Urbino – Palazzo Ducale und Dom, Marken, Italien

Reiseführer und Wanderführer für Italien

Hier finden Sie einige Reiseführer vorgestellt, die ich selbst in Verwendung hatte oder habe. Manche sind als echte Nachschlagewerke zu bezeichnen, andere vermitteln mit erzählerischem Charakter Wissenswertes über die jeweilige Region oder das Gebiet.

Die Übersicht über meine Literatur- und Buchtipps für Italien finden Sie …hier, die gesamte Literaturübersicht über Reisen, Reiserecht und Motorveteranen finden Sie …hier.

Auf dieser Seite finden Sie folgende Bücher:

Reiseführer:

* Golf von Neapel, Michael Müller Verlag, Ausgabe 2014
* Marken, Michael Müller Verlag, Ausgabe 2016
* Comer See, Michael Müller Verlag, Ausgabe 2012
* Die Lagunen von Venedig bis Grado: Mit Po-Delta – Häfen, Inseln, Wasserwege (2014)
* Rom (2013)
* Grado – der nahe Süden zu jeder Jahreszeit, Neuauflage 2014
* Rom, Michael Müller Verlag, Ausgabe 2012
* Südtoscana, Michael Müller Verlag, Ausgabe 2012
* Süditalien, DuMont Reise-Handbuch, Ausgabe 2011
* Ligurien: Italienische Riviera, Cinque Terre, DuMont Reise-Taschenbuch, Ausgabe 2012
* Golf von Neapel, Ischia, Capri, Baedeker, Ausgabe 2011
* Toscana, DuMont Reise-Handbuch, Ausgabe 2011
* Umbrien, DuMont Reise-Taschenbuch, Ausgabe 2011
* Neapel und Pompeji, DuMont direkt, Ausgabe 2011
* Reise durch das Land des Prosecco
* Marken – Italienische Adria, DuMont
* Friaul – Julisch Venetien, das große Reisehandbuch
* Die Marken – unbekanntes Italien zwischen Adria und Apennin
* Friaul, Venetien mit Gardasee, Reise Know-How Verlag
* Toscana
* Italien


Wanderführer:

* Wandern in der Toscana
* Cinque Terre und ligurische Küste


Ein umfangreicher, sehr vielfältiger Reiseführer, der die vielen Facetten des Gebiets wunderbar schildert.

Golf von Neapel – Ischia, Sorrent, Capri, Amalfi

Rund 370 Seiten Information über eine relativ kleine Region rund um den Golf von Neapel – das macht neugierig. Und der Leser wird nicht enttäuscht. Neben den üblichen allgemeinen Informationen fallen gleich mehrere umfangreichere Kapitel auf: acht Seiten über Vulkanismus, den Vesuv und die Phlegräischen Felder; 13 Seiten über die Geschichte des Gebiets sowie fünf Seiten über regionale, neapolitanische und insulare kulinarische Spezialitäten.

Die beschriebenen Inseln und Gebiete umfassen Neapel und den Norden bis zur Reggia di Caserta (mit dem Königsschloss), die Bucht von Pozzuoli mit den Phlegräischen Feldern, die Inseln Procida, Ischia und Capri, die Vesuvküste mit Herculaneum, Pompeji und dem Vesuv, den Golf von Salerno, die Halbinsel Sorrent und ein eigenes Kapitel über die Amalfiküste.

Aufgelockert werden die Beschreibungen durch Infokästen, etwa zu „Würfelhäuser, Felsenhäuser, Weinkeller und Schneegruben“, „Camorra-Geschichte(n)“ oder „Via San Gregorio Armeno – die Krippengasse“. Auch über die Herkunft des Kompasses, die Karfreitagsprozession oder den Fußball wird geschrieben.

Der Autor bietet zudem Wanderhinweise mit Übersichtskarten, z. B. auf der Halbinsel Sorrent oder im Bereich des Vesuvs. Das Kapitel über den Golf von Salerno ist zwar nicht sehr umfangreich, doch werden neben einigen Orten auch die Ausgrabungen von Paestum beschrieben. Hier sei auf den Michael‑Müller‑Führer „Cilento“ hingewiesen, der das Gebiet südlich von Salerno auf rund 260 Seiten behandelt.

Der Autor spart nicht mit Tipps zu „schön und teuer“ oder „schön und preiswert“, gibt Preisangaben, Öffnungszeiten sowie Übernachtungs‑ und Restaurantempfehlungen. Doch wie immer in Italien gilt: Vieles kann sich rasch ändern – diese Angaben sind daher nur Richtwerte.

Aus eigener Erfahrung kann ich den Besuch des südwestlichen Endes der Halbinsel Sorrent empfehlen: San Agata sui due Golfi, Marina del Cantone oder Massa Lubrense – Blick nach Capri oder auf „Gli Galli“, die Inseln der Sirenen. Diesen Führer dabei haben, ein Glas Wein trinken und überlegen, was es noch alles zu entdecken gibt!

Autor: Michael Machatschek; 6. Auflage, erschienen 2014 im Michael Müller Verlag; ISBN 978‑3‑89953‑852‑6


Für alle, die die Marken noch nicht oder noch besser kennenlernen möchten

Marken

Wissen Sie, wo das (fast) fälschungssichere Wasserzeichen für Papier seinen Ursprung hat? Wussten Sie, dass die Grotte von Frasassi die größte bekannte Tropfsteinhöhle Europas ist? Wo die Reliquien des hl. Nikolaus aufbewahrt werden? Oder dass es ein pittoreskes Dorf gibt, in dem Fremde immer noch auffallen – und einen See, in dem angeblich Pontius Pilatus versenkt wurde?

Die Liste jener Orte und Geschichten, die es in den Marken zu entdecken gibt, ist lang – etwa 270 Seiten lang, denn so viele umfasst dieser Führer. Da ist von „Balkonen“ die Rede, von uralten Abteien, Badestränden, einer öffentlichen kaiserlichen Geburt und sogar einem „fliegenden Haus“. Wer die Stille und Einsamkeit der Natur sucht, findet sie bei einer Rundfahrt durch die Monti Sibillini im Süden der Region. Für Kunstliebhaber gibt es Urbino oder den „traurigen Poeten“ in Recanati.

Noch kurz zu den „Balkonen“: Damit sind Orte gemeint, von denen aus man bei klarem Wetter besonders schöne Ausblicke über die Marken und die Adria hat. Die Region verläuft relativ schmal parallel zum Meer und steigt zum Apennin hin an. Fährt man etwa nach Cingoli, rund 50 km landeinwärts, hat man bei gutem Wetter einen eindrucksvollen Blick über den Raum Ancona. Fermo, die alte Universitätsstadt, liegt nur wenige Kilometer von der Küste entfernt und bietet wieder ganz andere Perspektiven.

