Literaturtipps, Reiseliteratur, kulinarische Bücher ...gelesen von Peter Krackowizer 


   Buchtipps für Österreich

Es gäbe über herrliche Bildbände zu berichten oder von Reisebeschreibungen zu erzählen. Aber ich kann nur ein paar Rosinen heraus picken und hier präsentieren.

Auf dieser Seite finden Sie:

Mit weitem Blick: Niederösterreich in Landschaftsporträts
Hallstatt World Heritage: Musik · Kultur · Land · Leute
Bad Ischl
Geheimnis Moor: Im Voralpenland zwischen Ibm und Ainring
Gärten der Kraft: In Wien und Umgebung
Die Donau: Geschichte und Geschichten vom großen Strom
alles Dirndl
Tatzelwurm und Donauweibchen, Österreichs Naturgeister und Sagengestalten
75 Lehrwege und Erlebnispfade: Oberösterreich - Salzburg - Berchtesgaden
Bertha von Suttner: Kämpferin für den Frieden
So war's der Brauch
Erlebnis Großglockner Hochalpenstraße
Scheller, Schleicher, Maibaumkraxler: Bräuche in Österreich
Mystisches Salzburg: Sagenhaft · Urwüchsig · Verborgen
Die Pasterze: Der Gletscher am Großglockner
Romantisches Wien: Verschwiegene Orte · Verträumte Winkel
Von Klapotetz und Sauvignon: Genussgeschichten aus der Südsteiermark
Alt Österreich - Menschen, Länder und Völker der Habsburgermonarchie 1790 - 1916
Österreicher entdecken die Welt: Forscher Abenteurer Pioniere
Als die Scheiterhaufen brannten: Hexenverfolgung in Österreich
Wien DuMont Kunst-Reiseführer (Ausgabe 2011)
Österreichs Helden zur See
Weihnachtsbräuche in Österreich
Wie's früher war: vom Leben auf dem Land (Oberösterreich)
Pilgerwege in Oberösterreich
Salzkammergut, die Welt von gestern in Farbe
Heiliges und Wundersames, Unterwegs zu außergewöhnlichen Plätzen in Österreich
Faszination Salzkammergut
Kraut & Ruam, das umfassende Handbuch des Oberösterreichwissens
Oberösterreich mit den Augen des Adlers

  • Mit weitem Blick: Niederösterreich in Landschaftsporträts

    Die Facetten Niederösterreichs in ausdrucksstarken Bildern festgehalten

    In der Wachau, im Mostviertel, beim Ötscher, im Wald- und Weinviertel, in den Donauauen, bei Rax, Schneeberg und Semmering sowie im Wienerwald begab sich Michael Liebert mit seiner Kamera auf Aussichtspunkte und hielt die Landschaft ineindrucksvollen Bildern fest. Uschi Korda erzählt in kurzen Einleitungstexten zu den einzelnen Standorten von Geschichte und Wissenswertem. So berichtet sie beispielsweise von 300.000 Birnbäumen, einem niederländischen Botaniker als Gipfelstürmer, von Busserlzügen, Windmühlen und unterirdischen Weinkellern, vom „Raxkönig“ und vielem mehr.

    Aber das Buch ist geprägt von den doppelseitigen, 20 x 60 cm breiten Bildern von Michael Liebert. Schon das Titelbild, eine Aufnahme von der Ferdinandswarte in der Wachau mit Blickrichtung über Donau nach Unterloiben gibt dem Leser einen guten Vorgeschmack auf jene Bilder, die im Buchinneren folgen. Liebert spielt bei seinen Aufnahmen gerne mit Sonnengegen- oder einfallendem Sonnenseitenlicht, lässt die eine Bildhälfte klar und in kräftigen Farben erscheinen, die andere manchmal im Glanz des Sonnenlichts verblassen oder in aufsteigendem Nebel geheimnisvoll erscheinen.

    Als ob sie Model-Kühe wären reihen sich zwölf von ihnen vor einem Vierkanthof und dem Fotografen auf, blühende Obstbäume vor der Kulisse der Wallfahrtskirche Sonntagberg, die sanfthöckrige Landschaft um den Ötscher, auf einem anderen Bild im winterlichen blaugrau majestätsvoll sich aus der Landschaft erhebend, idyllische Wald- und Seenlandschaften im Waldviertel – mit hölzernem Badesteg und altem Badehüttl, Blicke über die Weingartenlandschaften im Retzerland, Schloss Mailberg oder Ruine Falkenstein, in Auen von Seitenarmen der Donau dümpelnde Boote und stolze Schlösser im Marchfeld, verträumte Blicke in der Bergwelt von Rax und Semmering, der „20-Schilling-Blick“ mit der Ritter-von-Ghega-Semmeringbahn sowie der im goldgelben Abendlicht von Weinbergen umgebene Lausturm bei Sooss und ein Bild, auf dem ein abgeerntetes Weizenfeld, auf dem die goldgelben Strohballen die Kulisse für das aus grüner Waldlandschaft herausragende Stift Heiligenkreuz bilden.

    Mal ist es ein kleines Boot mit zwei Fischern, mal sind es blühende Sonnenblumen im Vordergrund oder ein anderes Mal eine waldbeschattete Kellergasse am unteren Bildrand – Liebert verleiht jedem seiner Bilder durch Farbe, Licht oder eben kleinen Details eine individuelle Charakter. Er stellt die durchaus sehr unterschiedlichen Regionen Niederösterreichs mit eindrucksvollen Bildern mit vielen Details sehr treffend dar. Die Bilder wecken durch ihre Farben und Stimmungen die Sehnsucht nach einem Besuch dieser Regionen! Ein sehr schöner Bildband einer schönen österreichischen Landschaft.

    Erschienen 2016 Beneveneto-Servus-Verlag Salzburg, 978-3710401220

    gelesen im Dezember 2016
  • Hallstatt World Heritage: Musik · Kultur · Land · Leute

    Informativ und detailreich mit gutem Bildmaterial

    Der Autor ist gebürtiger Hallstätter und Fotograf – beides merkt man sehr positiv in diesem Buch. Er beleuchtet das weitläufige Gemeindegebiet aus verschiedenen Blickwinkeln: Musik, Kultur, Leute und eben das gesamte Gemeindegebiet, das sich ja bis zum Hallstätter Gletscher in der unmittelbaren Umgebung des Hohen Dachsteins erstreckt.

    Die überwiegend ausgezeichnete Bildqualität, die kompakten Informationen und ansprechende Gesamtgestaltung des Buches bilden einen guten Gesamteindruck. Für mich neu ist die Information, dass die Ururgroßeltern mütterlicherseits von Mozart aus Hallstatt stammten. Praktisch finde ich die letzte Seite mit Internetlinks und Telefonnummern für die wichtigsten Fremdenverkehrseinrichtungen.

    Die kurzen Text in deutscher und englischer Sprache geben jeweils einen Ein- oder Überblick über rund 30 Themen, wobei nicht alle wirklich Hallstatt betreffen (Bad Ischl, Stadt Salzburg, Forschungsarbeit über die Geigen von Amati) oder für meinen Geschmack zu großen Raum im Verhältnis zur Bedeutung für Hallstatt einnehmen (Krampus - vier Seiten, Sissi-Filme sowie 18 Seiten Rezepte aus Österreich). Das Rezeptkapitel finde ich eigenartig, da es sich nicht um Hallstatt-spezifische Gerichte handelt (z. B. Krautfleckerl, Schweinsbraten) oder der Hinweis beim Fisch in Salzkruste, dass man dieses Gericht in Hallstatt vergebens sucht.

    Na ja, die 20 Zeilen über Salzburg sind schon recht Fremdenverkehrs-Marketing-gerecht geschrieben und dass die „Salzburger Nockerln“ eine traumhafte Nachspeise seien, sehe ich als gebürtiger Salzburger dem gebürtigen Hallstätter nach. Denn sie sind es nicht! Aber dies tut dem guten Gesamteindruck des detailreichen Buches keinen Abbruch.

    Autor Josef M. Fallnhauser, erschienen 2016 im Verlag Anton Pustet Salzburg, ISBN 978-3702508562
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    gelesen im August 2016
  • Bad Ischl

    Salz, Bühnen, Sommerfrische – Bad Ischl war mehr als nur der Kaiser und das zeigt dieses Buch eindrucksvoll

    Beim Anschauen der vielen, teilweise seitenfüllenden Schwarzweiß- und Farbabbildungen (150 an der Zahl, u. a. mit Bildern von Leonhard Hilzensauer) und beim Lesen der übersichtlich gehaltenen Texte ist mir so das Gefühl gekommen, Bad Ischl ist stets etwas Besonderes gewesen.

    Während anderswo die Protestanten ihre Heimat verlassen mussten, war das Haus Habsburg im Ischler Raum auf sie anwiesen und ließ sie mehr oder weniger ihren Glauben leben. Denn es arbeiteten doch 90 Prozent aller Salz-„Kammergut“-Bewohner direkt oder indirekt für die Salzgewinnung. Selbst die Besetzung durch die Franzosen Anfang des 19. Jahrhundert zeigte sich im Nachhinein als „gut angelegte“ Werbung in den französischen Offizierskreisen. Sie kehrten als Gäste später nach Ischl. Es waren die Anfänge des Fremdenverkehrs. Ein Arzt für die Salinenarbeiter entdeckte die Heilwirkung der Sole und als dann die bis dahin kinderlose Kaiserin Sophie ihre „Salzprinzen“ gebar, fand sich der gesamte europäische Hochadel in Ischl ein.

    Was in den letzten Tagen vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs in Bad Ischl geschah und der Abdruck des Manifests „An meine Völker“, das Kaiser Franz Josef als eine Art Kommentar zur Kriegserklärung in der Kaiservilla in Bad Ischl schrieb - beide Themen werden von den Autoren ausführlich behandelt.

    Nach dem Ersten Weltkrieg blühte Bad Ischl noch einmal auf: Alfred Grünwald, Karl Kraus, Richard Tauber, Franz Lehár und andere Persönlichkeiten machten Bad Ischl zu ihrem Sommerfrische-Ort. Lederhosen, Dirndlstoffe und Seitlpfeifen waren und sind Markenzeichen der Stadt. Das dunkle Kapitel des Nationalsozialismus wird auf zehn Seiten in Wort und Bild ungeschönt dargestellt. Die „Sissi“-Filme oder „Hofjagd in Ischl“ (u. a. mit Gunther Philipp) waren nach dem Zweiten Weltkrieg Versuche der Stadt, an ihre Blütezeiten anzuschließen. Die Einstellung der Ischlerbahn von Salzburg nach Bad Ischl im Jahr 1957 war ein schmerzlicher Einschnitt für die Ischler. Das Kaiserfest, das seit 1982 rund um des Kaisers seinen Geburtstag in der ersten Hälfte des August zelebriert wird, die Landesgartenschau 2015 und die süßen Verführungen der Konditorei Zauner beleb(t)en wieder die Stadt. Davon und von anderen Ereignissen berichtet dieses Buch.

