Reisebüro-Fachbegriffe

Trotz der schönen deutschen (österreichischen) Sprache gibt es viele Fremdworte, die im Reisebüro verwendet werden. Oft lesen Sie ein Wort, das Sie vielleicht schon einmal wo gehört haben, aber im Moment nichts sagt.

Ich habe hier einige Ausdrücke zusammengetragen und versucht, deutsche Übersetzungen zu finden oder das betreffende Wort zu erklären.

Bitte schön, was meint er denn mit... ?

All Inclusive Urlaub

Ein sehr strapaziertes Wort in unserer Zeit. Leider auch immer häufiger missbräuchlich verwendet. Im eigentlichen Sinn bedeutet ein "All-Inclusive-Urlaub", dass alle Mahlzeiten, alle Getränke und alle Freizeiteinrichtungen und -angebote des Hotels, des Clubs, des Feriendorfes im Pauschalpreis inbegriffen sind. Ohne wenn und aber: ...alkoholische Getränke bis 23 Uhr..., ...zu den Hauptmahlzeiten Wein..., ...Benützung des Tennisplatzes gegen Gebühr..." usw.
Es empfiehlt sich daher, VOR Buchung SEHR genau zu lesen, was der jeweilige Veranstalter mit "All Inclusive" versteht!

Allgemeine Reisebedingungen

Die allgemeinen Reisebedingungen (des Reiseveranstalters) sind die Grundlage eines Reisevertrages, den Sie mit einem Reisebüro abschließen. Es sind dies Bestimmungen über Ihre Rechte, aber auch über die Pflichten, die Sie zu erfüllen haben. Sie müssen die Möglichkeit haben, diese Bestimmungen zu lesen, bevor Sie etwas unterschreiben. Außerdem ist jedes Reisebüro verpflichtet, Sie ausdrücklich auf Abweichungen von den allgemeinen Reisebedingungen hinzuweisen, wenn es nicht alle anerkennt.

American Breakfast

Üppiges Frühstück mit Speck, kleinen Würstchen, Ei, Toast, verschiedenen Brotsorten, Butter, Marmelade, Früchten, Fruchtsaft usw. Unterschied zu einem herkömmlichen Frühstücksbuffet - es sind warme Speisen dabei. Das Gegenstück zum American Breakfast ist das Continental Breakfast.

Buchung auf Anfrage

Bei einer Buchung auf Anfrage in der Reisebranche wird eine Unterkunft, die in Buchungslisten oder Reservierungssystemen als 'ausgebucht' erscheint, noch einmal beim Leistungserbringer (Hotel, Bungalowanlage, Ferienwohnungsiedlung u. ä.) angefragt.
Man nennt diesen Vorgang deswegen 'Buchung' auf Anfrage, weil der Kunde zunächst einmal einen Reisevertrag schließen muss, obwohl die Unterkunft noch nicht bestätigt ist. Wird die angefragte Unterkunft fix bestätigt, kann der Kunde den geschlossenen Reisevertrag nur unter Einhaltung der mit dem Reiseveranstalter vereinbarten Auflösungsbedingungen (Stornogebühren) wieder auflösen.
Wird die angefragte Unterkunft jedoch nicht bestätigt, so gilt der geschlossene Reisevertrag als von beiden Seiten ohne Bedingungen wieder aufgelöst.
Eine 'Buchung auf Anfrage' ist also ein rechtlich verbindlich geschlossener Reisevertrag, bei dem die Unterkunft noch nicht bestätigt ist.

Buffet-Frühstück

Im letzten Jahrzehnt sind schon sehr viele Hotels zu dieser Frühstücksform übergegangen: Fruchtsäfte, warme Getränke, Käse, Wurst, diverse Brotsorten, Obst, Joghurt usw. Wobei es keine genaue Festlegung gibt, wie viel verschiedene Speisen es sein müssen. Lediglich bei einem Hinweis, es handle sich um ein "üppiges" oder "besonders reichhaltiges" Buffet-Frühstück, kann man bei dem Fehlen dieser Vielfalt einen Reisemangel reklamieren.
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Charterflug

