Fragen... Fragen...:
Check In Meldezeiten
Was sind Umsteigezeiten (Minimum Connecting Times)?
Abfertigung einer Maschine
Kurzinformationen
Was bei Touristen wahrscheinlich gar nicht bekannt ist: Wenn eine
Fluggesellschaft eine Check-In-Zeit vorschreibt und ein Passagier erscheint
nicht rechtzeitig, dann kann ihm die Beförderung verweigert werden. Auch
wenn das Flugzeug noch am "Finger" oder am Vorfeld steht!
Heißt: sind lt. Ticket 120 min / 90 min / 60 min - wie auch immer -
vorgeschrieben - alle Passagiere sind abgefertigt - ein Nachzügler kommt,
weil er's bequem haben wollte 119 min / 89 min / 59 min vor Abflug - KANN
die Fluggesellschaft den Transport verweigern, weil der
Passagier gegen die Transportbestimmungen verstoßen hat.
Kommt in der Praxis auch tatsächlich immer wieder vor (siehe weiter
unten).
Jeder Flughafen hat für jede Fluglinie und Anschlussflüge eine
festgelegte Mindestumsteigezeit. Das heißt, man benötigt Minimum X Minuten,
um den Weiterflug erreichen zu können. Berücksichtigt werden dabei die
Zeiten nicht nur für den Passagier selbst, dass er vom Landegate zum
Abflugsgate gelangen kann. Es muss auch die Umladung des Gepäcks berechnet
werden.
Was für den Laien schwer zu verstehen ist: selbst wenn die
Maschine noch sichtbar am Vorfeld parkt, kann der Beladungsvorgang
abgeschlossen sein und es ist nicht mehr möglich, auf die Maschine zu
gelangen.
Das hängt beispielsweise damit zusammen, dass die
Passagiere mit einem Bus zur Maschine gebracht werden. Müsste man noch
einzelne Passagiere extra fahren, kostet das der Fluggesellschaft extra
Geld. Und in Zeiten, in denen Tickets so viel kosten, wie ein Mittagessen,
haben dann viele Linien Null-Toleranz, wenn Check-In- oder Umsteigezeiten
unterschritten werden.
Die Presseabteilung des Salzburger Flughafens
war so freundlich und hat mir auf einige Fragen aktuell geantwortet (2003):
1. Werden die Standzeiten von Maschinen auf Flugplätzen nach der genauen
Dauer des Bodenaufenthalts berechnet oder ist es eine fixe Gebühr, egal wie
lange die Maschine am Salzburger Flughafen steht?
Bis vier Stunden fällt zusätzlich zur Landegebühr keine weitere
Gebühr an. Ab vier Stunden sind 10 Prozent von der Landegebühr zusätzlich zu
bezahlen.
2. Haben Sie Fluggesellschaften, die NICHT bei Ihnen auch auftanken, sondern
sowohl Catering (=Verpflegung an Bord) als auch Betankung für Roundtrip (= Hin-
und Rückflug) mitführen?
Ja, und zwar sehr häufig. Zum Beispiel Tunis Air und fast
alle englischen Charterfluggesellschaften. Dies hängt damit zusammen, dass der
Sprit in deren Herkunftsland so günstig ist, dass selbst das höhere
Transportgewicht und der damit zusammen hängende Spritverbrauch noch immer den
Vorteil des Einkaufs nicht aufbrauchen.
Einzige Ausnahme: ist für Salzburg Airport Schlechtwetter voraus
gesagt, kommen die Engländer mit weniger Sprit. Hintergrund: je leichter der Jet
im Anflug ist desto tiefer ist die Sicherheitshöhe, in der er die Landung
entscheiden darf bzw. durchstarten muss. Viel Sprit - größere Höhe - schlechtere
Bedingungen - Landeabbruch und Anflug Ausweichflughafen Linz (100 km) oder
München (200 km).
In Spitzentagen im Winter haben wir in Salzburg um die 15.000
Passagiere aus England und Skandinavien.
Auch die Mitnahme des Caterings für Hin- und Rückflug stellt für
moderne Flugzeuge bei Mittelstrecken keine Platzprobleme dar.
3. Wann etwa beginnt die Berechnung von Betankung, Beladung usw. etwa?
Theoretisch werden das Loadsheet und das Trimsheet zwei oder drei
Stunden vor Abflug bereits aufgrund der vorhergesagten Passagierzahl und dem
angenommenen Durchschnittsgewicht des Gepäcks errechnet.
