Nicht nur, dass er mein Vater war - mehrere Jahre war ich als sein Sekretär bei Talbot in der Presseabteilung tätig, später dann in den 1990iger Jahren fungierte mein damaliges Reiseservice als "Kopier-, Telefon- und Schnipsel-Stelle" über viele Jahre hinweg für meinen Vater. Einige seiner Bücher "entstanden" so in gewisser Weise mit meiner Mithilfe.
Auch bei den legendären "Oldtimer Grand Prix" war ich im Einsatz mit manch lustiger Erinnerung...
... an Luigi Taveri, der stets mit einer ehemaligen
Werks-Honda bei den Oldtimer Grand Prix erschienen. Aber nicht nur das, er
erschien stets als allerletzter am Vorstart, wenn das Feld schon längst am Start
draußen stand. Und da wollte ich ihn nie hinaus lassen. Denn ich hatte die
Anweisung, wer nicht rechtzeitig am Vorstart stand, durfte nicht mehr hinaus.
Und jedes Mal meinte mein Vater, Taveri könne gar nicht früher raus, weil die
Maschine erst ganz kurz vor Start "warm" werden darf. So ließ ich denn Herrn Taveri stets passieren!
Das Renn-Fahren war meinem Vater zeitlebens im Blut gewesen
und geblieben. Nicht im Sinne des schnell Fahrens - mein Vater sagte immer, er
fahre nicht schnell, sondern zügig.
Er hasste es allerdings in einer Kolonne zu stehen und nicht
vorwärts zu kommen. Ich konnte das an zwei immer wiederkehrenden Erlebnissen
erkennen: Liebend gerne fuhr er auf der Autobahn stehenden Kolonnen rechts am
Pannenstreifen vor - einmal, auf der Strecke zwischen Rosenheim und Kufstein,
fuhr er allerdings vor einer Polizeistreife auf dem Pannenstreifen! Das kostete
ihn einiges...
Um Staus im Stadtgebiet zu entrinnen, nahm er zahlreiche Umwege in
Kauf. Das brachte ihm zwar selten einen Zeitgewinn, aber, wie oben erwähnt, er
musste nicht sinnlos im Stau stehen. Aus dieser Zeit her kenne ich eine Menge
von Schleichwegen quer durch Stadt. Jedoch sind viele von ihnen mittlerweile
entweder für den Verkehr gesperrt worden oder schon so bekannt, dass sie auch
keine "Vorteile" mehr bringen!
Was das echte "Rennen fahren" anbelangt, so saß mein Vater
bis Anfang der 90er Jahre noch im Sattel von Rennmotorräder. Natürlich waren es
fast immer Gleichmäßigkeitsprüfungen, aber, so lernte ich von meinem Vater,
"...am gleichmäßigsten fährt man mit Vollgas...". Und wenn ich da so an die
"Oldtimer Grand Prix" der 80er Jahre am Salzburg-Ring zurück denke, dann mischte
mein Vater schon noch ordentlich mit, was die Schnelligkeit anbelangte!
Sturzhelm - ein Kuriosum möchte ich auch noch heute hier erwähnen: Mein
Vater fuhr so gut wie alle Rennen, sei es in seiner aktiven Zeit bis 1955, sei
es danach bei Oldtimer Grand Prix - immer mit ein und dem selben Sturzhelm:
einem, wie damals üblich gewesenen, offenen Helm in den Farben rot-weiß-rot - so
erkenne ich ihn noch heute auf seinen Fotos.
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Peter Krackowizer, 5081 Anif, Österreich