Saroléa, 1850, Belgien,
Joseph Saroléa gründete in Herstal bei Lüttich. Bereits 1892 ging er dazu über
Fahrräder herzustellen. Nach seinem Tod 1894 übernahmen seine Söhne den Betrieb
und bauten schon 1898 ihr erstes Motorrad. 1928 beschäftigte das Unternehmen
400 Mitarbeiter und ebenso viele in Nebenbetrieben (Gießerei, Spenglerei...).
In Österreich feierte
Michael Gayer große Erfolge auf Saroléa (1924 Sieger der österreichischen TT).
1928 hielt Saroléa mit 181,763 km/h einen Weltrekord auf einer 500 cm³-Maschine
über fünf Kilometer.
Quelle "Das Motorrad", 1928, Nr. 88
zum Seitenanfang
Scott, 1897, Großbritannien, mit dem Zweirad bekam
Alfred Scott, wie viele spätere Motorrad-Produzenten auch, über das Fahrrad
Kontakt - sein erstes Patent erhielt er 1897 für eine Fahrrad- Felgenbremse.
Bereits 1908 waren die Motorräder von Scott mit Zweitakt-Twin-Motoren
ausgerüstet. Trotz bekannter Rennfahrer wie Jimmy Simpson oder Stanley Woods
gelang Scott nie der große Rennerfolg.
1931 wurde Konkursantrag gestellt und ein Scott-Enthusiast aus Liverpool kaufte
die in Liquidation befindliche Firma und führte sie unter "Scott Motors Ldt" in
bessere Zeiten. Selbst als sich 1945 die Tore für diese Firma schlossen, fand
sich wieder ein Liebhaber und führte die Firma unter dem Namen "Swift" weiter.
Diese produzierte Motorräder mit dem Namen "Silk" bis 1980 - da wurde dann
endgültig die Produktion von Scott - Silk - Motorrädern eingestellt.
zum Seitenanfang
Standard, 1926, Deutschland
In ehemaligen Stallungen der Ludwigsburger Kaserne begann 1926 der Gerlinger
Wilhelm Gutbrod mit dem Bau der ersten Standard. Schon auf der
Maschinenbauschule entwarf er zur Abschlussprüfung einen 250 cm³ Zweitaktmotor.
In den ersten Jahren baute er JAP und MAG Motoren mit anderen Teilen zu seiner
Standard, bevor er noch enger mit den den Schweizern (MAG - Motosaccoche)
zusammen arbeitete. Von dieser Motorradfirma kam dann auch 1927 Dipl.-Ing. Dom
zu Gutbrod und übernahm die Leitung der Konstruktions- und
Entwicklungsabteilung. Nebenbei fuhr er auch recht erfolgreich in zahlreichen
Rennen mit. Dom ging 1930 zu Elite-Diamant, 1931 zu Imperia in Bad Godesberg.
Für die Rennsaison 1929 fuhren für Standard der ex-BMW-Werkfahrer Karl Gall,
Rudi Ecker und Paul Rüttchen-Erkelenz für die Solomaschinen und der späteren
Automobilrennfahrer Hermann Lang für das 600 cm³ Werksgespann. Allerdings wurden
die Erwartungen nicht erfüllt.
1929 kaufte dann Standard das Schweizer Motorradwerk Zehnder. Dadurch konnte
Standard dann seine eigenen Motoren herstellen und man produzierte bis zu 60
Motorräder pro Tag. Die Motorradproduktion endete 1940.
Nach dem Krieg startete Gutbrod mit der Produktion von Motormäher, starb aber
58jährig bereits 1948. Sportlich gesehen war Standard besonders bei
Zuverlässigkeitsfahrten erfolgreich. 1927: zwei Goldmedaillen und Sieger der
6-Tage-Fahrt in Deutschland, 1929: Gold, Silber und Bronze, 1930: Gold in der
144-Stundenfahrt am Nürburgring, sowie unzählige Siege und Rekordfahrten mit
Solomaschinen;
zum Seitenanfang
Sunbeam, (1790) 1912, Großbritannien, der Name
"Sunbeam" (Sonnenstrahl) bürgte bis Anfang der Dreißiger Jahre des 20. Jh. für
Spitzenqualität im Motorradbau. "Established in 1790" (gegründet 1790) stand
stolz auf den Umschlägen aller Sunbeam-Katalogen. Natürlich baute man damals
noch keine Motorräder, sondern erzeugte Japan-Ware, also Zinn-, Kupfer- und
Messinggeräte. Ab 1887 kamen dann Fahrräder hinzu, 1890 folgte ein ziemlich
eigenartiges Automobil, bevor 1912 das erste Motorrad am Markt erschien.
