist. Oder jene von Don Giorgio, Pfarrer von Duino, Quartiergeber von Schatzdorfer, Ministrant bei der evangelischen Taufe seines Sohnes, der aus einer erzkommunistischen Familie stammt.

    Diese evangelische Taufe seines Sohnes in einer katholischen Kirche mit Weihwasser beider Konfessionen, ohne Ziegenblut, wie die „Duinati“, die Einheimischen aus Duino erwartet hätten, ist nur eine von mehreren Geschichten, die aus Schatzdorfers Leben im Karst stammen. Sein 50. Geburtstag, den er in einer Betola (Schank) im Karst feierte, Milleniumsfeier mit Prosecco, Kaviar und zwei Löffeln im nebeligen Hafen von Triest oder, am Beginn des Buches, das Treffen, Essen und Trinken mit Freunden im Hafen in Duino sind weitere Erlebnisse von ihm.

    Wirtin, eine ehemalige Partisanen-Anführerin, Schmuggler, Lebenskünstler, Fischer, Straßenbahnfahrer, eigene Erlebnisse mit Studentenfreunden, die in Triest ihre familiären Wurzeln wiederfanden; über 20 Farbfotos zeigen vorgestellten Personen, weitere Stimmungsbilder aus der Region, Bilder der Triestiner Kleiderordnung um 1350, einige Triestiner Rezepte, ein Wörterbuch für den Triestiner Dialekt (das manche italienische Zeile im Buch verständlicher macht, aber nicht alle) und rund 60 Meeresfische, Schalentiere und Muscheln erklärt mit Hinweisen, wann sie am besten schmecken und wie zubereitet, finden sich am Ende des Buches.

    „Triestiner Portraits“ ist für mich wie ein logischer zweiter Teil seines Buches „Triest, Portrait einer Stadt“. Beide Bücher sind keine touristischen Schönbücher, sondern Erzählungen über Menschen und einer Region, die eigentlich nicht Italien, aber auch nicht Slowenien darstellen. Dieses Buch ist jedenfalls mit sehr menschlichem Inhalt, bewegend und faszinierend.

    Erschienen im Verlag Carinthia, 2010, Günther Schatzdorfer, ISBN 978-3-85378-652-9

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    Triest, Portrait einer Stadt

    Als Günther Schatzdorfer, Schriftsteller, Maler und Autor dieses Buches, vor gut 30 Jahren durch Triest streifte, sah er in der Auslage eines alten Geschäftes für Schiffsausstattung vier, fünf Kompasse nebeneinander liegen. Jeder zeigte in eine andere Richtung.

    Dies ist wie ein Metapher für den Inhalt des Buches. Überwiegend schwer und dunkel wie die Stimmung am Titelbild des Buches selbst. Schatzdorfer beschäftigt sich auf rund der Hälfte der über 200 Seiten mit der Geschichte der Stadt, vor allem mit der Geschichte ab 1900. Er zeichnet dabei ein drückendes Bild: eine Stadt, die stets politisch und geographisch eine Außenseiterrolle gespielt hat, zu keinem Land recht gehört, deren Bewohner - Österreicher, Slowenen, Italiener, Serben und andere Völker - stets wechselseitig unterdrückt wurden; seit dem 14. Jahrhundert unter immer wieder wechselnder Fremdherrschaft, deren Geschichte sich die Bewohner nicht erinnern oder erinnern wollen. Schatzdorfer spricht von "einem Land ohne Gedächtnis". Im zweiten Teil des Buches besucht er "Nebenschauplätze des historischen Dramas im Karst" wie Duino, den versunkenen See im Karst, Görz u.a. und schließlich "Schau-Plätze" in Triest selbst: den alten Freihandelshafen, die Altstadt, das Viertel "Stalingrado", San Saba, den Ort des einzigen KZ auf italienischem Boden, den Bauch der Stadt - den neuen Hafen, das Fischerdorf Muggia gegenüber des neuen Hafens und immer wieder den Karst, der bis in die Stadt reicht.

    Doch in einem Punkt irrt sich Schatzdorfer in diesem Buch: Papst Pius II., geboren als Enea Silvio de' Piccolomini, ist nicht "aus dieser Stadt gebürtig" (Anm: Triest), sondern er kam 1405 in Corsignano, südlich von Siena in der Toskana zur Welt, das später nach nach ihm Pienza genannt wurde. Wohl aber war er 1447 bis 1449 Bischof von Triest.

    Eine Kurzbiographie der Stadt mit allen wichtigen Daten, die verschiedenen Grenzverläufe in Karten, Übersichten über die Entwicklung der Stadtbevölkerung und Bevölkerungsstruktur 1910, ein umfangreiches Literaturverzeichnis mit interessanten Büchern darunter, sowie ein kleiner Führer "Triest entdecken", das sind ergänzende Informationen neben eindrucksvollen Bildern.

