Mister Rudge & Oldtimer 


  * 1922 Helmut Krackowizer † 2001

Prof. Dr. Dkfm. Helmut Krackowizer

Motorradlegende "Mister Rudge" verstarb am 22. Oktober 2001 im 80. Lebensjahr

  • Helmut Krackowizer, Sieg bei seinem ersten Sieg 1947 in Salzburg Liefering

    Mein Vater verstarb am 22. Oktober 2001 im 80. Lebensjahr in Salzburg nach einem Herzinfarkt, den er am Montag, den 15. Oktober hatte.

    Er erlitt diesen dritten Infarkt eigentlich bei seiner Lieblingsbeschäftigung: er hatte an einem dieser herrlichen Herbsttage eines seiner Lieblingsmotorräder, eine Rudge 250 cm³, mit einem Anhänger von einem Bekannten geholt, wo sie eingestellt war. Er hatte vor, diese zu einer Ausstellung im Technischen Museum in Wien bringen. Meine Schwester und meine Mutter wollten ihn an diesem Tag nicht fahren lassen - aber, erstens, hatte mein Vater seinen Schädel und zweitens hätte man ihn nie von Tätigkeiten im Zusammenhang mit Motorrädern abhalten können. Er kam mit dem Motorrad am Anhänger noch bis fast nach Salzburg-Aigen, nach Hause, bevor er, gerade noch an einer Tankstelle anhaltend, seinen Infarkt erlitt.

    Er war bis zu seinem Tod ein "Unruhegeist", der schon darunter litt, nicht mehr so mobil zu sein, wie früher. Vor dem Gartentor stand noch sein Motorrad für die täglichen Fahrten in die Stadt.

  • Helmut Krackowizer auf Norton im Jahr 1952

    Helmut Krackowizer kam am 29. April 1922 in Frankenmarkt (Oö.) nahe zur Salzburger Grenze als Sohn der Hedwig und des Rechtsanwalts Maximilian Krackowizer zur Welt. Nach einigen Jahren zog die Familie weiter nach Vöcklabruck (Oö.), wo er dann aufwuchs.
    Sein Leben war hauptsächlich von Motorrädern, bestimmt, aber auch von Automobilen ("Notgedrungener Maßen muss ich zum Broterwerb ja auch einer Tätigkeit nachgehen" sagte er einmal in einem Interview). 1939, als Siebzehnjähriger, saß er bereits auf einer Norton "International" 500 cm³. In den Sommerferien arbeitete er als Jugendlicher in Mechanikerwerkstätten und besuchte Rennen. Schon als Kind war er mit seinem Vater beim Gaisbergrennen gewesen.
    Im Zweiten Weltkrieg versuchte er, wo immer er war, Motorrad zu kaufen, zu fahren und schließlich gegen Kriegsende "zu retten". Er erlebte das Kriegsende als Jägerleitoffizier der Luftnachrichten-Truppe einer Nachtjagd (Radar) Kompanie in Norwegen - ebenfalls auf einem Motorrad - aber das ist eine eigene Geschichte.

  • Im Herbst 1946 fuhr er sein erstes Motorradrennen bei strömenden Regen in Salzburg-Nonntal. Es wurde der dritte Platz für ihn. Zahlreiche Geschichten prägten dann seine Rennfahrerzeit. Nachdem er meine Mutter, die er bei der Firma Hatschek in Vöcklabruck kennengelernt und 1955 geheiratet hatte, zogen sie nach Salzburg. Als 1956 mein Bruder auf die Welt kam, drehte meine Mutter meinem Vater den "Gashahn" ab. Seither fuhr er nur mehr bei Veteranenrennen mit - allerdings, zum Schrecken unserer Mutter, stets im Renntempo. Übrigens, er war auch an einem Langstreckenweltrekord mit mit einem VW in Monza beteiligt.

  • Helmut Krackowizer als Platzsprecher

    Seine berufliche Laufbahn führte ihn über das Kaufmannsdiplom 1951 an der Wiener Wirtschaftsuni, ein Jahr später zum Titel "Doktor der Wirtschaftswissenschaften", zur Firma Eternit Hatschek in Vöcklabruck und 1955 zu Porsche nach Salzburg als Werbe- und Pressechef. Später wechselte er zu Mercedes Benz (1964) und dann zu British Leyland (1969). Zuletzt, ab 1976, war er als Public Relations Manager bei Chrysler (das dann in Talbot umbenannt und schließlich mit Peugeot fusioniert wurde) bis zu seiner Pensionierung 1987 tätig. Um 1980 war auch ich einige Jahre bei ihm in der PR-Abteilung als sein Sekretär tätigt. Dabei lernte ich, wie wichtig es ist, immer gut informiert zu sein - "... aber Du darfst niemals deinen Informanten preisgeben!" erklärte mir Vater.

    Daneben war er bei vielen Rennen, die damals noch erlaubt waren, der Platzsprecher. Dazu nahm er uns Kinder oft mit: Bergrennen auf dem Gaisberg, zum Bergrennen bei Engelhartszell an der Donau, am Gmundner Berg, zu den "1. Mai Rennen" u.v.a.



  • historische Motorradmarken - Sunbeam

    In den 1960er Jahren begann mein Vater zu zeichnen. Er zeichnete Motorräder nach Originalvorlagen in Großformat: dazu verwendete er viele verschiedene Bleistiftstärken, Bildvorlagen und viele Stunden Arbeit; solche Motorradzeichnungen fertigte er bis zu seinem Tod an. Daneben begann er Bücher über die Geschichte des Motorradsports, der Motorräder und Rennen zu schreiben. Auch in Fachzeitungen im deutsch- und englischsprachigen Raum veröffentlichte er Beiträge.

    Er kannte so gut wie jedes Motorrad im Detail, wusste die Geschichten aller seltenen Motorräder, erzählte die Lebensläufe von Rennfahrern und zu seinen Freunden zählten u. a. Sammy Miller, John Surtees, Walter Zeller, Luigi Taveri, Hans Haldemann, Schorsch Meier sowie viele andere aus der Motorrennsportszene.

    Einen Lebenstraum erfüllte er sich mit den großartigen Motor-Veteranen-Rennen, dem Oldtimer Grand Prix, auf dem Salzburgring, an denen Stars wie Niki Lauda, Juan Manuel Fangio, die oben genannten Rennfahrer und viele andere teilnahmen. Mercedes Benz schickte die berühmten Silberpfeile nach Salzburg!
    Bis kurz vor seinem Tod hatte er als Autokennzeichen "S-Rudge 1" - denn selbstverständlich war er Mitglied beim Rudge-Club in England, dessen einzige nicht-englischer Präsident er einmal war! Wie überhaupt er sehr gerne nach England zu Freunden reiste, stets auf den Spuren von Motorräder.

    Die österreichische Fachzeitschrift "autorevue" widmete meinem Vater 1997 eine Story, die mit dem Bild auf der oben gezeigten Sunbeam über eine ganze Seite und mit dem Satz von Gaston Bachelard (* 1884, † 1962, französischer Wissenschafter) endet:

    "Ein Mann ist ein Geschöpf seiner Leidenschaften, nicht seiner Notwendigkeiten!"

    Das war Helmut Krackowizer und wird es in unserer Erinnerung auch bleiben!

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    Prof. Max Reisch


Peter Krackowizer, 5202 Neumarkt am Wallersee, Austria - überarbeitet im September 2017