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Erinnern Sie sich noch an die Flugtickets auf Papier gedruckt?

   Das Papier-Flugticket

Seit 2009 gehören die auf Papier gedruckten Flugscheine, auch Flugtickets genannt, weitgehend der Vergangenheit an. Man reist papierlos nur mehr mit Codes und Ausweis. Doch bis zu diesem Jahr waren Flugscheine auf Papier gedruckt eine wichtige und oft auch zeitaufwendige Sache.

Klaus Hansen schreibt in seinem 1956 im Verlag Delius & Klasing, Bielefeld, erschienenen Buch "So geht es bei der Luftfahrt zu": "Es gibt bei jeder der großen Gesellschaften [...], die irgenwie international fliegen, besten Falles zwei oder drei Fachleute, die alle Tarif-Bestimmungen und Berechnungsvorschriften, die auf den ständigen Verkehrskonferenzen IATA-Mitglieder [Anm.: das ist der internationale Dachverband der Fluggesellschaften]  ausgekocht werden [...].  Diese Vorschriften und Tarife wurde in monatlich erscheinenden, dicken, mehrere tausend Seiten umfassenden "Handbüchern" veröffentlicht, den so genannten APT (Air Passengers Tariff worldwide).  An Hand dieses Fachbuches konnte man die Kosten für Flugscheine berechnen, spezialle Bestimmungen und Besonderheiten von Fluggesellschaften nachlesen. Ein zweites "Buch" gab Auskunft über aktuelle Flugpläne mit genauen Zeiten, Zwischenstopps und Zeitverschiebungen. Es war eben noch die Zeit ohne Computer.

Natürlich mussten alle Flugscheine noch von Hand geschrieben werden. Auch ich habe noch Hunderte von Flugscheinen für Charterflüge mit der Hand ausgefüllt. Frustiert war ich dann, wenn beispielsweise Austrian Airtransport, die damalige Chartertochter von Austrian Airlines, Flugnummern oder -zeiten NACH Ausstellung der Tickets noch änderte: dann musste ich z. B. für eine MD-82 rund 130 Flugtickets neu schreiben, mit der Hand natürlich.

Wie sich das Flugticket änderte

Ein Flugticket aus dem Jahr 1955

Begeben wir uns also auf eine Zeitreise zurück und schauen wir uns einmal ein Flugticket aus dem Jahr 1955 an (zum Vergrößern anklicken):
   Hier ein Flugticket von Swissair vom 20. Mai 1955 für die Strecke Frankfurt - Zürich - Mailand - Zürich - Frankfurt; der abgebildete Flugschein war für die Strecke Zürich - Mailand gültig.
   Diese Flugscheine wurden alle noch mit der Hand ausgefüllt und waren manchmal auch recht kompliziert. Schaut Euch mal ganz links die drei Spalten an: routing (a) - via carrier (b) - fare construction (c):
   a) Die Flugstrecke von - nach wurde hier manchmal nur in der drei-Buchstaben-Kombination, z. B. VIE - Wien, HAM - Hamburg, ZRH - Zürich usw. eingetragen. Man musste zahlreiche Flughafenabkürzungen auswendig kennen.
   mit b) der Fluggesellschaft - zwei-Buchstaben-Kombination, z. B. LH - Lufthansa,
   um in c) die Flugtarifkonstruktion zu errechnen: manchmal gab es nämlich nicht "fixe" Tarife, sondern man musste an Hand von Flugmeilen oder dem APT Tarife selbst errechnen; besonders gefürchtet waren dabei die "HIP"s - Higher Intermediate Points (Flugtarif-Lateinisch). Fluckticket von Anfang des 21. Jahrhunderts

Aus den vielen Daten eines Flugscheines kann man weltweit als Fachmann neben Flugstrecke und -datum noch Tarife, Anwendungsbestimmungen oder die Berechnung des Flugpreises nachvollziehen (im alten Ticket gab es dazu links eine Spalte 'far constructions'). Auch zweiten Ticket aus dem Jahr 2005 kann man in Zeile 12 die Berechnung des Flugtarifs nachvollziehen.