Als ich in den 1990er‑Jahren erstmals in die Marken reiste, gab es meiner Erinnerung nach nur einen einzigen Reiseführer, der gerade das Wesentliche enthielt. Der Führer von Sabine Becht hingegen bietet auch Tipps zu abgelegenen Orten, die ich selbst noch nicht besucht habe. Sie hat zudem viele aktuelle Informationen zu Übernachten, Essen und Einkaufen zusammengetragen. Fahren Sie nach Ascoli Piceno und genießen Sie auf einem der schönsten Plätze Italiens gefüllte Riesenoliven – eine besondere Spezialität der Stadt!

Nicht einmal 100 km von der Adria bis in den Apennin und keine 200 km von Norden nach Süden erstreckt sich diese sehenswerte Region Italiens. Man kann also bequem von einem oder zwei Standorten aus zwischen Strand und Hinterland pendeln und dabei viele lohnende Orte kennenlernen. Dieser Führer bietet dazu zahlreiche Details und hilfreiche Angaben.

Autorin: Sabine Becht; 5. Auflage, erschienen 2016 im Michael Müller Verlag; ISBN 978‑3‑95654‑212‑1


Die Vielfalt an Besichtigungsmöglichkeiten wird gut dargestellt

Comer See

264 Seiten über Hintergründe, das Ost-, West- und Südufer sowie Ausflüge in die nahe Umgebung – ein Reiseführer für die Planung zu Hause und zum Nachlesen während der Reise. Ich kenne den Comer See seit bald 30 Jahren. Dieser Führer ließ Erinnerungen an Reiseleitungen wach werden, und auch so manches Aha-Erlebnis war dabei: Das habe ich selbst immer noch nicht gesehen! Dazu zählen die Villa del Balbianello in Lenno und der Sacro Monte di Ossuccio mit lebensgroßen Terrakotta-Figuren in den Kreuzwegkapellen am Westufer.

Elf Seiten und viele Bilder widmen sich der wegen ihrer subtropischen Vegetation und historischen Hotels überaus reizvollen Halbinsel Bellagio. Damit man die „Salite“, die engen Treppengassen der Altstadt, auch alle findet, gibt es einen praktischen Innenstadtplan – wie übrigens auch von etlichen anderen Orten.

Das Wichtigste an diesem Buch sind jedoch die Hinweise, was sehenswert ist, ergänzt durch Öffnungszeiten und Richtpreise für Eintritte. Davon gibt es wahrlich vieles an diesem herrlichen oberitalienischen See. Bei den Ausflügen in die Umgebung gibt es Unbekanntes zu entdecken, etwa die Felsgrotten im Valchiavenna oder den Wasserfall „Cascata dell’Acquafraggia“. Dazu Tipps für den Luganer See, die Seen in der Brianza sowie die Städte Bergamo und Mailand. „Alles im Kasten“ berichtet vom Bernina Express, vom stilechten italienischen Essen, von Cantù – dem Mekka für Möbelliebhaber – und von „Jesus als Papa“. Acht Wandervorschläge runden diesen praktischen und aktuellen Führer ab.

Autor: Eberhard Fohrer; 1. Auflage 2012, erschienen im Michael Müller Verlag; ISBN 978‑3‑89953‑739‑0


Viele aktuelle Details und Hinweise sowie gute Beschreibungen

Die Lagunen von Venedig bis Grado: Mit Po-Delta – Häfen, Inseln, Wasserwege

Bei „nautischem Reiseführer“ denkt man wohl zuerst an ein Buch für Kapitäne größerer Motor- oder Segeljachten. Doch es gibt immer mehr Menschen, die im Urlaub einmal als Hausbootkapitän unterwegs sein möchten. Für diese Gruppe ist dieses Buch besonders geeignet, denn es bietet auf rund 40 Seiten alles Wissenswerte zur Schifffahrt mit (Haus-)Booten im Allgemeinen und zu Fahrten zwischen dem Po und Grado im Besonderen. „Kanäle mit Pricken meiden“ heißt es da – und was Pricken sind, wird natürlich erklärt. Auch warum man Nacht und Nebel meiden sollte, was Einklarieren bedeutet und weshalb der italienische Zoll manchmal etwas „eigenwillig“ ist.

Es folgt die genaue Beschreibung von 28 Marinas mit Hinweisen zu Bootstankstellen und möglichen Häfen auf der Anreise ins Revier. Kleine Karten ergänzen die umfangreichen Informationen je Marina (Wassertiefe, Ansteuerung, Duschen, Bar u. v. m.). Dann kommen die Beschreibungen von 16 ausgewählten Routen in der Lagune von Venedig mit Übersichtskarten. Jede Route ist im Stil eines Reiseführers aufgebaut, mit Sehenswürdigkeiten und persönlichen Erlebnissen des Autors. Tour 17 führt in das verzweigte Delta des Po, und 50 Seiten widmet Breidenbach dem Revier zwischen Venedig und Grado.

Schöne und aussagekräftige Bilder ergänzen das Buch, das ich als „Landratte“ gerne gelesen habe. Beim Betrachten des romantischen Anlegeplatzes in Chiesanuovo am Piave Vecchia könnte ich mir sogar überlegen, ob ich nicht selbst einmal eine solche Tour unternehme.

Autor: Heinrich Breidenbach; erschienen in der Edition Maritim; 3. aktualisierte Auflage 2014; ISBN 978‑3892257158


Ein praktischer und vielfältiger Führer für die ganze Familie

Baedeker Reiseführer Rom

Die völlig überarbeitete 17. Auflage habe ich mir besorgt – und musste schmunzeln: Auf zwei Seiten wird die Vielfalt der Pasta bildlich dargestellt. Es gibt also weit mehr als nur Spaghetti! Auffällig sind auch die sieben Kinderattraktionen – ein deutlicher Hinweis darauf, dass Rom durchaus ein Familienreiseziel sein kann. Natürlich wird dem Shopping (auch im Italienischen „fare lo shopping“) ausreichend Platz eingeräumt: Auf acht Seiten gibt es Tipps und Adressen, bei denen man sein Geld in Rom lassen kann. Die Tourenvorschläge finde ich recht brauchbar, führen sie den Besucher doch zu einer guten Auswahl an Sehenswürdigkeiten, die Rom ja in Hülle und Fülle bietet.

„Habemus Papam“ – auf zwei Seiten wird der Ablauf der Papstwahl geschildert, gefolgt von mehreren Seiten über die Geschichte der Päpste. Dann die Beschreibung des Vatikans samt einer Karte, was wo im Petersdom zu sehen ist – sehr praktisch!

Alles in allem ein durchaus brauchbarer Führer, wie ich bei meiner letzten Rom‑Reise feststellen konnte.