    Den beiden Autoren ist es wirklich sehr gut gelungen, den gut tausendjährigen Bogen der Geschichte auf gut 200 Seiten in Worten und mit Bildern so dem Leser zu präsentieren, dass dieser weder gelangweilt ist noch überfordert wird. Villa Blumenthal, das mondäne Hotel Bauer oder die Operette „Im Weißen Rössl“ – es gibt vieles im Buch zu entdecken, das im gewohnt perfekten Druck im Brandstätter Verlag im Sommer 2016 erschienen ist.

    Autor Christian Rapp, erschienen 2016 im Brandstätter Verlag, ISBN 978-3850339919
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    gelesen im August 2016
  • Geheimnis Moor: Im Voralpenland zwischen Ibm und Ainring

    Abwechslungsreicher und informativer Inhalt mit sehr gutem Bildmaterial

    Das Abschmelzen des letzten Salzachgletschers vor gut 12 000 Jahren hinterließ im bayerischen Rupertiwinkel, im nördlichen Salzburger Flachgau und im südlichen oberösterreichischen Innviertel mehrere Moore. Diese wurden von den Menschen zunächst gemieden, dann zum Torfstechen genutzt und in jüngster Zeit schließlich unter Schutz gestellt. Kurt Wolfgang Leininger hat über die Moore dieser Landschaften recherchiert und seine Eindrücke bildlich festgehalten.

    Leininger bietet an Hand der einzelnen Moore geschichtliche Rückblicke, greift dabei manchmal wirtschaftlich bedeutsame Entwicklungen auf wie beim Bürmooser Moor, in dem Torf zur Grundlage einer Glas- und Ziegelindustrie wurde; manche Zeilen erinnern aber auch an dunkle Kapitel der Geschichte wie beim Schönramer Filz, der zur Zeit des Nationalsozialismus ein Arbeitslager beherbergte. Wie aus einer Moorregion eine touristische Wohlfühlregion wurde, beschreibt Leininger an Hand des Seelentiums im Oberinnviertel. Dort ist Entschleunigung die Grundlage für Urlaube.

    Wie Unternehmen aus dem Moor gesunde Heilmittel entwickeln und wie ein kleines Kurhaus noch heute Moorpackungen anwendet sind weitere Kapitel in diesem Buch. Auch über Kochen, Braten und Backen mit Torf kann man nachlesen samt einigen Rezepten. Zitate von Schriftstellern wie von Joseph Victor von Scheffel oder Georg Trakl zum Thema Moor sowie Sagen ergänzen die Texte. Stimmungsvolle Bilder, teilweise ganzseitig, zeigen die Landschaften, die Tier- und Pflanzenwelt. So sieht man auf einer doppelseitigen Aufnahme eine Plattbauchlibelle, bei der man in den durchsichtig erscheinenden Flügeln die Knochenstruktur sehr gut erkennen kann. Das Bild „Frühling im Haarmoos“ könnte vom impressionistischen Maler Claude Monet stammen und ein Bild aus dem Wenger Moor zeigt eine gespenstische Landschaft, wie man sich wohl die Urzeit vorstellen könnte.

    Das Buch bietet abwechslungsreiche Information, ist technisch gut gemacht und ist auch ein Wanderführer durch diese drei fast aneinandergrenzenden Landschaften an.

    Autor Kurt Wolfgang Leininger, erschienen im Verlag Styria Regional, 2014, ISBN: 978-3701201686


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    gelesen im August 2014
  • Gärten der Kraft: In Wien und Umgebung

    Über vergessenes, geheimnisvolles Wissen in Parks und Gärten sowie eindrucksvolles Bildmaterial

    Der Garten des Léhar-Schikander-Schlössls - eine sich über mehrere Terrassen verteilende Ruheoase in Nussdorf; die geheimnisvollen Kraftlinien Schönbrunns; Erdquadrat und Himmelskreis in Schloss Hof, die Gruft mit Schuft, dem Baron Carl von Sothen oder der geheimnisvolle Badetempel beim Preindl-Salettl im Wienerwald – das sind nur einige faszinierende Beispiele der über 30 Parks, Ruheoasen und Kraftorte, die die Wiener Fremdenführerin Gabriele Lukacs in ihrem Buch beschreibt.

    Sie geht auffälligen Verbindungslinien zwischen kaiserlichen und fürstlichen Schlössern in und außerhalb Wiens nach, spürt verschlossenem Geheimwissen auf, wie bei der allegorischen Zeittreppe im Garten des Schlosses Belvedere; sie führt den Leser zu einem Erd-Akupunkturpunkt im Volksgarten und schreibt über die Drachenkraft des Kahlenberges. „Gärten der Kraft“ zeigt dem Leser kleine und große Grünanlagen, bekannte und längst vergessene Orte. Allen gleich ist eine Kraft, die sie verströmen.

    Der Fotograf Sven Posch und die Autorin selbst haben auch ein eindrucksvolles Bildmaterial zusammengetragen. Gespenstisch wirkt die Aufnahme des versteinerten Sängers im Pötzleinsdorfer Schlosspark, der von einem Strahl der untergehenden Sonne gekrönt wird. Mystisch die Gewitterwolkenstimmung über dem Augarten mit welkendem Kastanienlaub in der Wiese im Vordergrund. Die Aufnahme des Stifts Klosterneuburg zeigt das Stift zwischen tiefblauem Himmel und kräftig rot leuchtenden Rosen.

    Es liest sich spannend, ist bildlich ausgezeichnet, hat einen hardcover-Einband und ist recht handlich. Es ist ein Buch, das Geschichten und Geschichten, altes Wissen und praktische Information wie beispielsweise Lage und Öffnungszeiten, bietet. Ich glaube, da wird auch ein gestandener Wiener noch das eine oder andere „Aha!“-Erlebnis haben und ich persönlich sicher auch, bei meinem nächsten Wien-Besuch mit diesem Buch!

    Autorin Gabriele Lukacs, erschienen im Verlag Pichler, 2014, ISBN: 978-3854316671
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    gelesen im August 2014
  • Die Donau: Geschichte und Geschichten vom großen Strom


    Geschichte und Geschichten verspricht das Buch und hält sein Versprechen

    59 Fischarten tummeln sich in der Donau, schreibt Tötschinger und lässt den „Vater der Graffiti-Kunst“, Joseph Kyselak über das „reinlich aussehende Gasthaus“ in Passau erzählen; Adalbert Stifter findet Erwähnung ebenso Schilderungen von Schifffahrten des Leopold Mozart oder des Franz Grillparzer; Tötschinger geht der Frage nach, ob nun Wien an Donau liegt oder vielleicht doch nur an einem Seitenarm; er schildert die Geschichte von Schlössern und Stiften entlang der Donau, Schlachten und Feldherrnschachzüge rund um die Stadt Wien werden ausführlich beschrieben sowie von der Besetzung der Stopfenreuther Au 1984 oder von den letzten Tage des letzten österreichischen Kaisers Karl in Schloss Eckhartsau; er folgt österreichischen Spuren entlang der Donau auf ihrem Fluss durch Ungarn bis zur Mündung ins Schwarze Meer, erzählt von den Römern und der kurzzeitigen Kaperung des DDSG-Schiffs „Radetzky“ und vieles mehr;

    Es ist wirklich ein Buch der Geschichte mit Geschichten, die sich entlang des Stroms ereignet haben. Tötschinger findet dabei einen angenehm lesbaren Stil, schreibt nicht nur Geschichtsdaten, sondern schildert verständlich, was er sagen will. Von allem gerade so viel, damit der Leser sich ein gutes Bild des Objekts oder des geschichtlichen Vorfalls machen kann, aber doch so viel, dass das Buch nicht in einem Zug gelesen werden kann oder soll. Zumindest mir ist es aufgrund der Fülle der Information so ergangen und ich möchte ja doch etwas vom Lesen behalten.

    Tötschinger hat auch beim Bildmaterial sorgfältig gewählt. Historische Aufnahmen und alte Zeichnungen wechseln sich mit aktuellen Ansichten von Gebäuden oder Landschaften ab. Dadurch wird das Geschriebene anschaulicher. Das Quellenverzeichnis, ein Personen- und ein Ortsregister schließen das Buch ab.

    Das Buch ist ein zeitloser Reiseführer, der dem Leser einen der ältesten Kulturräume Europas gut verständlich näherbringt.

    Autor Gerhard Tötschinger, erschienen im Verlag Amalthea Wien 2013, 2. Auflage, ISBN 978-3850028240
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    gelesen im Februar 2014
  • Alles Dirndl


    Gar nicht kitschig, dafür sehr umfassend und informativ mit gutem Bildmaterial,

    „Dirndl trifft Persönlichkeit, … Stoff, … Accessoires, … Erotik und Politik, … die Welt“ – insgesamt trifft Dirndl elf Themen. Eine beeindruckende Vielzahl an Informationen haben die beiden Autorinnen da zusammengetragen.

    Nach einer geschichtlichen Einleitung (das Salzkammergut, das „echte“, jenes zwischen Gmunden und Bad Aussee, war vor etwa 170 Jahren die Geburtsstätte des Dirndls) werden verschiedene Bräuche rund ums Dirndl erklärt. Wie unterschiedlich sie in den österreichischen Bundesländern sein können, schildert das nächste Kapitel. Im Kapitel „Dirndl trifft Persönlichkeit“ geht es um Gexi Tostmann, Gerhard Gössl, Tanja Pflaum und anderen Menschen, die mit Dirndln zu tun haben. Auch eine Vertreterin der Avantgarde ist darunter, Susanne Bisovsky in Wien.

    Natürlich wird alles rund ums Hochzeitsdirndl geschildert. Beim Thema Film darf ein Bild des Traumpaares Waltraut Haas und Peter Alexander in der Verfilmung „Im Weißen Rössl“ nicht fehlen, gefolgt von einem Beitrag über die Lederhose. Das Kapitel über Accessoires habe ich als Mann nicht so interessant empfunden, wohl aber wird es die weibliche Welt als Wesentlich sehen. Blaudruck, Ausseer Handdruck und anderes liest man beim Thema „Dirndl und Stoff“. Ja und so geht es in diesem gut gemachten Buch über das Dirndl weiter und endet mit einigen Kuriositäten. Wer jetzt im Buch die Fachausdrücke nicht ganz verstanden, findet am Ende unter „Dirndl trifft Begrifflichkeiten“ Erklärungen dazu. Wie gesagt, wirklich gut gemacht und mit sehr gutem Bildmaterial ausgestattet.

