Wiener Liste zur Reisepreisminderung von Dr. Eike Lindinger
Auflistung österr. Reiserechts-Urteile in verständlicher Art geschrieben
Zu mehr als 500 Stichworten hat der auf Reiserecht spezialisierte Wiener Rechtsanwalt österreichische
Gerichtsurteile recherchiert. In Tabellenform erstellte er das Stichwort, gefolgt von kurzer Sachverhaltsdarstellung -
durchaus mehrere pro Stichwort – dann der Entscheidungsinhalt, die Gerichtszahl und manchmal Anmerkungen.
In einer siebenseitigen Einleitung erläutert Dr. Lindinger die Bedeutung dieser „Wiener Liste“ als
Argumentationshilfe und stellt die Unterschiede zu anderen, bekannten Mängellisten dar (die „Frankfurter Tabelle“,
die „Kemptener Reisemängeltabelle“ von Prof. Führich, der „Mainzer Minderungsspiegel“).
Was gleich bei Durchsicht auffällt und auch von Dr. Lindinger in seiner Einleitung angesprochen wird,
sind die vielen Entscheidungen, in denen Konsumenten keine Entschädigung für einen vermeintlichen Mangel zugesprochen wurde.
So wird in den Entscheidungsinhalten oft darauf verwiesen, dass es sich um landestypische Sachverhalte handelt, die hier der
Konsument geklagt hatte. Die „Wiener Liste“ ist auch insofern unterhaltsam, weil manche Klagegründe zum Schmunzeln sind
(täglicher Kampf um Liegestühle; keine Liegewiese im Hotel - sie war gar nicht zugesagt; erst nach zwei Tagen konnte
in Erfahrung gebracht werden, wie das Licht funktioniert; Tiere, die im Dia-Vortrag am Schiff gezeigt wurden, waren beim
Ausflug selbst dann nicht zu sichten; Öffnungszeiten des Restaurants wurden vom Personal genau eingehalten, was einen
Kunden störte, u.a.).
Andererseits zeigen differenzierte Entscheidungen bei ähnlichen Mängeln, dass ein Konsument nicht pauschal
von einem bereits ergangenen Urteil auf seinen eigenen Fall schließen darf. Beispiel Lärm: 15 Fälle, in denen von null bis 25
Prozent Entschädigungszahlungen zugesprochen wurden.
Die alphabetisch gereihten Stichworte helfen sicherlich nicht nur dem versierten Rechtsanwalt, sondern
auch Mitarbeiter im Tourismus, wenn es darum geht, eine Sachlage zunächst einmal einzuschätzen. Und im Grunde wäre das Buch
auch eine Hilfestellung für Konsumenten. Denn in jenen Fällen, in denen die Klage abgewiesen wurde, blieben ja die Kläger auf
ihren Kosten sitzen. Und so könnten sich schlecht behandelte Urlauber zunächst einmal ihr eigenes Bild von einer Sachlage
machen. Die Entscheidungsinhalte und Anmerkungen sind meist gut verständlich, auch für Laien, geschrieben.
Wichtig erscheint mir jedenfalls der Hinweis, den Dr. Lindinger auch selbst gibt: Mängellisten stellen
nach einer OGH-Entscheidung lediglich eine Orientierungshilfe für Gerichte dar, die darin enthaltenen Ansätze sind jedoch
keinesfalls zwingend heranzuziehen.
Erschienen in der Manz'schen Verlags- und Universitätsbuchhandlung Wien, 2. Auflage, 2010,
ISBN 978-3-214-03669-0
Durch den Dschungel der Gesetze, der Reiseführer zur österreichischen Verfassung
Mag. Phil. Christian Neuwirth, der Autor dieses Buches, Journalist und Sprecher des Österreichischen Verfassungsgerichtshofes,
hat mich mit seiner Schreibweise nicht überzeugt. Er versucht in Form eines "Reiseberichts durch Österreich" die verschiedenen
Themen der österreichischen Verfassung dem Leser in unterhaltsamer Form näherzubringen. So erklärt er, warum im Salzkammergut
immer noch der Vogelfang erlaubt ist, was "Gleichheit vor dem Gesetz" mit Baugenehmigungen zu tun hat, geht der Frage nach, ob
ein Hotelerweiterungsbau in einer roten Zone (Lawinengefährdetem Abschnitt) von einer Gemeinde so einfach genehmigt werden darf oder
welche Probleme der 15minütige Betrieb eines Ofens in einem Theater auf der Bühne während einer Vorstellung mit sich bringen kann.
