Literaturtipps, Reiseliteratur, kulinarische Bücher ...gelesen von Peter Krackowizer 


   Bücher über Deutschland

Im Laufe der Jahre haben sich nun einige Rezensionen von Büchern über Deutschland ergeben.

Bücher auf dieser Seite:

Wunderwelt Wattenmeer Delius-Klasing Verlag
Straßen der DDR Delius-Klasing Verlag
Hamburg Michael Müller Verlag
Chiemgau und Rupertiwinkel Anton Pustet Verlag
Törnführer Nordseeküste 1: Cuxhaven bis Den Helder
Vier Zimmer, Küche, Boot: Das Hausbootabenteuer
Bodensee Baedeker Reiseführer
Rhein-Neckar DuMont Reise-Taschenbuch

  • Wunderwelt Wattenmeer

    Buchtitelbild von: Wunderwelt Wattenmeer.

    Faszinierende Bilder, trickreiche Natur und viel Wissenswertes

    Wie filigrane Muster durchziehen die vom Wasser gegrabenen Priele die Landschaft, der Leuchtturm Westerheversand blinkt aufs offene Meer, vom Sturm aufgepeitschtes Meer füllt eine Seite, eine Strandkrabbe streckt doppelseitig ihre Scheren dem Fotografen entgegen und blickt „furchterregend“ in die Kamera, orange schillert eine Seeanemone im tiefblauen Wasser, eine Strandkrabbe sucht Schutz in einer geöffneten pazifische Krabbe, ein Vogelküken pickt gerade eine noch kleinere Babykrabbe als Futter auf … das sind einige der ganz- oder doppelseitigen, begeisternden Aufnahmen von Martin Stock.

    Tim Schröder schildert in 15 Kapiteln, wie Leben im Wattenmeer funktioniert, welche Tiere hier leben und welche Probleme es gab oder gibt. Es werden Entstehen, Sterben und Bedeutung von Dünen beschrieben. Es gibt Pflanzen, die dem Salz, Sand und Wasser trotzen. Ausführlich wird die Tierwelt über und unter Wasser behandelt. Die Rede ist von den „Small Five“ und den „Big Five“, ganz wie bei Safaris in fernen Ländern, nur eben im Wattenmeer und alles in „Bonsai-Größe“. Und ihre Überlebenstechniken bestehen in Schnabeltechniken, Strategien gegen oder richtiger mit Salz sowie Verstecken in Seegras u. a.

    Wenn Sie wissen möchten, ob Austernfischer tatsächlich Austern essen, welche Vogelart jährlich 90 000 (!) Flugkilometer zurücklegt und dabei einen Stopp im Wattenmeer einlegt, wozu der Pickfleck bei den Silbermöwen dient und wozu Strandhafer notwendig ist, sollten Sie sich dieses Buch besorgen! Einmalige, scharfe, teilweise unglaubliche Bilder, emotionale Aufnahmen vom Watt, Meer und Himmel sowie interessante, kurz gehaltene Texte machen dieses Buch zu einem Erlebnis.

    Autoren Martin Stock, Tim Schröder; erschienen 2020 im Verlag Delius-Klasing, ISBN 978-3-667-11860-0


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    gelesen 2020
  • Straßen der DDR

    Buchtitelbild von: Straßen der DDR.

    Vielfältige eindrucksvolle Schwarzweiß-Momente einer vergangenen Epoche

    Als Student, der Foto-Film Design studierte, brach Michael Krone im Mai 1990 zu einer 4000 Kilometer lange Reise durch die Deutsche Demokratische Republik auf. Gerade erst, im November 1989, war die Mauer gefallen und Krone wollte sich ein fotografisches Bild von der DDR machen.

    Das ist im gründlich gelungen und aus heutiger Sicht, 20 Jahre später, ein interessantes Zeitzeugnis. Auf 240 Seiten in größerem Format zeigt Krone Landschaften, Gebäude, Personen und Stimmungen, wie er sie nur wenige Monate nach der Öffnung der DDR gesehen und erlebt hatte. Trabant, IFA-Lkw, Dacia-Pkw, Wartburg – sie kommen auf fast allen Bildern vor, die Straßen mit Kopfsteinpflaster, moderne Bauten aus der DDR-Zeit, verkommene Bahnhöfe, Menschen, in deren Gesichtern man manchmal Ratlosigkeit sehen vermag, ländliche Idyllen, Fachwerkhäuser und anderes zeigen.