Erschienen 2013 im MairDuMont Verlag; ISBN 978‑3829714440


Sehr detailliert, viele Tipps und Adressen, auch Ausflugstipps

Grado – der nahe Süden zu jeder Jahreszeit

Erschienen im Verlag Styria Regional, 2014; ISBN 978‑3‑7012‑0157‑0

Sieben Jahre nachdem Rupperti diesen Führer erstmals herausgebracht hatte, hat sie den Inhalt überarbeitet, aktualisiert und das Büchlein mit 188 Seiten in handlichem, schmalem Format neu aufgelegt. Zwei Dinge haben sich in der Neuausgabe deutlich verändert: die optische Gestaltung des Textes wurde verbessert und das Glossar für Fisch & Co erweitert.

Zunächst widmet sich Rupperti ausführlich der Geschichte der Stadt, beschreibt die wirklich sehenswerten Kirchen der Altstadt und unternimmt einen Spaziergang durch die Stadtviertel. Bei der Beschreibung der Strände erfährt der Leser, dass zur Hochsaison 2013 drei Liegestühle und ein Sonnenschirm in der ersten Reihe 45,50 Euro pro Tag kosteten – und dass Grado zwei Hundestrände hat. Bei den Veranstaltungen im Jahreslauf findet sich ein schönes Bild einer im Hafen schwimmenden Krippe. Die Fotos stammen auch in dieser Ausgabe wieder von Marion und Martin Assam. Elf Nächtigungs‑ und zahlreiche Restaurant‑ und Bartipps folgen, ergänzt durch ein eigenes Kapitel über die Gradeser Küche.

Golfen, Reiten, Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung – sehr zu empfehlen ist etwa eine Fahrt zur Wallfahrtsinsel San Barbana. Aquileia „kennt man ja“, dennoch beschreibt Rupperti den Ort ausführlich und bietet Restauranttipps. An Palmanova fahren viele vorbei – sollten Sie aber nicht. Rupperti erklärt, warum. Wahre Freunde der Fischgerichte, die auch außerhalb von Grado kulinarische Erlebnisse suchen, empfiehlt sie (und ich) nach Marano Lagunare. Ein Kleinod in Richtung Monfalcone ist das Naturschutzgebiet „Foce dell’Isonzo“, wo es die weißen Camargue‑Pferde gibt – wilde Pferde. Einzig der Ausdruck „Birdwatcher“ gefällt mir weniger; „Vogelbeobachter“ oder der italienische Begriff wären passender gewesen. Schloss Duino, der Collio und die Villa Manin – Rupperti bietet wirklich viele Ausflugstipps.

Auch diese Neuauflage ist wieder eine gelungene Präsentation einer netten Stadt, die zu jeder Jahreszeit ihren Reiz hat. Evelyn Rupperti macht erneut Lust auf eine Reise dorthin.


Begeisterte in einem Praxistest eine Reisegruppe durch Aktualität und Tipps

Rom, Michael‑Müller‑City‑Führer

Autorin: Sabine Becht; erschienen als 6. Auflage 2012 im Michael Müller Verlag; ISBN 978‑3‑89953‑717‑8

Erstmals hatte ich einen Reiseführer im „Massentest“: Für eine Reisegruppe, die ich als Reiseleiter nach Rom begleitete, hatte ich diesen Führer besorgt und einen Monat vor der Reise ausgeteilt. Nach vier Tagen Rom mit diesem Buch war die einhellige Meinung der rund 60 Personen, dass dieser Reiseführer sehr praktisch, hilfreich und aktuell ist.

Im Detail: Im Vorfeld hatte ich mir einen zweiten Rom‑Reiseführer eines anderen renommierten Verlages besorgt und beide miteinander verglichen. War der andere stärker im geschichtlichen Bereich, so zeigt der Michael‑Müller‑Führer seine Stärken für jene Rom‑Reisenden, die einerseits Wissenswertes über Gebäude, Plätze und Straßen erfahren möchten, andererseits aufgrund der Kürze ihres Aufenthalts praktische Tipps und Vorschläge für Rundgänge suchen.

Der Führer bietet zunächst 90 Seiten Wissenswertes von A bis Z. Beispielsweise den Tipp, dass man das Wasser aller Trinkwasserbrunnen in Rom bedenkenlos trinken kann (haben wir ausprobiert). Dann folgen auf gut 200 Seiten zehn Rundgänge innerhalb der Stadtmauern und ein Vorschlag für Besichtigungen außerhalb. Jeder Rundgang enthält einen sehr guten Detailplan, auf dem nicht nur die Sehenswürdigkeiten eingetragen sind, sondern auch Cafés, Bars, Enoteche und Restaurants.

Die Hinweise zu Restaurants sind zutreffend, wie ich anhand des Rundgangs Nr. 2 im Bereich des Colosseums selbst feststellen konnte: Becht schreibt bei der Hostaria Cannavota „… Kellner der alten Schule, römisch mit traditioneller Küche, empfehlenswert, nicht teuer …“ – ich war zweimal dort essen, weil das alles so zutrifft und ich mich sehr wohl gefühlt habe. Sehr empfehlenswert ist auch Rundgang Nr. 3 – Largo Argentina, jüdisches Viertel und Campo de’ Fiori – weil er durch typische Altstadtgassen führt, die beschaulich und eher ruhig das authentische Rom zeigen.

Bei den ausreichend detaillierten Beschreibungen der Sehenswürdigkeiten gibt Becht Hinweise zu Öffnungszeiten und Eintrittspreisen. Neben allen bekannten Sehenswürdigkeiten vergisst sie nicht, auch auf die Kleinode Roms einzugehen, wie etwa San Clemente – eine der ältesten und interessantesten Kirchen der Stadt, bestehend aus Oberkirche, Unterkirche und einem römischen Haus. Der herausnehmbare Stadtplan ist tadellos und zeigt sogar alle (wenigen) öffentlichen WC‑Anlagen – ein wichtiges Detail für einen Rom‑Besuch.


Viele kleine sehenswerte Orte mit abwechslungsreichen Infos werden beschrieben

Südtoscana

Autor: Michael Müller; erschienen als 4. Auflage 2014 im Michael Müller Verlag – individuell reisen; ISBN 978‑3‑89953‑643‑0

Es war 2003 erst das zweite Buch von Michael Müller, und für diese mittlerweile vierte Auflage war er wieder selbst unterwegs, um zu sehen, was sich in der Südtoskana verändert hat. Was diesen Südtoskana‑Führer so gut macht, sind die unscheinbaren Orte und Gegenden, die Müller ebenfalls beschreibt. Natürlich kennt heute jeder Saturnia und Pitigliano, und Montalcino ist wegen seines Brunello längst berühmt. Doch wie steht es mit Murlo oder Bagni di Petriolo?