    Autorin Daniela Müller (Autor), Susanne Trettenbrein (Bilder), erschienen im Verlag Anton Pustet, 2012, ISBN 978-3702506933
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    gelesen im Dezember 2013
  • Tatzelwurm und Donauweibchen, Österreichs Naturgeister und Sagengestalten


    Altes Wissen sachlich aufbereitet und verständlich beschrieben

    Das aus dem Griechischen stammende Wort „Dämon“ bezeichnete ursprünglich den Geist der Verstorbenen und hatte eine positive Bedeutung. Denn diese Seelen waren eine Mittelstufe zwischen Göttern und Menschen. Doch die katholische Kirche verhalf diesem Wort dann im Mittelalter zu seiner negativen Bedeutung, da man den Dämon der teuflischen Kirche zurechnete.

    Dies ist nur eines der vielen Informationen, die dieses umfangreiche und sehr gut recherchierte Buch bietet. Luft-, Erd-, Feuer- und andere Naturgeister werden darin ebenso erklärt wie das Feenreich, Riesen und Zwerge und viele andere Wesen (Basilisk, Einhorn, Percht, Krampus, Wechselbalg, Sensenmann u.a.). Einige bildliche Darstellungen veranschaulichen die eine oder andere Kreatur.

    Der Autor nimmt immer wieder Bezug auf das Vorkommen der beschriebenen Gestalten in Österreich. Hintergrundinformation erleichtert dem Leser das Verständnis, weshalb dieses oder jenes Wesen in der Geistwelt des Menschen entstanden war. Es handelt sich keineswegs um esoterisches Buch, sondern um eine sehr sachliche und klare Beschreibung der Sagenwesen und Naturgeister.

    Was die (gute) Hexe Befana in Italien mit der in der Oststeiermark bekannten Pudelmutter gemeinsam hat, in welchen Kinderliedern sich dunkle Wesen widerspiegeln oder wie eng verwandt Frau Holle, Hulda und Percht sind – diese und viele andere interessante Details lassen sich in diesem Buch nachlesen. Ein umfangreiches Literaturverzeichnis beendet dieses gute Buch mit einem Fehler: es fehlt ein Stichwortverzeichnis, das sicherlich sehr hilfreich wäre.

    Autor Reinhard Pohanka, erschienen im Verlag Amalthea Wien, 2013, ISBN 978-3850028233
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    gelesen im Dezember 2013
  • 75 Lehrwege und Erlebnispfade: Oberösterreich - Salzburg - Berchtesgaden


    Übersichtlich beschrieben und vielfältige Themen

    Die von Rasbortschan beschriebenen Lehrwege sind Wege mit Schautafeln oder Objekten, die den Wanderer informieren. Diese Botschaft kam bei mir klar an. Weniger klar sind allerdings manche ihrer Vorschläge von Erlebnispfaden. Natürlich kann jeder „Pfad“ (Weg) ein Erlebnis sein oder zu einem solchen werden. Aber bei einigen ihrer Vorschläge passt das eine nicht so recht und auch das andere nicht. Ein Beispiel dafür mag der Beitrag „Natur- und Europaschutzgebiet Tauglgries“ sein. Da gibt es keine Schautafeln und kein großartiges Erlebnis. Jedenfalls steht von beidem nichts im Beitrag. Nicht ganz zutreffend auch der Zusatz „Themenweg“ bei der Almbachklamm im Berchtesgadener Land, weil die Klamm an sich kein Themenweg ist. Lediglich beim Eingang befindet sich eine Kugelmühle.

    ieht man von diesen nicht ganz stimmigen Dingen aber ab, so sind die 75 Vorschläge durchaus interessant und gut aufbereitet. Jedenfalls fiel mir beim Lesen wohltuend auf, dass tatsächlich die Wege beschrieben sind, also, wie der Wanderer zu gehen hat, im Gegensatz zu manch anderen Ausflugszielen-Büchen, deren Autoren lieber über die Geschichte der Umgebung schreiben als über die eigentliche Wanderung. Gut aufbereitet ist auch der Einleitungsblock bei jedem Artikel: Wo, wie kommt man hin, Ausgangspunkt, Gehzeit, Anforderungen mit z. B. Angaben von Höhenmetern, Einkehr (hier dürfte sie nur aus eigener Erfahrung schreiben, weil nicht bei jedem Vorschlag ein solcher angeführt ist, obwohl vorhanden), Sehenswert(es) und zwar wirklich nur solche Punkte werden angeführt und manchmal folgen noch (kuriose) Hinweise, wie beispielsweise beim Almlehrpfad Werfenweng. Dieser Almlehrpfad wäre ein Lehrpfad, jedoch ohne Tafeln oder anderen Hinweisen. Für diese Informationen muss man sich entweder eine Broschüre kaufen oder sich vorher beim Tourismusverband eine Kurzinfo abholen. So ein Lehrpfad ist dann für mich aber kein Lehrpfad. Aber gut, Rasbortschan weist eben gerade bei diesem Vorschlag darauf hin. Dann gibt es bei manchen Vorschlägen kleine Übersichtskarten, die ganz brauchbar sind sowie noch Besichtigungstipps in der Umgebung des eigentlichen Besichtigungsvorschlags. Die Bilder im Buch sind aussagekräftig und von guter Qualität, am Ende des Buches gibt es einen Index des Buches.

    Ob Pilger-, Schmetterlings- oder Moorlehrpfad, auf den Spuren des Turbinenerfinders Viktor Kaplan oder des Komponisten Anton Bruckner, der Führer bietet verschiedenste Themenvorschläge, 39 in Salzburg, zwei in Tirol, 18 in Oberösterreich und 16 im Berchtesgadener Land.

    Einige Beispiele: Land Salzburg: Naturerlebnisweg Teufelsgraben, Scheffauer Mühlenweg, Bauernregelweg in Altenmarkt im Pongau, Themenweg Schlierersee im Naturpark Riedingtal, Orchideenweg Vorderkaserklamm; Tirol: Bienenlehrpfad bei Sankt Ulrich am Pillersee; Oberösterreich: Pferdeeisenbahn-Wanderweg nach Gmunden, Das Gläserne Tal, Maler-Literaten-Naturwanderweg im Echerntal in Hallstatt; Berchtesgadener Land: Moorlehrpfad am "Heidewanderweg" im Schönramer Filz, Historischer Klausenlehrpfad, der östliche Teil des Soleleitungsweges;

    Autorin Tatjana M. J. Rasbortschan, erschienen im Verlag Anton Pustet Salzburg, 2013, 978-3702507077
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    gelesen im November 2013
  • Bertha von Suttner: Kämpferin für den Frieden

    Schildert anschaulich Sittenbild und politische Entwicklung der damaligen Zeit sowie das Leben v. Suttner

    Obwohl Berta von Suttner als lebenslange Freundin von Alfred Nobel diesen zur Stiftung des Nobelpreises angeregt und wohl auch überredet hatte, erhielt sie erst bei der fünften Vergabe und als erste Frau diesen Preis. Sie, die aus der vornehmen Prager Familie von Kinsky stammte, kämpfte zeitlebens damit, nicht wirklich zur Aristokratie zu gehören, war doch ihre Mutter eine Bürgerliche gewesen. Auch ihre Heirat mit Arthur von Suttner sorgte für Aufregung, geschah sie doch ohne Einwilligung der Familie von Suttner. Beide versuchten zunächst ihr Glück im Kaukasus, von wo sie nach acht Jahren wieder nach Wien zurückkehrten und letztlich doch von der Familie von Suttner aufgenommen wurden. Erst im Alter von 46 Jahren schrieb sie ihr weltberühmtes Buch „Die Waffen nieder“ und erst dann begann ihrer Kariere als Friedenskämpferin. „Die Waffen nieder“ waren auch einer ihrer letzten Worte im Moment ihres Todes.

    Brigitte Hamann schreibt ein wirklich spannendes Buch über das Leben einer großen Frau. Sie schildert ihr Leben an Hand ihrer Tagebücher und Memoiren sowie andere Korrespondenzen und Zeitungsberichte. Dabei gelingt es Hamann sehr gut, die einzelnen Facetten von Bertha von Suttner – ihre Zeit im Kaukasus, als Schriftstellerin, als Kämpferin für den Frieden, die Entstehung des Nobelpreises, ihre Einstellung zum Feminismus sowie die politische Entwicklung während des Lebens von Suttner, getrennt und klar zu formulieren. Diese Trennung lässt den Leser die Person Suttner besser und übersichtlicher verstehen. Der Leser erlebt eine ehrgeizige, besessen arbeitende, im Grunde verarmte von Suttner, der es immer wieder gelingt, Menschen für ihre Sache zu begeistern, Geldspender zu finden und ihre Friedensidee durch Einflussnahme auf andere Personen zu unterstützen.

    Auf über 300 Seiten läuft die Zeit zwischen 1850 und 1914 vor den Augen des Lesers ab, lässt nun vieles der damaligen Zeit, die Gründe, die zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs führten, die Anfänge des Deutschnationalismus und andere politische Entwicklungen um die Jahrhundertwende besser verstehen. Hamann schildert an Hand der Aussagen von Suttner auch das Sittenbild der k.k. Monarchie: den Stand der Frau, die liberale Einstellung von Suttner, die bei der Männerwelt auf wenig Gegenliebe, ja auf Hass und Spott traf, die erzkatholische Haltung des Adels und deren Auswirkungen auf Frauen und über die enorme Kriegslust und –hetze in Europa in der damaligen Zeit.

    Diese Lebensgeschichte von Bertha von Suttner ist mehr als nur eine Biografie. Sie schildert verständlich und schonungslos die Zeit des Endes der Monarchie und eines gar nicht so völkerfreundlichen Österreichs. Schon unter Kaiser Franz Joseph I. begann die Hatz gegen Juden – auch in Österreich – Bertha von Suttner sah den „großen Krieg“ kommen und kämpfte im wahrsten Sinn des Wortes bis zu ihrem letzten Atemzug („die Waffen nieder“) gegen Krieg, unerhört – sie starb wenige Tage vor dem Attentat von Sarajewo 1914, das ja bekanntlich den Ersten Weltkrieg ausgelöst hatte.

    Zahlreiche zeitgenössische Bilder, Postkarten und Simplicissimus-Drucke dokumentieren die geschilderte Zeit bildlich, ein genaues Fußnotenregister der Quellenangaben der Zitate sowie ein Schriftverzeichnis vervollständigen es. Ein Buch, das aufrüttelt, auch über 100 Jahre später noch aktuell ist und eine der großen Frauen der Weltgeschichte auf interessante Weise schildert.

