„Bücher sind Schiffe, welche die weiten Meere der Zeit durcheilen.“
Francis Bacon (1561–1626) englischer Philosoph, Staatsmann und Naturwissenschaftler

Reisebücher über Europa

Istrien, eine Liebeserklärung
Lissabon (DuMont Reise-Taschenbuch)
Hurtigruten – Kreuzfahrt-Guide
Lissabon (Baedeker)
Bulgarien
Themse, Tod und Tower
Schottland (DuMont Reise-Handbuch)
Island
Dublin
Verliebt in Lissabon
Dänemark
Mittel- und Nordengland
Mythos Alpen
Istrien, das große Reisehandbuch

Istrien, eine Liebeserklärung an das Land, seine Menschen und seine Kultur

Istrien, eine Liebeserklärung an das Land, seine Menschen und seine Kultur

Kein Reiseführer im herkömmlichen Sinn, aber mit sehr viel Information und Geschichten.

Autoren: Friederike, Ulrike und Alfred Goldschmid, erschienen 2013 im Verlag Edition Tandem, Salzburg, Wien. ISBN 978-3-902606-79-2

Ein Universitätsprofessor entdeckte als Student seine Liebe zum damaligen noch jugoslawischen Istrien, eine gelernte Buchhändlerin verliebte sich nicht nur in den Universitätsprofessor, sondern ebenfalls in Istrien, und des Professors erste Frau konnte sich den Reizen der Menschen und der Landschaft auch nicht entziehen. Zusammen trugen sie selbst Erlebtes aus mehr als fünf Jahrzehnten und Geschichtliches über ein Gebiet zusammen, das halb so groß wie das Bundesland Salzburg ist.

Die drei erzählen Begebenheiten, die sie bei ihren Reisen an der Küste und im Hinterland Istriens erlebt hatten, und flechten dabei viel Wissen und Geschichte ein. Dieses Buch kann man fast nicht in einem Zug lesen, so viel Interessantes und Wissenswertes birgt der Text. Da diese Halbinsel – der größte Teil gehört heute zu Kroatien, ein kleinerer zu Slowenien und ein ganz kleiner Rest zu Italien – über Jahrhunderte zur Seerepublik Venedig und später zum Habsburgerreich gehörte, widmen die Autoren diesen beiden Geschichtsepochen besonders breiten Raum.

Da Alfred Goldschmid unter anderem Professor für Biologie und Zoologie ist (seine erste Frau Ulrike studierte ebenfalls Zoologie), finden sich im Buch naturgemäß etliche Beiträge zu diesen Themenkreisen. Beispielsweise über die Mitwirkung k.u.k. Österreichs an der Meeresforschung am meeresbiologischen Institut in Rovinj. Er beschreibt seine Erlebnisse mit Sardinenfischern und erklärt in einem Kapitel alles über Fische vor dieser Küste. Ein unterhaltsamer Beitrag schildert die Geschichte eines Fisches mit einem Stein im Ohr.

Wie erlebten die Autoren Balle/Valle 1967 und wie sah es 2012 dort aus, wie hat sich die frühromanische Basilika Sv. Foško verändert, was ist in Muggia sehenswert, erstaunlich viel Geschichte über die Orte Izola und Piran, was ist Savudrija, ein Totentanz in den Bergen, Geschichten von „altösterreichischen“ und „altitalienischen“ Einwohnern, wohin ein See verschwindet, ein Kapitel über die einst österreichischen Brioni-Inseln – befreit von Malaria wurden sie zu einem k.u.k. „Monte Carlo“ an der Adria –, über starke Frauen aus Savrinja und vieles mehr.

Die jüngere Geschichte beginnt mit Pola und der k.u.k. Marine, führt über den Zerfall der Monarchie hin zu Faschisten, Partisanen, Foibe und Esuli – allesamt eher düstere Kapitel in der Geschichte Istriens. Zum Ende des Buches beschäftigen sich die drei noch mit der Sprachenvielfalt und der aussterbenden Sprache Istrorumänisch sowie mit den Themen Musik und Fresken.

