Einer der großen Salzburger Motorradrennfahrer der Vor- und Nachkriegszeit
* 27. Dezember 1910 in Salzburg, † 16. Jänner 1994 in Salzburg
Der "Toni", wie ihn seinen Salzburger Freunde nannten,
war nicht nur einer der ersten Fahrschulinhaber Salzburgs - zunächst in der
Bergstraße 11 neben dem Geschäft seines Rennmechanikers "Franta" Gaisberger -
sondern auch eine legendäre Figur in Rennfahrerkreisen.
Schon als Jugendlicher
hatte er nur ein Ziel vor Augen: Motorradrennfahrer zu werden. Trotz
Arbeitslosigkeit zu Beginn der 1930er Jahre gab er sich nicht geschlagen; ging zum
Bundesheer nach Innsbruck, legte jeden mühsam verdienten Schilling zur Seite, um
sich ab 1933, zunächst auf einer Moto-Guzzi, wenig später auf einer ex-Werk
Ladepumpen-Puch, ins aktive Renngeschehen zu stürzen.
So war er z.B. im ersten Großglockner-Rennen 1935
Zweiter seiner Klasse hinter dem Italiener Bianchi. Er fuhr Sandbahnrennen
zwischen Wien, Graz, St.Veit an der Glan, Wels und Daglfing/ München. Nach der
Fahrschulgründung 1938 stieg er auf eine der damals begehrten Renn-DKW um, mit
der er im
Großglocknerennen
1938 bester Privatfahrer seiner Klasse wurde und auch den "Preis von Nürnberg"
gewann.
Dazwischen gab es aber auch schwere Stürze - 1934
in Lustenau/Vorarlberg und ein Jahr später auf der Rückfahrt von England mit
einem Gespann. In der Int. Alpenfahrt 1939 trat er erstmals am Steuer eines BMW
328 an und errang damit das "Edelweiß", die höchste Trophäe für den
Wertungsbesten der Sportwagenklasse. Daraufhin wurde er von Mercedes-Benz
Rennleiter Alfred Neubauer eingeladen, in einen "Silberpfeil" zu steigen. Doch
der Krieg unterbrach dann seine Laufbahn zum Grand-Prix-Piloten.
1946 aus der Gefangenschaft zurückgekehrt galt
all sein Streben nicht nur seiner Fahrschule, sondern auch den
Motorrad-Rennsport, den er mit einem 2. Platz bei Bürserbergrennen in Vorarlberg
auf einer New-Imperial wieder begann.1947 erschien er im ersten Autobahnrennen
des SAMTC in Liefering mit einem ex-Werk NSU
600 Gespann, das jedoch - in Führung liegend - mit Motorschaden ausfiel.
Von dort weg war "Toni" Magnus ein von allen
seinen Sportfreunden geachteter und ebenso beliebter Rennfahrerkollege; immer
lustig und zu Scherzen aufgelegt. Die gemeinsamen Erlebnisse der auch vom
Publikum begeistert aufgenommenen Nachkriegs-Rennen in Rankweil, den Bergrennen
in Liechtenstein und auf die Hungerburg bei Innsbruck, dem Ries-Rennen in Graz
und dem Pötschenpassrennen, bei denen stets der Salzburger Polizist Walter
Schlager im "Boot" saß, sind mir heute noch lebhaft in Erinnerung.
Den Fahrschulinhaber Toni Magnus, ein
SAMTC-Mitglied der ersten Stunde, werden aber auch alle wohl geschulten
Führerscheinbesitzer nicht vergessen, welchen er stets ans Herz gelegt hatte:
"Schnell nur in Rennen, auf der Straße ist jedoch Vorsicht das oberste Gebot!"
Text von Prof. Dr. Helmut Krackowizer
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Peter Krackowizer, 5081 Anif, Österreich