Urbino – Palazzo Ducale und Dom, Marken, Italien

Die Schlacht von Solferino

Beispieltitel
Blick über Solferino in der Lombardei © Murdockcrc, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Solferino liegt in der lombardischen Hügellandschaft wenige südlich des Gardasees, zwischen Desenzano und Mantua, auf einem Höhenrücken mit weitem Blick über das Mincio‑Tal und die historischen Schlachtfelder.
Bei der Schlacht von San Martino – Solferino am 24. Juni 1859 standen sich drei Heere gegenüber: das französisch‑sardische unter Kaiser Napoléon III. und König Vittorio Emanuele II. sowie das österreichische Heer unter dem jungen Kaiser Franz Joseph I.
Auf französisch‑piemontesischer Seite standen rund 130 000 bis 140 000 Soldaten mit etwa 320–360 Geschützen im Einsatz, auf österreichischer Seite etwa 130 000 Mann mit rund 400 Geschützen. Die Kämpfe erstreckten sich über eine Front von etwa 16 bis 20 Kilometern und gliederten sich in zwei Hauptsektoren.
im Norden bei San Martino, wo die vier sardischen Divisionen unter Vittorio Emanuele II. nach wechselvollen Gefechten das österreichische Armeekorps unter General Benedek erst nach dem von Kaiser Franz Joseph befohlenen Rückzug zurückdrängen konnten; und im Süden bei Solferino, wo die Schlacht endete, nachdem Napoléon vier Divisionen seiner Garde zur Unterstützung der Armeekorps unter Baraguay d’Hilliers und Mac Mahon entsandt hatte.

Zwischen diesen beiden Schlachtfeldern spielte der Ort Madonna della Scoperta eine wichtige Rolle: Ein erfolgreicher Eingriff sardischer Truppen wirkte sich sowohl auf die Kämpfe bei San Martino als auch auf jene bei Solferino aus. Die enormen Verluste und der völlig unzureichende Sanitätsdienst bewegten den Schweizer Henry Dunant, der Napoléon III. wegen einer Audienz nachgereist war, zur Idee einer Hilfsorganisation – dem späteren Roten Kreuz.

Solferino ist ein kleiner Ort wenige Kilometer südlich von Sirmione am Gardasee. Heute erinnert eine Gedenkstätte an die Ereignisse von 1859. Vom Aussichtsturm aus bietet sich ein weiter Blick über die ehemaligen Schlachtfelder von Solferino und San Martino.

Lesen Sie dazu meinen Literaturtipp „Solferino“ von Ulrich Ladurner!
Zurück zum Beitrag Auf den Spuren österreichischer Geschichte in Italien