Über 400 Bilder gibt es im Buch, meist zwar sehr klein und nicht immer in bester Qualität, aber dafür die Texte sehr bereichernd, weil bildlich darstellend, was geschrieben wurde. Etliche historische Aufnahmen und Bilder von Personen, von denen die Autoren erzählen, ergänzen das Werk. Einziger Wermutstropfen ist das Fehlen eines Stichwortverzeichnisses, was angesichts der Datenfülle und der 314 Inhaltsseiten hilfreich gewesen wäre.

Ich habe jetzt sicherlich nicht alle Themen dieses Buches erwähnt. Es ist auch kein Reiseführer im herkömmlichen Sinn, sondern – wie der Titel verspricht – eine Liebeserklärung an ein Land und seine Menschen. Kein Buch für den eiligen Touristen, sondern für Menschen, die Istrien wirklich kennenlernen möchten. Sehr empfehlenswert!

gelesen im Oktober 2014

Lissabon

Lebendige und detaillierte Beschreibung einer sehenswerten Stadt.

erschienen 2014 im DuMont Reiseverlag als DuMont Reise-Taschenbuch, 5. Auflage, ISBN 978-3770173655

Mein letzter Aufenthalt in Lissabon liegt schon ein paar Jahre zurück. Was hat sich getan und ist die Stadt immer noch so attraktiv wie ich sie in Erinnerung habe? Jürgen Strohmaier hat mir beide Fragen mehr als zufriedenstellend beantwortet.

Schmunzeln musste ich über seine Zeilen zum Thema „Nur wenig Zeit? Lissabon zum schnellen Kennenlernen“. Denn wer nur für ein paar Stunden in diese Stadt reist, dem ist nicht zu helfen. Lissabon ist eine Stadt, in der man sich wohlfühlt und in der man mehrere Tage bleibt – bleiben kann.

Keine Sorge, es gibt auch ein großes Angebot fürs Nachtleben. Auf sechs Seiten bietet Strohmaier Adressen von Bars, Szenetreffs, Musikclubs, Schwul und Lesbisch, Fado, Oper, Theater, Musical und Kino. Mehr als 40 Museen können besucht werden, und wem das alles zu viel wird, der kann sich in einem der vielen Restaurants und Bars am Tejo entspannen.

Baixa und Chiado, die beiden sehenswerten zentralen Stadtviertel, die Lifte (Elevadores) aus der Zeit um 1900, die Straßenbahnlinien, die man hervorragend für eine „Runde Stadtbesichtigung“ nutzen kann – all das beschreibt der Autor ausführlich. Strohmaier, der seit 1984 in Portugal lebt, nimmt auch die Umgebung mit auf: den Palast Queluz, den Mauren-Palast in Sintra, Cabo da Roca, die Strände von Guincho sowie Cascais und Estoril.

Hinweise zu Übernachtung, Restaurants, Einkaufen und persönliche Lieblingsorte fehlen ebenso wenig wie die herausnehmbare Karte, die in mehrere Detailpläne unterteilt ist. Alles zusammen ergibt einen sehr guten und informativen Stadtführer von Lissabon.

gelesen im September 2014

Kreuzfahrt-Guide Hurtigrouten: Bergen – Kirkenes

Voll mit praktischen Tipps, schönen Bildern und gut geschriebenen Beschreibungen.

Der langjährige Norwegenreisende, Autor und Fotograf Ralf Schröder hat mich wirklich begeistert. Denn ich war noch niemals in Skandinavien, hatte allgemeine Vorstellungen von dieser Gegend und den Eindruck, eine Schifffahrt mit Hurtigruten-Schiffen wäre langweilig. Doch Schröder belehrte mich eines Besseren.