    Autorin Brigitte Hamann, erschienen im Christian Brandstätter Verlag Wien, 2013, ISBN 978-3-85033-773-1
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    gelesen im April 2012
  • So war’s der Brauch


    Eine Fundgrube von Gewohnheiten und Ritualen, die heute kaum noch jemand kennt

    Man könnte sicherlich weit mehr als diese 157 Seiten über die darin angeführten Bräuche schreiben. Aber die Historikerin Friedl schafft es auch in diesem Buch (ich habe bereits von ihr „Wie’s früher war“ gelesen), dem Leser die Dinge so zu schildern, dass er es einerseits versteht und andererseits kein wissenschaftliches Werk studieren muss. Inge Friedl betont in ihrer Einleitung, dass sie in diesem Buch keineswegs alle Bräuche der besuchten Regionen aufgezeichnet hat. Denn in Kärnten, der Steiermark und Oberösterreich, wo sie auf Spurensuche unterwegs war, hat fast jedes Tal, jedes Dorf, seine eigenen Gewohnheiten und Rituale.

    So lernt der Leser den Unterschied zwischen „Danke“ und „Vergelt’s Gott“, wie das Bienenaufwecken funktioniert oder dass das Raufen zu einer Hochzeit gehört. Warum ein Vogerl davon flog, als der Schuldirektor dem Buben das Grüßen lehrte, warum ein Sauschädl zwei Mal gestohlen wurde und was Pfoad,Firta und Gradlhose sind.

    Neben den Texten über die einzelnen Bräuche lässt sie auch noch lebende Zeitzeugen zu Wort kommen. Diese in einem farblich unterschiedlichen Kasten zu lesende Beiträge sind in der jeweiligen Mundart geschrieben, wie sie der Erzähler spricht. Jeder einzelne ist lesenswert. Ich habe da zum Beispiel gelesen, wie der Luzifer mit der Rorate zusammenhängt oder von der Abschiedsrede an einen Toten an der Türschwelle. Aus Donnersbach im Ennstal berichtet Erna Kalsberger von den „Perchtln“ oder Maria Höfler aus Sarleinsbach im Mühlviertel erklärt das Virgisegnen. Das Godngehen am Ostersonntag schildert Gertrud Berger aus Altirdning im Ennstal.

    Gegen Ende des Buches gibt es ein paar Landler-Gstanzln, alte Spiele („Moaster und Gsöll“) und drei Rezepte (z. B. Küahtutten mit Schnaps“, die es in Oschenitzen in Südkärnten nur an besonderen Tagen gab), ein Glossar (Lampern? Gogg?) und Texte, die im Buch in Dialektform geschrieben sind, ins Hochdeutsche übersetzt.

    Friedl schreibt aber auch über weniger sinnvolle Dinge, wie beispielsweise, dass die heute älteren Menschen von großer Angst vor den Krampussen berichten. Diese resultierte allzu oft aus der schwarzen Pädagogik von seinerzeit, in der es hieß, wenn man nicht folgsam sei, hole einem der Krampus oder wenn man sich nicht gewaschen hat, hole einem der Bartl Putz mit der Reibbürste. Aufgefallen ist mir auch, dass der Nikolo als „Geschenk“ oft auch nur die Rute zum Verdreschen gebracht hatte.

    Jedenfalls ist dieses Buch von Inge Friedl wieder eine Fundgrube von Gewohnheiten und Ritualen, die heute kaum noch jemand kennt, die aber über lange Zeit unsere Gesellschaft geprägt hatten. Einziger Wermutstropfen bei diesem Buch sind die schwarzweiß-Bilder, die mit einem Braunton überzogen wurden und teilweise nicht wirklich scharf sind (im ersten Buch von Friedl war das Bildmaterial eindeutig besser gedruckt, aber das ist Sache des Verlags, nicht der Autorin).

    Autorin: Inge Friedl, erschienen in der Verlagsgruppe Styria, Styria Regional, 2012, ISBN 978-3-7012-0119-8
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    gelesen im Dezember 2012
  • Erlebnis Großglockner Hochalpenstraße - Adventure Großglockner High Alpine Road

    Schilderung vielfältiger Erlebnisse in Hochgebirgslandschaft mit guten Bildern

    Eine Raststätte, durch deren Mitte die Grenze zweier Gemeinden des Nationalparks Hohe Tauern verläuft, ein Wirt, der verletzte Murmeltiere – Mankeis – aufzieht, Schneefräsen, konstruiert vom Erbauer der Straße, Hofrat Wallack, die schon über 50 Jahre im Einsatz sind, die Geschichte von der Hexenküche, ein Turm auf der Edelweißspitze, der einen wichtigen geografischen Vermessungspunkt in den Alpen darstellt, Kunstwerk „Kraft Wellenberg“, in Stein gehauene Bergmännlein, der schönste Jausenplatz Österreichs, die Glocknersage oder Pfirsiche, Feigen, Melonen, Champagner und Tokayer bei der Erstbesteigung des Großglockners – Herbert Gschwendtner hat einfach ein sympathisches, lesenswertes Buch geschrieben! Und er hat viele noch unbekannte, zumindest weniger bekannte Details aufgegriffen (Blunter Tauern, altes Streckentelefon, Rotmoos im Käfertal u.a.).

    Doch nicht nur das. Die ganz- und doppelseitigen Bilder zeigen einerseits schon auch die eindrucksvolle Gebirgslandschaft entlang der Straße, andererseits bietet aber fast jedes Bild ein besonders Detail, wie beispielsweise der Hexenzahn in der Hexenküche, die Türkenbundlilie am Blumenlehrweg Schöneck, auf der eine Biene (oder Hummelart?) sitzt oder das Bild, das den Blick aus einem Tunnel am Gamsgrubenweg zeigt, in dessen Mitte der Großglockner aufragt. Allerdings bin ich mit der Qualität zweier Bilder nicht ganz zufrieden – der Almrausch ist etwas unscharf geraten und ein Bild mit dem Großglocknergipfel, dominant die Seite einnehmend, trägt den Titel „Kasereck-Kapelle“ – die man aber am Bild erst suchen muss (und ganz klar ist das Bild auch nicht - milchig). Aber dies sind wirklich zwei Ausnahme der sonst sehr gelungenen (farblich wie von der Druckqualität) Bilder in diesem Buch.

    Vier Dinge möchte ich auch nicht unerwähnt lassen. Erstens: Auf den vorderen und rückseitigen Innenseiten gibt es eine sehr gute Karte, die die Großglockner Hochalpenstraße von Bruck an der Großglockner Hochalpenstraße bis Heiligenblut, vom Johannisberg bis zum Rauriser Tauernhaus darstellt. Zweitens: Ein Stichworteverzeichnis. Drittens: Ein doppelseitiges Panoramabild von der Edelweißspitze aufgenommen, das die Berggipfel – beschriftet – gegen Westen zeigt und viertens der internationalen Bedeutung der wohl eindrucksvollsten Panoramastraße Europas entsprechend sind alle Texte auch auf Englisch zu lesen – da kann ich mein Englisch wieder gut auffrischen!

    Es ist ein Buch, das die Vielfalt der Erlebnisse entlang der über 40 Kilometer langen Großglockner Hochalpenstraße schildert ohne aber ermüdend zu wirken und doch einige Details mitteilend. Es ist ein Buch, das man als Salzburger gerne zur Hand nimmt oder auch an Gäste oder Freunde verschenkt – als sinnvolle, gut gestaltete Erinnerung an eine Hochgebirgsstraße, über deren Erbauung anfangs die Fachwelt lachte und als nicht überlebensfähig abtat. Mehr als 60 Millionen Besucher seit ihrer Eröffnung 1935 haben die Zweifler aber schon bald verstummen lassen.

    Erschienen 2012 im Verlag Anton Pustet Salzburg, Autor: Herbert Gschwendtner, ISBN 978-3-7025-0674-2
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    gelesen im Mai 2012
  • Scheller, Schleicher, Maibaumkraxler

    Bräuche in Österreich: Fasching, Ostern, Frühling
    Unterhaltsam, informativ und fundiert recherchiert mit vielen interessanten Details

    Giggeler und Bajatzl - Blochziehen in Tirol, vom Metzgersprung und Faschingseingraben, vom Trauerzug mit den leeren Geldbörsen, über den Valentinstag, der mit dem hl. Valentin nichts zu tun hat, von erstaunlich vielen Dorfgemeinschaften, die Passionsspiele abhalten, vom Franzosen-Verscheuchen im Lungau im Salzburger Land, dem Milchkannen-Donnern im Südburgenland und in Kärnten, von Prangstangen, Jungfrauenaufwecken und dem immateriellen UNESCO- Kulturerbe des Böllerschießens (!), von Sauhaxenopfer und Viehumtragen, von einem Krawattentag (?) und vom Verbrennen des Sunnawendhansls in Oberndorf bei Salzburg - eigentlich müsste ich alle Titel hier anführen und kurz erklären, denn das Buch ist eine wahre Schatzgrube an ganz alten, alten, weniger alten und neuen Bräuchen aus ganz Österreich. Alleine von der Passionszeit und den einzelnen Tagen zwischen Palmsonntag und Ostermontag werden 37 Bräuche geschildert.

    Aber das Buch wäre nur halb so unterhaltsam und interessant, hätte es nicht Reinhard Kriechbaum mit seinem eingestreuten Humor geschrieben. Humor ist vielleicht gar nicht die richtige Bezeichnung für seine fundierte und doch locker-lustige, durchaus kritische Schreibweise. Keine Sorge, meint er, der Sauschädel taucht schon auf (aus dem Zusammenhang gerissen, bitte keine falschen Schlüsse ziehen!). Sehr modern sein gewählter Titel für den Fürsprecher in Sachen Halskrankheiten, den heiligen Blasius: Segens-Homöopathie gegen Halsweh! Obwohl der Vatertag hierzulande kaum begangen wird, ist es umso erstaunlicher, dass die Wirtschaftskammer zu berichten weiß, dass der Vatertag 2009 mit 108 Mill. Euro Umsatz zwei Drittel der Summe erwirtschaftet, die der Muttertag bringt. Ob das nur Zweckoptimismus sei, hinterfragt Kriechbaum.

    Es ist wirklich sehr bunt, das Buch, bunt, die Bilder, bunt die Mischung aus religiösen und volkskulturellen Bräuchen, aus Bekanntem und weniger Bekanntem, aus dem Burgenland bis nach Vorarlberg. Und sehr praktisch: am Ende jedes Beitrags hat Kriechbaum einen Infoblock zusammengestellt: wo findet dieser Brauch statt, wann und wo erhält man Auskunft. Es ist kein Buch für religiöser Fanatiker oder heimatverbundene Traditionalisten, sondern ein Buch für alle, die es einfach einmal genau wissen möchten, warum in der Nacht vom 30. April auf 1. Mai ihre Gartenbank abhanden gekommen ist, ob der Brauch, jemanden in den April schicken, tatsächlich ein alter Brauch ist oder wo man Homer Simpson in Blütenform bewundern kann. Ein Buch mit vielen interessanten Details!