Übersetzt bedeutet dieses Wort: (an)"gemieteter" Flug; Charterflüge werden nur an bestimmten Tagen von/zu bestimmten Flughäfen durchgeführt. Während ein Linienflug zum im Flugplan festgesetzten Zeitpunkt startet, können die Flugzeiten von Chartermaschinen ohne Angabe von Gründen auch noch einen Tag vor Abflug geändert werden.
Charterflüge werden meist von Reiseveranstaltern eingekauft und das Verkaufsrisiko liegt nicht bei der Fluggesellschaft, sondern beim Reiseveranstalter.
Für Charterflüge galten früher auch besondere gesetzliche Bestimmungen. So durfte ein Charterflug nur zusammen mit touristischen Leistungen verkauft werden, also mit Hotelaufenthalten oder Appartement-Reservierungen, Transfers oder ähnlichem. Wichtig war es, dass diese Leistungen in Österreich (Deutschland usw.) gebucht und bezahlt wurden. Jedoch verloren diese Bestimmungen aufgrund der EU immer mehr an Bedeutung. Heute werden schon oft Charterflüge, rechtlich betrachtet, als Linienflüge durchgeführt werden.

Check in

Diesen Ausdruck verwendet man im Flugverkehr und im Hotel.
→   Am Flughafen werden die Tätigkeiten, die am Abfertigungsschalter durchgeführt werden, so bezeichnet: Sie zeigen Ihr Flugticket vor (oder geben Ihre ETIX-Ticketnummer an), können zwischen Raucher- und Nichtrauchersitzplatz wählen (sofern das überhaupt noch angeboten wird!) und geben Ihr Reisegepäck auf.
→   Im Hotel wird die Ankunft eines Gastes als ‚check in‘ bezeichnet: Sie tragen sich ins Gästebuch ein, geben Ihren Voucher ab und erhalten den Zimmerschlüssel. In Hotels ist es international üblich, dass man nicht vor 14 Uhr einchecken kann.

Check out

Dieser Ausdruck wird nur im Hotel verwendet. Er bedeutet das Verlassen des Hotelzimmers am Abreisetag und die Bezahlung der Rechnung oder der Extras (Getränke, usw.). International ist es üblich, das Zimmer am Abreisetag spätestens um 12 Uhr zu verlassen (check out).

Continental Breakfast

Dies ist die Bezeichnung für das in Mitteleuropa übliche Frühstück bestehend aus einem warmen Getränk, Brot, Butter und Marmelade. Im Gegensatz dazu das American Breakfast oder das English Breakfast.

Counter

So bezeichnet man die Verkaufs-, Beratungs- und Abfertigungsschalter in Reisebüros oder auf Flughäfen.
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English Breakfast

Wie american breakfast - ist genauso üppig, jedoch ist diese Bezeichnung für ein so erweitertes Frühstück nur in Großbritannien üblich.

Erweitertes Frühstück

Eine etwas irreführende Bezeichnung. Dabei handelt es sich um ein Frühstück, das nicht kontintentales Frühstück und nicht Buffet-Frühstück ist. Was sich wirklich dahinter verbringt, ist oft das Geheimnis des jeweiligen Hotels. Zu finden in Italien, Griechenland und anderen Ländern.

Exkursion

Ist ein gebräuchliches Wort für "Ausflug";
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Fakultativ

bedeutet: freigestellt, wahlfrei; dieses Wort finden Sie häufig im Zusammenhang mit Ausflugsvorschlägen. Es handelt sich dabei um Leistungen, die im Pauschalpreis nicht inbegriffen sind und auch nicht unbedingt gebucht werden müssen. Sie können, müssen aber nicht, diese Leistung mit bestellen - als freigestellt, wahlweise. Das Gegenteil ist "obligatorisch".

Flyer

Ein ein-, zwei- oder vierseitiger "Sonderprospekt", Folder, der für kurzfristige Angebote oder besondere Angebote extra - neben Katalogen - gedruckt wird.

