Friaul Julisch Venetien - Friuli

  • Italien, Friaul, in einer Bar in Grado, wo sich die Menschen Zeit für einen Plausch nehmen

       Keine Angst - ich biete Ihnen hier nicht den 1.000sten Reiseführer online an. Ich möchte auf ein paar vielleicht nicht so bekannte Dinge hinweisen, ein paar fehlende Erklärungen geben und ansonsten meine persönlichen Eindrücke schildern.
        Der Begriff Friaul Julisch Venetien geht auf jene Zeit zurück, in der Österreich große Teile Oberitaliens besetzt hielt. Man verstand darunter Teile der ehemaligen Republik Venedig, die heutige Region Friaul und Teile des angrenzenden Sloweniens (Details gerne bei wikipedia zum Nachlesen ...hier).
        Ich bereise das Friaul nun schon seit 1987 und entdecke dabei immer noch Neues. Von einigen dieser Entdeckungen, Erfahrungen und Erlebten berichte ich hier auf meinen Italien-Seiten:

    Pfeil Icon Ein Reisebericht über das Westfriaul ...hier
    Pfeil Icon Ein Reisebericht über das Ostfriaul ...hier
    Pfeil Icon Ein Reisebericht über den Karst, Triest und Muggia ...hier
    Pfeil Icon Über Kulinarisches im Friaul ...hier
    Pfeil Icon über Kurorte im Friaul ...hier
    Pfeil Icon über die Landschaftsformen ...hier
    Pfeil Icon über Feste und Bräuche ...hier
    Pfeil Icon eine Sammlung von Links ...hier


        Wenig bekannt ist, dass es im Friaul auch Kurorte gibt. In Arta Terme bei Tolmezzo sprudeln schwefelhaltige Mineralquellen, die bei Arthritis, Bronchitis, Hautkrankheiten, Darm- und Leberleiden helfen.
        In Grado hat Mitte des 19. Jh. der florentinische Arzt Dr. Giuseppe Barellai die Heilkraft des Sandes entdeckt. Die Leute staunten nicht schlecht, als 1883 Kaiser Franz Joseph persönlich die große Kuranstalt eröffnete. Das stark salzhaltige Meerwasser und der jod-salzreiche Sand werden bei Rheumatismus, Ischias, Stoffwechselbeschwerden, Erkrankungen der oberen Luftwege und bei Frauenleiden als Kur empfohlen.
        Und im Kurhaus von Lignano sind dieselben Anwendungen wie in Grado möglich.

        Die Landschaften im Friaul:
        Im Norden das Gebirge - Karnien: von den Kelten im 6. bis 4. Jh. vor Chr. besiedelt, die aus dem Pariser Becken und aus Böhmen hierher zogen. Ursprünglich waren sie Hirten mit "starker Neigung", Vieh zu stehlen und gelegentlich auch Menschen. Der keltische Schwertgürtel hat bis heute in der venezianischen Tracht überlebt.
        Die Julischen Alpen wurden vom Triestiner Kaufmann Dr. Julius Kugy (1858 - 1944) erschlossen. Der Plöckenpass war 1915 bis 1917 Front im Ersten Weltkrieg gewesen, daran erinnert heute der Friedensweg, "Vie delle Pace", der von jungen Menschen aus 15 Nationen errichtet wurde.
        Der Fogolar, die noch heute gebräuchliche offene Feuerstelle in der Mitte des Raumes mit oft Holzbänken rundherum, hat sich ebenfalls aus dem Gebirge ins Flachland verbreitet. Im Rauchabzug wurden und werden Fleisch und Ricotta (Käse) geräuchert.
        Auf das Gebirge folgt die Tiefebene, die, aufgrund vom reichlich vorhandenem Grundwasser und Flüssen, sehr fruchtbar ist. Wer durch das flache Land fährt, kommt durch wohlhabende Dörfer, an schönen Bungalow ähnlichen Häusern mit großzügigem Grund umgeben vorbei, fährt durch endlose Maisfelder oder Obstgärten. Und natürlich auch Wein gibt es in der Tiefebene.
        Im Südosten der Region findet sich eine Karstlandschaft mit allen bekannten Karst Erscheinungen: Karren, Dolinen, Höhlen (Grotta Gigante bei Triest mit dem größten Hohlraum der Welt: der Petersdom von Rom würde problemlos hinein passen) und unterirdischen Flüssen (jener Fluss, der auf slowenischer Seite in der Höhle von St. Kanzian verschwindet, taucht in der Nähe von Monfalcone wieder am Tageslicht auf...).
        Und zuletzt natürlich die Lagunen, die sich durch Flüsse und Gezeiten bildeten. Ihre Kennzeichen: flache Strände, weit verzweigte Kanalnetze im Schilf zwischen Inseln und Schlick: "Valli" - Täler - nennt man die Wasserwege in diesem Gewirr im Schilf, "Casoni" sind die (alten) Fischerhütten in den Lagunen, Schilf gedeckt;  "Briccole" - das sind die in den Meeresgrund in Doppelreihe gerammten Pfähle, die die schiffbaren Kanäle für Boote markieren.