Im einzigen Hotel von Murlo war ich schon Anfang der 1990er‑Jahre und habe mir das von Müller beschriebene Castello di Murlo angesehen. In Bagni di Petriolo gibt es – wie in Saturnia – 40 Grad warme Quellen. Murlo und Bagni di Petriolo liegen jedoch deutlich weiter nördlich und sind daher von Siena oder Chianciano Terme aus leichter erreichbar. Wer nicht baden möchte, findet im nördlichen Teil der Südtoskana auch kulturelle Schätze: Monte Oliveto Maggiore, eines der bedeutendsten Benediktinerklöster Italiens, oder die Abtei von San Galgano. Einst waren die Mönche dieser heute aufgelassenen Abtei die Bauherren der Stadt Siena. Heute ist sie eine Ruine, von der eine kurze Wanderung zur Cappella di Monte Siepi führt, wo man das wundersame Schwert im Felsen sehen kann.

Das Quecksilbermuseum von Abbadia San Salvatore, der Brunnenturm von Radicofani, die warmen Quellen von Bagni San Filippo, der beschauliche Ort Santa Fiora, der Parco Faunistico del Monte Amiata oder der Kunstgarten von Daniel Spoerri sind weitere Besonderheiten der Region rund um den Monte Amiata, jenem bis zu 1.700 m hohen Gebirgszug im Südosten der Südtoskana, der aus erloschenen Vulkanen besteht. Bei Porto Santo Stefano am Meer berichtet Müller, dass noch immer rund 30 Fischkutter mit 130 Fischern hinausfahren.

Ich kann sie gar nicht alle aufzählen, die sehenswerten Orte und Landschaften, die Müller in seinem Führer beschreibt. Dass das Übernachten in „Agriturismi“, also landwirtschaftlichen Betrieben mit Gästezimmern, nicht mehr ganz billig ist, zeigen seine Preishinweise – ebenso wie jene zu Restaurants. Seine persönlichen Tipps klingen oft verlockend, wie etwa „La Zaira“ in Chiusi nahe der umbrischen Grenze am Trasimeno‑See. Müller schreibt abwechslungsreich und gut; so weiß ich jetzt auch mehr über Buonconvento an der alten Frankenstraße, wo er vom alten Pachtsystem der südlichen Toskana erzählt – der Mezzadria.

Zehn Wandervorschläge am Ende des Buches, gutes Bildmaterial, kleine Übersichtsstadtpläne (wo nötig), viele Details, Öffnungszeiten, Internetlinks und andere hilfreiche Angaben finden sich auf über 270 Seiten. Ich habe diesen Führer tatsächlich Seite für Seite gelesen und oft „aha“ gesagt – weil vieles neu für mich war.


Viel Information über weniger bekannte Regionen im Süden Italiens

Süditalien, DuMont Reise‑Handbuch

Autorin: Jacqueline Christoph; erschienen als 1. Auflage 2011 im DuMont‑Verlag; ISBN 978‑3‑7701‑7720‑2

440 Seiten über die süditalienischen Regionen Kampanien, Apulien, Basilicata und Kalabrien zeigen, dass auch diese Landesteile viel zu bieten haben. „Roberto Saviano und die Camorra“, „Mittelalterliche Babyklappe“, „Der Heilige Nikolaus“, „Albaner, Griechen und Waldenser“ – das sind einige der 20 Sonderthemen, die Christoph zusätzlich zu den Regionsbeschreibungen behandelt.

Schon die einführenden Kapitel lesen sich interessant. Christoph berichtet über die Völker, die einst im Süden Italiens lebten und bis heute die Kultur – vor allem die Esskultur – beeinflussen; darunter auch Deutsche (die Staufer). Sie schreibt über Garibaldis „Zug der Tausend“ und die Einigung Italiens, über die architektonische Besonderheit der Trulli und über „Slow Food“.

Bei Neapel, dem Golf mit Capri und Ischia sowie der Amalfiküste wird der Leser noch zustimmend nicken; schwieriger wird es vielleicht schon mit dem Cilento, wo der Parco Nazionale Cilento e Vallo di Diano liegt, seit 1996 UNESCO‑Welterbe. In der Basilicata wird es dann „ganz fremd“: Christoph schildert das „Festa della Madonna del Pollino“, ein riesiges Volksfest. Die Dolomiti Lucane bieten pittoreske Fotomotive – eines davon ist im Führer abgebildet. Matera, die wohl berühmteste Höhlenstadt der Welt, zeigt deutlich arabische Einflüsse; Christoph widmet ihr zehn Seiten samt Stadtplan.

Apulien ist mit fast 100 Seiten vertreten, unter anderem mit einem Beitrag über den hl. Nikolaus, dem die Basilika in Bari geweiht ist, wo sich seine Gebeine befinden sollen. Die Halbinsel Gargano, das Sommerbadeziel, Monte Sant’Angelo (eng verbunden mit dem Erzengel Michael), San Giovanni Rotondo (Pater Pio) sowie die vorgelagerten Tremiti‑Inseln (vier Seiten – genug für einen Ausflug) werden ausführlich beschrieben. „Wie von einer Tarantel gestochen“ – ein Beitrag über die Tarantella – ist nur eines der vielen lebendigen Themen dieses Führers. Zum Golf von Neapel sei ergänzt, dass eine gute Karte der Insel Procida geradezu einlädt, diese typischste aller Golf‑Inseln zu besuchen.

Die beiliegende Straßenkarte (1:450.000) ist sehr detailliert – selbst die beiden kleinen Straßen von Monte Sant’Angelo zum Meer sind eingezeichnet. Christoph gibt neben den üblichen allgemeinen Informationen auch private Tipps, etwa die traditionelle Bäckerei „La Panetta“ in Altamura oder den Wandertipp „Sentiero degli Dei“, den „Götterweg“ auf der Halbinsel Sorrentina.

Führe ich jetzt in diese Gegend? Ja – diesen Führer nähme ich mit, und basta!


Zwei Wanderexperten, Freunde des guten Essens, schildern aber auch sonst viel Sehenswertes

Ligurien: Italienische Riviera, Cinque Terre – DuMont Reise‑Taschenbuch

Autoren: Georg Henke, Christoph Hennig; 1. Auflage 2012; ISBN 978‑3‑7701‑7316‑7

Wenn zwei Wanderexperten sich einer Region annehmen, in der es zahlreiche Wandergebiete gibt, kann nur etwas Besonderes herauskommen. Da ich Christoph Hennigs frühere Werke über Ligurien kenne, weiß ich, dass hier ein echter Kenner der Region mitgeschrieben hat – und das merkt man diesem DuMont‑Reise‑Taschenbuch an.