Allerdings, so war mein Eindruck beim Lesen, sind viele Themen etwas zu langatmig aufgebaut und haben,
zumindest mich, eher ermüdet und ich brauchte manchmal erst einige Seiten, bevor ich der Grundaussage des Kapitels auf die Spur kam.
Internetlinks bezeichnet er als "Flugticket", wie überhaupt der Aufbau als "Reise" durch Gesetze mich beim Lesen etwas
irritierte. Da passt mir auch nicht ganz der mehrseitige Seitenhieb auf Reisebüros zum eigentlichen Buchthema.
Mag. Neuwirth meint, dass man längst nicht mehr auf das Reisebüro angewiesen sei, spricht von Technologien die
der Branche (Anm. Reisebüro) zugesetzt haben, auch wenn sie (die Branche) es nicht zugibt - das hat mit dem eigentlichen
Thema nun wirklich nichts zu tun.
Gut verständlich ist das Glossar von B wie Baugesetz bis Z wie Zwei-Drittel-Mehrheit, ergänzt durch die Artikel der Verfassung,
des Staatsgrundgesetzes und anderer Verfassungsteile. Ein Stichworteverzeichnis wäre noch hilfreich gewesen, da die Titel im
Inhaltsverzeichnis in Reisebegriffen (z.B. Tourismusfallen, Ansichtskarten oder Originalschauplätze) gehalten
sind.
Mein persönlicher Eindruck: kein Reiseführer durch, eher ein Führer in einen Lese-Dschungel, aber sicher mit zum
inhaltlichen Thema rechtlich korrekten Aussagen.
Erschienen im Molden Verlag in der Verlagsgruppe Styria Wien Graz Klagenfurt, 2009, ISBN 978-3-85485-241-1, ¤ 19,95
Rechtsirrtümer im Alltag - Knifflige Fälle, heimtückische Fallen
"Finde ich einen Schatz im Wald, gehört er mir." "Drei Mal im Restaurant den
Kellner zum Bezahlen rufen, sonst kann ich gehen." "Eltern haften für ihre Kinder." "Ich muss den
Gehsteig nur einmal am Morgen von Schnee und Eis befreien." "Im Lokal muss ich Wasser gratis
bekommen." "Ich besitze ein Recht auf Umtausch meines Kleides, wenn es mir doch nicht gefällt".
"Bergfahrt vor Talfahrt" und und und - ja oder nein?
Gabriele Hasmann schildert, unterstützt von Juristen, auf über 200 Seiten
fast ebenso viele Fälle aus dem täglichen Leben in 16 Kapiteln. Und Sie werden
beim Lesen staunen! Denn beispielsweise haften Eltern für ihre Kinder nicht!
Ich habe das Buch zu lesen begonnen
und konnte es erst weglegen, als ich den letzten "Fall" genossen hatten. Ja, genossen, denn es ist
ein Buch, geschrieben für Sie und mich, für den Konsumenten. Eine Übersicht über hilfreiche Links
im Internet, Erklärungen der wichtigsten Gesetze und Begriffe lassen das Buch zu einer leicht
lesbaren Lektüre mit ernstem Inhalt werden - wenn es für Sie darauf ankommt!
Wichtiger Hinweis: alle beschriebenen Gesetzesfälle beziehen sich auf
österreichisches Recht!
Erschienen im Molden Verlag in der Verlagsgruppe Styria, 2008, ISBN 978-3-85485-224-7
Reisevertragsrecht
von Alfons Zechner, erschienen im ORAC Verlag Wien 1989,
ISBN 3-7007-0023-7
Obwohl "alt", immer noch ein wichtiges Standardwerk, das auf
fast 800 Seiten Auskunft über Begriffe, Grundlagen und Abkommen informiert;
zahlreiche Urteils- und Literaturverweise ergänzen dieses umfangreiche Werk
Reiserecht - Handbuch des Reisevertrags-, Reiseversicherungs- und
Individualreiserecht für Deutschland
von Prof. Dr. Ernst Führich
erschienen im C.F. Müller Verlag, Heidelberg
5. neu bearbeitete Auflage 2005
ISBN 3-8114-3113-7
Das über 1.000 Seiten starke Standardwerk über Reiserecht
bearbeitet so ziemlich alle Felder dieses Sektors. Detaillierte und
umfangreiche Verweise auf Quellen und Urteile, Interpretationen und
Erkenntnisse, Musterformulare, Checklisten, gesetzliche Vorschriften und
Verordnungen im Volltext, Gastaufnahmeverträge, Beförderungsverträge und
vieles mehr - ein sehr interessantes Werk!