    Autor:
    Peter Krackowizer
    Datum:
    überarbeitet im Sommer 2010
  • Feste und Bräuche

    Italien, Friaul, Grado - Lagune, vorne die Insel mit der Wallfahrtskirche Barbana

        Lagunen teilen sich in "Baccini" (Becken); sehenswert in der Lagune von Grado ist die Wallfahrtsinsel San Barbana, wohin am ersten Julisonntag eine Wallfahrt der Fischer und Bootsbesitzer alljährlich führt.

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        Diese gehen wohl auch auf die Kelten zurück, trotz christlichen Glaubens, der im Friaul gepflegt wird. Feuerriten am 6. Jänner: aus der Rauchrichtung gibt es Wahrsagungen über die Ernte im kommenden Jahr (Fruchtbarkeitszeugen). Sonnwendfeuer: Feuerräder zu Ehren von Schutzheiligen um Sonnwend (z. B. San Giovanni, San Pietro); Rogazioni: im Frühjahr übliche Bittgänge über Flur und Feld;
        In Erto im äußersten Nordwesten vom Friaul (war auch vom Unglück von Longarone betroffen) gibt es eine bemerkenswerte Karfreitagprozession;
        Das älteste und kurioseste Fest im Friaul findet aber alljährlich in Sacile statt: "Sagra dei Osei" - Vogelhändler und -fängertreffen;
        Im August wird in einem Ortsteil von Cormòns der Geburtstag von Kaiser Franz Joseph gefeiert.
        Muggia bei Triest: "Carnevale Muggesano"
        Monrupino im Karst: "Nozze Carsiche" - die Hochzeitsfeier und deren Vorbereitung nach Brauch und Sitte der Karstbewohner;
        Cividale del Friuli: am 6.1 "Messa dello Spadone", feierlicher Gottesdienst im Andenken an den Einzug des Patriarchen Marquard von Randeck in Cividale (um 1300 bis 1381).
        Venzone: "Fuochi di San Pietro e Paolo" am 29. Juni - Volksfest mit Feuerwerk, das schönste Feuerwerk wird prämiert;
        Palmanova: im Juli "Sfilata storica" - historischer Umzug mit Wettbewerb der Fahnenschwinger und Eröffnung einer Schenke aus dem 17. Jh.

    Autor:
    Peter Krackowizer
    Datum:
    überarbeitet im Sommer 2010
  • Links

