Bahnsport ist der Überbegriff im Motorsport für Sandbahn-, Grasbahn-,
Speedway-, Shorttrack- und Eisspeedwayrennen, die sich durch verschiedene
Bahnlängen und technischen Details der Motorräder unterscheiden.
1 Geschichte
2 Bahnsport und Salzburg
Geschichte
Zwischen 400 und 1000 Meter sind die Speedway- und Langbahnen
(Sand- und Grasbahnen) kurz. Gefahren werden pro Rennen mehrere Läufe, jeder
Lauf dauert vier Runden.
Gefahren wird mit Einzylinder-Viertakt-Motorrädern
mit 500 cm³ Hubraum, ohne Bremsen, beim Speedway auch ohne Schaltgetriebe, auf
der Langbahn nur mit einem Zweigang-Getriebe. Die Spezialmotorräder für
Bahnrennen haben eine besonders umweltfreundliche Technik: Als Kraftstoff ist
ausschließlich Methanol zugelassen, das fast rückstandsfrei verbrennt,
geschmiert werden die Motoren mit rein pflanzlichen Ölen.
Diese Motorräder erreichen auf der Sandbahn
Höchstgeschwindigkeiten von 180 km/h. Da die Motorräder wie erwähnt über keine
Bremsen verfügen, wird das Sportgerät mittels Gashahn, Lenker und
Gewichtsverlagerung durch die Kurven gesteuert. Dabei ist der rechte Fuß auf
einem Steigbügel fixiert und mit dem linken, der durch einen Stahlschuh
geschützt wird, wird das Motorrad über den Bahnbelag balanciert.
Während im Speedway Skandinavier und Engländer (Sand), sowie
Russen und Schweden (auf Eis) schier unschlagbar sind, führen auf den Sand- und
Grasbahnen derzeit die Deutschen. Auch bei den Seitenwagen sind deutsche
Gespanne international führend.
Die ersten Sandbahnrennen in Österreich fanden 1911 in Baden
bei Wien statt. Die große Zeit der Sandbahnrennen war dann in den 1920er und
1930er Jahren. Damals fuhr man allerdings mit normalen Motorrädern, denn die
Entwicklung zu Spezialmaschinen begann erst kurz vor dem Zweiten Weltkrieg.
Bekannte und auch international erfolgreiche Fahrer seinerzeit waren
Leopold Dirtl (tödlich verunglückt im Bahnsport), Lucky Schmidt, Karl Kodric,
Michael Gayer (fuhr auch bei
den
Großglockner-Rennen mit),
Rupert Karner (tödlich
verunglückt im Bahnsport),
Peppi Walla,
Karl und
Poldi Killmeyer,
Martin Schneeweiß fuhr
auch bei den Großglockner-Rennen mit, wurde 1937 in Prag erster
Europa-Sandbahnmeister, tödlich verunglückt im Bahnsport), Leopold Dirtl
(tödlich verunglückt im Bahnsport),
Peppi Kamper - Salzburger waren
keine darunter.
zum Seitenanfang
In Saalfelden - Lenzing finden alljährlich Läufe zur Eisspeedway-Weltmeisterschaft
statt. Auch in St. Johann im Pongau finden immer wieder
Eisspeedwayveranstaltungen statt.
Blicken wir auf Bahnsportereignisse in früheren Jahren in Stadt
und Land Salzburg zurück:
Bahnrennen auf der Aigner Trabrennbahn in Salzburg gab es bereits
1925; dann nach dem Zweiten Weltkrieg:
1947, 4. Mai: das erste
Sandbahnrennen auf der Trabrennbahn in Salzburg - Aigen (jetzt Parsch) 1950: Int. Nachtspeedway
(Sandbahn) im Stadion Salzburg - Itzling mit Weltklassefahrern 1952: erstes
Int. Motorrad- und Auto Eisrennen Zell am See auf dem Zeller See für
Automobile und Motorräder, das ab 1956 als Gedächtnisrennen in Memoriam Prof.
Ferdinand Porsche bis 1961 veranstaltet
wurde.
Später fanden noch ein paar Mal auf der Trabrennbahn in
Liefering - Herrenau Sandbahnrennen statt.
Bahnsportveranstaltungen in der Umgebung von Salzburg
Hochburg des Bahnsports ist die Stadt Mühldorf am Inn, die
Jahrhunderte lang zum Erzbistum Salzburg gehörte. Dort wird vor allem Sandbahn
gefahren.
Zentrum im Winter ist Inzell in Bayern, wo auch
Weltmeisterschaftsläufe stattfinden.
zum Seitenanfang
Peter Krackowizer, 5081 Anif, Österreich