In den 20er Jahren war in Österreich Rupert Karner der bekannteste
Sunbeam-Fahrer. Die englischen Fahrern feierten 1924 beim "Großen Preis der
Schweiz" einen Dreifachsieg auf Sunbeam und natürlich auch bei der TT. Graham
Walker, Dodson und Tommy de la Hay waren die populärsten englischen Fahrer
seinerzeit. Ende 1936 wurde Sunbeam an die Firma AMC verkauft, welche auch die
Marken AJS und Matchless besaß. Nach dem Zweiten Weltkrieg versuchte man nochmals mit
dem Namen Sunbeam an die große Zeit Anschluss zu finden, was allerdings nicht
mehr glückte. Die Marke verschwand Anfang der 1960er Jahre.
zum Seitenanfang
Triumph, 1885, Großbritannien, Coventry; diese
Motorradmarke wurde vom Deutschen Kaufmann Siegfried Bettmann gegründet, der
1884 nach England gezogen war. Nach verschiedenen Tätigkeiten machte er sich mit
einer Import-Export-Firma selbständig, hauptsächlich für Fahrräder, die er von
einer Firma aus Birmingham bezog. Er merkte rasch, dass dafür ein klingender
Namen notwendig, vor allem im Ausland. Also kam er auf "Triumph". Nach einiger
Expansion mit einem aus Deutschland geholten Techniker und der Gründung von "New
Triumph Cycle Co Ltd." entstand schließlich 1902 das erste Motorrad: 239 cm³ mit
1 3/4 PS. Erfolge bei den ersten TT-Rennen, 1908 waren allein fünf
Triumph-Fahrer unter den ersten zehn, ließen den Verkauf in die Höhe schnellen.
1927 umfasste dann die Produktion bereits acht Fahrzeuge, wurde jedoch ein Jahr
später zugunsten der Triumph-Automobile auf vier Modelle reduziert. Etwas
erfolglos blieben die Bemühungen der Firma im Rennsport Fuß zu fassen.
Allerdings gelang es dem Unternehmen nach dem Zweiten Weltkrieg besser mit z. B.
der "Grand Prix"; es kamen auch Trial-Maschinen dazu. 1951 wurde das Unternehmen
dann von der BSA-Gruppe aufgekauft.
Triumph Deutschland wurde 1896 mit Sitz in Nürnberg gegründet. Die Verbindung
mit dem englischen Triumph-Werk blieb bis 1929 bestehen, dann trennten sich die
Wege. Das Nürnberger Werk durfte dann Triumph-Maschinen im Ausland nur unter dem
Namen TWN verkaufen.
zum Seitenanfang
Velocette , 1905,
Großbritannien, Johannes Gütgemann aus dem Rheinland, der sich später in England
John Goodman nannte, und seine Söhne brachten 1905 ein erstes Motorrad unter dem
Namen "Veloce" auf den Markt. Ein Lady-Modell trug 1914 dann erstmals den Namen
"Velocette", der dann zum Markennamen für alle Modelle wurde. Mehrere TT-Siege,
Weltmeistertitel und Geschwindigkeitsrekorde wurden auf Velocette erzielt. Die
Einstellung der Produktion aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten erfolgte 1971.
Die in Birmingham ansässige Firma produzierte ab 1929 käufliche Rennmodelle
unter der Bezeichnung KTT. Die KTT I bis V entstanden in den Jahren bis 1935.