    In 18 Kapitel gliedert Krone seine 396 Schwarzweißbilder, von Magdeburg über MZ-Motorräder und Silberbergbau bis hin nach Thüringen. Es sind viele Kuriositäten, die Krone da sah und abbildete. Beispielsweise zeigt er auf zwei Seiten einen Tempo-Dreirad-Lieferwagen, einen IFA F8 Kombiwagen oder eine Bahnwärterin, die gerade einen Schranken mit Hand kurbelt. Er besuchte die Pferderennbahn von Dresden, auf der im Frühjahr 1990 noch in DDR-Mark gewettet wurde. Und da möchte ich auch erwähnen, dass Krone seine Bilder wirklich sehr gut beschreibt. Beispielsweise erklärt er beim Bild über das Bauhaus in Dessau auch kurz die Geschichte. So versteht der Leser besser, was er sieht und welche Bedeutung gerade dieses Gebäude hatte. Gleiches macht er bei den Bildern über das MZ-Werk in Zschoppau. Alle Bilder sind in sehr guter Qualität und Schärfe, wie man es sich von einem Foto-Design-Studenten erwarten konnte.

    Nicht versäumen sollte man das Lesen der Einleitung des Autors und des Essays von Peter Richter zu Beginn des Buches, die sehr aufschlussreich sind und mich auch manchmal schmunzeln ließen. Krone hat diese zweite Auflage neugestaltet und Anregungen der ersten aufgegriffen. Ich kenne nur seine zweite Auflage, aber diese finde ich interessant und gut aufbereitet.

    Autor Michael Krone, erschienen 2006 im Verlag Schneider Media UK Lt., Vetrieb Verlag Delius-Klasing, ISBN 978-3-667-11663-5


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    gelesen 2020
  • Chiemgau und Rupertiwinkel: Über Königsschlösser, Lüftlmaler und Zauberberge

    Stimmungsvolle Bilder und Unbekanntes aus dem südöstlichen Eck Bayerns

    Wallfahrtsorte, über Klöstern, von Chiemseemalern und merkwürdige Personen sowie vieles andere mehr offenbart dieses ausgesprochen gut gelungene Buch. Da schreibt Pfarl vom „verreckten Mammut von Siegsdorf“, Leonhardsbrunnen von Leonhardspfunzen, von der Höhlenburg Stein an der Traun, von der einsam gelegenen Kapelle und dem immer noch bewohnten Einsiedlerhäuschen in Kirchwald bei Nußdorf, von Schlössern, wie dem Schloss Wildenwart, das eine bedeutende Rolle im Schlussakt der bayrischen Monarchie spielte und anderem.

    Pfarl schreibt in gut lesbaren Stil, nicht zu viel und doch so viel, dass der Leser neugierig wird und selbst einmal zu diesem oder jenem Ort möchte. Vom Alois Irlmaier, einem Hellseher von Freilassing hatte ich schon gehört. In diesem Buch konnte ich mehr über diese Persönlichkeit nachlesen. Georgiritt, Ratschenbuben, Totenbretter, Pfarl bringt viele Themen aus dem Chiemgau und Rupertiwinkel. Am Ende des Buches gibt es ein Ortsverzeichnis von A wie Ainring bis W wie Wonneberg. Danach folgt noch ein umfangreiches Literaturverzeichnis. Auf den vorderen und hinteren Einbandseiten des Buches gibt es eine doppelseitige sehr genaue Landkarte, in der alle Orte eingezeichnet sind.

    Was das Buch aber erst zu dem werden lässt was es ist – ein wunderbares Lesebuch mit Bildern - ein Bilderbuch mit Texten - sind die stimmungsvollen und ausdrucksstarken Bilder von Toni Anzenberger. Mystischer Nebel steigt da auf einem Bild vor dem Kloster Seeon auf, im Abend- und Scheinwerferlicht liegen ruhig die Ausflugsboote am Chiemsee, bei Maria Eck leuchten Früchte dunkelrot vom Blitz erhellt im Vordergrund, während die Wallfahrtskirche im Hintergrund sich unter tiefblauem Himmel zeigt oder Sonnenstrahlen durchdringen einen Wald wie Scheinwerferstrahlen. Anzengruber zeigt die fast kitschig anmutende Lüftelmalerei und stimmungsvolle Bilder von Landschaften und Kleindenkmälern.