So verwundert es nicht, dass einer der Lieblingsorte der Autoren Camogli ist, wo sie das Farbenspiel am Meeresufer besonders genießen. Sie sind keine Verächter der guten italienischen Küche und geben immer wieder Tipps, etwa zur Osteria da Bacco nahe des Hafens von Savona, bekannt für ihre guten Fischgerichte.

Dass dieser Führer neben den üblichen Informationsbestandteilen einen Schwerpunkt auf Wandertipps legt, liegt bei den beiden Autoren auf der Hand. Doch wissen sie Wandern stets mit Erleben zu verbinden, wie im Beispiel „Im Reich des Ölbaums – in den Oliventälern von Dolcedo“, einer dreistündigen Wanderung ohne größere An‑ und Abstiege im Hinterland von Imperia.

Der Inhalt des Handbuchs beschäftigt sich nicht nur mit dem bekannten Küstenstreifen, etwa der subtropischen Pflanzenwelt in den Gärten der Villa Hanbury in Ventimiglia, sondern auch mit dem interessanten Hinterland. So beschreiben die Autoren eine Wanderung im Finalese oberhalb von Finale Ligure, wo es Steinzeitliches und Römisches zu entdecken gibt.

Meiner persönlichen Lieblingsregion Ligurien – zwischen Camogli und dem Golf von La Spezia – sind 50 Seiten des knapp 290‑seitigen Reisehandbuchs gewidmet. Alleine über 25 Seiten behandeln die Cinque Terre, mit vielen Tipps: wo wandern, wo übernachten, wo essen, und Hinweise, wo es edle Tropfen für Weinliebhaber gibt. Richtwerte bei Restaurants helfen bei der Wahl des passenden Lokals oder – das ist meine Interpretation – bei der Meidung eines Ortes, wenn gar keine Angaben gemacht werden (z. B. bei Riomaggiore).

Die beiliegende Straßenkarte (Maßstab 1:350.000) eignet sich nur für die Grobplanung, nicht aber vor Ort – dafür ist sie zu ungenau (ich kenne die Straßenverhältnisse persönlich gut). Hervorzuheben ist jedoch die Detailkarte der Cinque Terre im Maßstab 1:60.000, die sich zum Erkunden dieses Teils Liguriens gut eignet – aber keine echte Wanderkarte ersetzt.


Sehr umfassend, gut recherchiert und abwechslungsreich (nicht nur über Ausgrabungen)

Golf von Neapel, Ischia, Capri – Baedeker-Reiseführer

3. Auflage 2011; erschienen im MairDuMont-Verlag; ISBN 978‑3‑8297‑1313‑9

Sibyllengrotte von Cumae? Campi Flegrei? Insel Procida? Grotta dello Smeraldo? Ja, auch diese weniger bekannten, aber durchaus sehenswerten Orte und Inseln werden in diesem neu aufgelegten Baedeker-Führer beschrieben. Auch knapp 20 Seiten Informationen über das Cilento und Paestum bietet der 350‑seitige Führer – beides eigentlich nicht mehr im oder am Golf von Neapel gelegen, sondern gut 100 Kilometer südöstlich, aber unbedingt einen Besuch wert.

Die Villa Oplontis, eine eher unbekannte Ausgrabung zu Füßen des Vesuv, gilt unter Kennern als die besterhaltene Villenanlage aus römischer Zeit in dieser Region und wird sehr gut beschrieben – sogar mit einer ausklappbaren Karte. Wer Pulcinella und Totò sind, wo der echte Mozzarella herkommt, was es mit der ehemaligen Seilbahn auf den Vesuv auf sich hat, oder welche „capresischen Skandale“ die Insel bewegten – all das und vieles mehr findet sich in diesem Führer.

Allein diese „Kleinigkeiten“ zeigen, dass die Autoren die Region wirklich kennen und ein umfassendes Werk zusammengestellt haben. Dass alle bekannten Sehenswürdigkeiten wie Capri oder die Halbinsel Sorrent mit der Panoramastraße Amalfitana ausführlich beschrieben sind, versteht sich von selbst. Natürlich finden sich auch 60 Seiten über Neapel.

Wer Ausflüge ins kampanische Hinterland unternehmen möchte, findet Beschreibungen zu Benevent, Pietrelcina (Geburtsort von Padre Pio), dem pittoresken Sant’Agata de’ Goti, Capua oder Caserta mit dem beeindruckenden Königsschloss. Insgesamt enthält der Führer sieben Tourenvorschläge im und rund um den Golf.

Übersichtskarten, Innenstadtkartenausschnitte, zahlreiche Tipps und farblich hervorgehobene „Wussten Sie schon…?“-Hinweise, Informationsblöcke zu Restaurants und Hotels, grundsätzliche Informationen über Fähren im Golf, Adressen samt Internetlinks und gutes Bildmaterial bieten erstaunlich viel Wissenswertes über ein eigentlich kleines Gebiet Italiens. Auf Preisangaben wird verzichtet – sinnvoll, da sich Preise schnell ändern können.

Die Reisekarte im Maßstab 1:200.000 ist absolut ausreichend; für Überlandfahrten braucht man keine weitere Karte. Als „special guide“ gibt es noch 15 Seiten über Neapels Unterwelt: den Armenfriedhof, den Tunnel Borbonico, die Katakomben u. a.

Mir gefällt dieser sehr praktische Führer ausgesprochen gut.


Modern gestaltet, aktuell und umfangreich im Informationsangebot

Toscana, DuMont Reise‑Handbuch

Autorin: Nana Claudia Nenzel; erschienen als 1. Auflage 2011 im DuMont‑Verlag; ISBN 978‑3‑7701‑7705‑9

Von einem Reise‑Handbuch erwarte ich, dass ich beim Nachschlagen eines bestimmten Ortes oder Gebäudes zumindest eine Grundinformation finde, dass ich für eine Weingegend den einen oder anderen Winzertipp bekomme (alle anzuführen wäre unmöglich), dass ich auf Besonderheiten hingewiesen werde und hilfreiche Tipps erhalte – mehr als 70 an der Zahl. All diese Punkte erfüllt dieses neue Reise‑Handbuch vollauf.

Da findet sich meine Lieblingstrattoria „Buca delle Fate“ in Pienza ebenso wie der Hinweis, dass man sich im Ferienhäuser‑Weiler „Le Case del Borgo“ jeden Tag von einer anderen toskanischen „Mamma“ bekochen lassen kann. Auch lohnende Museumssammeltickets, Sicherheitshinweise, Szenentreffs oder Outlet‑Center werden erwähnt. Ein Spaziergang von Fiesole nach Florenz ebenso wie einer durch das Elsa‑Tal, das Palio von Siena oder der Alabaster von Volterra – alles ist enthalten.

