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Schwere Erdbebenserie im Mai 2012 in der Emilia‑Romagna
Zwei schwere Erdbeben am 20. und 29. Mai 2012 in der Emilia Romagna forderten mehrere Todesopfer und machten Tausende Menschen obdachlos. Das erste Beben hatte sein Epizentrum im Raum Ferrara, das zweite – eine Doppelerschütterung – lag im Gebiet von Modena.
Neben erheblichen Schäden an Kulturgütern trafen die Beben auch die Parmesan-Produktion schwer. Rund 300 000 Laibe Parmesan und 100 000 Laibe Grana Padano – eine ähnliche Käsesorte – wurden laut der landwirtschaftlichen Vereinigung Coldiretti beschädigt. Das entspricht fast zehn Prozent der Jahresproduktion. Die Laibe stürzten aus meterhohen Regalen, in denen der Käse viele Monate reift, als das Beben der Stärke 6,0 am 20. Mai die Lagerhallen erschütterte.
Nach Angaben von Coldiretti lag der Kilopreis für Parmesan im Mai 2012 bei 15,30 Euro. Ein 40‑Kilo-Laib hatte somit einen Wert von gut 600 Euro. Wird die Rinde eines reifenden Parmesan-Laibes beschädigt, kann er nicht mehr korrekt reifen und darf nicht als "Parmigiano Reggiano" verkauft werden. In solchen Fällen bleibt nur die Möglichkeit, den beschädigten Käse beispielsweise in geriebener Form dennoch in den Handel zu bringen.
Auch die Balsamico-Essig-Produktion wurde durch das erste Beben stark beeinträchtigt. Viele Fässer stürzten um, liefen aus oder wurden zerstört. Erste Schätzungen beziffern den Schaden auf bis zu 15 Millionen Euro.