Allerdings muss in jedem Fall ein so genanntes LMC-Sheet NACH
Abschluss des Check-Ins erstellt werden (LMC - Last Minute Check). Das heißt, je
später der Check In fertig wird, desto länger verzögert sich die Abfertigung
einer Maschine.
4. Gab es am Salzburger Flughafen Zurückweisung von Passagieren, weil sie die
Meldeschlusszeiten nicht eingehalten haben?
Ja, und zwar sehr häufig, besonders oft zur Festspielzeit.
Passagiere, die die Meldeschlusszeit nicht einhalten, werden zurück gewiesen.
Denn bei starkem Flugbetrieb käme es sonst zu Verzögerungen, die unter Umständen
dann für den Flughafen Salzburg und seinen Flugbetrieb Probleme bereiten
könnten.
Besonders Low-Cost-Carrier (Billigflieger) beharren auf dieser Regelung,
da ja dann der Passagier in der Regel ein neues Ticket für den nächsten Flug
kaufen muss...
Jänner 2011: Rekordflug eines Airbus der Lufthansa
Die zeitlich längste und zugleich weiteste Nonstop-Strecke der Lufthansa-Geschichte legte am 19. Jänner
2011 ein A340-600 der Deutschen Lufthansa mit einem Flug von München auf die Pazifikinsel Hawaii.
Dabei legte der Airbus 13.000 Kilometer in 14 Stunden und 48 Minuten zurück.
Der Lufthansa-A340-600 ‘Lübeck’ flog diese Strecke bei einer mittleren Geschwindigkeit von etwa 951 km/h über
Grund. Der alte Lufthansa-Rekord war auf der Strecke München – Santiago de Chile in Südamerika aufgestellt
worden. Für die etwa 12.500 Kilometer benötigte der 75 Meter lange A340-600 der Lufthansa 2009 Jahr 14
Stunden und 43 Minuten.
An Bord der 'Lübeck' befanden sich 150 Kreuzfahrtpassagiere, die in Hawaii an Bord des Luxus-Kreuzfahrtschiffs
‘MS Deutschland’ gingen. Die Besatzung während des Rekordfluges bestand aus vier Piloten und zwölf
Crewmitgliedern. Geflogen wurde über die Nordsee an den Shetland-Inseln vorbei in Richtung Polarkreis
und von da aus in südwestlicher Richtung über Kanada bis nach Vancouver. Von da aus ging die Reise etwa
viereinhalb Stunden über den Pazifik bis nach Hawaii.
Jänner 2010: 40 Jahre Jumbo-Jet Boeing 747
Am 22. Jänner 1970 startete der erste Jumbo-Jet
zu seinem ersten planmäßigen Linienflug. Es war der Flug der amerikanischen
Fluggesellschaft PanAm von New York, USA, nach London, Großbritannien.
Die Maschine war mit 490 Sitzplätzen ausgestattet. Der Name Jumbo
- an die Mächtigkeit und Kraft eines Elefanten angelehnt - wurde zum
Spitznamen dieses Flugzeuges, das bis dahin nicht gekannte Ausmaße hatte.
Als Welt größtes Flugzeug flog die 747 bis zum Jungfernflug des A380 im
Jahr 2005.
Siehe auch
Jumbo Hostel (Kurioses)
2006: Millionen Gepäckstücke gehen verloren
Einer Meldung der Nachrichtenagentur tdt ist zu entnehmen, dass
jährlich etwa 230 000 Koffer bei Flügen für immer verschwinden. Insgesamt sollen
vergangenes Jahr rund 5,6 Mio. Fluggäste in Europa nach einem Flug vergeblich
auf ihr Gepäck gewartet haben. Aber immerhin neun von zehn der vermissten Koffer
fanden sich spätestens nach drei Tagen wieder, der Rest blieb verschwunden.
Die Statistik für 2006 wird angeführt von der von der portugiesischen TAP mit
3,5 % (nicht korrekt angekommenen Gepäckstücken von allen transportierten) und
British Airways mit 3.0 %, Alitalia mit 2,8 %, und KLM mit 2,4 %. Bei der
Lufthansa kommen auf 100 Fluggäste 1,7 vermisste Gepäckstücke. in Zahlen ergibt
sich folgendes Bild: Im Jahre 2006 standen auf Europas Flughäfen 5,6 Millionen
Passagiere ohne Koffer da. Bei British Airways gehen jeden Tag 3000 Koffer der
rund jährlich 35 Millionen beförderten Passagiere verloren.