Rund 470 Seiten, 16 Themen – vom Erdwärmekraftwerk Larderello bis zu den Grabtypen der Etrusker –, 34 Detailkarten und Stadtplanausschnitte sowie eine Reisekarte im Maßstab 1:375.000 mit Register, die für eine Rundreise mit dem eigenen PKW völlig ausreicht. Dazu Einkaufs‑, Essens‑ und Übernachtungstipps – kurz: alles, was man für eine Toskana‑Reise benötigt, hat die Autorin sehr aktuell zusammengetragen.

Was ich mir von einem Reise‑Handbuch nicht unbedingt erwarte, sind viele Bilder. Trotzdem bietet dieses Buch gut und gerne 70 (oder mehr) sehr gute, teilweise stimmungsvolle Fotos – vom Titelbild bis zur Abendstimmung auf der Piazza in Cortona. Auch inhaltlich kann ich, der 1983 erstmals als Reiseleiter in der Toskana unterwegs war, nichts beanstanden – wenn auch zugegeben: Ich habe noch nicht jede Seite gelesen. Aber beim nächsten Toskana‑Besuch ist dieses Reise‑Handbuch mein verlässlicher Begleiter.


Ein sympathisches Reise‑Taschenbuch mit viel „Seele“ und Tipps

Umbrien, DuMont Reise‑Taschenbuch

Autorin: Julia Reichardt; erschienen 2011 im DuMont‑Verlag; ISBN 978‑3‑7701‑7302‑0

Die Autorin lebt in Umbrien, liebt es – und genau so fallen ihre Beschreibungen aus. Ihre Lieblingsorte reichen vom „Lago di Pilato“ in den Sibillinischen Bergen bis zur Herberge „Casa sul Lago“ am Trasimenischen See. Bei den Übernachtungstipps erwähnt sie Klöster und Konvente, die meist einfache, aber stimmungsvolle Unterkünfte bieten, sowie Jugendherbergen – manche sogar mit Deckenfresken.

Apenninischer Wolf, die Etrusker, Perugino – der berühmteste umbrische Maler –, „Assisi im Widerstand“ (ein spannender Beitrag über Geistliche, die im Zweiten Weltkrieg Hunderten Juden das Leben retteten), 800 Jahre Franziskanerorden, ein Lehrer, der das Kruzifix aus seinem Klassenzimmer entfernte, die „Ape“ – das sympathische dreirädrige Gefährt –, „Slow Food Umbria“, Umbriens Spitzenweine und die Geschichte der umbrischen Filmindustrie – das sind einige der Themen, die Reichardt neben den Ortsbeschreibungen bietet.

Immer wieder weisen „Entdeckungstouren“ auf Besonderheiten hin, etwa die „Grotta di Monte Cucco“, eines der größten Höhlensysteme Europas mit 30 Kilometern Länge, oder die Geschichte von Hannibal und der Niederlage der Römer am Trasimenischen See. Auch ein Blick in die Kammern der Inquisition ist möglich – drei Seiten lang. Gewürzt werden die Beschreibungen mit persönlichen Erlebnissen: „Non son signor, son povero“ – „Ich bin kein Herr, ich bin arm“ – ist nur eine dieser Episoden, die dieses handliche Buch zu einem echten Reisebegleiter machen.

Natürlich gibt es zahlreiche Tipps zu Restaurants und Unterkünften sowie Hinweise für Aktivurlauber (Eselwanderungen, Schneeschuhtouren, Freeclimbing u. a.). Ein allgemeiner Sprachführer, ein kulinarischer Sprachführer und eine ausreichend detaillierte Straßenkarte komplettieren das Reise‑Taschenbuch.


Authentisch, aktuell und erstaunlich vielfältig im Inhalt für seine 120 Seiten

Neapel und Pompeji, DuMont direkt

Autoren: Gabriella Vitiello und Frank Helbert; erschienen 2011 im DuMont‑Verlag; ISBN 978‑3‑7701‑9584‑8

Die Autoren lebten zehn Jahre in Neapel – und das merkt man beim Lesen. Tipps, welche Stadtviertel sehenswert und welche (nicht mehr) gefährlich sind, Hinweise zu Theater, Kino, Jazz (!), Galerien, Einkaufsmöglichkeiten und vieles mehr. Beim Kapitel über Essen – wie könnte es anders sein – gibt es eines über Pizza und eines über das „typisch Neapel“. Erstaunlich ist die Vielfalt an Unterkunftshinweisen: „Preisbrecher“, „Verliebt übernachten“, „Gassenbettchen“, „Künstlerisch“ …

Schon in den „Schlaglichtern und Impressionen“ kommen Erlebtes und Erfahrungen zur Sprache: über Bürgermeister Bassolino und seinen Fall, über die Camorra. Der kurze geschichtliche Überblick ist besonders gelungen – knapp, aber treffend formuliert. Wer sich nicht nur in der Stadt, sondern auch rund um den Golf bewegen möchte, findet Hinweise zu den lokalen Bahnlinien: Circumvesuviana, Cumana, Circumflegrea.

15 Rundgänge mit sehr guten Detailkarten, Hinweisen, wo man gut essen oder trinken kann, und was besonders sehenswert ist: die Krippenstraße San Gregorio Armeno, Caravaggios „Sieben Werke der Barmherzigkeit“, Neapel unter der Erde im Tuffgestein, Kunstfahrt mit der Metro‑Linie 1, Mergellina und Posillipo – zwei wunderbare Stadtviertel, die man nicht versäumen sollte (aus eigener Erfahrung).

„Ein Tag Pompeji“ umfasst sieben Seiten, gefolgt von verschiedenen Ausflugstipps – Solfatara, Pozzuoli oder ein Inselbesuch auf Procida kann ich besonders empfehlen.

Natürlich gibt es auch einen ordentlichen Stadtplan mit Metro‑Karte, eine Umgebungskarte, ein Register und einen kleinen Sprachführer – eben alles, was diese DuMont‑Reihe auszeichnet. Dieser Führer gefällt mir trotz seiner Kleinheit sehr gut, weil er übersichtlich, lebendig, aktuell geschrieben ist und alle Informationen bietet, die ein Städtereisender auf einen Griff benötigt.


Reise durch das Land des Prosecco
Ein brauchbarer Führer mit vielen persönlichen Anmerkungen

Hans Messner, Reisejournalist, beschreibt eine eigentlich sehr kleine Region von vielleicht 20 × 30 km recht anschaulich – vor allem im Hinblick auf Gastronomie und Weinkultur. Zunächst erklärt er dem Leser, was der echte Prosecco ist, welche Arten davon ausgebaut werden und welche weiteren Weinsorten im Prosecco‑Gebiet zu finden sind. Dann führt er durch die Region, unterteilt in verschiedene Kapitel bzw. Reisevorschläge. Dabei erwähnt und beschreibt er Winzer, Agriturismi (landwirtschaftliche Betriebe, die eigene Produkte wie Wurst, Käse und Wein verkaufen und oft auch Gaststätten betreiben), einige Übernachtungsmöglichkeiten und gibt Besichtigungsvorschläge.