    Erschienen im Verlag Anton Pustet, 2012, ISBN 978-3702506643
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    gelesen im April 2012
  • Mystisches Salzburg: Sagenhaft · Urwüchsig · Verborgen

    Faszinierende Bilder, Berichte über Unbekanntes, anschaulich und lebendig geschrieben

    Ein Blick in rötliches Licht getauchtes Innere einer Kapelle in den Katakomben, mystische Nebel, die aus der Salzach stiegen, Fackeltänzer bei der Festspieleröffnung umrunden einen Residenzbrunnen mit in Türkis schimmernden Wasser, über dem mit Holzschindeln verkleideten Krimmler Tauernhaus erstrahlt der blaue Himmel, ein Löwenkopf an der Kirchentüre von St. Leonhard im Lungau zeugt vom einstigen Venediger-Handel, der Schaidberger Predigtstuhl im Abtswald am Dürrnberg präsentiert sich umgeben von dunklem Grün, der Blick fällt auf die Michaelsstatue mit der Waage in der Hand am ehemaligen Höllbräu, der Teufel im "Jedermann" erscheint furchterregend, der Gasteiner Wasserfall donnert des Nachts, eingetaucht in das Licht von Scheinwerfern, zu Tal - Toni Anzenberger, der Fotograf, bietet eine wunderbare Aufnahme nach der anderen. Ob als ganzseitiges Bild oder kleiner Ausschnitt - er zeigt Salzburg von manch' bekannter Seite, bietet aber auch sehr viele unbekannte Einblicke. Seine Bilder erwecken die Sehnsucht, Salzburg, Stadt und Land einmal doch wirklich zu entdecken.

    Peter Pfarl, der Textschreiber, wiederum, weiß "die Feder zu führen". Nicht trockene Geschichte oder "das kennt man ja schon" schildert er zwischen den Bildern. Er gibt überraschende Einblicke in Forschung und Geschichte. So berichtet er von den neuesten Erkenntnissen der Forschung über Salzburger Kupfer, das seinen Weg bis nach Sachsen-Anhalt im Norden vor mehr als 4 000 Jahren gefunden hatte. Er geht Rätseln des Dürrnbergs nach, setzt sich mit der Frühgeschichte der Stadt Salzburg im St.-Peter-Bezirk auseinander, weiß Mystisches vom Untersberg, von Ritzzeichen, die gegen Böses schützen sollten, spart auch nicht das dunkle Kapitel der Protestantenvertreibungen im 18. Jahrhundert, der Hexenverfolgung sowie der Geschichte vom Zauberer Jackl aus. Warum die Wilhelmskapelle immer wieder verschwand und neu aufgebaut wurde, von seltsamen Heiligen und merkwürdigen Bräuchen schreibt er, dem Doktor Paracelsus seine Geheimnisse und vieles mehr. Pfarl schreibt sehr anschaulich und lebendig, dabei wird er nie fad zu lesen. Er zitiert Künstler und Fürsterzbischöfe und stöbert im ganzen Land Sagenhaftes, Urwüchsiges und Verborgenes auf.

    Das ist ein Buch ganz ohne Kitsch und Klischees, das ein Salzburg widerspiegelt, wie es sich abseits der Touristenströme präsentiert. Es ist ein Buch, das die Salzburger auf die Spur von Interessantem, Entdeckungswertes bringt. Ein Buch, dessen warmen Farben der Bilder anregen, dessen Text Interessantes mitteilt, ein Buch, das seinem Titel mehr als gerecht wird.

    Erschienen Verlag Anton Pustet, 2011, ISBN 978-3702506506
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    gelesen im Februar 2012
  • Die Pasterze: Der Gletscher am Großglockner

    Wissenschaftlich, aber mit vielen interessanten verständlichen Beiträgen

    Leser meiner Buchkritiken werden sich manchmal fragen, warum ich bei manchen Büchern so selbstsicher die Bestnote gebe. Kann ich mich wirklich in jedem Metier so gut auskennen, um den Inhalt so zu beurteilen? Nun, die Frage beantworte ich an Hand dieses Buches.

    Natürlich bin ich kein Glaziologe und kann die Messwerte oder Schlussfolgerungen nicht (unbedingt) qualifizieren. Aber was erwarte ich mir als Leser eines Buches über den größten Gletscher der Ostalpen? Ein Buch, das mir Auskunft gibt über (auch wenn ich es vielleicht nicht ganz verstehe) Gletscherhydrologie, über Gletschergeschichte, wie der Mensch die Pasterze entdeckte - geschichtliche Information über Entdeckung, Erkundung und Entwicklung aus touristischer Sicht bis in die Gegenwart samt der untrennbaren Geschichte des Großglockners und seiner 'Eroberung', alles über die Pflanzen- und Tierwelt in, auf und um die Pasterze herum, die Auswirkungen des Massentourimus, was bringt die Zukunft und und und.

    Sie sehen also, ich bewerte dieses Buch nach dem sehr breit gefächerten und durchaus verständlich geschriebenen wissenschaftlichen Inhalt, nach dessen Abwechslung für den Leser und der optischen Qualität. All diese Kriterien erfüllt dieses Werk über die Pasterze aus meiner Sicht wirklich ausgezeichnet. Bei den einzelnen wissenschaftlichen Kapiteln zeigt ein Bild mit kurzem Text, wer der Verfasser ist. Wirklich interessant sind zahlreiche historische Karten und Fotografien und die Zusammenhänge mit dem heutigen Nationalpark Hohe Tauern und der Pasterze. Sie war nämlich Teil eines ganz kleinen Kerngebiets, das der Kärntner Unternehmer Albert Wirth 1918 um 10.000 Kronen erwarb, um es vor geplanten Erschließungen zu schützen. Imposant und gleichzeitig ernüchternd die Vergleichsbilder und -skizzen über den doch sehr massiven Rückgang der Eismächtigkeit oder der Beitrag über die Pläne von Seilbahnen im Gletschergebiet.

    Knapp 160 Seiten hochwertige Information mit sehr gutem Bildmaterial von 19 Experten zusammengestellt.

    Erschienen Verlag Anton Pustet, 2011, Autoren: Gerhard Karl Lieb, Heinz Slupetzky, ISBN 978-3702506520
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    gelesen im Dezember 2011
  • Romantisches Wien: Verschwiegene Orte · Verträumte Winkel

    Zeigt ein 'anderes' Wien mit Blick für Kleinigkeiten, Schönes und Geschichten

    Wehmut ist beim Blättern und Lesen im Buch in mir aufgestiegen - wann gehen sich wieder einmal ein paar Tage Wien aus? Das Buch berichtet nicht von den großen Sehenswürdigkeiten, von den Touristenmagneten, sondern es entführt den Leser an den Fuß des Schönbrunner Berges in die 'Römischen Ruinen', in das Spittelbergviertel, in den in herbstlichen Farben rot leuchtenden Park des Palais Lichtenstein, zum Dreimäderlhaus auf dem Mölkersteig, zur Villa Aurora am Wilhelminenberg oder in den mit Wein verwachsenen Innenhof des Deutschordenhauses.

    Der Leser hat so gar nicht das Gefühl in der Millionen- und Weltstadt Wien zu sein, vielmehr erlebt er ein dörfliches Wien, ein 'altes', verträumtes Wien. Vielleicht spricht mich das Buch auch deshalb so an, weil ich bei meinen Wien-Aufenthalten auch so gerne in Hinterhöfe schaue oder in Parks meinen Blickwinkel auf Details von Statuen oder auf das herbstlich gefärbte Laub richte. Vielleicht aber auch, weil die Bilder so animierend, so stimmungsvoll, so farbig sind und viele Facetten der Stadt zeigen, die dem Besucher vielleicht bisher noch nicht aufgefallen sind.

    Aber auch die Texte erzählen über ein anderes Wien. Geschichten, die sich in Häusern zugetragen haben, über Künstler, wie beispielsweise von Wolfgang Amadeus Mozart, der den legendären Fußtritt des Salzburger fürsterzbischöflichen Oberstküchenmeisters Karl Graf Arco, der das 'Arbeitsverhältnis' mit dem Salzburger Erzbischof ein für allemal beendet hatte, auf der Schwelle ins Deutschordenhauses erhalten hatte. Geschichten von Sisi, der österreichischen Kaiserin, von Maria Theresia, von einem Altwiener Dorf vor dem Kärntnertor oder von grünen Oasen bereichern dieses Buch als angenehme Ergänzung zwischen den Bildern. Denn es ist wohl mehr ein Bilderbuch denn ein Lesebuch. Obwohl - lesen sollten Sie auch!

    Erschienen im Pichler Verlag in der Verlagsgruppe Styria, 2011, Autorin Barbara Sternthal ISBN 978-3854315520
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    gelesen im Oktober 2011
  • Von Klapotetz und Sauvignon: Genussgeschichten aus der Südsteiermark

    Sprachlich treffend geschrieben, inhaltlich gehaltvoll und mit animierenden Bildern

    Ja, es geht um Südsteirische Genüsse, um Wein, um Buschenschanken und bodenständige Kost. Rupperti schildert, ausgehend von ihren bei ihren Großeltern in der Region Gamlitz verbrachten Sommern, Land und Leute, vor allem aber die Menschen, Winzer ebenso wie Wirte. Doch es ist auch ein echtes Lexikon, erklärt sie doch fachlich alle Rebsorten und die Bezeichnung 'Steirische Terroir- und Klassikweingüter'. Es gibt Beiträge zum Thema, wie die Ausbildung heutzutage zu einem Winzer erfolgt oder über den Klapotetz. Im Kapitel 'Die jungen Wilden' schreibt sie über zwölf Winzer der neuen Generation, so beispielsweise Erwin und Hannes Sabathi, Armin Tement oder Daniel Jaunegg. Andere Themen sind Käferbohnen und 'Frecher Sterz' oder von Hauben und Hopfen.

    Rupperti zieht mit dem Leser durch die Landschaft rund um Gamlitz von einer Buschenschank zur anderen, von einem Weingut zum anderen. In unterhaltsamer Weise in wohl gewählter Sprache bringt sie dem Leser diesen Teil der Südsteiermark näher, gleichzeitig lässt sie ihre eigenen Gefühle und Erinnerungen immer wieder einfließen.

    Auch optisch ist das Buch in kleinerem Format sehr gelungen. Die Bilder von Arnold Pöschl sind durch die Bank aussagekräftig, farbenfroh und mit einem gekonnten fotografischen Auge gemacht. Bei jedem Kapitel finden sich Adressen mit Internetlink, von Buschenschanken über Weingüter, Gasthäuser bis hin zu Sehenswertem rund um das Kapitel Wein. Und da bin ich jetzt aber auch schon beim Schönheitsfehler Nr. 1 des Buches: Da die Inhalte der Kapitel oft ineinander fließen, weiß ich am Ende nicht mehr, wo war welcher Weinbauer beschrieben, wo welche Buschenschank. Das allein wäre nicht das Problem, weil es inhaltlich immer gut passt ' nur, es fehlt ein Register, in dem ich nun zum gesuchten Objekt die Seitenzahl hätte. So bleibt mir nur, immer 190 Seiten durchzublättern. Schönheitsfehler Nr. 2 - im hinteren Einband ist eine eigentlich gute Karte vom Gebiet um Gamlitz. Nur, ich habe fast keinen im Buch erwähnten Ort auf dieser Karte gefunden, weil dieser darin nicht vermerkt ist. Mag sein, dass die erwähnten Orte sehr klein sind, aber mangels Hinweis 'befindet sich nahe von '', einem Ort, der vielleicht doch eingezeichnet ist, weiß ich eigentlich nicht genau, wo ich im Buch unterwegs war. Schade.