Dann folgte nach der nicht käuflichen MK VI im Jahr 1938 das Modell MK VII mit
dem der Werkrennmaschine nachempfundenen großen, quadratischen
Leichtmetall-Zylinderkopf - noch im Starrrahmen. 1939 folgte dann das Modell MK
VIII im Schwingrahmen, wie es Stanley Woods 1938 und 1939 zum Junior-TT-Sieg
fuhr. Es wurde von 1947 bis 1951 weitergebaut und war in diesen Jahren - nach
drei weiteren WM-Titeln 1949 und 1950 - das erfolgreichste Rennmodell seiner
Hubraumklasse.
zum Seitenanfang
Victoria, 1886, Deutschland
Die Geschäftsleute Max Frankenburger und Max Ottenstein aus Nürnberg starteten
zunächst mit der Produktion von Hochrädern, um 1890 mit Dreirädern und
schließlich 1903 den ersten Motorrad-Protoype, der 1903 in Serie produziert
wurde; 1904 kam dann auch noch eine Automobilproduktion dazu, die allerdings
1908 wieder eingestellt wurde.
Nach dem Ersten Weltkrieg baute Victoria ihre Motorradproduktion weiter aus. Die
jährliche Produktion erreichte 15.000 Fahrzeuge, die von 800 Mitarbeitern
hergestellt wurden. Bekannt war die 12 PS starke und robuste KR 3, die vor allem
als zuverlässige Beiwagenmaschine eingesetzt wurde. Erfolgerreicher
Gespannfahrer der 20er und 30er Jahre war Josef Möritz, bei den Solofahrern Joe
Willi Brand (München), Kurt Füglein (Nürnberg), Karl Bodmer (Ebingen) und der
damals junge H.P. Müller aus Bielefeld.
Nach dem Zweiten Weltkrieg sorgte Victoria nochmals für eine sportliche
Sensation, als Georg Dotterweich 1951 mit einem 38 cm³ "Vicky" Fahrradhilfsmotor
Weltrekord mit 79 km/h fuhr. Dann kam es 1958 zum Zusammenschluss mit DKW und
EXPRESS zur ZWEIRAD UNION AG und schließlich 1966 mit den "Nürnberger Hercules
Werke AG", die ebenfalls 1886 in Nürnberg gegründet wurden.
zum Seitenanfang
Vincent HRD, 1895,
Großbritannien - HRD - gegründet von
Howard
Raymond Davies
Howard war mit einer Diamond vor dem Krieg bei der TT 1914 Zweiter hinter einer
Rudge, nach dem Krieg fuhr er AJS mit wechselndem Glück bis 1924. Dann
entschloss er, sich sein eigenes Motorrad in Wolverhampton zu bauen. Mit seiner
ersten HRD mit JAP-Motor gelang ihm gleich auf Anhieb ein 2. Platz in der Junior
TT und der Sieg in der Senior TT. Er setzte seine Erfolge bis 1926 fort, als er
freiwillig in Liquidation ging. Sein ärgster Konkurrent, Ernie Humphries,
Erzeuger der OK Supreme-Motorräder, kaufte ihn auf um kurz danach an den jungen
Philip Vincent weiterverkauft zu werden. Dessen Vater war vermögender
Rinderzüchter in Argentinien, der ihm die nötigen 400 Pfund 1927 borgte, damit
er HRD kaufen konnte. 1929 wurde von Mr. Grill auf einer
Vincent-HRD-Gespannmaschine eine Weltreise durchgeführt, die die Firma dann
bekannt machte.
In Folge produzierte er schnelle 600er und 1.000er Modelle, die auch zahlreiche
Rekorde fuhren. Ab 1949 wurde das „HRD“ dann weggelassen. Nach dem 2. Weltkrieg
absolvierte John Surtees seine technischen Lehrjahre bei Vincent. Ehe die Firma
1960 ihre Tätigkeit dann einstellte, trug sie sich noch 1955 mit einem Rekord in
Neuseeland ein: absolute Weltbestleistung eines Solomotorrads auf normaler
Straße: 296,2 km/h (gebrochen von NSU ein Jahr später, allerdings auf den
Bonneville-Salzseen in den USA).
Wanderer, 1886, Deutschland
Informationen unter:
Wikipedia - Wanderer
zum Seitenanfang
Zündapp, 1917, Deutschland
Informationen unter:
Wikipedia - Zündapp
zum Seitenanfang
Peter Krackowizer, 5081 Anif, Österreich