    Das Buch ist, wie der Titel verheißt, ein Portrait einer Stadt, aber kein touristischer Stadtführer, dafür mit sehr interessant geschriebenen Geschichten, die ein ganz anderes Bild zeichnen, als vielleicht der durchschnittliche Mitteleuropäer von von dieser Stadt hat. Und sie machen trotz ihrer Schwere an manchen Stellen Lust auf einen Besuch in Triest, auf ein Kennenlernen eines anderen Triest!

    Erschienen im Verlag Carinthia, 2. Auflage 2008, ISBN 978-3-85378-639-0

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    Einfach. Gut. Eine kulinarisch-kulturelle Reise ins Friaul und nach Triest

    Günther Schatzdorfer, Schriftsteller, und Erwin Steinhauer, Schauspieler, beide Feinschmecker, berichten von ihren Reisen durch das Friaul und Julisch Venetien, jenem östlichsten Teil der Region um Triest mit dem Karst.

    "Dieses Buch ist kein Reiseführer, sondern ein Reiseführer für Menschen, die bevorzugen, ohne Reiseführer zu verreisen" meinen die beiden Autoren in ihrem Vorwort. Und das ist sehr treffend formuliert!

    Sie erzählen von karnischen Essgewohnheiten, erklären sehr unterhaltsam und anschaulich das Leben in der Lagune von Grado und das dort lebende, essbare Getier im Wasser. Wie Salame, Wein und das Vereinslokal von Gradeser Blutspender zusammenpassen? Dies ist wohl eine besonders unterhaltsame Geschichte! Wahrlich meisterhaft die Beschreibung der italienischen "Frühjahrs-Modenschau" im kleinen Hafen von Duino. Wie überhaupt beim Lesen dieses Buches die große und Jahrzehnte lange Liebe von Schatzdorfer zu "seinem" Karst durchbricht. Gerade für diesen Teil "Friaul Julisch Venetiens", so die offizielle Bezeichnung der Region, nimmt er sich viel Platz im Buch. Der interessierte Leser erfährt, was eine Osmizza ist, warum manche Meerestiere und Fische nur im Winter auf der Speisekarte stehen, welche große Vergangenheit Triest hat und wie schwer es in selbiger Stadt ist, gute Lokale zu finden. Amüsant die Beschreibung der "calandraca", eine Art triestiner Eintopf, den man "nur isst, wenn man lange nichts zu essen bekommen hatte".

    Auch der nach Nordwesten an den Karst anschließende Collio wird bereist. Schatzdorfer und Steinhauer fahren von Winzer-Freund zu Winzer-Freund zu einem Tajut, besuchen einen Grafen, der einfache, gute Kost liebt. Es wird keine hausgemachte Salame mehr geben und der Tocai muss Collio bianco heißen. Warum? Das und noch viele andere interessante Reisedetails erfährt der Leser in diesem wunderbaren Buch für Liebhaber des kulturell kulinarischen Genussreisens! Daneben bietet Schatzdorfer das eine oder andere Kochrezept.

    Es werden Restaurants beschrieben ohne deren Adresse zu nennen. Und doch wird jeder Interessierte an Hand dieses Buches den beschriebenen Ort des "einfachen, guten" Essens finden. Eine persönliche Anmerkung als Friaul Julisch Venetien Kenner: Es scheint, als hätte ich bisher nie schlecht gegessen, denn viele der Lokale kenne ich persönlich und teile die Ansicht der Autoren!

    Erschienen im Verlag Carinthia, 2006, ISBN-10: 3-85378-612-X; ISBN-13: 978-3-85378-612-3

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    Besser. Einfach. Eine kulinarisch-kulturelle Reise durch die Lagunen nach Venedig

    Wolfgang Böck, der TV-"Kommissar" und Günther Schatzdorfer, der "Poet", reisen auf dem "Idrovia Veneta", einem alten Kanalsystem zwischen Grado und Venedig. Dabei vermitteln sie italienisches Lebensgefühl abseits von touristischen Trampelpfaden. Sie besuchen entlegene Wirtshäuser und die Witwe des Chauffeurs von Ernest Hemigway, die sie zu einer "Zuppa coada", einer "ausgebrüteten Suppe" mit Tauben einlädt. Der Leser erfährt den Unterschied zwischen den friulanischen "sardoni in saòr" und den venezianischen "sarde in saòr", vom Rezept für "La Scogliera" (das Riff) der Trattoria "Torre di Fine". Die beiden Autoren schildern amüsant, wie sie bei Ebbe mit ihrem Hausboot festsitzen, dessen Suche und Anmietung schon eingangs des Buches amüsiert.

    Was es mit dem "Schauspiel in drei Akten" auf der Insel Burano vormittags auf sich hat, wie Schatten und "ombra" zusammengehören, was die Gießerei mit Ghetto und an "gefillten Fisch" zu tun haben und warum man auf manchen Inseln der Lagune Venedigs nur bis 19.30 Uhr Abendessen kann. Jede Seite eine neue Entdeckung und zwischendurch viele Rezepte zum selbst Ausprobieren.