Folder

(Reisebüro)Fachausdruck für Prospekte, die vier- bis achtseitig sind; also kleine Broschüren;

Frühstücksbuffet

siehe Buffet-Frühstück
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Incentive-Reisen

das sind "Belohnungs-Reisen": für besonders gute Verkäufer, für erfolgreiche Mitarbeiter oder für gute Stammkunden - denken Sie an Großhändler, die sich bei ihren zahlreichen Wiederverkäufern mit so einer Reise bedanken möchten.
Incentive-Reisen werden von den einladenden Firmen bezahlt. Der Reiseteilnehmer muss nichts oder nur einen Teil bezahlen oder hat sich diese Reise durch Verkäufe "verdient". Meistens werden für diese Incentive-Reisen ausgefallene Programme gewählt, um eben etwas Besonderes zu bieten. Etwas, was sich die Teilnehmer niemals leisten würden oder könnten (weil z. B. der Programmpunkt nur für Gruppen angeboten wird oder nur aufgrund der Bekanntheit der einladenden Firma überhaupt ermöglicht wird).

Individualreisen

Das Merkmal einer Individualreise ist, dass der Kunde nicht aus einem Katalog eine Pauschalreise fix und fertig bucht, sondern alle Bestandteile seiner Reise einzeln organisiert. Diese "Bausteine" können durchaus aus einem Reisekatalog sein, beispielsweise ein Hotelzimmer. Oder einen Linienflug und eine Ferienwohnung.

Inkludiert

bedeutet inbegriffen bzw. eingeschlossen, nicht extra zu bezahlen;

Insolvenzversicherung

Alle Reiseveranstalter, die Zahlungen von Kunden entgegen nehmen, müssen für den Fall von Konkurs versichert sein. Darüber hinaus besteht für die (östereichischen) Reiseveranstalter die Pflicht, sich beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Angelegenheiten ein so genanntes „ Veranstalterverzeichnis“ einzutragen. Dabei prüft eine Kommission, ob alle Voraussetzungen (Versicherung, Versicherungshöhe, Bankgarantie usw.) auch tatsächlich stimmen.
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Katalog-Aussagen

Es stimmt schon, die Beschreibungen in Katalogen geben dem Fachmann manchmal wichtige Hinweise, wie das Hotel tatsächlich zu beurteilen ist. Aber natürlich darf ein Reiseveranstalter nicht alles verschlüsselt schreiben! Ich möchte hier nur ein paar Beispiele aus der Praxis bringen, denn eine vollständige Abhandlung dieses Themas wäre zu lange:
"...ideal gelegen für Ruhesuchende..."
heißt - liegt total abseits, außerhalb des Ortes, an einer toten Stelle der Urlaubsregion;
"...im aufstrebenden Urlaubsort..."
heißt - dieser Urlaubsort liegt noch mehr oder weniger als Großbaustelle da oder hat noch so gut wie keine Freizeiteinrichtungen, also warten Sie noch ein oder zwei Jahre, dann ist dort alles vorhanden;
"...nur kurzer Transfer vom Flughafen zum Hotel..."
heißt - das Hotel liegt nahe vom Flughafen und es ist sehr wahrscheinlich mit Fluglärm zu rechnen;
"...beheizbarer Swimming-Pool..."
heißt - technisch kann man den Pool heizen, ob es aber auch der Besitzer tatsächlich macht, wird damit nicht bestätigt - es liegt im Ermessen der Hotelleitung, ob das Wasser wärmer, kalt oder frisch eingelassen bleibt.
"... direkt am Meer..."
heißt - Sie werden zwar das Meer SEHEN können, aber der nächste STRAND zum Baden kann durchaus etwas weiter weg liegen;
"...familienfreundlich..." , "...geeignet für Familien..."
heißt - es ist mit Kindern aller Altersstufen zu rechnen, wer also Kinderlärmempfindlich ist, sollte sich besser  ein anderes Hotel aussuchen;
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Last-Minute-Urlaub, ..-Buchung

