Vulkane und Vulkanismus

  • Italien, Kampanien, Blick von Sorrent über den Golf zum Vesuv

        Italien ist auch ein Land der Vulkane und Erdbeben. Große Teile befinden sich an einer sensiblen Nahtstelle der Erdkugel. Das heißt, hier bewegen sich Erdkrustenteilen, hier gibt es Brüche und überall dort, wo diese Plattenteilen in Bewegung sind oder sich aneinander reiben, tritt Vulkanismus verstärkt auf.
        Vulkane sind die eine Erscheinung, Thermalquellen wie in Abano, Montegrotto oder Montecatini Terme eine andere.
        Weitaus unbekannter aber als die "über der Erde" befindlichen Vulkane sind die "Vulkane im Meer", also unter Wasser. Mehr dazu bei diesem Link.

        Nachstehend ein paar Informationen zu:
    ... Ätna
    ... Stromboli
    ... Vesuv
    ... Bradisismus - Campi Flegrei
    ... Fumarolen, Solfatare und Mofetten
    ...über Vulkane und Vulkanismus
    ...über Erdbeben;

        Der Stromboli ist eine Vulkaninsel der Eolischen Inseln, die sich im westlichen Mittelmeer nördlich von Sizilien befinden. Seit Ende März 2003 ist der Stromboli wieder aktiver. Er schleudert Asche und Staub einige Hundert Meter in die Höhe und auf einigen Flanken strömte Lava talwärts. Hier ein Link zu einer sehr informativen Seite über diesen Vulkan; über den Ausbruch des Stromboli am 8. August 2005 ist hier ein Link mit Bildern.

        Für den Vesuv im Golf von Neapel, Kampanien, finden Sie unter www.vesuvioinrete.it Informationen. Der Vesuv ist zwar im Moment "ruhig", aber Vulkanologen warnen: käme es zu einem Ausbruch, wären mehr als zwei Millionen Menschen davon betroffen. Denn trotz aller Warnungen bauen die Menschen die Hänge des Vesuvs hinauf ihre Häuser. Achselzucken, was soll's, meinen die Bewohner.

       Nicht weit vom Vesuv entfernt, liegen die "Campi Flegrei", die Phlegräischen Felder mit dem Hauptort Pozzuoli. In diesem Gebiet finden sich zahlreiche vulkanische Besonderheiten wie
        ... das Phänomen Bradisismus: dabei hebt und senkt sich abwechselnd ein bestimmte Teil des Erdbodens, wie z. B. zwischen 1982 und 1984 im Bereich der Kleinstadt Pozzuoli. Es waren Bewegungen bis zu 1,5 Meter und mehr als 30.000 Bewohner mussten umgesiedelt werden. Derzeit, 2008, stellt man Hebungen von mehreren Zentimetern pro Jahr fest.
        ...dabei entstehen immer wieder Erdspalten, aus den vorwiegend Wasserdampf entweicht - man nennt sie Fumarolen (italienisch "fumo" - der Rauch).
        ... andere Erdspalten, aus denen vulkanische Gase austreten, nennt man Solfatare nach dem italienischen Wort "solfo" - Schwefel, Solfatara - Schwefelgrube; als Spalten, aus denen 100° bis 200°C heiße Schwefel- und Wasserdämpfe strömen. Bei Pozzuoli kann man in einem etwa 770 x 580 m großen Krater Solfatare erleben. Beim Besuch dort begleitet einen ein penetranter Gestank von faulen Eiern und man sollte sich nicht allzu nahe an die heißen, vor sich hin brodelnden Schlammmassen wagen.
        ... Mofetten (italienisch "mofeta" - Grubendampf) sind eine weitere Art vulkanischer Gasquellen bestehend aus Kohlensäuregas. Die wahrscheinlich bekannteste Mofette findet man eben auch in den Phlegräischen Feldern, die "Hundsgrotte" genannt wird. Der Name rührt aus früheren Jahrhunderten, als man noch Hunde mit die Höhle nahm: sobald die Konzentration zu dicht wurde, erstickte der Hund, der Mensch hatte jedoch noch den Kopf über dem Gasspiegel und konnte sich retten - grausam und heute verboten.

