Kleiner Italien-Knigge: die liebenswerten Eigenheiten der Italiener
Andere Länder – andere Sitten! Ein Uraltspruch, der heute fast ein wenig in Vergessenheit geraten ist, weil der Mensch so mobil geworden ist. Trotzdem: Spanien bleibt Spanien, Frankreich bleibt Frankreich – und Italien bleibt Italien.
Und auch wenn Italien viel Tourismus hat – je weiter man in den Süden kommt, desto eigenartiger, ja fremdländischer wirken manche Sitten und Gebräuche. Andere wiederum sind in ganz Italien verbreitet. Ich möchte hier einige dieser Dinge niederschreiben – vielleicht nicht vollständig, aber mehrheitlich selbst erlebt.
Ich fange mit Kleinigkeiten an:
Rot – ist in Venedig die Farbe
der Trauer (nicht wie bei uns Schwarz!).
Zeigefinger drehend an die
Wange halten – bedeutet „gut“, „super“, „toll“. Wer mehr über die italienische
Körpersprache erfahren möchte, kann sich
hier
schlau machen.
Ampeln blinken nicht beim
Umschalten von Grün auf Rot.
Man klatscht, wenn ein
Verstorbener aus der Kirche zur letzten Ruhestätte getragen wird – aus Achtung
vor den Leistungen dieses Menschen im Leben.
Hochzeiten finden fast immer
sonntags statt, und nicht selten wird erst um 15 Uhr „Mittag gegessen“.
Oliven, Cracker oder kleine Happen
gibt es sehr oft in Bars dazu, wenn man etwas trinken geht – bedienen Sie sich
ruhig!
Trinkgeld öffnet auch heute
noch manche Tür oder bringt den Kellner auf Trab.
Montag ist ein blöder Tag in
Italien – da ist nämlich so ziemlich alles zu: Restaurants, Geschäfte, Museen.
Anstellen haben die Italiener
nicht erfunden – wer an der Bar am lautesten ruft, kommt früher dran.
Und hier ein sehr heiterer Link: Unterschiede EU‑Bürger – Italien‑Bürger (bitte etwas warten, da eine größere Datenmenge geladen wird, dann auf das erscheinende Wort „Starten“ klicken).
Nun zu den umfangreicheren Kapiteln...
Eine Rechnung pro Tisch im Restaurant
Das ist bei den Italienern ganz normal. Wenn mehrere Personen gemeinsam essen gehen, gibt es beim Bezahlen eine einzige Rechnung, die in einer Summe beglichen wird. Das ist bei uns in Österreich und Deutschland absolut nicht üblich und führt regelmäßig zu Diskussionen: Wer zahlt wie viel? Ich habe nur ein Achtel getrunken! Ich hatte keinen Salat! Und so weiter.
Die Italiener sind da ganz anders. Entweder teilt man ganz einfach den Rechnungsbetrag durch die Anzahl der Personen – egal, wer tatsächlich wie viel konsumiert hat – oder: einmal bezahlt der eine aus der Runde, das nächste Mal der andere. Irgendwann kommt jeder einmal dran, und so zahlt am Ende keiner drauf.
Wenn man partout nicht gemeinsam bezahlen möchte, sollte man unbedingt vorher fragen, ob der Kellner getrennte Rechnungen akzeptiert.
Apropos Essen
Wir Mitteleuropäer setzen uns zum Essen, erwarten Vorspeise – Hauptspeise – Nachtisch und dann geht’s los. Nicht so die Italiener: Für 13 Uhr ist das Essen geplant, um 13.15 Uhr kommen einmal die ersten Gäste, und irgendwann gegen 14 Uhr gibt es die Vorspeise – Pause – ratschen, tratschen – dann die ersten Nudeln – Pause – die zweiten – Pause – der Hauptgang – laaange Pause – der Nachtisch – wieder laaange Pause – der Kaffee und der Grappa. Und plötzlich ist es 16 oder 17 Uhr.
Immer wieder beschweren sich Reisegäste meiner Gruppen, dass das Essen nicht so „zack zack“ auf den Tisch kommt, wo es doch schon 21 Uhr sei und erst die Vorspeise serviert wurde. DAS ist Italien! Freunde! Ihr seid in einem anderen Land! ...weiterlesen
Autokennzeichen
Und hier ein sehr heiterer Link: Unterschiede EU‑Bürger – Italien‑Bürger (bitte etwas warten, da eine größere Datenmenge geladen wird, dann auf das erscheinende Wort „Starten“ klicken).
Nun zu den umfangreicheren Kapiteln...
Eine Rechnung pro Tisch im Restaurant
Das ist bei den Italienern ganz normal. Wenn mehrere Personen gemeinsam essen gehen, gibt es beim Bezahlen eine einzige Rechnung, die in einer Summe beglichen wird. Das ist bei uns in Österreich und Deutschland absolut nicht üblich und führt regelmäßig zu Diskussionen: Wer zahlt wie viel? Ich habe nur ein Achtel getrunken! Ich hatte keinen Salat! Und so weiter.