Wie schon die Übersetzung richtig sagt: Buchung in letzter Minute!
Also, wer ein "Last Minute Angebot" zwei Monate vor Reisebeginn buchen will - und es auch bekommt - der wird wahrscheinlich betrogen! Wieder aus der Praxis: da gibt es Reiseveranstalter, die mit "Last Minute" Angeboten groß werben, die TEURER sind als im Katalog (!!!) oder eben mit dem Katalogpreis. Hintergrund dieser Werbemaßnahmen: es gibt immer mehr Menschen, die glauben, sie müssen ein Schnäppchen buchen, um "In" zu sein. Diese Kundenschicht fragt nur nach solchen Angeboten, also werden sie produziert!
Und noch etwas: ALLE großen Reiseveranstalter planen Last-Minute-Angebot FIX und bereits VOR dem Erscheinen ihrer Kataloge! Da werden quasi schon Verträge mit "Last-Minute-Hotels" gemacht, bevor überhaupt die Saison angeht. Es ist bereits ein Teil des geplanten Geschäfts.
Natürlich gibt es auch echte Last-Minute-Angebote: nach langem Streit vor deutschen Gerichten ist der Zeitraum immer noch nicht genau bestimmt, ab wann man "Last Minute" verkaufen darf. Aber Faustregel: ca. vier bis sechs Wochen vor dem Reisetermin werden echte Last Minute angeboten. Sie entstehen NICHT, weil jemand storniert hat, sondern weil ein Hotel, eine Flugstrecke oder ein ganzes Reiseziel schlecht gebucht sind. Wegen einem oder zwei stornierten Plätzen würde kein Reiseveranstalter Sonderprospekte, Flyer drucken oder große Inserate schalten!

Linienflug

Linienflüge fliegen regelmäßig zum festgelegten Zeitpunkt stets dieselbe Strecke, egal wie viele Passagiere an Bord sind. Das wirtschaftliche Risiko trägt alleine die Fluggesellschaft selbst. Im Gegensatz zum Charterflug kann ein Linienflug eine Vielzahl von Tarifen anbieten, von denen jeder ganz bestimmten Regeln unterliegt (was das Stornieren, Umbuchen und Gültigkeit anbelangt).
Die Flugrechte zwischen Staaten werden in eigenen Verträgen geregelt. Auch die einzelnen Regeln für Flugtarife und Flugscheine werden international einheitlich geregelt (IATA - International Air Transport Association).
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Margensteuer

Margensteuer ist die in Österreich gebräuchliche Bezeichnung für die Mehrwertsteuer auf Reisen, die in ein EU-Land führen.
Bei Reisen in EU-Länder unterliegt nicht der gesamte Reisepreis der Mehrwertsteuer, sondern nur die Differenz zwischen Einkauf und Verkauf, die "Marge"; diese Marge ist mit 20 Prozent zu versteuern.
Aus Gründen der Vereinfachung und leichteren Verrechnung wurde nach langen und zähen Verhandlungen mit dem österreichischen Finanzministerium folgende Regelung erreicht:
Anstelle dass man jede einzelne Kundenrechnung exakt auf die Marge berechnet (*), kann man vom gesamten Pauschalpreis zwei Prozent "Margensteuer" abführen.
Das heißt, wenn Sie in Österreich von einem österreichischen Reiseveranstalter eine Reise in ein EU-Land buchen, erhält der österreichische Finanzminister zwei Prozent davon. Ähnliches gibt es auch in der Bundessrepublik Deutschland.

(*) Stellen Sie sich eine Busreise vor, die zum Beispiel auf 20 Personen kalkuliert ist. Man müsste sofort bei jeder einzelnen Buchung von der kalkulierten Marge 20 Prozent MwSt. abführen; dann stellt sich - Monate später - heraus, dass es nur 16 Teilnehmer sind, die aber trotzdem keinen höheren Reisepreis zahlen. Daher wird die Marge entweder geringer sein oder gar nichts mehr übrig bleiben - jetzt müsste man bei jeder einzelnen Rechnung die Mehrwertsteuer wieder korrigieren - und das mit ein paar tausend (oder vielen tausend) Kundenrechnungen. Daher die erwähnte Vereinfachung.
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Obligatorisch

heißt: zwingend: wenn dieses Wort bei einer Leistung steht, können Sie nicht wählen, ob Sie diese wollen oder nicht - Sie müssen diese Leistung nehmen (bezahlen). "Obligatorisch" ist das Gegenteil von "fakultativ". Der Gesetzgeber sagt aber, dass alle obligatorischen Leistungen bei Pauschalreisepreisen inkludiert sein müssen. Das heißt, alle Teile einer Reise, die Sie sowieso bezahlen müssen (Flughafensteuern, Mautgebühren, Visa Gebühren, müssen im Pauschalpreis inkludiert sein und dürfen nicht extra verrechnet werden - wie schon der Name "obligatorisch" sagt - Sie können ja gar nicht selbst entscheiden!