Zunächst beschreibt er die geschichtliche Entwicklung dieser Schifffahrtslinie, deren Wurzeln bis 1881 zurückreichen. Dann folgen praktische Tipps wie Sitten und Gebräuche an Bord, Essen und Trinken, die Mitternachtssonne, Informationen zu den einzelnen Schiffen und vieles mehr.

Der Hauptteil des Buches ist den Beschreibungen der einzelnen Streckenabschnitte und Häfen gewidmet. Schröder zeigt sein profundes Wissen: Er beschreibt die Landgänge, kleine Karten bieten Orientierung, Infoblöcke informieren über Aufenthaltszeiten und geben Tipps, was man sich ansehen sollte. Er geht auch auf Themen wie Luftverschmutzung durch Schiffe, norwegischen Stockfisch, das Nordlicht und die Fjorde ein.

Seine Bilder sind einmalig und aussagekräftig – ob Nordlicht, Landschaft oder Schiffe. Wenn er ein Schiff zeigt, erwähnt er stets den Namen, sodass man die Unterschiede gut erkennen kann. Am Ende des Buches gibt es farbige Zeichnungen aller Schiffe mit technischen Daten. Ein Schiffs- und Ortsregister rundet das Buch ab. Die Spiralbindung macht es besonders praktisch.

Wer eine Reise mit Hurtigruten plant, ist mit diesem Buch wirklich gut versorgt und sollte es unbedingt mitnehmen.

1. Auflage erschienen 2012 in der Edition Maritim, Autor: Ralf Schröder, ISBN 978-3-8922-5664-9

gelesen im Juni 2012

Baedeker Allianz Reiseführer Lissabon

Ein gelungenes Stadtportrait, das auch die sehenswerte Umgebung miteinschließt.

Knapp 300 Seiten über eine Stadt – über diese Stadt. Wer Lissabon kennt, weiß, dass es so viele Seiten braucht, um diese herrliche Stadt zu beschreiben. Ausflugsvorschläge in die Umgebung wie zum Schloss von Sintra, zum Cabo da Roca, nach Estoril oder an die Costa de Lisboa sind ebenfalls enthalten.

Zurück zu Lissabon: Ein Mekka für Fliesenfreunde und Hauptstadt des Fado. Beidem sind ausführliche Kapitel gewidmet. Wer nicht weiß, was ein Elevador ist, erhält umfangreiche Informationen samt Bildern – es handelt sich um die typischen Aufzüge, die Stadtteile miteinander verbinden. Die Altstadt Alfama mit ihren verwinkelten Gassen und der berühmten Straßenbahnlinie 28 wird ebenfalls ausführlich beschrieben.

Der Torre de Belém, UNESCO-Weltkulturerbe, wird ebenso vorgestellt wie zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten. Öffnungszeiten und Hinweise zu Bus- und Straßenbahnlinien sind ebenfalls enthalten.

Der Baedeker widmet sich auch dem Nachtleben am Tejo, dem breiten Fluss, der durch die Stadt fließt. Viele Lokale liegen direkt am Ufer. Die Stadt lässt sich gut zu Fuß erkunden, auch wenn es hügelauf und hügelab geht. Detailkarten verschiedener Stadtviertel, Stadtrundgänge und ein Stadtplan mit Umgebungskarte runden das Werk ab.

Erschienen 2011 im Verlag Baedeker, Ostfildern, ISBN 978-3829713207

gelesen im Mai 2012

Bulgarien

Zeigt ein vielfältiges, interessantes Land mit faszinierender Landschaft und Geschichte.

Zugegeben, vor dem Lesen dieses Reise-Handbuchs wusste auch ich nicht wirklich viel über Bulgarien. Aber das Lesen dieses Buches war spannend und informativ zugleich. Es ist ein Land der Berge – vom Balkan-Gebirge hat ganz Südosteuropa seinen Namen – und der Klöster wie Rila, Rozhen oder Basarbovo. UNESCO-Biosphärenreservate und UNESCO-Weltnatur- und -kulturerbe-Stätten gibt es in diesem Land.