Bei den Lokalen und Winzern gibt er häufig Anreisetipps, Empfehlungen zu Speisen, Hinweise zum Preisniveau und allgemeine Hintergrundinformationen. Neben ausführlicher beschriebenen Betrieben ergänzt er stets eine kleine Liste weiterer empfehlenswerter Adressen – insgesamt weit über hundert.

Dass manche Beschreibungen subjektiv gefärbt sind, zeigt ein Beispiel aus Treviso: Die „Hosteria dai Naneti“ beschreibt er als „sehr traditionell“ … „Weintradition pur“ … „ganz wie es der Gast wünscht“. Dann folgen Sätze, die weder zum vorher Geschriebenen passen noch logisch wirken: „Diese Art von Gastlichkeit ist in den letzten Jahren leider stark zurückgegangen. Nicht zuletzt durch das Rauchverbot …“ Was hat ein Rauchverbot mit Gastlichkeit zu tun? Diesen Zusammenhang verstehe ich nicht.

Nicht geeignet ist die einzige Übersichtskarte in der hinteren Klappe: Auf der etwa 20 × 20 cm großen Karte nimmt das relevante Gebiet gerade einmal fünf mal fünf Zentimeter ein – großzügig gemessen.

Da der Inhalt ansonsten gut recherchiert ist – man spürt förmlich, wie Messner selbst von einem Lokal und Winzer zum nächsten reiste – finde ich dieses Buch dennoch gelungen. Auch deshalb, weil es über diese kleine Region kaum andere brauchbare Literatur gibt. Mit diesem Buch kann man zahlreiche kulinarisch‑önologische Betriebe problemlos ansteuern. Marion und Martin Assam, die Haus‑ und Hoffotografen des Verlags, haben zahlreiche Bilder beigesteuert, die überwiegend gut gelungen und sehr ansprechend sind.

Autor: Hans Messner; Bilder von Marion und Martin Assam
Erschienen 2011 im Carinthia Verlag (Verlagsgruppe Styria); ISBN 978‑3‑7012‑0057‑3


Friaul – Julisch Venetien, das große Reisehandbuch
Ein weiteres Buch der Friaul‑Kennerin Evelyn Rupperti aus Kärnten, Österreich (das an Friaul‑Julisch Venetien grenzt).

Dieses 250‑Seiten starke Buch kann ich ruhigen Gewissens als großes Handbuch bezeichnen, denn es behandelt wirklich alle Gebiete und Besonderheiten dieser Region. Vor allem findet man – endlich einmal – mehr Informationen über Karnien, den nördlichsten Teil Friaul‑Julisch Venetiens. Auch weniger Bekanntes wie die Grotten von Pradis, Castelmonte oder Sesto al Reghena wird erwähnt und kurz beschrieben.

Sehr praktisch: Bei jeder Region und jedem Ort findet man die wichtigsten Adressen (Fremdenverkehrsverein, empfehlenswerte Hotels, Restaurants oder Winzer). Ja, manchmal klingt es so, als hätte Rupperti all diese Adressen selbst getestet – und genau das macht die Texte so authentisch.

Interessant ist die Auflistung der wichtigsten – etwa 70! – örtlichen Feste und Brauchtumsveranstaltungen: das Karnische Salamifest in Enemonzo, das Fröschefest in Magnana in Riviera, das Fest der Bergküche in Sutrio oder das Stierfest in Corniolo, um nur einige zu nennen. Übersichtsstadtpläne (durchaus brauchbar) von Udine, Pordenone, Görz und Triest sowie ein Stichwortverzeichnis ergänzen dieses handliche Handbuch. Eben ein echtes „Reisehandbuch“.

Allerdings: Wer ein Kulturfreak ist, sollte zusätzlich einen detaillierten Kulturführer für die einzelnen Städte Friauls mitnehmen. Das Friaul‑Julisch Venetien – große Handbuch bietet zu allen Städten eine gut lesbare Übersicht über Geschichte und Sehenswürdigkeiten, geht aber nicht in die Tiefe.

Erschienen 2006 im Carinthia Verlag; ISBN‑10: 3‑85378‑593‑X; ISBN‑13: 978‑3‑85378‑593‑5


Friaul, Venetien mit Gardasee

Erschienen im Reise Know‑How‑Verlag, Bielefeld; mein Exemplar: Ausgabe 2004, 1. Auflage; ISBN 3‑8317‑1235‑2

Ich mag die Reise‑Know‑How‑Reihe wirklich gern: Darin findet sich alles, was der „durchschnittliche“ Tourist benötigt – Geschichtliches ebenso wie Aktuelles und Praktisches (Einkaufs‑ und Restauranttipps, einfache Übersichtskarten, Transporthinweise, Vorschläge für Aktivitäten). Die Bilder sind in Schwarz‑Weiß gehalten.

Reiseberichte von mir über die Region finden Sie …hier.


Marken – Italienische Adria

Gleich vorweg: Ich kenne die Marken seit vielen Jahren persönlich, und da es bisher nur wenige Reiseführer über diese Region gibt, war ich auf diesen neuen Führer besonders gespannt.

Schon das stimmungsvolle Titelbild der Piazza von Ascoli Piceno macht neugierig und Lust auf die Marken. Mir gefällt, dass Frau Krus‑Bonazza, Historikerin und Reisejournalistin, ihre 30‑jährige Italien‑Erfahrung in einen sehr fundierten und mit vielen wirklich guten Tipps gespickten Führer einfließen ließ, der sich zudem sehr angenehm liest. Besonders schön sind die Beschreibungen ihrer „Lieblingsorte“ – ob der Innenhof des Rossini‑Konservatoriums oder Santa Maria di Portonovo: reizvolle Orte, die den Charakter der Marken ausmachen. Wie mich begeistern auch sie die vielen Kleinode dieser Region, und sie berichtet teilweise sehr ausführlich darüber, etwa über die Zisterzienserabtei von Fiastra, Ascoli Piceno, Jesi, Sirolo oder Urbino.

Das Layout des Buches ist modern und ansprechend, die Einteilung übersichtlich, der Inhalt aktuell und sehr gut recherchiert. Neben den üblichen allgemeinen Grundinformationen gibt es zehn interessante Spezialkapitel, die sich u. a. mit dem weltberühmten Akkordeon aus Castelfidardo oder dem „Gold“ der Marken – dem Trüffel – beschäftigen.