    Erschienen in der Verlagsgruppe Styria, Styria Regional, 2011, Autorin Evelyn Rupperti, ISBN 978-3701200603
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    gelesen im Oktober 2011
  • Alt Österreich - Menschen, Länder und Völker der Habsburgermonarchie 1790 - 1916

    Die Menschen der Monarchie-Länder und ihr Leben stehen im Mittelpunkt

    Grundlage dieses Buches sind die 21 Bände der landeskundlichen Enzyklopädie 'Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild' (ÖUM), die Kronprinz Rudolf als erstes Gesamtwerk über den Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn 1884 herausbrachte. An den 21 Heften mit 12 596 Textseiten und 4 529 Illustrationen wirkten 432 Autoren mit 587 Beiträgen mit.

    'Alt Österreich' bietet aus diesem ersten Standardwerk etwa 200 Feder-, Pinselzeichnungen, handkolorierte und Schwarzweiß-Aufnahmen von Menschen aus allen Teilen der Monarchie. Bei vielen Bildern findet man Originaltexte aus dem ÖUM-Werk, was einerseits die Bilder verständlicher macht, andererseits aber auch Einblicke in das Leben des ausgehenden 19. Jahrhunderts bietet. Da erfährt der Leser beispielsweise die Unterschiede des obersteirischen Kegelscheibens zwischen 'Schmiraggln' und dem 'Meilenspiel' oder über den Brauch das 'Schmackostern' in Böhmen.

    Damit der Leser aber einen echten Mehrwert dieser Auszüge aus dem ÖUM-Werk hat, führt der Autor ihn auf 24 Seiten in die Zeit und Geografie der k.u.k. Monarchie ein; mit interessante Bildern, wie eine 'Betkarte' aus dem Jahr 1898 (welche Kinder für den Kaiser Franz Joseph an einem bestimmten Tag gebetet hatten oder eine alte Ansicht des Wasserfalls in Bad Gastein sowie Bilder von Menschen ('Gorat und Goralin aus Szlachtowa bei Szczawnica', 1898). Es folgt die Schilderung der Reise der Kinder von Kaiser Leopold II. aus der Toskana nach Wien, unter ihnen Erzherzog Johann. Dieser ist auch zentrale Figur diesem Kapitel der 'Schönheit der Natur', hatte er doch großes Interesse an naturwissenschaftlichen und ethnologischen Dingen. Dann führt ein Kapitel in 'das Land und die Bewohner' ein. Zunächst werden alle Teilregionen der Monarchie mit geografischen Grunddaten vorgestellt ' eine Seite Daten, eine Seite Karte sowie weitere Seiten mit Bildern und Texten aus dem ÖUM-Werk.

    Im Kapitel 'Räume und Zeiten' werden die Herrscher von Leopold II. (1790 - 1792) bis Franz Joseph I. (1848 - 1916) kurz dargestellt, danach das ÖUM-Werk selbst, das unter dem Namen 'Kronprinzenwerk' in die Geschichte eingegangen ist. In diesem Kapitel finden sich interessante Zeitdokumente und wieder jede k.u.k. Region mit Texten und Bildern aus dem ÖUM-Werk, hauptsächlich wieder von Menschen. Und genau diese Menschenabbildungen machen dieses Buch so interessant. Wie waren die Menschen damals angezogen, in welchem Umfeld lebten sie, wie arbeiteten sie und anderen Momente des Lebens zeigen die vielen Abbildungen. Teilweise sind die Abbildungen seitengroß und gestochen scharf, so dass der Betrachter viele Details erkennen kann.

    Leider sind dem Verlag zumindest zwei Bildbeschriftungsfehler passiert, was bei dieser Druckqualität und dem Preis eigentlich nicht passieren darf. Seite 174 und 175 sind die Bildtexte vertauscht, auf Seite 236 steht überhaupt ein falscher Bildtext. Wer dazu den richtigen lesen will, wird aber im Abbildungsverzeichnis ganz hinten im Buch fündig. Dort schließen sich Verzeichnis der Anmerkungen, eine Bibliografie-Übersicht, ein Ortsregister (mehrsprachig) sowie Künstlerverzeichnis an.

    Insgesamt, von der fehlerhaften Bildbeschriftung abgesehen, die aber der Verlag zu vertreten hat, hat der Historiker Hans Petschar ein ausgezeichnetes, wissenschaftlich fundiertes Buch mit wirklich einmaligen Abbildungen herausgebracht.

    Erschienen im Brandstätter Verlag Wien, 2011, Autor Hans Petschar, ISBN 978-3850334730
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    gelesen im Oktober 2011
  • Österreicher entdecken die Welt

    Forscher Abenteurer Pioniere
    Man lernt 51 Österreicher und ihre Pionierleistungen, gut lesbar, kennen

    Wenn über Pioniere in der Welt gesprochen wird, fallen immer dieselben Dutzend Namen. Aber es ist kaum ein österreichischer darunter, vielleicht noch Julius Payer und Carl Weyprecht als Entdecker des Franz-Josefs-Land in der Arktis. Doch wer kennt schon Johann Baptist Natterer aus Laxemburg (*1787, + 1843), der 18 Jahre lang als Naturforscher in Brasilien war? Oder Johannes Grueber aus Linz (* 1623, + 1680), der als erster Europäer Tibet durchquerte und China bereiste? Wer kennt den 'Vater der modernen indischen Geografie', Joseph Tiefenthaler aus Salurn, Südtirol (* 1710, + 1785)? Oder den Forscher, Weltbürger und Diplomaten Karl von Scherzer aus Wien (* 1821, + 1903), der Mittelamerika erforschte? Johann Carl Hocheder aus Zell am Ziller, Josef von Russegger aus Salzburg, Ida Pfeiffer aus Wien und weitere 42 Österreicher werden in diesem Buch vorgestellt.

    Je nach Wissenslage umfasst ein Kapitel eine bis mehrere Seiten, bietet Portraits der Personen oder zeitgenössische Zeichnungen, Karten oder Bilder. Immer wieder auch berührende Berichte, wie im Beitrag von Rudolf Pöch (* 1870, + 1921), der sich als Pestarzt und Pionier in die Isolierbaracke des Kaiser-Franz-Joseph-Spitals zu an Pest erkrankten Mitarbeitern einsperren ließ, um sie zu pflegen. Seine Mitarbeiter starben, er überlebte und es war der Auftakt zu einem der Forschung geweihten Leben. Im Kapitel über den aus Ober-St.-Veit bei Wien stammenden Slatin Pascha (* 1857, + 1932) findet sich ein Bild, auf dem dem in Khartum, Sudan, inhaftierten Slatin der abgehackte Kopf eines Europäers von seinen Peinigern gezeigt wird. Auch solche Erlebnisse werden geschildert.

    Durch die vielfältigen Abbildungen werden die Schilderungen noch anschaulicher, noch erlebbarer für den Leser. Sie bieten darüber hinaus Einblick in den jeweiligen Wissensstand der damaligen Zeit. Es ist kein Buch der trockenen Fakten, sondern angereichert mit Originaltexten aus Tagebüchern oder anderen Publikationen der beschriebenen Personen. Und immer wieder fallen einem Pionierleistungen auf: Eusebius Franciscus Kühn aus Nonsberg in Südtirol erkannte um 1690, dass Niederkalifornien eine Halbinsel ist und seine 1710 von dieser Region angefertigte Karte blieb jahrhundertelang unübertroffen.

    Ein umfangreiches Literaturverzeichnis mit zusätzlich ausgewählter Literatur zu den einzelnen vorgestellten Personen und ein Bild- und Quellennachweis gibt es ebenfalls im Buch.

    Erschienen in der Verlagsgruppe Styria, Styria Premium, 2011, ISBN 3222133298
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    gelesen im Oktober 2011
  • Als die Scheiterhaufen brannten: Hexenverfolgung in Österreich

    Sehr sachlich fundierte umfassende Aufarbeitung mit zahlreichen Fallbeispielen

    Dr. Ackerl räumt gleich zu Beginn mit mehreren Irrtümern bzgl. Hexen auf. So waren nur rund 55 Prozent Frauen, die der Hexerei bezichtigt wurden. Auch dass die Prozesse in den Händen der Kirche gelegen waren, stimmt, bis auf wenige Ausnahmen, nicht. Allerdings kommt die katholische Kirche in diesem durchaus wissenschaftlichen Buch nicht gut weg. So setzte Papst Gregor IX. 1231 einen beispiellosen Ausrottungsfeldzug in Gang, die Salzburger Erzbischöfe hatten Angst vor Hexen und ließen nicht nur Frauen verbrennen, sogar ein Pfarrer in Mittersill wurde letztendlich wegen Wetterzauber umgebracht. Im Falle des Zauberer Jackls wurden gar über 100 Kinder und Jugendliche hingerichtet, das jüngste Kind war zehn Jahre alt.

    Nach etlichen Fallbeispielen aus Österreich erklärt Dr. Ackerl die Hintergründe, wie es im Spätmittelalter zum Einsetzen der Hexenverbrennungen kam (früher gab es fast keine Hinrichtungen). Sie erläutert den Ablauf eines Prozesses und die falschen Betrachtungsweisen der Richter, sie schildert sachlich die grausamen Foltermethoden (z. B. durch das Anhängen von Gewichten an Beinen und Armen bei gleichzeitigem Hochziehen der Person wurden sämtliche Gelenke ausgekegelt usw.) und beleuchtet das wirtschaftliche Umfeld des 16. und 17. Jhd., das auch für die Hexenverfolgungen von Bedeutung war.

    Schließlich bringt sie Beispiele von Gegnern der Hexenverfolgung und warum sich diese erst langsam durchsetzen konnten. Erschreckend dabei immer wieder die Rolle der katholischen Kirche. Hasspredigten von der Kanzel herab gegen die Frauen, die, so haben die Recherchen von Dr. Ackerl ergeben, Feindbild Nr. 1 in weiten Teilen des Klerus gewesen waren. Ja sogar Bischöfe strengten Hexenverbrennungsverfahren in Österreich an.