    Denn natürlich geht es ums Essen und Trinken und zwischendurch ein Glaserl Wein. Aber so ist nun mal auch das Leben in Italien. Vormittags und nachmittags heißt es: "beviamoci un goccetto! - Trinken wir ein Gläschen!". Und zwischendurch erfährt der Leser auch einiges über die unbekannten Inseln in der Lagune Venedigs.

    Langatmig? Langweilig? Nur für den, der sich einen Touristenführer für das schnelle Abhacken erwartet. Für den Kenner und Genießer der Regionen aber ein Buch zum Schmunzeln und natürlich Anlass, sich ein Glas Tocai beim Lesen zu gönnen.

    Erschienen im Verlag Carinthia, 2006/2007, ISBN 978-3-85378-616-1

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    "Italia amore mio"

    Als ich dieses Buch sah, darin schmökerte, war mir schon nach wenigen Minuten klar: ja, so ist Italien! Genauso erleben wir "Ausländer" es! Genial mit Witz geschrieben, Bilder aus dem Alltag und doch "typisch Italien", einfach ein Buch zum Erleben, zum Italien erleben.

    Carla Coulson, wohlhabend, verlässt ihre Heimat Australien, lernt Italien und ihren Mann kennen. Und Fotografieren. Immer und überall hat sie ihre Leica dabei. Mich fasziniert die Bildauswahl, der Wechsel zwischen schwarz-weiß-Bildern, Collagen, Seiten füllenden Aufnahmen, Details. Sie schildert ihre Erlebnisse mit ihrer ersten Zimmervermieterin in Florenz, dem ersten Mittagessen mit der Familie ihres Mannes, die galanten "Bariste" in den Cafés Florenz', wie Italiener Sardinen gleich ihren Sommer an der Amalfitana genießend verbringen und viele mehr, eigentlich alltägliche Momente des Lebens. Und doch äußerst lesens- und sehenswert, das Buch!

    Erschienen 2006 bei Collection Rolf Heyne GmbH & Co KG in München: ISBN 3-89910-297-5, 260 Seiten, mit vielen Farb- und Schwarzweiß-Fotographien

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    Maria, ihm schmeckt's nicht! Geschichten von meiner italienischen Sippe

    Ein herrliches Buch für alle, die die italienische Seele verstehen und lieben! Jan Weiler schildert darin, wie er seine Frau kennen lernt, Tochter eines Italieners, der mit einer Deutschen verheiratet ist, seine Erlebnisse in der Heimat seines Schwiegervaters, in Campobasso und Termoli, wie ihm sein Schwiegervater sein Leben an Originalschauplätzen erzählt und wie gerne doch die Italiener "ein wenig angeben".

    250 Seiten Lustiges und Unterhaltsames, Ernstes und Historisches, eben ein Buch, das aus dem Leben der Italiener erzählt - unverzichtbar für mich!

    Erschienen im Ullstein Buchverlage GmbH Berlin, 2004, ISBN 13: 978-3-548-36486-5 und ISBN 10: 3-548-36486-1

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    "Was finden Sie bloß an Italien?"

    Diese Frage wurde einem österreichischen, von der "Italophilie" befallenen Journalisten ausgerechnet von einem Italiener gestellt.

    In seinem Buch schildert er, leicht verständlich, seine Eindrücke von den verschiedensten Dingen in Italien: vom "Bauwunder Sant'Antimo" bis zum Modegetränk unserer Tage - dem Prosecco. Oder waren Sie schon einmal eingeschneit in der Toskana? Kennen Sie die Luccheser Villen?

    Heinrich G. Neudhart schreibt in dem im ARTEMEDIA Verlag (Altmünster) erschienen Buch sehr unterhaltsam über Kleinode in Nord- und Mittelitalien. Es ist ein Buch für Italien-Kenner und -Genießer, vielleicht sogar noch mit dem einen oder anderen unbekannten Reisetipp für Sie!

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    Als begeisterter Anhänger der Filme "Don Camillo und Peppone", in deren Besitz ich natürlich auch bin, ist dieses Buch ein MUSS.

    Beim Lesen werden oft Bilder aus dem Film lebendig. Und beides gemeinsam, Text und Bild, ergeben ein unverwechselbares Bild der beiden Streithähne, der Po-Ebene und vom Leben nach dem Krieg in Italien.

    Guareschi, selbst in der Po-Ebene geboren und aufgewachsen, beschreibt im Buch fast noch treffender die Charakteren der Mitspieler als es die Filme rüberbringen können.

    Erschienen in rororo Rowohlt Taschenbuch Verlag, Hamburg, (44. Auflage Juli 2002) ISBN 3 499 10215 3

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Peter Krackowizer, Reise-Experte & freier Journalist, Neumarkt am Wallersee, Salzburg, Österreich