18 Seiten geben Auskunft über Geschichte, Wirtschaft, Soziales und aktuelle Politik, gefolgt von acht Seiten über Gesellschaft und Alltagskultur, einschließlich eines Beitrags über die Roma, einer ungeliebten Minderheit, sowie über Religionen, Feste und Bräuche. Im Kapitel „Architektur, Kunst und Kultur“ erfährt der Leser etwas über die thrakische Kultur, den bulgarischen Volkstanz, die orthodoxe Kirchenkunst und den „Chalga“, den bulgarischen Pop-Folk. Dem Essen und Trinken ist ebenfalls ein ausführliches Kapitel gewidmet.

Nach etlichen praktischen Hinweisen – öffentliche Toiletten sind rar – folgen Tipps für Aktivsport wie Bergsteigen (Gipfel über 2 900 m), Fels- und Eisklettern, Kajakfahren und Rafting.

Der Hauptteil des Führers beschreibt Bulgarien: Sofia und Umgebung, Rila- und Pirin-Gebirge, Balkan, Donauebene, Schwarzmeerküste und Südbulgarien mit Rhodopen-Gebirge. 14 Themen behandeln u. a. die Rettung der bulgarischen Juden, Naturschützer gegen Baumafia und die Klöster als Hüter des bulgarischen Geistes.

Die Bilder geben einen sehr guten Eindruck von Landschaft, Sehenswürdigkeiten und Menschen. Sie machen wirklich Lust, dieses „ferne“ Land selbst zu erleben. Die Straßenkarte bietet einen guten Überblick, die wichtigsten Städte sind auch auf Kyrillisch angegeben. Wer mehr über die „Wiedergeburtshäuser“, die Fresken im Rila-Kloster oder die 1 300 Stufen zum größten Denkmal Bulgariens erfahren möchte, findet hier gute Informationen.

Erschienen 2011 im DuMont Reiseverlag als DuMont Reise-Handbuch, ISBN 978-3-7701-7668-7

gelesen im April 2012

Themse, Tod und Tower – der London-Führer für Juristen

Themse, Tod und Tower – der London-Führer für Juristen

Ein durchaus spannender und informativer London-Führer nicht nur für Juristen.

Vom Format her ein kleiner Führer, vom Inhalt her rund 140 Seiten geballte Information über Geschichte, Rechtswesen, Personen und Vorfälle. Manchmal wird es sehr intensiv, was da an Wissen vermittelt wird, und Juristen sind bei manchen Begriffen im Vorteil. Wer sich jedoch einmal von einer ganz anderen Seite mit der Geschichte Londons auseinandersetzen will, erfährt in diesem Buch jede Menge Wissenswertes.

Die räumliche Entwicklung Londons, die „City of Westminster“ und die politische Entwicklung Großbritanniens bilden zentrale Themen. So versteht man gut, wie sich die einzige konstitutionelle Monarchie der Welt entwickeln konnte und warum Großbritannien ein Land ohne geschriebene Verfassung wurde. Traditionen wie der Gang der „Yeomen of the Guard“ durch das Parlament werden verständlich erklärt.

Die Geschichte des „Tower of London“, etlicher Könige und ihrer Frauen ist für jedermann interessant. Das Kapitel über die Schauplätze des englischen Rechtssystems berichtet über das Rechtssystem an sich und über Orte, die man besuchen sollte, wie die „Inns of Court“. Auch Kurioses fehlt nicht, etwa Jeremy Bentham, dessen konserviertes Skelett im University College London ausgestellt ist.

Ein Personenregister und eine Bibliografie schließen das Buch ab. Besondere Geschichten und Personen werden in farblich unterlegten Kästen dargestellt, was das Lesen angenehm macht. Ein interessantes Buch „der anderen Art“.

