Über Kirchen und Klöster in Slowenien

Slowenien, Marienwallfahrtskirche Brezje

Die Marienwallfahrtskirche Brezje

Von Österreich kommend durch den Karawanken Tunnel gelangt man nach Bled: Freuen Sie sich nun auf die Fahrt mit einem der Pletna-Boote (dem Markenzeichen von Bled: überdachte kleine Holzboote) zur kleinen Insel im See, die mit der Kirche „Unserer lieben Frau dem See“ ein bekannter Wallfahrtsort ist. Vor der Besichtigung sind 99 Stufen zu überwinden. Berühmtester "Gegenstand" auf der Insel ist die Wunschglocke aus dem Jahr 1534 im 52 m hohen Glockenturm. Wer sie drei Mal läutet, hat einen (natürlich nicht unchristlichen) Wunsch frei. Wobei es gar nicht einmal so einfach ist, die Glocke "nur" drei Mal zu läuten.

Nur eine kurze Fahrt vom Bleder See entfernt befindet sich eine der berühmtesten Wallfahrtskirchen von Slowenien: Brezje. Papst Johannes Paul II. besuchte diesen Marienwallfahrtsort bei seiner Reise als ersten Ort und jährlich pilgern Tausende Menschen, angeblich sogar bis zu einer Million, dorthin (sehenswert).

Über Skofja Loka, eine der ältesten und schönsten Städte Sloweniens kommt man zur mit Wandmalereien geschmückten berühmten Wallfahrtskirche Mariä Verkündigung in Crngrob.

Slowenien, Wallfahrtskirche Slatka Gora

Wallfahrtskirche Slatka Gora

Südlich von Laibach liegt die bereits 1135 gegründeten Zisterzienserabtei Stična (Basilika, Kreuzgang, Refektorium). Es ist das älteste Kloster in Slowenien. Das Zisterzienserkloster Sticna - deutsch: Sittich (gegr. 1136), eine Klostergründung des Klosters von Ebrach in Bayern, ist eine besondere Sehenswürdigkeit und eines der größten kulturhistorischen Denkmäler Sloweniens. Im Kloster befinden sich kostbare farbige Handschriften aus dem 12. Jahrhundert sowie eine reiche Sammlung von Sakralgegenständen. Um die Ortschaft wurde zahlreiche keltische Hügelgräber und Funde aus der Römerzeit gemacht. Es ist wahrscheinlich, dass dieses Gebiet während der Hallstattzeit eines der Kulturzentren Europas war.

Die romanische Basilika geht in ihrem Ursprung auf das Jahr 1156 zurück, wobei das Kreuzganggewölbe aus der Gotik stammt. Die spätbarocke Abtkapelle und ein Museumszimmer, das an den legendären Kräuterpater Simon erinnert, zählen zu weiteren Sehenswürdigkeiten dieses Klosters. Einen sehr guten Beitrag über das Kloster und Pater Simon finden Sie übrigens im Internet auf den Seiten www.ferienberater.de/slowenien.htm.

Nördlich von Kamnik gelegenen, die Wallfahrtskirche Sveti Primoz, deren 1504 geschaffene Wandmalereien zu den bedeutendsten Freskenzyklen Sloweniens zählen.

Slowenien, Olimje

Schloss Olimje, ehemaliges Pauliner-Kloster.

Im Osten von Slowenien liegt das Schloss - Kloster Olimje. Das als Schloss erbaute, später von den Pauliner in ein Kloster umgebaut, beherbergt neben einer prachtvoll barockisierten Kirche auch die älteste Apotheke Sloweniens. Vor dem Kloster konnte wir eine noch lebende Volkskunst sehen: bunt mit Geschichten bemalte Fluglöcherbretter von Bienenstöcken.

Das Schloss Olimje mit Kirche liegt mitten im Ort. Das heute graublau bemalte Schloss mit seinen zwei dicken Wehrtürmen wurde bereits 1208 urkundlich erwähnt. Im Jahre 1543 kaufte Hans Tattenbach die Burg und baute sie zum Renaissance Schloss aus. Danach erwarben es kroatische Adelige. Sie vermachten es im Jahre 1663 den Paulinern, die hier ein Kloster gründeten und eine Kirche anbauten. Das Kircheninnere ist üppig barockisiert und mit Fresken ausgeschmückt. Im Westturm richteten die Pauliner eine Apotheke ein: die älteste in Europa. Noch heute kann man das alte Inventar betrachten. Unter Kaiser Josef II wurde 1782 das Kloster wegen "verdorbener und zuchtloser Lebensweise" der Pauliner aufgelöst. Seit 1990 bewohnen es Minoriten.

Es geht weiter nach Süden, entlang der kroatischen Grenze zur ehemaligen Zisterzienserabtei von Kostanjevica. Ein idyllischer Ort in einer Schleife am Fluss Krka gelegen und etwas außerhalb die imposante Abtei. Im Innenhof mächtige mehrstöckige Arkaden und verschiedene Ausstellungen in den heute als Kulturzentrum genutzten Räumen. Eine Ausstellung, die gerade zu sehen war (2005), präsentierte interessante, witzige, freche, komische Figuren aus einer Metalllegierung in dunkelgrün-gold.

Slowenien, Karthause Luftaufnahme, Quelle: http://www.kartuzija-pleterje.si

  Das Kartäuserkloster Pleterje - Bild von www.kartuzija-pleterje.si/nem/reddanes.html

Durch eine Landschaft, die hier eher weitläufig und sanft hügelig ist, geht es weiter zur einzigen noch besiedelten der drei Kartäuserklöster Sloweniens: Pleterje. Fast noch romantischer gelegen als Kostanjevica, abseits in einem Tal umgeben von Wäldern, findet sich dieses Kloster. Doch leider - abgesehen von einer Multivisionsschau über das Leben der Karthäuser - erhält man den Prinzipien dieses Ordens entsprechend, keine weiteren Einblicke in diese wunderbare Anlage.

Bekannt ist die Kartause Pleterje für ihre reichhaltigen Klosterbibliothek und Galerie. Vom ersten Gebäude blieb nur die Dreifaltigkeitskirche als einziges noch erhaltenes Beispiel der Kartausergotik in Slowenien. Im Osttrakt, der dem Publikum zugänglich ist, befindet sich eine Sammlung des Dolenjski Museums. In der Kirche sind nur Gruppenbesuche möglich. In einem kleinen Shop verkaufen die Mönche auch den berühmten Branntwein und andere Produkte aus ihrem landwirtschaftlichen Betrieb.

Slowenien, Schutzmantelmadonna Ptujska Gora

Die Schutzmantelmadonna in Ptujska Gora.

In der Nähe von Rogaška Slatina, etwas abseits gelegenen, die Wallfahrtskirche Sladka Gora mit zwei entzückenden Zwiebeltürmchen. Entlang einer wildromanischen Straße umgeben von Weinbergen und Maisfeldern kehren Sie auf die Hauptstraße zurück und an weiteren Weinbergen vorbei gelangen Sie nach Marburg.

Südöstlich von Marburg liegt auf einem kleinen Hügel die Wallfahrtskirche am „Schwarzen Berg“, Ptujska Gora (Bild links). In der als schönstes Bauwerk gotischer Sakralkunst in Slowenien geltenden Wallfahrtskirche Maria Neustift können Sie eine Rarität bestaunen: eine Schutzmantelmadonna. Ursprünglich stand diese etwa zweieinhalb Meter breite Madonna in einem Seitenaltar, wurde aber vor etlichen Jahren auf den Hauptaltar gestellt, also in den Mittelpunkt der Kirche, wo sie in der Tat beeindruckend wirkt.