    Und wenn Sie jetzt wissen wollen, wer die Maria Furtner, die Wassertrinkerin von Frasdorf war, müssen Sie sich einfach nur dieses wirklich gut gelungene, interessante, ja teilweise spannend geschriebene Buch besorgen!

    Autor Peter Pfarl, erschienen 2016 im Verlag Anton Pustet Salzburg, ISBN 978-3702508210

    gelesen im Oktober 2016
  • Hamburg Reiseführer

    276 Seiten spannend geschriebene Geschichten und aktuelle Erlebnismöglichkeiten

    276 Seiten, 165 Farbbilder, sieben Touren, zwölf Übersichtskarten, bei jeder Tour Restaurant-, Einkaufs- und Nachtleben-Tipps, dazwischen Geschichten über das Alsterwasser, den FC St. Pauli, den Paternoster, den Fleetenkieker und anderes, insgesamt 21 „Alles im Kasten“.

    Selten, dass ich 18 Seiten Geschichte einer Stadt mit so viel Interesse gelesen habe. Dabei erfährt der Leser auch, wer Störtebeker war und was es mit dem Duell mit Georg Friedrich Händel auf sich hat. Wissen Sie, weshalb die Speicherstadt entstanden ist? Das und vieles mehr lesen Sie im Hamburg-Führer von Matthias Kröner. Mittels Verweise auf Seitenzahlen kann man schon aus dem Kapitel Geschichte heraus weitere Informationen nachlesen.

    Bei „Hamburg von A bis Z“ scheint Kröner auf nichts vergessen zu haben: ob Naturbad in der Stadt, wo man Fundsachen abholen kann, dass man im Stadtpark Grillen darf, was für Kinder sehenswert ist, über die schwul-lesbische Szene u.a. Unterwegs kann man in Hamburg mit verschiedenen Verkehrsmitteln sein, es gibt geführte Fahrradtouren und dass man für einen Helgoland-Ausflug bis zu 88 Euro rechnen muss, erklärt der Autor auch näher. Übernachten, Essen und Trinken, Kulturleben, Veranstaltungen – letztere führt er Monat für Monat an!

    Diesen Kapiteln schließen sich dann die sieben Touren auf gut 170 Seiten mit Detailübersichtskarten an: Hafen, St. Pauli, Neustadt, Altstadt, St. Georg und Außenalster, Ottensen und Altona-Altstadt, Elbufer sowie Grindelviertel, Schanzenviertel und Eppendorf. Ein Kapitel über Ziele außerhalb des Zentrums komplettiert die Beschreibungen. Wer sich für studentisches und jüdisches Leben in der Elbmetropole interessiert, wird beim Kapitel Grindelviertel fündig, im Schanzenviertel erlebt der Besucher ein alternatives Altbauquartier. Durch Eppendorf, zum Tierpark Hagenbeck und auf den Olsdorfer Friedhof führen Touren außerhalb des Zentrums. Wer ein Portugiesenviertelchen in Hamburg sucht, wird in diesem Führer ebenso gut informiert, wie jener, der wissen möchte, ob man den alten Elbtunnel mit Pkw befahren kann.

    Ob Reeperbahn (warum die wohl so heißt?), der Michel, der Fischmarkt, Sankt Pauli, der kilometerlange Spaziergang um die Außenalster, das Geldvernichtungsmonster Elbphilharmonie und vieles mehr beschreibt Kröner in gutem Stil, nicht marktschreierisch oder übertrieben, aber mit viel Recherchearbeit, wie man aus seiner Einleitung herauslesen kann.

    Ich muss wirklich bald wieder einmal nach Hamburg, in die flächenmäßig die Städte Köln und München locker hineinpassten. Matthias Kröner hat mit seinem Stil und der Fülle an Besichtigungsmöglichkeiten und Information einen echten Reiseverführer geschrieben.