    Das Lesen des Buches erfordert manchmal Konzentration, weil es wie oben erwähnt, stellenweise sehr wissenschaftlich geschrieben ist. Aber gerade deswegen bietet es auch einen sehr erklärenden Einblick in einen Teil unserer Geschichte, über den wir alle eigentlich gar nichts Genaues wissen - bis zum Lesen dieses Buches!

    Erschienen im Verlag Amalthea, 2011, Autorin Dr. Isabella Ackerl, ISBN 978-3850027229
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    gelesen im September 2011
  • Wien DuMont Kunst-Reiseführer

    Sehr vielfältig, übersichtlich und mit zahlreichen Hinweisen versehen

    Mir liegt die 6. aktualisierte Ausgabe 2011 vor:

    Als Salzburger kennt man Wien - oder doch nicht? In diesem Kunst-Reiseführer habe ich beispielsweise mir noch unbekannte Details über die verschiedenen Gräber von W. A. Mozart erfahren. Dem Stephansdom sind 14 Seiten gewidmet mit genauem Hinweis, wie weit man ihn gratis besichtigen kann. 70 Seiten Geschichte und Wiener Persönlichkeiten geben einen verständlichen Überblick über die ehemalige Hauptstadt der Donaumonarchie.

    Praktische Detailstadtgebietskarten erleichtern das Auffinden der in diesen Kapiteln beschriebenen Objekte im Rahmen von kleinen Rundgängen. Auch abseits liegende Bezirke, sofern es dort etwas Interessantes gibt, werden beschrieben, der Kahlen- und Leopoldsberg, Stift und Stadt Klosterneuburg, Heiligenkreuz und Mayerling. 25 Seiten mit praktischen Tipps wie beispielsweise über die Fahrkartensysteme der Wiener Linien oder Restauranttipps helfen auch dem Kulturhungrige bei touristischen Fragen allgemeiner Art weiter. Etliche gute Bilder machen darüber hinaus Lust, bald einmal (wieder) nach Wien zu fahren.

    Wer Wien solid von der kulturellen Seite kennenlernen möchte und sich die nötige Zeit dafür nimmt, wird mit diesem Führer sicherlich zufrieden sein.

    Erschienen im DuMont Reiseverlag, Ostfildern, 2011, 6. Auflage, ISBN 978-3770143481
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    gelesen im September 2011
  • Österreichs Helden zur See

    Kapitäne - Forscher - Entdecker
    Ein sehr gut aufbereitetes Nachschlagewerk über ein Stück österreichische Geschichte

    Man findet sie alle, die großen Namen, die man vielleicht gar nicht mit Österreich in Verbindung brächte: Don Juan de Austria, Sieger 1571 bei der Seeschlacht von Lepanto gegen die Türken, Korvettenkapitän Franz von Bandiera, Kommandant einer Marokkoexpedition, Ludwig Freiherr von Kudriaffsky, der im Sommer 1825 im griechischen Golf von Nauplia siegreich über Piraten blieb, Erzherzog Friedrich griff im November 1840 das syrische Acre erfolgreich an, Bernhard Freiherr von Wüllersdorf-Urbair umsegelte die Welt, Wilhelm von Tegetthoff, der 1864 die Schlacht bei Helgoland gegen die Preußen für sich entscheiden konnte und 1866 die berühmte Seeschlacht bei Lissa gegen die Italiener gewann, die Helden im Eismeer, die das Franz-Joseph-Land erforschten, Julius von Payer und Carl Weyprecht, U-Boot-Kommandant Georg Ludwig Ritter von Trapp oder Gottfried von Banfield, erfolgreicher Marineflieger und letzter Träger des Militär-Maria-Theresien-Orden und andere.

    Erfolge gegen französische Kaperschiffe wie der Sieg der österreichischen Brigantine „Skanderber“ 1800 im Mittelmeer, eine Expedition der Marine in den Südpazifik nach Neukaledonien, um Nickelerzvorkommen für Arthur Krupp in Berndorf (NÖ.) zu finden oder der einmalige Einsatz österreichischer Marinesoldaten an Bord der „Kaiserin Elisabeth“ in Tsingtau, China, 1914.

    Natürlich ist es ein Buch über die Marine. Aber manchmal verwischen die Grenzen zwischen Militäreinsatz und Entdeckungsreisen, wohlgemerkt, ausgeführt von der österreichischen Kriegsmarine. Die Menschen, die diese Reisen oder Einsätze durchgeführt hatten, werden ausführlich und anschaulich beschrieben. Der Leser erhält auch einen guten Einblick in politisch-militärisch-gesellschaftliche Zwänge, in denen sich die Kommandanten damals befanden. Das Buch ist ein lebendiges Bild von einer wenig bekannten Seite Österreichs. Nichtsdestoweniger aber eine interessant zu lesende und informative Seite! Schade nur, dass die doppelseitigen Kapiteleinleitungsbilder in dunklem Türkisblau gedruckt sind und so der Inhalt der Bilder de facto nicht sichtbar ist. Ein umfangreiches Register und ein Literaturverzeichnis machen dieses Buch zu einem Nachschlagewerk eines Stücks österreichischer Geschichte!

    Erschienen in der Verlagsgruppe Styria, 2010, ISBN 978-3-222-13306-0
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    veröffentlicht am 5. Dezember 2010
  • Weihnachtsbräuche in Österreich

    Sehr gut Recherchiertes und Geschriebenes über lebendige Bräuche

    Vorweg, es ist kein Führer durch den Dschungel österreichischer Weihnachtsmärkte (mit einigen ganz wenigen Ausnahmen)! Der Autor Reinhard Kriechbaum führt den Leser vielmehr auf Spuren bekannten und weniger bekannter Bräuche quer durch Österreich. In sehr unterhaltsamer Sprache klärt er Irrtümer auf, schildert Hintergründe und bringt manch altes Kulturgut ans Tageslicht. Schon seine Überschriften sind treffend und machen den Leser neugierig:“Schluss mit lustig“, „Post im Hause Davids“, oder „die Indianer im Pinzgau“ mögen Beispiele dafür sein.

    Das Kapitel für mich ist jenes mit dem Titel „Für Textvergesser und Melodienverdreher“! Kriechbaum gibt mir da den Tipp im Steirischen Heimatwerk nachzufragen, wo ich neben Weihnachtsliedern auch rund 25.000 Weihnachtsgeschichten nachlesen kann. Der Krampus in seinen vielfältigen Erscheinungsformen im Alpenraum nimmt breiten Raum ein. Dass die „Wilde Jagd vom Untersberg“ ein junger Brauch (1949) ist, den der Salzburger Volkskundler Kuno Brandauer wiederentdeckt haben will, erfährt der Leser ebenso, wie die Geschichte „das Jesukind klaut eine Spielkarte“ oder dass es keinen Bauern-Christbaum gibt. Krippenkunde, Schifferlsetzen, weiße Luzeln mit dem Kochlöffel, Klöpfernächte, Schnapsperchten, Kaleda, Kirchleintragen, Aperschnalzen, Silvesterknallerei, Christkindl anschießen, das Schaulaufen der Glöckler und viele andere interessante Themen bringt Kriechbaum in seinem Buch.

    Bei jedem Kapitel bekommt der Leser auch auf drei wichtige Fragen Antwort: wo findet wann der beschriebene Brauch statt und wo bekommt man weitere Information. Bei Lesen der über 180 Seiten bin ich immer wieder auf Neues, mir Unbekanntes gestoßen, z.B. dass in den 1960er Jahren der Adventkranz in Teilen Österreichs noch unbekannt war, dass „Maria Empfängnis“ eigentlich nicht am 8. Dezember sondern 25. März wäre oder dass der Weihnachtsbaum eine protestantische „Erfindung“ ist, die es in Salzburg erst seit etwa den 1820er Jahren gibt. Im Register findet man übersichtlich alle Bräuche und Orte, die im Buch erwähnt sind. Gute Bilder geben einen Eindruck von der Vielfältigkeit der Weihnachtsbräuche in unserem Land.

    Die handliche Form, die sehr gut lesbare Schrift, der unterhaltsam und informative Stil Kriechbaums und die insgesamt sehr ansprechende Gestaltung dieses Buches sind wirklich gute Gründe, dieses Buch, das von Bräuchen in den kältesten Monaten des Jahres handelt, wärmstens zu empfehlen!

    Erschienen im Verlag Anton Pustet, 2010, ISBN 978-3-7025-0627-8
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    veröffentlicht am 14. November 2010
  • Buchtipp Wie's früher war: vom Leben auf dem Land (Oberösterreich)

    Fachtl, Gattihosn, roasen - das Buch habe ich hinten zu lesen begonnen, bei den Erklärungen der Begriffe und Dialektausdrücken. Denn dann macht das Lesen der Beiträge, die Friedl gesammelt und in verschiedenen Kapiteln aufbereitet hat, erst richtig Spaß. Es ist ein Eintauchen in die Zeit etwa von 1920 bis 1960 und schildert, die harten, die romantischen, die traurigen Seiten des bäuerlichen Alltags in Oberösterreich. Es sind Zeitzeugen, die Friedl da erzählten und Bilder zur Verfügung stellten. Auf den linken Seiten im Buch meist Text, auf den rechten Seiten meist Bilder.

    Reiten auf der Sau, der Knecht mit Grammophon, die Mentscher und die Buam, der arme Fasslbinder, vom Liaben und vom Heiraten, die Zwangsarbeiterin, der Störschneider, das "schöne Fachtl", auf der Sunnbenk und andere Beiträge, sowie fünf Rezepte (z. B. "Zwiegspitzerte Nudeln") geben dem Leser einen wirklich guten und breiten Einblick in das Leben, das zwar eigentlich noch nicht lange her ist, aber doch so ganz anders war.

    Mich haben zum Beispiel die Beiträge über das Brotbacken, "Ogstochn is!", der Störschneider und die Dienstboten fasziniert. Und, weil im Moment wieder aktuell, wie mit Bettlern und Hausierern, darunter auch die Scherenschleifer, meist Roma, umgegangen wurde: sie waren Bestandteil ihres Lebens und man ging mit ihnen menschlicher um als die Gesellschaft heute mit ihnen. Zugegeben, es sind Momentaufnahmen, und andere mögen manches aus anderem Blickwinkel sehen. Aber dieses Buch zeigt, wie vor rund 70 Jahren die Gesellschaft am Land funktioniert hat und welche Aufgaben sie bewältigte.

    "Sitz di zuwa, rast a wenig", sagte der Ähnl (Großvater), "..du hast eh so an Orsch wia a Tischplottn!" - das Leben bot herben Charme und doch Zufriedenheit.

    Erschienen im Edition Oberösterreich in der Verlagsgruppe Styria GmbH & Co KG,2010, ISBN 978-3701200528
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    veröffentlicht am 12. Jänner 2010
  • Pilgerwege in Oberösterreich

    Gut informierendes Buch, das Lust auf Pilgern, zumindest auf das Wandern dorthin macht.