Erschienen 2011 in der Manzschen Verlags- und Universitätsbuchhandlung Wien, Autorin: Barbara Sternthal, ISBN 978-3-214-00501-6

gelesen im Dezember 2011

Schottland

Man vergisst beim Lesen ganz auf den möglichen Regen und genießt Schottland.

Erschienen 2010 im DuMont Reiseverlag als DuMont Reise-Handbuch, ISBN 978-3-7701-7692-2

Auf die Frage, was man unter einem Kilt trägt, kann ein echter Schotte nur antworten: „Scotland’s future, Madame“. Und um diese Zukunft ist mir nach dem Lesen dieses ansprechenden Reise-Handbuchs nicht bang. 1707 wurde Schottland Teil des britischen Königreichs, 1999 erhielt es wieder ein eigenes Parlament. Die Autorin lässt nichts aus, was Urlauber interessieren könnte.

Neben den üblichen Einleitungstexten gibt es Kapitel über den Hexenwahn, die schottische Gesellschaft, Tartan und Kilt, keltische Wurzeln, gälisches Erbe, Dudelsack, Highland Games, Clanwesen und vieles mehr.

Zwei Sprachführer (Deutsch–Englisch und Deutsch–Scots) sind enthalten. 300 Seiten widmen sich Landschaften, Städten, Dörfern, Seen, Naturschutzgebieten und vielem mehr. Die Bilder sind hervorragend und zeigen ein farbenprächtiges, lebendiges Schottland.

Auch die Hebriden, Orkney- und Shetland-Inseln werden ausführlich behandelt, etwa die Steinkreise von Callanish. Die Straßenkarte im Maßstab 1:850 000 ist ausreichend für die Grobplanung.

Autorin Susanne Tschirner hat ein ausgesprochenes Faible für Schottland – das spürt man in diesem Reise-Handbuch.

gelesen im März 2011

Island

Dieses Reisehandbuch gab mir ein neues, viel umfassenderes Bild von der Insel als ich bisher hatte.

Erschienen 2010 im DuMont Reiseverlag als DuMont Reise-Handbuch, ISBN 978-3-7701-7684-7

Obwohl ich noch nie persönlich auf Island gewesen bin, hatte ich im Reisebüro etliche Gruppenreisen dorthin organisiert. Für mich war Island stets eine etwas öde, sehr vulkanische Insel für Geländefahrten und Baden in heißen Quellen. Die Autorin Sabine Barth, die seit 1981 die Insel bereist und zwei Jahre dort lebte, vermittelt jedoch ein sehr differenziertes, lebendiges Bild.

Die sehr guten Übersichts- und Detailkarten fallen sofort auf. 100 Seiten über Land, Leute, Lebensweisen, Wirtschaft und Politik präsentieren eine junge Bevölkerung und überraschende Details wie geothermisch beheizte Gehsteige. Ein eigenes Kapitel widmet sich dem Vulkanismus.

Über 300 Seiten beschreiben die einzelnen Gebiete der Insel, Dörfer, Städte, Besichtigungsmöglichkeiten, Gletscher, Geysire, Restaurants, Hotels und vieles mehr. Viele Informationen sind mit aktuellen Preisen versehen. Kapitel über Islandpferde oder das Althing ergänzen das Bild.

Mit faszinierenden Bildern bietet der Reiseführer ein gutes Bild des heutigen Island und ist ein empfehlenswerter Reisebegleiter.

gelesen im März 2011

Dublin

Praktisch, übersichtlich und handlich für einen Kurzbesuch.

Erschienen 2011 im DuMont Reiseverlag als DuMont direkt, ISBN 978-3-7701-9543-5

Sie planen ein paar Tage in Dublin? Mit ein bisschen Museumsbesuch, einem Pub-Erlebnis und etwas Shopping? Dann ist dieser 120‑seitige, kleinformatige Führer, der in jede Handtasche passt, wahrscheinlich genau das Richtige.