2010 ist die 6. Auflage erschienen, die ich persönlich jedoch nicht kenne.
Reiserechtsprozess
von Dr. Eike Lindinger, RA
und Mag. Andrea Scheibenpflug, Rechtsanwaltsanwärterin
erschienen 2006 in der Manz'sche Verlags- und
Universitätsbuchhandlung Wien,
ISBN-10: 3-214-03668-8
ISBN-13:
978-3-214-03668-3
spiralisiert, 272 Seiten
mit interessanten Anregungen zur Prozessführung, mit vielen
Praxistipps, die spiralisierte Ausführung erscheint aber sehr filigran und
nicht lang haltbar (Revidierung meines Urteils April 2011: ... und hält immer noch!)
Pauschalreiserecht
von Dr. Christoph Kietaibl, Universitätsassistent am Institut
für Arbeits- und Sozialrecht in Wien
erschienen im Facultas Verlags- und Buchhandel AG, Wien, 2007, ISBN
978-3-7089-0008-7
ist eine durchaus interessante Darstellung des österreichischen
Pauschalreiserechts, mitunter nachdenkenswerte Ansätze, die andere noch
nicht brachten, allerdings auf weite Strecken eher oberflächlich und durch
Verwendung zahlreicher nicht erklärter Ausdrucke manchmal schwer
verständlich
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"Österreichisches Reiserecht von A - Z"
von Mag. Christian Dorner, dem Reiserechtsexperten der
Wirtschaftskammer Österreich;
erschienen 2000 in der Manz'sche Verlags- und
Universitätsbuchhandlung Wien,
ISBN 3-214-00038-1
In alphabetischer Reihenfolge werden Begriffe, Richtlinien,
Fachausdrücke, Fragen und zahlreiche Urteile erklärt und erläutert - ein
Buch, das auch dem Laien weiterhilft
Reiserecht: Verhältnis Reiseveranstalter - Kunde
von Dr. Ingrid Bläumauer, erschienen 2000 im ORAC Verlag Wien ; ISBN
3-7007-1801-2
erläutert sehr detailliert die durch den
EU-Beitritt notwendig gewordenen Informationspflichten sowie die Änderungen
im Konsumentenschutz, aber auch Grundzüge des Reiserechts, der
Leistungsstörungen (Mängel...) und anderes mehr, allerdings mit einigen
Fehler behaftet, wie der erfahrene Leser bald feststellen wird
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Reise ins Ungewisse - Reiserecht in einem geänderten Umfeld
von Mag. Dr. Gerhard Saria, erschienen im NWV Neuer
Wissenschaftlicher Verlag Wien, 2005, ISBN: 3-7083-0229-X
Ein Tagungsband des Reiserechtssymposium der Fachhochschule
Wiener Neustadt Sommer 2004, u. a. mit folgenden Kapiteln:
Rechtsgrundlage der Internetbuchung
Entwicklung und Inhalte der Verordnung über Entschädigungszahlungen im
Luftverkehr bei Verspätung, Annullierung oder Überbuchung
Zwischen Terror und SARS
Ersatz für entgangene Urlaubsfreunden in Österreich
sowie aktuelle Urteile des HG Wien
Reiserecht
Kommentar der §§ 31 b ff KSchG von Mag. Dr. Andrea Michitsch,
erschienen im NWV Neuer Wissenschaftlicher Verlag Wien, 2004, ISBN:
3-7083-0225-7
Dieses Buch beschäftigt sich mit Auslegung des für Reisen wichtigen
Konsumentenschutzgesetz §§ im Hinblick auf den Abschluss und die
Durchführung von Reiseveranstaltungen im Sinne der Pauschalreise-Richtlinien
90/313/EG, beleuchtet rechtliche Probleme von Leistungsstörungen,
Schadenersatz und entgangenen Urlaubsfreuden - ein sehr fachlich
geschriebenes Buch - nichts für blutige Laien...