Option

Wenn Sie beispielsweise ein Angebot für eine Gruppenreise oder eine Individualreise erhalten, müssen Sie sich oft nicht gleich entscheiden, ob Sie es annehmen oder nicht. Sie haben meistens einige Tage Zeit Ihre Entscheidung zu treffen. Bis zu jenem Tag, eben dem "Optionstermin" - dem "Wahltag" (so die deutsche Übersetzung). Bis zu diesem Optionstermin werden Ihnen zwar die Leistungen zugesichert, aber Sie haben im Falle einer Absage noch keine Stornogebühren. Sagen Sie fest zu und müssen später doch wieder absagen, spricht man im Reisebüro (und Hotel) von einer Stornierung.
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Pauschalreisen

Eine Pauschalreisen besteht aus mindestens zwei touristischen Hauptleistungen (z. B. Flug und Hotel), die zu einem Preis angeboten werden. Also Reiseangebote, in denen alle notwendigen, (obligatorischen) Leistungen der Reise inbegriffen sind und mit nur einem Preis ausgeschrieben sind. Zum Beispiel Flug, Transfer, Hotel und Halbpension zu einem Preis: das ist dann der Pauschalpreis für eine Pauschalreise. Sie können dabei nicht feststellen, wie viel die einzelnen Leistungen kosten und wer sie erbringt.
Bei Pauschalreisen zählen übrigens die Anzahl der Nächte, nicht die Anzahl der Tage!

Pax

Dies ist die im Reisebüro gebräuchliche Bezeichnung für Passagier, Reisegast;
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Reisemangel

Ein Reisemangel liegt vor, wenn die vom Reiseveranstalter im Katalog versprochenen Leistungen teilweise oder gar nicht erbracht werden. Wenn also Beschreibungen nicht stimmen. Es gibt dann - nach erfolgter Reklamation - mehrere Lösungsmöglichkeiten:
→   a) Sie bekommen eine gleichwertige oder bessere Ersatzleistung - zum Beispiel die Verlegung in ein anderes Hotel.
→   b) Sie erhalten vor Ort Bargeld als Entschädigung (davon rate ich aber eher ab)
→   c) der Reisemangel ist nicht behebbar, dann haben Sie - je nach Schwere des Mangels - die Wahlmöglichkeit zwischen sofortigen Abbruch Ihrer Reise oder die Geltendmachung des Reisemangels nach Rückkehr von Ihrer Reise (siehe zu diesem Thema auch Reiserecht).

Reiseversicherungen

Versichern beruhigt, heißt es. Aber nur, wenn Sie auch die richtige Versicherung abgeschlossen haben. Welche ist nun aber die richtige Versicherung für Sie? Ich möchte Ihnen hier eine Übersicht über die verschiedenen Versicherungsarten, deren Vor- und Nachteile geben.
Grundsätzlich können Sie zwischen Einzelperson- und Familienversicherungen, sowie Einzel- und Paketversicherungen wählen. Was als Familie gilt, ist von Versicherungsanstalt zu Versicherungsanstalt verschieden: Grundsätzlich kann man sagen: zwei Erwachsene mit Kindern bis zum 18. Geburtstag.
Bei Einzelversicherung wählen Sie nur eine Versicherungsart, zum Beispiel nur eine Gepäckversicherung. Bei Paketversicherungen hingegen sind verschiedene Versicherungen in einer Prämie enthalten. Zum Beispiel Gepäcks-, Unfall-, Haftpflichtversicherung und Behandlungskosten, sowie Rückholkosten aus dem Ausland.

Für wie lange vor Reisebeginn können Sie Versicherungen abschließen?
Auch hier ist es von Angebot zu Angebot verschieden. Es gibt Versicherungen ab fünf Tagen bis drei Monate. Die Ärzteflug-Notambulanz- Versicherung, zum Beispiel, können Sie jeweils für ein Jahr abschließen. Auch bieten verschiedene Reiseversicherungen bereits Jahresversicherungen an.
Gelten Reiseversicherungen auf der ganzen Welt?
Sie können wählen zwischen: Europa (einschließlich Mittelmeer-Randstaaten, Kanarische Inseln und Madeira) und weltweit - der Unterschied liegt in der Prämie.