Die Italiener sind da ganz anders. Entweder teilt man ganz einfach den Rechnungsbetrag durch die Anzahl der Personen – egal, wer tatsächlich wie viel konsumiert hat – oder: einmal bezahlt der eine aus der Runde, das nächste Mal der andere. Irgendwann kommt jeder einmal dran, und so zahlt am Ende keiner drauf.
Wenn man partout nicht gemeinsam bezahlen möchte, sollte man unbedingt vorher fragen, ob der Kellner getrennte Rechnungen akzeptiert.
Apropos Essen
Wir Mitteleuropäer setzen uns zum Essen, erwarten Vorspeise – Hauptspeise – Nachtisch und dann geht’s los. Nicht so die Italiener: Für 13 Uhr ist das Essen geplant, um 13.15 Uhr kommen einmal die ersten Gäste, und irgendwann gegen 14 Uhr gibt es die Vorspeise – Pause – ratschen, tratschen – dann die ersten Nudeln – Pause – die zweiten – Pause – der Hauptgang – laaange Pause – der Nachtisch – wieder laaange Pause – der Kaffee und der Grappa. Und plötzlich ist es 16 oder 17 Uhr.
Immer wieder beschweren sich Reisegäste meiner Gruppen, dass das Essen nicht so „zack zack“ auf den Tisch kommt, wo es doch schon 21 Uhr sei und erst die Vorspeise serviert wurde. DAS ist Italien! Freunde! Ihr seid in einem anderen Land! ...weiterlesen
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Weihnachtsgeschenke
gibt es in Italien am „Dreikönigstag“, denn dort bringt die gute Hexe Befana erst am 6. Jänner die Geschenke – früher auch einmal einen Sack Steine für die schlimmen Kinder.
Prezzo speciale
„Sonderpreis für Sie, Madame“ – der Schmäh läuft immer noch in ganz Italien. Wenn die Touristen kommen, hängen überall Schilder mit dem Hinweis „Heute alles billiger“ – hing übrigens gestern auch schon dort. Oder „50 % Sconto (Rabatt)“ – war bei meinem letzten Besuch ebenfalls schon in der Auslage. Und der Händler macht Ihnen – weil Sie ja so nett sind – einen Sonderpreis (laut Preisliste).
Kleine Gaunereien
beleben den Alltag. Beispiel gefällig? Bei einer meiner Reiseleitungen kam ein Reiseteilnehmer in Caserta (Kampanien, Nähe Neapel) vor dem Königsschloss zu mir: „Sie, ich habe mir da Ansichtskarten gekauft. Drauf steht ‘18 Ansichten (Vedute) von Caserta’, aber drinnen sind nur sechs Postkarten.“ – Die Sache klärte sich echt italienisch: „Professore“, meinte der alte Mann mit Bartstoppeln, „Professore, vedi – ci sono 18 vedute – e più non ho promesso…“ und grinste dabei. Er meinte also: „Professor, schau her, da sind ja 18 Ansichten – und mehr habe ich nicht versprochen.“ Denn auf der Umschlagkarte waren tatsächlich 18 ganz kleine Fotos von Caserta abgebildet – wie viele Postkarten drinnen sind, stand ja außen nicht drauf.
Schauspielen
könnte von den Italienern stammen. Das können sie: Touristen „einwickeln“, mit viel Tam‑Tam Nudeln servieren oder Wein einschenken, dazu italienische Lieder trällern – und die Ausländer schmelzen dahin. Auf Capri stieg der Padrone auf einen Tisch und sang den versammelten Amerikanern zu laut aufgedrehter Musik „My Way“, Tränendrüsen drückend, Umsatz hebend – halt echt italienisch!
Wahrheit, die italienische
gibt es, gibt es – nur:
Tja, kein Italiener lügt, das möchte ich aus jahrelanger Erfahrung festhalten. Er sagt halt nicht immer die Wahrheit. Das ist aber für Italiener ein gewaltiger Unterschied.
Gerade erst hörte ich wieder einmal von einem Kunden, dass der Hotelier am Lido di Venezia IMMER denselben Preis hat: im Oktober 40 Euro, im nächsten Jahr im September 44 Euro und mir als Reisebüro gegenüber 60 Euro – aber er hat iiiiimmer denselben Preis!
Es gibt Geschäfte, da steht das ganze Jahr über ein Schild: „Heute besonders günstige Preise…“ (und das schon seit Jahren).
Konfrontieren Sie einen Italiener mit dem von ihm Gesagten, wird er iiiiimmer eine Erklärung haben, warum gerade jetzt, in Ihrem Fall und heute die Sache aber anders zu sehen ist. Verzeihen Sie es ihm! Machen Sie lieber alles schriftlich.