Doch Vorsicht ist geboten bei allzu schneller Verurteilung. Denn in fast allen
Fällen werden die Gepäckstücke am Boden falsch markiert oder verladen. Und für
die Abfertigung auf den Flughäfen sind in der Regel die
Flughafen-Betreibergesellschaften verantwortlich und nicht die Fluggesellschaften
selbst.
Die größten Flugzeuge des 20. Jahrhunderts:
1917: Zeppelin Staaken R. VI
Länge: 22,1 m; Spannweite: 42,2 m; Höhe: 6,3 m (es war kein Luftschiff,
sondern ein "normales" Doppeldecker-Flugzeug!), Leergewicht: 7.921 kg, maximales
Startgewicht: 11.848 kg; davon wurden nur 18 Stück produziert und boten Platz
für sieben Mann Besatzung; es erreichte eine Geschwindigkeit von 135 km/h;
1929: Dornier Do X
Länge: 40,1 m; Spannweite: 48 m; Höhe: 10,1 m; Leergewicht: 28,25 t, maximales
Startgewicht: 52 t; es bot Platz für 159 Passagiere plus 10 Besatzungsmitglieder
- für die damalige Zeit ein unglaublicher Rekord; es wurden davon drei
Stück produziert;
1941: Messerschmidt Me 321/323
Länge: 28,5 m; Spannweite: 55,2 m; Höhe: 9,6 m; Leergewicht: ab 18 t, maximales
Startgewicht: über 40 t; der zunächst als Lastensegler eingesetzte "Gigant"
fasste weit über 100 Passagiere; die Nachfolgeversion, Me 323 mit sechs
Motoren war bis zu 280 km/h schnell; 401 Stück wurden davon bis 1944 produziert;
1947: Hughes H-4, Hercules
Länge: 66,7 m; Spannweite: 97,5 m; Höhe: 25,1 m; Leergewicht: ca. 122 t,
maximales Startgewicht: ca. 181 t; das achtmotorige auf Holzkonstruktion
basierende Flugzeug vom US-Milliardär Howard Hughes sollte 750 Passagiere Platz
bieten plus Besatzung und 320 km/h schnell sein; am 2. November 1947 hob die
"Super Goose" (="Supergans") gerade mal für 1,5 km in 20 m Höhe ab, das war es
auch schon;
1969: Boeing 747
Länge: 70,6 m; Spannweite: bis 66,4 m; Höhe: bis 19,4 m; Leergewicht: ca. 170 t,
maximales Startgewicht: bis ca. 400 t; seit 1969 wurden 1.380 Jumbos an 93
Fluggesellschaften verkauft; die vier Triebwerke bringen es auf knapp 1.000 km/h
und je nach Version haben bis zu 550 Passagiere Platz;
1988: Antonov AN-225
Länge: 84 m; Spannweite: bis 88,4 m; Höhe: bis 18,1 m; Leergewicht: 300 t,
maximales Startgewicht: bis 600 t; sechs Triebwerke erzeugen eine maximale
Geschwindigkeit von 820 km/h; sie hält auch den Frachtrekord für die schwerste,
jemals transportierte Luftfracht: eine 274 Tonnen schwere Ölpipline-Ausrüstung;
2007: Super-Airbus A380
Höhe: 24,1 m; Tragfläche: 846 qm; Passagierzahl: 550 (bei Lufthansa) und 471 bei
Singapore Airlines, Reichweiter: 14.800 km; Tankkapazität: 310.000 Liter;
Reisegeschwindigkeit: ca. 902 km/h; maximale Geschwindigkeit: 944 km/h;
maximales Startgewicht: 560 t;
Kabinenfläche: 511,27 qm; maximale Kabinenbreite: Oberdeck: 5,92 m, Hauptdeck;
6,58 m; Listenpreis 2007: 300 Millionen US-Dollar;
wussten Sie:
... das die Farbe vom A380 für eine Lackierung in Weiß 700 Kilo wiegt
... der Reifendruck rund 15 bar beträgt (PKW: im Schnitt zwei); mit 53 cm
Lauffläche auch ganz schön breit ist, der Reifen...
... die Rotoren der Triebwerke einen Durchmesser von knapp drei Metern haben und
pro Sekunde 1,5 Tonnen Luft ansaugen können;
... im A380 rund 530 Kilometer Kabel mit 40.300 Steckverbindungen verlegt werden
... ein A38ß aus rund acht Millionen Einzelteilen besteht (zum Vergleich hatte
allerdings bereits schon ein Zeppelin-Luftschiff allein eine Million Nieten, die
ihn zusammen hielten...);
Quelle: München Airport Information 2007
Das Beste, was man von einer Reise zurück bringen kann, ist eine heile Haut
Persisches
Sprichwort