Slowenien, die Krain, Bleder See und Wallfahrtsort Brezje
Das Land Krain war Jahrhunderte lang eng mit der Geschichte Österreichs verbunden, bevor es nach
dem Ersten Weltkrieg zum neu gegründeten Jugoslawien kam. Die Krain reichte im Norden von den
Karawanken bis nach Istrien im Süden.
Kommt man heute von Österreich durch den Karawankentunnel, erreicht man nach rund 20 Kilometern
Autobahnfahrt die Ausfahrt Bled.
Bled, ein Kurort mit Thermalquellen, liegt in reizvoller Lage am westlichen Rand des Sava-Tals, am Eingang zu den Julischen Alpen, deren höchster Berg der Triglav mit 2 048 m ü. A. ist. Der Ort mit rund 8 000 Einwohnern liegt am gleichnamigen See. An seinem nördlichen Ufer erhebt sich auf einem steil aufragenden Felsen die Burg Bled. Im See liegt idyllisch eine Insel.
Mit einem Pletna‑Boot, dem traditionellen und im Stehen gesteuerten Ruderboot von Bled, gelangt man zur kleinen Insel im See. Dort führt eine Treppe mit 99 Steinstufen hinauf zur Kirche „Unserer lieben Frau dem See“, einem bekannten Wallfahrtsort.
Berühmtester Gegenstand auf der Insel ist die Wunschglocke aus dem Jahr 1534 im 52 m hohen Glockenturm. Der Legende nach soll sich ein Wunsch erfüllen, wenn man die Glocke läutet – natürlich ein unchristlicher Wunsch nicht. In der Marienkirche wird zudem eine weitere, kunsthistorisch bedeutende Wunschglocke aus dem Jahr 1543 aufbewahrt.
Während der langen Sommersaison kann man im See schwimmen oder sich in einem der hoteleigenen Thermalbecken bei angenehmen 28 °C entspannen.
Wer zur Burg hinauf möchte, erreicht sie über eine Straße an der Rückseite des Felsens. Sie ist zwar nicht ausgeschildert, aber der Parkplatz ist dennoch leicht zu finden. Dort wird Parkgebühr kassiert. Ein kurzer Weg führt zum Eingang der Burg, wo Eintritt zu bezahlen ist. Das Sehenswerteste ist der prachtvolle Blick über den See, den Ort und in die Julischen Alpen – bei schönem Wetter ein beeindruckendes Panorama. Übrigens kann man auch zu Fuß vom Seeufer zur Festung gehen; ein gut befestigter, gesicherter, aber steiler treppenartiger Weg führt nach oben.
Wer Zeit hat, kann um den gesamten See herumgehen. Fahren ist nicht mehr möglich, aber man gelangt am Nordufer zu einem Parkplatz und kann das Südufer entlangfahren (Parken entlang der Straße ist kaum möglich). Am Südufer steht die Villa Bled, einst Staatsresidenz von Staatspräsident Tito, heute ein Vier-Sterne-Hotel, das noch den Charme des jugoslawischen Kommunismus ausstrahlt.
Eine weitere Besichtigungsmöglichkeit ist die Straza, ein 646 Meter hoher Hügel. Der Weg eignet sich bestens für einen angenehmen Spaziergang; alternativ gelangt man mit einem Sessellift hinauf. Die Straža ist der schönste Aussichtspunkt von Bled am südöstlichen Seeufer – von hier sieht man den gesamten See, die Burg, die Hochebene Jelovica und den Berg Stol (Hochstuhl).
Ausflüge in die Umgebung
Etwa 30 Kilometer westlich, in den Julischen Alpen, liegt Bohinj (Wochein) am gleichnamigen See, der inmitten des Triglav-Nationalparks liegt.
Quert man das Sava-Tal nach Osten, erreicht man Begunje. Der Ort wurde durch die Musikanten Slavko und Vilko Avsenik bekannt, die die Original Oberkrainer gründeten. Heute führen ihre Kinder ein Restaurant, das zahlreiche Musikveranstaltungen anbietet (siehe www.avsenik.com ).
Auf der Weiterfahrt nach Laibach, nur noch rund 55 Kilometer entfernt, sollte man einen Abstecher in den kleinen Ort Brezje machen. Dieser Ort, zwölf Kilometer von Bled entfernt, ist der Marienwallfahrtsort Sloweniens; die Kirche gilt als „Nationalheiligtum“. Hier betete auch Papst Johannes Paul II. während seines Besuches in den 1990er-Jahren vor dem Muttergottesbild. Das Marienbild in einem prachtvollen goldenen Rahmen befindet sich in einer Seitenkapelle. Man kann um den Altar herumgehen, wo zahlreiche Bilder und Andenken von Gläubigen hängen.