    Autor Matthias Kröner, erschienen 2016 im Michael Müller Verlag in der Reihe 'Individuell reisen mit vielen praktischen Tipps' (MM-City), ISBN 978-3-95654-235-0


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    gelesen im April 2016
  • Törnführer Nordseeküste 1: Cuxhaven bis Den Helder

    Nicht nur für Segler interessant, sondern auch für Landratten

    Ein Leser einer meiner Rezensionen über ein Kochbuch mit gutem Bildmaterial schrieb als Kritik, dass meine Rezension nichts wert sei, weil ich die Rezepte nicht selbst gekocht hätte und nur das Buch beschrieben, wie ich es erlebt hatte. Nun werde ich wohl von den Seefahrern kielgeholt, weil ich als noch niemals mit einem Segelboot (mit)gesegelte Landratte über einen Törnführer schreibe. Doch nicht jeder Leser kauft sich ein Buch des Kochens oder Segelns willen.

    Beispielsweise ich wollte einfach einmal über diesen Teil der Nordseeküste etwas erfahren. Und ich wurde als Landratte nicht enttäuscht. Denn offensichtlich ist der Autor nicht nur ein erfahrener Segler, sondern auch ein guter Buchautor. Er beginnt nämlich gleich zu Beginn mit zehn Seiten Grundinformation über Gezeiten, Wasserstand und –tiefe, Wind, Navigation und Ausrüstung, wobei er die Grundlagen der Seemannschaft voraussetzt. Fehlendes Wissen konnte ich teilweise gut im Internet nachlesen. Die nächsten elf Seiten im Buch beschäftigen sich u. a. mit dem richtigen Berechnen der Wassertiefe, dem Seewetterbericht, Tidenhäfen, dem Trockenfallen und den zehn Sicherheitsregeln – alles wirklich gut erklärt und für mich verständlich.

    Dann geht es los mit den Beschreibungen der verschiedenen Törngebieten. Wer jetzt denkt, da stünde nur Unverständliches für eine Landratte, der irrt. Natürlich beschreibt der erfahrene Autor die Ansteuerungen, auch ob nachts empfehlenswert oder nicht, er berichtet detailliert über die Hafen-, Schleusen- und Ankerplätze; aber er beschreibt auch die Seebeschaffenheit, wo welche Hochseefrachter gelöscht werden und über die Inseln selbst. So gibt er beispielsweise einen Einblick in die Geschichte von Inseln wie bei Norderney oder beschreibt die romantische Insel Spiekeroog. Interessant seine Informationen zu Wangerooge. Auch am Festland weist er auf Sehenswürdigkeiten hin.

    Übersichtskarten mit Fahrwasserrouten, Tabellen mit Wattenhoch, Wassertiefen u.a. anderen Angaben bietet der Autor ebenso wie Tipps zu Wahrschau – ja, das ist so ein Wort, das ich im Internet nachgelesen habe. Durchaus informative und abwechslungsreiche Bilder ergänzen dieses Buch, sodass ich auch als Landratte einen guten Überblick über diesen Teil der Küste erhalten und einiges an Fachwissen gelernt habe. Und der Segler wird viele hilfreiche Tipps darin finden, damit er nicht festkommt oder Häfen ohne Spritkaufmöglichkeit ansteuert. Interessant auch ein Tipp, den Werner immer wieder gibt, wenn die Wetter- oder Wasserverhältnisse auf einmal schlecht werden sollten: Ab nach Helogland!

    Autor Jan Werner, erschienen 2016 im Delius Klasing; Auflage: 8, ISBN 978-3667104373


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    gelesen im April 2016
  • Vier Zimmer, Küche, Boot: Das Hausbootabenteuer

    Gut geschrieben, aber irgendwie ein ewiger Kampf um Gemütlichkeit

    Es scheint ein ewiger Kampf mit Behörden, Anrainern und technischen Problemen zu sein, wenn man ein Hausboot besitzt. Zumindest in Berlin, wo die Familie Eisenhardt auf einem solchen lebt. Und hat es gerade einmal selbst etwas Frieden, erfährt die Autorin von Bränden und Untergängen anderer Schiffe. Auch von ungebetenen Gäste am eigenen wie auch Schiffen von Bekannten weiß sie zu berichten.