        2006 regte sich erneut der Ätna (Etna) auf Sizilien. Seit dem 14. Juli 2006 wurden 24 "explosive Ereignisse" gezählt.
        Der Ätna ist mit 3.343 m (1985) einer der größten, tätigen Vulkane der Welt, der größte und höchste Europas; er erhebt sich kegelförmig an der Ostküste von Sizilien. Von in 1.915 m Höhe gelegenen Schutzhaus Sapienza führt eine Seilbahn bis auf ca. 2.600 m Höhe. Von dort aus kann man sich mit Allradfahrzeugen zum Kraterrand fahren lassen (hin und retour ca. zweieinhalb Stunden). Die Fahrt führt entlang des 1971 zerstörten zweiten Seilbahnabschnittes und dem zerstörten Observatorium vorbei.

    Aetna - Etna am 29.7.01

    Aufnahme vom 29.7.2001 um 4 Uhr früh
    - der gelbe Streifen rechts - die Rauchfahne des Ätnas

        Auf seinem Eruptionskegel befinden sich vier aktive Krater, an seinen Seitenwänden mehr als 200 Seitenkrater und Risse. Man nimmt an, dass bisher etwa 135 Ausbrüche stattgefunden haben. Der verheerendste Ausbruch fand 1669 statt, bei dem der Lavastrom Catania und das Meer erreichte. Großer Schaden entstand auch 1928, als Mascali, das später an anderer Stelle wieder aufgebaut wurde, begraben und zahlreiche Obstplantagen zerstört wurden. Eine der längsten Eruptionen dauerte vom 25. November 1950 bis in den Dezember 1951. Der Ausbruch von 1971 zerstörte das Observatorium an der Südseite des Endkegels und den zweiten Abschnitt der Seilbahn. Der letzte große Ausbruch fand am 28. März 1983 statt. Dabei floss die Lava aus 2.450 m Höhe bis auf 1.000 m herunter in Richtung Nicolosi.
        Aufgrund der Einzigartigkeit des Gebietes wurde rund um den Ätna 1981 durch ein Gesetz der Regierung von Palermo ein Nationalpark errichtet. Um die Schönheiten dieser Region zu erkunden, kann man wandern, auf der so genannten "Strada dell'Etna" mit dem Auto fahren oder - sehr zu empfehlen - mit einer Eisenbahn rund um den Ätna fahren ("Ferrovia Circumetnea", ab/bis Catania).
        Nach kräftigen Ausbrüchen im Frühjahr 2001 beruhigte sich allerdings dann der Ätna wieder. Mehrere Ortschaften waren von den Lavaströmen bedroht, doch die Bevölkerung vertraute mehr auf den Lieben Gott als an die Wissenschafter und blieb in ihren Dörfern.

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    Vulkane
       finden sich in jene Zonen der Erde, wo die Oberfläche "dünn" ist. Das heißt, in Zonen, wo die Erdkruste noch aufgebrochen ist oder wo sich die riesigen Platten der Erdoberfläche aneinander reiben/stoßen. Bei diesen Bewegungen brechen große Erdplattenteile ab und werden in das Erdinnere gedrückt. Dort werden sie aufgrund der dort herrschenden Hitze wieder zu flüssigem Magma (eine gashaltige Schmelze aus ganz oder teilweise geschmolzenen Gesteinen). Dies alles geschieht auch unter enormen Druck, der dann das Magma durch Klüfte und Bruchspalten wieder an die Erdoberfläche presst. So entstehen Vulkane.
       Je nach Flüssigkeit dieses Magma kann es sein, dass durch z. B. Zähflüssigkeit die Magma zwar an die Erdoberfläche dringt, dort aber gleich aufgrund ihrer Zähflüssigkeit erstarrt. So bildet sich mit der Zeit eine Art Pfropfen. Darunter steigen aber immer mehr vulkanische Gase auf, bauen einen enormen Druck unter dem Pfropfen auf. Wird der Druck zu groß, gibt es zu wenig Spalten zum Entweichen der Gase, wird der Magmapfropfen samt umliegendem Gestein abgesprengt - es kommt zu einem Vulkanausbruch!
       Austretendes Magma nennt man dann an der Erdoberfläche Lava und erstarrte Lava ist einer der fruchtbarsten Bodenarten, die wir kennen. Das ist auch einer der Gründe, weshalb sich die Menschen, trotz der Risiken, immer wieder um einen Vulkan ansiedeln: die Fruchtbarkeit der Erde. So ist ja zum Beispiel die Gegend um den Vesuv bei Neapel ausgesprochen dicht besiedelt!