    55 Orte der Wallfahrt, Orte eines Pilgerzieles beschreibt der Autor Peter Pfarl in lebendig gehaltenem Stil und mit zahlreichen Bildern ausgeschmückt. Schon die jeweiligen Titel der Ziele sind oft spannend, machen neugierig. Die einzelnen Beschreibungen sind dann in einen Einleitungstext, geschichtliche Hintergründe und Erklärungen, wie die Pilgerstätte, die Wallfahrt entstanden ist, eine Wegbeschreibung zum Wallfahrtsort sowie eine Beschreibung der Wallfahrtskirche selbst unterteilt.

    Nach einer kurzen Einleitung widmet sich Pfarl den verschiedenen, durch Oberösterreich führenden Wallfahrtswegen: dem Jakobsweg, Via Nova, St.-Rupert-Pilgerweg, den Mariazellerwegen, dem Wolfgangweg und dem Weg dieses Buches. Dann sollten Sie nachlesen über… Ach und Weh (Ach an der Salzach), den Heiligen der Epileptiker, warum Schmolln eine Zukunft hat, wo Maria die Flucht ergriff, was es mit dem heilsamen Kletzen vom Lasslberg auf sich hat, Kaiserin Sisi und Lauffen, wo Wolfgangs Hackl landete, eine Radlerrast beim heilsamen Brünndl, das ungarische Marienbild im Waldviertel, eine Kirche gegen die Schweden, den Kolomansberg bei Mondsee, des Abtes sein Totenbett am Irrsee, eine Madonna im Hirschgeweih und andere, oft unbekannte Wallfahrtsorte.

    Dieses Buch ist auch ein Nachschlagewerk für interessante Ausflugsziele. Nicht nur für Pilger, sondern auch für alle Menschen, die sich für interessante Kraftplätze und Wallfahrtsorte interessieren. Übersichtskarten und ein Literaturverzeichnis finden sich ebenso wie zahlreiche Bilder, die Lust auf das Pilgern, zumindest auf das Wandern zu manchen dieser Orte macht.

    Erschienen im Edition Oberösterreich in der Verlagsgruppe Styria GmbH & Co KG, 2010, ISBN 978-3-7012-0050-4
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    gelesen im Sommer 2010
  • Salzkammergut, Die Welt von gestern in Farbe

    So sah das Salzkammergut um 1900 in Farbe aus.

    Die Farbfotografie war noch lange nicht erfunden, als um 1900 sich so genannte Skioptikon-Lichtbildervorträge (auf Glasplatten abgelichtete Objekte, die über einen Projektor belichtet und vergrößert einem Publikum vorgeführt wurden) größter Beliebtheit erfreuten. Und diese Glasplatten waren handkoloriert! In der Wiener Urania gab es eine Sammlung von rund 60 000 solcher handkolorierter Platten, die auch beide Weltkriege überlebt haben.

    Dieses Buch zeigt in einzigartigen und bisher noch niemals veröffentlichten Aufnahmen das Leben der Menschen und die Landschaft im oberösterreichischen und steirischen Salzkammergut um 1900. Der Leser staunt bei der jeder Seite aufs Neue und kann es nicht für möglich halten, dass diese von den beiden Herausgebern Christian Brandstätter und Christian H. Stifter ausgewählten Glas-Diapositive tatsächlich mit der Hand koloriert worden sein sollten, so faszinierend ist bei der überwiegenden Zahl der Abbildung die Farbqualität.

    Der Leser taucht in die Welt untertags ein, in die Salzabbauwelt. Sie führt ihn weiter in die harte Arbeitswelt in den Salinen, zeigt Sennen, Sennerinnen, Bauern und Bäuerinnen in ihrem Arbeitsgewand, Bilder des beginnenden Alpinismus am Dachstein, „Hacklzieher“ und „Fauststemmer“, „Flinserlfasching“ und Eisstockschützen, Seitlpfeifergruppen, Schindlmacher, Holzfäller, Brauchtum, Kirtage und vieles mehr. Natürlich ist auch Kaiser Franz Joseph I. zu sehen.

    140 Seiten und fast ebenso viele Abbildungen werden durch Texte der Historikerin Dr. phil. Marie-Theres Arnbom ergänzt und lassen etwas von jener Zeit vor den Augen des Betrachters wach werden, die viele als „die gute alte Zeit“ bezeichnen. Ein interessanter Bildband, der Freunde historischer Aufnahmen sicher begeistern wird.

    Erschienen im Christian Brandstätter Verlag, 2009, ISBN 978-3-85033-293-4
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    gelesen in den Jahren 2008 und 2009
  • Heiliges und Wundersames, Unterwegs zu außergewöhnlichen Plätzen in Österreich

    Dieses Buch wird seinem Titel voll und ganz gerecht. Was hier Karl (Text) und Fritzi (Fotos) Lukan vornehmlich in Ostösterreich aufgestöbert haben, ist faszinierend.

    Da wird dem "Hagmoar-Ranggeln" nachgegangen, weshalb Pilger bei vielen Wallfahrtskirchen vorher durch Felsspalten krochen, wie Österreich zu einem eigenen "Valentinstag" gekommen ist, wo man Holzburgen und Zauberzeichen in Oberösterreich finden kann, was es mit den geheimnisvollen Zeichnungen auf Straßen in manchen Orten auf sich hat, die man "Maisteigerl" nennt, Volksschule mit Kirchturm, Theaterräume in Kirchen, Beichtstühle mit Münzeinwurf, Villa Berl im Urgersbachtal, Ferdinand Raimund's Verlobungssäule, die Geschichte vom Bergkalvari zu St. Radegund, wer oder was war Nadelburg, Besuch bei einem Vulkan im Burgenland, vom Pfaff vom Kahlenberg oder vom ersten Sprayer der Geschichte, Hr. Kyselak - über 180 Seiten mit Geschichten und Geschichtchen, sehr gut recherchiert lesbar.

    Dieses Buch bietet also wirklich "Heiliges und Wundersames" mit vielen Erklärungen, was das Buch somit auch für einen "Laien" gut lesbar werden lässt.

    Erschienen 2008 im Pichler Verlag, ISBN 978-3-85431-469-1

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    gelesen in den Jahren 2008 und 2009
  • Faszination Salzkammergut

    Man muss ein Auge, ein "Fotografisches", haben für die kleinen und großen Schönheiten, die das Salzkammergut für einen bereit hält. Man muss des guten sprachlichen Ausdrucks mächtig sein und - man muss in jene Landschaft hineingeboren sein, von der man berichten will.

    Beide Voraussetzungen vereinten die Autoren Herbert Pirker, der leidenschaftliche Fotograf, und Barbara Frischmuth mit ihren Texten, im Salzkammergut aufgewachsen, zu einem stimmungsvollen Bildband.

    Bootshäuser am Hallstätter See, Gamsbärte und Krickerl beim "Gamsjagatreffen" in Bad Goisern, Monarchisches aus Bad Ischl und Gmunden, Weitblicke in die Landschaft vom Feuerkogel, beleuchtete Kappen der Glöckler, stimmungsvolle Wiesen- und Frühlingsbilder wechseln mit winterlichen Impressionen eisiger Kunstwerke ab; Barbara Frischmuth geht der Frage nach, warum es die Menschen seit über 100 Jahre zur Sommerfrische in das Salzkammergut zieht und lässt Kindheitserinnerungen an Begegnungen mit Persönlichkeiten wie Greta Garbo, Moritz von Schwind oder Emilie von Binzer aufleben.

    Einleitende Kurztexte zu Salz, Brauchtum und Musik, harmonische Bildtexte und jede Menge Farben, Faszinationen, Blickwinkel und (Gewitter-)Stimmungen fotografisch eingefangen und auf über 170 Seiten dokumentiert - wären da nicht hie und da drucktechnisch nicht kleine Bildmängel zu beanstanden - es wäre der perfekte Bildband über das Salzkammergut!

    Erschienen im Styria-Verlag 2009 ISBN 978-3-222-13263-6

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    gelesen in den Jahren 2008 und 2009
  • Kraut & Ruam, das umfassende Handbuch des Oberösterreichwissens

    Die Autoren: Reinhold Gruber, Manfred Wolf

    Erschienen im Verlag Edition Oberösterreich, in der Verlagsgruppe Styria, 2009, ISBN 978-3-7012-0044-3

    Was da die beiden Journalisten der "Oberösterreichischen Nachrichten" aus Oberösterreich zusammen getragen haben, ist wirklich erwähnenswert.

    In den meist kurzen, kunterbunt zusammengestellten und ohne einem Inhaltsverzeichnis versehenen Beiträgen geht es beispielsweise ...
    * ... um die älteste Pipeline der Welt: gemeint ist eine Sole-Leitung im Salzkammergut
    * ... Wonn's laft, donn laft's, dieser Spruch stammte vom Skirennläufer Rudi Nierlich aus St. Wolfgang
    * ... um LASK-Rekorde, für die Fußballfans...
    * ... um Franz Xaver Gruber, der in Unterweitzberg zur Welt kam
    * ... um den größten Menschen der Welt, Franz Winkelmeier
    * ... um Prominente, die den Nachnamen "Linz" tragen
    * ... um einen oberösterreichischen "Häuptling der Maori" und und und

    Ich finde, es ist ein unterhaltsames, gut zu lesendes Büchlein mit rund 150 Seiten, das auch ein nettes Geschenk sein kann!

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    gelesen in den Jahren 2008 und 2009
  • Oberösterreich mit den Augen des Adlers

    ISBN 978-3-7012-0043-6, erschienen 2008

    Der Bildband über Oberösterreich aus der Luft aufgenommen enttäuscht nicht. Das Titelbild vom Inselschloss Litzlberg im Attersee stellt nur den Auftakt zu faszinierenden, mystischen, einprägsamen und informativen Bildern im Buch dar. Alfred Havlicek, Hubschrauberpilot, erkennt trefflich mit seinem fotografischen Auge die Schönheiten und Vielfalt der oberösterreichischen Landschaften. Reinhold Gruber, Journalist bei den "Oberösterreichischen Nachrichten", hat die Bilder mit kurzen, aber informativen und treffenden Texten versehen.

    Dieser in der Edition Oberösterreich in der Verlagsgruppe Styria erschienene Bildband gefällt mir wirklich gut und ich meine als Hobbyfotograf, dass die Qualität der Bilder sehr gut ist. Ein Durchblättern macht richtig Lust auf einen Ausflug oder Urlaub im Hausruck- oder Innviertel, im "Land der Mühl" oder Salzkammergut, im Almtal, im Nationalpark Kalkalpen oder in der Kulturhauptstadt 2009, in Linz.

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    gelesen in den Jahren 2008 und 2009

Bilder


Peter Krackowizer, Reise-Experte aus Neumarkt am Wallersee bei Salzburg, Österreich