Der Führer bietet gut gegliederte Beschreibungen der Orte und Gebiete der Marken (Übernachten, Essen & Trinken, Einkaufen, Aktiv & Kreativ, Abends & Nachts, Infos & Termine) sowie zehn Entdeckungstouren, die beispielsweise von der Linsenfeldforschung, einem Ausflug ins Markenschuhland oder dem Weinland Marken handeln. Etliche Bilder – allesamt von sehr guter Qualität, stimmungsvoll und aussagekräftig – lockern die Texte auf.

Bei Sehenswürdigkeiten, Restaurants und Hotels gibt es oft Hinweise zu Eintrittspreisen, Öffnungszeiten und Richtpreisen für Mahlzeiten und Übernachtungen, selbstverständlich mit Adressen, Telefonnummern und Internetlinks. Eine vernünftige Landkarte (1:420 000), Detailkarten und Stadtpläne, ein Register und ein italienischer Sprachführer machen diesen Führer zu einem wirklich guten, handlichen und brauchbaren Begleiter.

Da ich die wenigen am Markt befindlichen Führer für die Marken ebenfalls kenne, meine ich, dass dieser Führer im Moment (2010) der beste ist.

Lesen Sie dazu meinen Reisebericht über die Marken.

Erschienen 2010 im DuMont Reise‑Verlag als Reise‑Taschenbuch; ISBN 978‑3‑7701‑7330‑3


Die Marken – unbekanntes Italien zwischen Adria und Apennin

Es gibt nicht allzu viele Bücher über die Marken. Schade – und gerade deswegen finde ich diesen Band hilfreich, auch wenn er nicht im üblichen „Reiseführer“-Stil geschrieben ist.

Michael Sattler und Christiane Tolkmitt schrieben, Wolfgang Krammer fotografierte – die zweite Auflage von 2004 hat genau so viele Seiten wie die erste von 2001: 273. Von praktischen Informationen über gute Beschreibungen der Landschaften und Orte bis hin zu Rezepten marchegianischer (markedschanischer) Spezialitäten ist alles enthalten, was man braucht, um mehr als nur die Küste zu erleben.

Besonders praktisch sind die zwölf Tourenvorschläge, die fast alle „Geheimnisse“ der Marken beinhalten. Es gibt nicht viele wirklich brauchbare Reiseführer über diese Region – dieses Buch, in der ersten Ausgabe, diente mir selbst als Reiseleiter fast als einzige Informationsquelle – und das zur vollsten Zufriedenheit meiner Gruppe.

Lesen Sie dazu meinen Reisebericht über die Marken.

Erschienen im Verlag Carinthia; ISBN 3‑85378‑569‑7


Cinque Terre und ligurische Küste, von Genua bis Portovenere

Christoph Hennig, Leiter zahlreicher Kunst‑ und Wanderreisen in Ligurien, bietet in diesem Buch genau das, was Besucher der Cinque Terre suchen: geschichtliche Grundinformationen, mehrere Wandervorschläge samt kleinen Kartenübersichten, Hinweise für das richtige Wandern, Tipps zu Essen und Übernachten und viele andere hilfreiche Informationen.

Er beschreibt Sehenswürdigkeiten und berichtet in mehreren Kapiteln auch über die Menschen dort und ihre Eigenheiten.

Erschienen im Oase Verlag, Badenweiler; ISBN 3‑88922‑062‑2


Wandern in der Toskana

Erschienen im DuMont Reiseverlag, Reihe Aktiv, 2010, ISBN 978-3-7701-8027-1, Autor: Christoph Hennig.

Von der kurzen Wanderung bis zu mehrtägigen Wandererlebnissen.

Christoph Hennig ist ein "alter Fuchs", was das Wandern in Italien angeht. Schon in den 1990er-Jahren haben mich seine Bücher beeindruckt, weil sie praktisch, informativ und kompakt waren. Nicht anders diese fünfte, aktualisierte Auflage des Wanderführers durch die Toskana.

Ich meine, ich kenne die Toskana wirklich gut; doch nach dem Lesen dieses Wanderführers gibt es mindestens zwei Orte, die ich noch nicht kannte. Ob der Hinweis auf Hunde auf einer Mauer, die aber nicht beißen, ein Hohlweg, den die Etrusker vor mehr als 2 500 Jahren schufen, oder ein Hotel im Chianti-Gebiet, das den Gepäcktransport organisiert – es hat mich erstaunt, wie vielfältig und informativ Hennigs Hinweise sind.

Zwar konzentrieren sich die Wandervorschläge auf das Landesinnere dieser Region, doch es finden sich auch schöne Tipps für das angrenzende Umbrien (Raum Trasimenischer See) und das nördliche Latium (Raum Bolsenasee), meine persönliche Lieblingsgegend Italiens. Wer nun glaubt, er müsse ein durchtrainierter Ausdauerwanderer sein, irrt. "Im Hügelmeer der Crete" bietet Hennig beispielsweise eine wirklich bezaubernde Wanderung westlich von Pienza in der Südtoskana an: Zwei Stunden dauert sie und führt über acht Kilometer faszinierende Südtoskana-Landschaft. Den Weg von Montalcino zum Kleinod Sant'Antimo sollten Sie unbedingt einmal gehen – das ist für mich die Toskana pur.

Wer den Heiligen Berg "La Verna" kennenlernen möchte, wo der hl. Franziskus seine Wundmale empfangen hatte, findet in diesem Buch einen Vorschlag. Am Ende des Buches gibt Hennig noch zwei besondere Wanderrouten: fünf Tage durch das Chianti und elf Tage zwischen Siena und dem Bolsenasee.

Reiseberichte von mir über die Region finden Sie ...hier.


Toskana

Erschienen im DuMont Reiseverlag, Reihe "Richtig Reisen". Mein Exemplar: Ausgabe 1996, ISBN 3-7701-3477-X.

Genau so stelle ich mir einen modernen Reiseführer für eine Urlaubsreise vor! Geschichten und Geschichte wechseln einander ab, Übersichtskarten, ein ausführlicher Infoteil und schöne Fotos machten auch diesen Reiseführer zu einem langjährigen Wegbegleiter für mich.

Reiseberichte von mir über die Region finden Sie ...hier.


Italien

von Eberhard Fohrer, erschienen im Michael Müller Verlag.

Die mir vorliegende Ausgabe von 2000 umfasst auf rund 800 Seiten so ziemlich alles, was Italien betrifft: von der Anreise über "A–Z" und die Beschreibung aller Regionen mit Sehenswürdigkeiten und Tipps wie "Kurios" oder "Eher abzuraten" bis hin zu Essens- und Übernachtungsempfehlungen. Kleine Übersichtskarten und viele nützliche Informationen lassen sogar für mich als langjährigen Italienexperten immer wieder etwas Neues entdecken.