    Vulkanismus

        ist die Sammelbezeichnung für sämtliche geologische Vorgänge und Erscheinungen, die mit an die Erdoberfläche vordringenden gasförmigen, flüssigen oder festen Substanzen zusammenhängen.

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    Autor:
    Peter Krackowizer
    Datum:
    überarbeitet im Sommer 2010
  • Wie Erdbeben entstehen

        Die etwa 700 Erdbebenwarten weltweit registrieren und zeichnen Erdbeben mit so genannten Seismographen auf. Gemessen werden Erdbeben nach der Richterskala oder der Mercalli-Sieberg-Skala.
        Die Richterskala ist eine nach oben unbegrenzte moderne Erdbebenskala, deren Wert für sehr schwache Beben bei 0 und für das stärkste Beben etwa bei 7,7 bis 8,6 liegt. Ein Punkt auf der Skala bedeutet etwa eine Verzehnfachung (!) der Stärke des Bebens.
       Die Mercalli-Sieberg-Skala misst den Intensitätsgrad eines Erdbebens, wobei die der Grad 1 nur bei instrumentell nachweisbaren Erschütterungen liegt, 4 bei stärkeren Gebäudeerschütterungen und 10 bei Zerstörung von Häusern, Hangrutschen und anderem. Dem Intensivitätsgrad 12 werden totale Zerstörungen sowie vielfältige Verwüstungen der Landschaft zugeordnet.
        Wo nun finden Erdbeben statt? Es gibt da mehrere Bruchlinien rund um die Erde, meistens in T-förmig zusammenstoßenden Bögen. In Österreich zieht sich eine Erdbebenzone vom östlichen Wiener Becken in das Mur-Mürz-Tal hin und endet in Oberitalien im Friaul (Erdbeben im Mai und September 1976). Bei den meisten mittleren und großen oberflächennahen Beben folgen sogar bis über Monate hin zahlreiche kleinere Beben in der Umgebung des ursprünglichen Bebens (Nachbeben). Was die Nachbeben angeht, so hat man z. B. nach dem großen Erdbeben auf Rat Island auf den Aleuten 1965 in den nächsten 24 Tagen mehr als 750 Nachbeben registriert.
        Als eine der Erklärungen von Erdbeben gilt die Theorie vom amerikanischen Geologen Bruce A. Bolt: Der grundlegende Gedanke besteht darin, dass die äußerste Schale der Erde... aus mehreren großen und recht stabilen Platten besteht. Diese Platten reichten bis zu einer Tiefe von etwa 80 km und bewegten sich vorwiegend in horizontaler Richtung. An den Plattenrändern "kommt es zur Übertragung starker deformierender Kräfte, je nachdem, ob diese kollidieren, sich parallel verschieben oder voneinander entfernen. Die Entstehung von Hochgebirgen vollzieht sich an diesen Plattenrändern.
    (Quelle: Salzburger Nachrichten, 15.9.1999)
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    Autor:
    Peter Krackowizer
    Datum:
    überarbeitet im Sommer 2010

Bilder


Peter Krackowizer, Reise-Experte & freier Journalist, Anif bei Salzburg, Österreich