Die wichtigsten Versicherungsmöglichkeiten:
Reisegepäck: Im allgemeinen sind Bargeld, Schmuck, Dokumente und sonstige Wertgegenstände gar nicht oder nur mit einem Teilbetrag der Versicherungssumme gedeckt; optische Geräte nur mit dem Zeitwert und nur bis zu einem bestimmten Betrag;
Behandlungskosten im Ausland: Arzt-, Medikamenten- oder Spitalskosten, die nicht aufgrund eines Gegenseitigkeitsabkommen von der österr. Sozialversicherung ersetzt werden, sind mit dieser Versicherung voll gedeckt. Einige bieten auch Taggelder. Wichtig zu wissen ist, dass man zunächst selbst die Kosten im Ausland bezahlen muss. Nach Rückkehr reicht man die Belege bei seiner zuständigen Krankenversicherung ein und erhält dann den österreichischen Satz gutgeschrieben. Den Rest zahlt dann aber die Reiseversicherung.
Rückholkosten aus dem Ausland: Hier gibt es zwei Varianten:
→   a) Nur medizinisch notwendige Rücktransporte werden von der Versicherung bezahlt, auch im Ambulanzjet; ob notwendig oder nicht entscheiden ein österreichischer Arzt und der behandelnde Arzt im Ausland.
→   b) Auch medizinisch nicht notwendige Rücktransporte nach einem Krankenhausaufenthalt von drei Tagen werden bezahlt. Bitte informieren Sie sich beim Abschluss der Versicherung genau.
Haftpflichtversicherung: Wenn Sie auf Ihrer Reise für Personen- oder Sachschäden verantwortlich gemacht werden, kommt diese Versicherung dafür auf. Vom zerbrochenen Waschtisch im Hotelzimmer bis zur kaputten Fensterscheibe im gemieteten Ferienhaus.
Reiserücktrittskostenversicherung: Es gibt mehrere Möglichkeiten:
→   a) Über die vertraglich geschuldeten Stornokosten vor Beginn der Reise im Falle des Todes oder einer schweren Krankheit, Unfall oder Tod des Reisenden oder seiner nächsten Familienangehörigen.
Bei Krankheit und Unfall ist zu beachten, dass sich daraus eine Reise unfähigkeit ergeben, die ein Arzt bestätigen muss. Die Reiserversicherungen behalten sich vor, den Versicherten zu einem Vertrauensarzt zu schicken. Weigert sich der Versicherte, dort hinzugehen, wird die Versicherung haftungsfrei!
Ausgeschlossen vom Versicherungsschutz sind Krankheiten oder Gebrechen, die vor oder bei Buchung der Reise bereits bestanden haben. Grundsätzlich muss bei einer Erkrankung die Reiseunfähigkeit vorliegen, damit die Versicherung bezahlt.
→   b) Bei vorzeitiger Beendigung der Miete von Ferienwohnungen aus den in Punkt a) angeführten Gründen, werden die anteiligen Mietkosten zurück erstattet.
→   c) Es gibt auch Versicherungen, die bei vorzeitiger oder nachträglicher Rückreise aus einem der unter Punkt a) genannten Gründe die zusätzlichen Reisespesen unter bestimmten Voraussetzungen ersetzen.
Wichtig bei Rücktrittsversicherungen: Sie müssen sofort nach Eintritt des Ereignisses, das den Reiseantritt unmöglich macht oder machen wird, der Versicherung eine Meldung machen. Melden Sie dies erst Tage später, kann die Versicherung sich später auf den tatsächlichen Termin des Schadensereignisses berufen und nur jene Stornogebühren bezahlen, die zu jenem Zeitpunkt fällig gewesen wären!
Weiters gibt es Bus-Versicherungspakete und natürlich auch Gruppenversicherungen.