    'Die Moral von der Geschichte' ist das letzte Kapitel und von den drei Seiten gibt eigentlich nur der letzte Satz eine Antwort darauf: 'Dieses Schiff wird glücklich machen,', aber das ist eine andere Geschichte'. Nun ja, die Familie Eisenhardt scheint zwar dem Buch nach nicht unglücklich zu sein, aber so richtig glücklich wohl auch nicht. Jedenfalls fehlen dazu Geschichten, sieht man vom Kapitel 'Hausboot-Romantik' ab.

    Die Autorin, die beruflich als Journalistin tätig ist, schreibt durchaus angenehm lesbar und in gutem Stil. Es ist eben der Inhalt, der bei mir den Eindruck erweckt, es sei ein ewiger Kampf und so recht zu genießen scheint die Familie ihren Wohnsitz auch nicht zu können. Aber das mag jetzt mein Eindruck sein. Die Farbbilder geben einen Einblick in die Entstehungsgeschichte des Hausboots und vom Leben an Bord. Wobei mir vom Leben an Bord doch etwas wenig in den Geschichten vorkommt. Es überwiegen technische und behördliche Probleme sowie Schilderungen von Problemen anderer Hausbootbesitzer oder anderen unangenehmen Ereignissen.

    Dass das Boot um ¤ 10.137 ersteigert wurde ist eine der ganz wenigen konkreten Zahlen in diesem Buch über Kosten. Beim Lesen kam mir dann des Öfteren der Gedanke, dass diese oder jene Reparatur, Nutzungsgebühr oder Anschaffung doch einiges gekostet haben dürfte. Ob sich also ein Hausbootkauf als Kostenvorteil gegenüber einem Haus- oder Eigentumswohnungskauf darstellen könnte oder nicht, lässt sich aus dem Buch nicht herauslesen. Aber ohne Ausdauer, Mechaniker- und Reparaturkenntnissen und zeitweisem Komfortverzicht sollte man sich kein Hausboot zulegen, meine ich.

    Autorin Uta Eisenhardt, erschienen 2016 im Verlag Delius Klasing, ISBN 3-7025-0536-9


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    gelesen im April 2016
  • Bodensee

    Ein praxiserprobter Führer mit kleinen Verbesserungsmöglichkeiten

    Ich war nun zum dritten Mal am Nordufer des Bodensees unterwegs. Diesmal mit dieser 11. Auflage des Baedekers. Dieser besteht standardmäßig aus einer Karte im Maßstab 1:200.000, die sehr genau ist und zahlreiche Details wie Sehenswürdigkeiten-Kennzeichnung mittels eines Sterns u.a. bietet, aus einem kleinen Baedeker special guide, der Feste, Festivals und andere Veranstaltungen rund um den See beschreibt (mit Internetadressen) und dem Führer selbst mit rund 270 Seiten.

    Ich fand zu allen von mir besuchten Orten ausreichende Beschreibungen zur Orientierung. Kleine Karten, z. B. von den Kirchen und dem Münster auf der Insel Reichenau, haben mir das Auffinden von kulturell interessanten Objekten in diesen Gebäuden erleichtert. Ein Plan der Insel Mainau samt kurzer Rundgangbeschreibung ist für all jene Besucher hilfreich, die noch nie dort waren. Bei der Kassa erhält man dann sowieso einen aktuellen Plan mit allen Sonderausstellungen und pflanzlichen Besonderheiten. Das Bildmaterial ist durchwegs gut und ansprechend, kann aber natürlich nicht den Anspruch auf den letzten Stand der Dinge erheben (z. B. Bild Mainau von Schloss und Kirche: hier wurde baulich einiges verändert gegenüber dem Bild im Baedeker). Die Übersichtskarten, die es von vielen Orten gibt, z. B. Lindau oder Meersburg, helfen dem Besucher, die Parkplätze zu finden und die Attraktionen zu lokalisieren.