Auf 25 Seiten erhält man zunächst die wichtigsten allgemeinen Informationen über die Stadt, erste Orientierung sowie Hinweise zu Geschichte und Gegenwart. Dann folgen 15 Besichtigungsvorschläge in Form von Rundgängen, etwa durch das Museumsviertel, durch Parks, Kneipen oder das mittelalterliche Dublin. Auch moderne Seiten der Stadt werden gezeigt, etwa in den Docklands oder der „aufgehübschten“ O’Connell Street.

Eine Übersicht über Gebäude, Museen, Parks und Gärten sowie Ausflugsvorschläge in die Umgebung runden das Angebot ab. Auf 32 Seiten findet man Informationen zu Übernachtung, Essen und Trinken, Einkaufen und Ausgehen. Ein kleiner Sprachführer, ein kulinarisches Lexikon und ein Register machen diesen Führer zu einem praktischen Begleiter für Kurzreisende.

gelesen im März 2011

Verliebt in Lissabon

Streifzüge durch die Stadt am Tejo.

Lissabon einmal etwas anders erlebt – sehr empfehlenswert.

Der Autor versteht es, den Leser seine Streifzüge miterleben zu lassen. Man erklimmt mit ihm die Hügel Lissabons, fährt mit den „Elevadores“, den Standseilbahnen und Liften, spürt die Faszination der alten Straßenbahnlinie 28, die sich durch enge Straßen hügelauf und hügelab bewegt. Winkler berichtet von Begegnungen mit einer berühmten Fado-Sängerin und schildert amüsante Erlebnisse in Cafés und Restaurants.

Eingeflochten ist eine Romanze mit einer jungen Portugiesin namens Gloria, die ihm einst „ihr“ Lissabon zeigte. So folgt das Büchlein den Spuren von damals. Der Junge, den er bei einem Diebstahl beobachtet, die Stimme der Bronzestatue Fernando Pessoas, der sture Losverkäufer und ein Nashorn am Tejo – all das macht die Lektüre abwechslungsreich.

Ich kenne Lissabon persönlich, aber ich fand wieder viele Anregungen für meinen nächsten Besuch.

Erschienen 2006 im Wiesenburg Verlag, Schweinfurt. Autor: Oscar Winkler, ISBN 3‑937101‑98‑5 und ISBN 978‑3‑937101‑98‑9

im Februar 2011 überarbeitet

Dänemark

Dänemark wird als erstaunlich vielseitiges und reizvolles Reiseziel präsentiert.

Erschienen 2010 im DuMont Reiseverlag als DuMont Reise-Handbuch, Autor Hans Klüche, ISBN 978-3-7701-7682-3

Für Norddeutsche mag Dänemark ein beliebtes und leicht erreichbares Urlaubs- und Ausflugsziel sein. Für weiter südlich lebende Mitteleuropäer hingegen ist es oft ein unbekanntes Nordland. Genau diese Wissenslücke schließt dieses Reise-Handbuch sehr gut.

90 Seiten Einführung geben Einblick in zahlreiche Bereiche: 7 000 km Meeresufer, 1 419 Inseln größer als 100 m², der „höchste Berg“ mit 170,86 m, Nationalparks, Robben, Watt, Umweltschutz, Politik, Gesellschaft, Alltagskultur, Kunst und Kultur sowie Essen und Trinken.

Ein Bild eines Feriendorfs mit reetgedeckten Häuschen leitet das Kapitel „Wissenswertes für die Reise“ ein. Auf über 30 Seiten erfährt man von der „Margeriten-Route“, einer 3 500 km langen Bummelroute, von Fähren, „Monstersamstagen“, Ferienhäusern und traditionellen Gasthöfen.