        Weil sich mittlerweile schon mehrere gute Links auf verschiedenen Seiten "verstecken" - hier die "Sammlung" übersichtlich:

    www.regione.fvg.it
       das Fremdenverkehrsamt der Region
    www.friaul.at
       eine Seite aus Österreich mit vielen Informationen
    www.triest.at.tf
    Friuli - via dei Sapori
        ... die 'Straße des Geschmacks, Genusses' - über 20 sehr gute Trattorien und Restaurants, darunter natürlich auch einige, die ich persönlich kenne;
    Friulalberghi
         eine Vereinigung von Hotels, Restaurants und Agriturismi; neuerdings auch schon mit Mitgliedern im benachbarten Veneto;
    Consorzio del Prosciutto di San Daniele
        gibt Auskunft über die Geschichte und Herstellung des bekannten Schinkens;
    Unter www.consorziocastelli.it
        finden Sie alle Schlösser im Friaul im Internet;
    gute Weinkeller im Friaul
    Magnar Ben Guida ai locali del Veneto e del Friuli Venezia Giulia
        gute Trattorien und Restaurants, allerdings nur auf Italienisch;
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    Da Gelindo, Friaul, Friuli

    Links - das Bild bekam ich mit einem Newsletter vom Country Resort Da Gelindo in Vivaro (zum Hotel) zum Valentinstag 2007. Hat mir so gefallen, dass ich es gleich hier mal zeigen möchte! Auf das Bild klicken, um auf die Homepage von 'Da Gelindo' zu kommen

    Taverna al Pescadore
        in Marano Lagunare, dem Fischereihafen im Friaul! Wer Fisch und anderes aus dem Meer liebt, ist dort gerade richtig!
    Ristorante Albergo „Alla Scala“
        in Valvasone - ein kleines Hotel mit einer kleinen aber feinen "Suite" und einer ausgezeichneten Küche.
    Trattoria „Da Afro"
        in Spilimbergo - schon wieder ein gutes Lokal...
    La Subida
        für einen Besuch dort sollte Sie drei Dinge haben: eine Vorreservierung, viel Zeit und viel Geld - aber es lohnt sich, veramente!!!
    Hotel Franz
        in Gradisca d'Izonzo, bei meinem alten Freund Massimiliano - er hat eines der besten Frühstücksbuffets Italiens!
    Hotel Al Ponte
        in Gradisca d'Izonzo an der Brücke über den Isonzo gelegen.
    Trattoria Gostilna Devetak
        - der Wirt, ein Slowene, kocht - Sie werden die Welt vergessen!
    Hotel Internazionale
       mit erstaunlich ruhigen Zimmern. Und gleich gegenüber die
    Pizzeria „Al Chichibio“
    Hotel Willy)
        in Gemonam, mein Tipp: Speisen Sie hinter dem Hotel in der Taverne! Übrigens, erschrecken Sie nicht: Neben dem Parkplatz, wo eine alte Lokomotive ein schönes Fotomotiv abgibt, lebt in einem Gehege ein Braunbär.
    Ristorante Al Castello
        in Cividale del Friuli: ein hervorragendes Restaurant - aber unbedingt reservieren!    Schlafen im Hotel Roma (www.hotelroma-cividale.it)
    Tavernetta „all’’Androna“
        inmitten der kleinen Altstadt von Grado
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    Italien, Friaul, Blick von San Floriano über den Collio nach Nordwesten

    Castello Formentini
       im Besitz der Grafen Formentini
    Castello di Spessa
        bei Capriva;
    Villa Rubini
        bei Spessa nahe von Cividale;
    Weingut Marco Felluga
        in Gradisca d'Isonzo und Capriva;
    Castelvecchio
        ein Weingut in den Hügeln überhalb von Gradisca d'Isonzo;


    Collio
        über das Collio Gebiet im Osten
    Cividale del Friuli
        Langobarden, Teufelsbrücke...
    Ramandolo
       ein kleines Weingebiet nordöstlich von Udine, romantisch gelegen...
    Wallfahrtsort Castelmonte
        in unmittelbarer Nähe von Cividale del Friuli;
    Apropos Wallfahrtsorte im Friaul: Monte Grisa, Monte Lusari, Barbana, Aquileia und Zuglia... hier können Sie nachlesen.
    Görz
    Redipuglia
        Erinnerung an den Ersten Weltkrieg;
    Grotta Gigante
        eine riesige Tropfsteinhöhle
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    Autor:
    Peter Krackowizer
    Datum:
    überarbeitet im Sommer 2010

Bilder


Peter Krackowizer, Reise-Experte & freier Journalist, Anif bei Salzburg, Österreich