    Etwas zu wenig scheinen mir die Tipps zu sein. So fehlt mir der Hinweis, dass es von Unteruhldingen eine kurze Schiffsverbindung zur Insel Mainau gibt (Parkplatz Unteruhldingen ¤ 5.--/Tag, Kombiticket Schiff + Eintritt Mainau ¤ 22.--), wer nicht mit der Autofähre (ca. ¤ 22.—Pkw/hin und retour) nach Konstanz möchte und dort zur Insel fährt (Parkplatzgebühr ¤ 4.--) oder den teureren Parkplatz bei Meersburg wählt (¤ 0,80/Stunde). Bei Eriskirch fehlt gänzlich der Hinweis zur alten Holzbrücke (1828) über die Schussen. Bei Friedrichshafen wird das eingezeichnete „Graf-Zeppelin-Haus“ nicht erklärt und der sehr praktische Hinweis auf das Parkhaus unmittelbar neben dem Zeppelin-Museum fehlt ebenso. Auch klärende Hinweise in Nonnenhorn zur Jakobuskirche und dem Torkel scheinen zugunsten ausführlicherer Darstellungen vom Zeppelin-Museum (mit Museumsplan), dem Münster Konstanz (mit ausklappbaren Schnittzeichnungsbild) oder der Burg Hohentwiel (aufklappbarer Plan) keinen Platz mehr gefunden zu haben.

    Die einleitenden allgemeinen Kapitel über Geschichte, Persönlichkeiten, Übernachten usw. fallen mit rund 100 Seiten durchaus zufriedenstellend aus. Drei Touren am Bodensee mit kurzer Beschreibung sind ebenfalls hilfreich. Insgesamt ein brauchbarer Reiseführer, der vielleicht in der 12. Auflage auch diese kleineren Mängel noch beheben wird.

    Erschienen 2011 im Karl Baedeker Verlag, 11. Auflage, ISBN 978-3-8297-1292-7
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    gelesen im August 2011
  • Rhein-Neckar

    Bietet übersichtlich viele Tipps für einen abwechslungsreichen Aufenthalt in einer geschichtsreichen Region

    erschienen 2010 im DuMont Reiseverlag als DuMont Reise-Taschenbuch, ISBN 978-3-7701-7315-0

    Wer beispielsweise Speyer zu seinem Urlaubsort erkoren hat, kann an Hand dieses Reiseführers eine Fülle von Ausflügen im Umkreis von 30 bis 50 km unternehmen. Im Westen bietet sich das Pfälzer Weinland mit romantischen Weinschenken an, im Norden die historischen Städte Worms, Lorsch und Schwetzingen, im Osten der Odenwald mit Neckartal und Heidelberg und in der näheren Umgebung wartet Schwetzingen, die Sommerresidenz der Kurfürsten, darauf, entdeckt zu werden.

    Ob Limes, Burgen, Theater- und Musiklandschaft, Studentenlokale in Heidelberg, Feste wie das Hambacher Fest, Wein, die Metropolregion um Mannheim, der Geopark Bergstraße-Odenwald, das Rheinland-Pfalz Ticket für großräumigen Nahverkehr oder Pfälzer Waldeslust – dieser Führer ist voll mit Ideen für Unternehmungslustige. Die Bilder und Beschreibungen strahlen für mich Gemütlichkeit und Geruhsamkeit aus, führen mich als Leser in einen noch fast beschaulichen Lebensstil im Südwesten der Bundesrepublik Deutschland.

    Interessant finde ich den „Streifzug durch das studentische Heidelberg“ mit allerlei Hinweisen, zu welchen Preisen man wo essen kann, wie die Marstall-Mensa, wo jedermann essen gehen kann. Auch den Hinweis auf „Steffels Hostel“ in Heidelberg (30 Euro die Nacht) finde ich sehr hilfreich, wie viele andere Tipps auch. Der Führer kann zwar aufgrund der Fülle von Möglichkeiten nicht in die Tiefe gehen, ist aber für einen Urlaub, der Kultur und Natur verbinden sollte, sicherlich eine brauchbare Hilfe.

    Die Autoren: Gisela Atteln, sie stammt aus dem Frankenland, Bayern, lebt aber in der Weinregion der Pfalz; Helmuth Bischoff lebt seit mehr als 30 Jahren in Heidelberg und ist freier Journalist, der schon mehrere DuMont-Bände betreut hat;
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    gelesen im Jänner 2011

Bilder


Peter Krackowizer, Reise-Experte aus Neumarkt am Wallersee bei Salzburg, Österreich