Bei allen Versicherungen ist wichtig zu wissen:
→   - dass jede Versicherungsanstalt ihre eigenen Bedingungen hat, die Sie beachten sollten;
→   - dass Sie im Schadensfall immer schriftliche Bestätigungen benötigen (von Polizei, Hotel, Reiseleiter);
→   - dass Sie bei manchen Versicherungsleistungen zuerst einmal selbst für den Schaden aufkommen müssen und dann diesen Betrag in Österreich von der Versicherung zurückerstattet bekommen;
→   - dass eine Reiserücktrittskostenversicherung immer gleichzeitig mit der Buchung abgeschlossen werden muss oder bei späterem Abschluss eine "Wartezeit" notwendig wird;
→   - dass das Reisebüro nur Vermittler der Versicherung ist; im Schadensfall haben Sie sich direkt an den Versicherer zu wenden. Das Reisebüro kann keinen Einfluss auf die Erledigung Ihrer Schadensabwicklung nehmen;
Manche Reiseveranstalter haben bereits in ihren Pauschalpreisen Reiseversicherungspakete inbegriffen; leider sind aber manche von den Leistungen her im Schadensfall nicht ausreichend, haben einen hohen Selbstbehalt oder die Abwicklung des Schadenfall verschleppt sich derart lange, dass der Versicherte auf die Erledigung verzichtet - Sie sollten daher, wenn Sie schon eine Versicherung wünschen, nicht gleich die nächst Beste nehmen!

Reklamation

Die Beschwerde - und die sollten Sie eigentlich bei einer sorgfältig geplanten Reise nicht haben.
Allerdings, wenn es Anlass zu einer Beschwerde geben sollte, dann müssen Sie diese unverzüglich gegenüber der Reiseleitung aussprechen! 14 Tage urlauben und dann erst zu Hause reklamieren, gilt nicht! Der Reiseveranstalter muss die Gelegenheit haben, dem Reisemangel Abhilfe zu schaffen, wie es so schön Amtsdeutsch heißt. Also, die Möglichkeit haben, Ihnen ein anderes Zimmer, ein anderes Hotel oder ähnliches anbieten zu können.

Road Pricing

Road Pricing ist das grausliche englische Wort für "Maut auf österreichischen Autobahnen und Schnellstraßen für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen", das sind Lkw, Bussen, können aber auch Wohnmobile sein!
Zu bezahlen ist, abhängig, ob man zwei oder mehr Achsen hat und welches Baujahr, je Kilometer ein Centbetrag; abgebucht wird von einer so genannten "Go Box"; wer mehr dazu wissen will oder auch sich das Road Pricing selbst kalkulieren will ---> klickt hier
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Sternfahrt

Bei einer Sternfahrt starten die Teilnehmer einer Reise von verschiedenen Orten aus zu einem gemeinsamen Reiseziel, wo sie sich alle treffen. Leider wird dieser Ausdruck immer wieder falsch verwendet: so schreibt so mancher Busunternehmer eine "Sternfahrt nach Florenz" aus und meint damit, dass er von Florenz aus Ausflüge Ausflüge in "Sternform" unternimmt... Blödsinn!

Stornierung

Das ist eine Absage; mit einer Absage sind meistens Stornogebühren verbunden. Wie viel Sie bei einer Stornierung zahlen müssen, wird entweder durch die allgemeinen Reisebedingungen geregelt oder durch die speziellen Bedingungen des einzelnen Reiseveranstalters.

Stornogebühren

Jede Reiseanmeldung ist ein Reisevertrag zwischen Ihnen und dem Reiseveranstalter. Und so wie Sie mit dem Reiseveranstalter die Vereinbarung treffen, er soll Ihnen einen schönen Urlaub organisieren, verpflichtet sich der Reiseveranstalter seinerseits gegenüber Hotels, Fluglinien, Busunternehmen usw. seine Vereinbarungen einzuhalten.
Werden vereinbarte Leistungen aber dann wieder storniert, stehen dem Leistungserbringer (Hotelier, Busunternehmer, Fluglinie) Stornogebühren zu. Die Stornogebühren sind aus zwei Gründen notwendig: einmal um tatsächliche Kosten für eine Absage zu decken. Zum anderen sind sie aber auch ein Schutz vor missbräuchlichen Reservierungen. Sicherlich gibt es viele echte Gründe, weshalb Sie eine Reise stornieren müssen. Aber Sie werden verstehen, dass es für Reisebüros schwierig wäre, diese Dinge zu überprüfen. Vielleicht will man ja auch einfach nicht mehr reisen oder hat sich bei einem anderen Reisebüro etwas (günstigeres...) gefunden, das einem mehr zusagt.
Könnte man kostenlos bis zur Abreise von einer Anmeldung zurücktreten, wären viele Flugzeuge und Hotels halbleer: und eine Planung wäre unmöglich.
Wichtig: Stornogebühren können ab dem Zeitpunkt der Buchung anfallen. Und mag dieser Zeitpunkt auch sechs oder acht Monate vor dem Reisebeginn liegen!
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Tour Operator:

Das englische Wort für "Veranstalter"

Transfer(s)

Die "Überführung" (so die deutsche Übersetzung) ist nichts anderes als z. B. eine Fahrt vom Flughafen zum Hotel oder vom Hotel zu einem Restaurant; also kürzere Fahrten innerhalb einer Reise.