Über 300 Seiten Reiseinformationen folgen, gespickt mit Tipps zu Museen, Natur, Orten, Sehenswürdigkeiten und vielem mehr. Die große Karte im Maßstab 1:450 000 ist für Pkw‑Reisende ausreichend.

Dieses Reise-Handbuch weckte bei mir tatsächlich den Wunsch, Dänemark persönlich kennenzulernen.

gelesen im Februar 2011

Mittel- und Nordengland

Sehr informativ geschrieben, modern gestaltet und mit ansprechenden Bildern.

Erschienen 2010 im DuMont Reiseverlag als DuMont Reise-Handbuch, ISBN 978-3-7701-7690-8

Auf 400 Seiten macht John Sykes Lust auf den Lake District, Kulturstädte wie Manchester, Liverpool oder Stratford-upon-Avon, auf „Cider Cycling“ oder Spaziergänge entlang von Hadrian’s Wall, an Küstenabschnitten oder durch Oxford und Cambridge.

Die Einleitung trägt den Titel „Ein Reiseland für Individualisten“. Viele Besichtigungs- und Ausflugsvorschläge laden dazu ein, England auf eigene Faust zu entdecken. Sehr informativ ist der Beitrag über die Tuchfabrik Quarry Bank Mill im Dorf Styal.

18 Spezialthemen behandeln u. a. Klima, Cricket, den Hafen von Liverpool oder ostenglische Maler. Rund 35 Detailkarten ergänzen die Übersichtskarte. Stadtpläne enthalten Sehenswürdigkeiten, Restaurants und Übernachtungsmöglichkeiten.

Die Bilder sind beeindruckend: romantische Straßen, Steinbrücken, Burgen, Boote auf der Themse – vieles wirkt, als sei die Zeit stehen geblieben.

Ein ausführliches Register, allgemeine Informationen und zahlreiche Hinweise runden das Werk ab.

gelesen im Jänner 2011

Mythos Alpen. Die Welt von gestern in Farbe

Faszinierende Farbbilder, die den Alpinismus um 1900 dokumentieren.

Erschienen 2010 im Christian Brandstätter Verlag, ISBN 978-3-85033-321-4

235 Abbildungen von handkolorierten Glasdiapositiven und Farbautochromen aus der Zeit um 1900 zeigen eindrucksvoll, wie man damals Alpinismus betrieb. Die Aufnahmen zeigen Hütten, Gletscher, Bergsteiger, Grandhotels, Bergbahnen, Wasserfälle, Hospize, Alpenseen und vieles mehr.

Besonders beeindruckend sind die Bilder der Menschen, ihrer Kleidung und Ausrüstung. Sie vermitteln ein lebendiges Bild der Bergwelt vor über 100 Jahren.

Ein gelungener Bildband, der den Blick 100 Jahre zurück ermöglicht.

gelesen im März 2010

Istrien, das große Reisehandbuch

Erschienen 2008 im Verlag Carinthia. Autoren: Klaus Schauer und Ante Gavranović, ISBN 978-3-85378-628-4

Der Titel täuscht etwas, denn unter „Istrien“ verstehen die Autoren die kroatische Gespanschaft Istrien – ohne den slowenischen Norden und ohne die Region um Opatija. Dennoch verdient das dargestellte Istrien das Attribut „großes Reisehandbuch“.

Ausführlich wird das kulinarische Istrien präsentiert, darunter Trüffel und Wein. 33 Orte werden näher beschrieben, darunter Hum, die angeblich kleinste Stadt der Welt, und Motovun. Sehr praktisch sind die umfangreichen Informationen über Fremdenverkehrsämter, Weinbauern, Restaurants, Sehenswürdigkeiten und Sportanbieter.

Das Bildmaterial ist unterschiedlich in der Qualität, aber hilfreich. Eine kleine Übersichtskarte rundet den Informationsteil ab.

Fazit: Preis und Inhalt stehen in einem angemessenen Verhältnis.

gelesen 2009