Trekking

ziehen, wandern, reisen (so die Übersetzung): Eine Urlaubsart, die immer mehr Freunde gewinnt. Dabei schläft man häufig in Zelten und erwandert sich das Urlaubsgebiet. Manchmal ist auch eine Bergtour nötig. Die Teilnehmer lösen sich etwas von der "Zivilisation".  Trekking hat ein bisschen mit Abenteuer zu tun.

Umbuchung

Darunter versteht man das Ändern einer bereits bestellten Reise, eines Reisetermins oder der Anzahl der Reiseteilnehmer. Bei Umbuchungen werden oft Umbuchungsgebühren verrechnet, denn es müssen die Fluglisten geändert werden, Hotels informiert und Mails geschrieben werden. Also zusätzliche Arbeit fällt an.
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Veranstalter

Wenn ein Reiseunternehmen mit Prospekten, Ausschreibungen, Inseraten usw. Pauschalreisen, Ferienwohnungen oder Hotelaufenthalte im eigenen Namen anbietet, dann spricht man von einem Reiseveranstalter. Sie können nicht erkennen, wer die einzelnen Leistungen erbringt. Der Veranstalter übernimmt alle notwendigen Verhandlungen mit Fluglinien, Hotels oder örtlichen Reisebüros und bietet unter seinem Namen ein ganzes Paket von Leistungen an.
Ein Reiseveranstalter haftet aber dann auch für die Leistungen dieser Partner. Im Falle einer Reklamation müssen Sie demnach nicht zum Beispiel selbst in die Türkei fliegen, um Ihr Geld zu bekommen, sondern Sie wenden sich hier in Österreich an den Veranstalter. Allerdings müssen Sie dabei Fristen beachten, innerhalb derer Sie Ihre Forderungen beim Veranstalter anmelden müssen. Weitere Informationen dazu auch beim Reiserecht.

Vermittler

Vermittler ist ein Reisebüro dann, wenn es zwischen Ihnen und einer Fluglinie, einer Schifffahrtsgesellschaft, einem Busunternehmen, der Bahn, einem Hotelbetrieb oder einem Reiseveranstalter einen Vertrag zustande bringt.
Wenn Sie nun eine Reise z.B. aus dem Neckermann-Katalog buchen, so wird ein Reisevertrag zwischen Neckermann und Ihnen abgeschlossen, den Ihr Reisebüro nur vermittelt. Die Haftung des Vermittlers beschränkt sich darauf, dass die Buchung ordnungsgemäß weitergeleitet wird, die Unterlagen rechtzeitig da sind, sowie auf die sorgfältige Auswahl jener Veranstalter, die er Ihnen anbietet. Für die ordnungsgemäße Erbringung der Leistung (Durchführung des Fluges, Vorhandensein des reservierten Zimmers, usw.) ist er aber nicht verantwortlich! Wenn Sie also Ihr Reisebüro beschimpfen, haben Sie den Falschen beschuldigt.
Lesen Sie dazu ausführlich auf meinen Seiten Reiserecht " Reisevermittler".

V.I.P

Very important person - sehr wichtige Persönlichkeit! Jeder Kunde ist sehr wichtig, manche halt' a bisserl wichtiger.

Voucher

sprich "wautscher"; dieser Ausdruck kommt aus dem Englischen und heißt übersetzt "Belegschein" - "Zeugnis" - "Verbürgung"; es handelt sich dabei um den Fachausdruck für den Gutschein für z. B. Ihre Hotelreservierung oder Ihren Mietwagen.
Also eine Art Berechtigungsschein zum Konsum der gebuchten Leistung(en). Wie der Name sagt, bürgt das ausstellende Reisebüro dem Leistungserbringer für die Bezahlung.
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