Sakrale Orte in Slowenien – Wallfahrtskirchen und Klöster
Im Osten Sloweniens liegt das Schloss‑Kloster Olimje. Ursprünglich als Schloss erbaut,
wurde es später von den Paulinern in ein Kloster umgewandelt. Die Anlage beherbergt eine prachtvoll
barockisierte Kirche und die älteste Apotheke Sloweniens.
Vor dem Kloster begegnet man einer lebendigen Volkskunst: bunt bemalten Fluglochbrettern von Bienenstöcken,
die kleine Geschichten erzählen.
Das heute graublau bemalte Schloss mit seinen zwei mächtigen Wehrtürmen wurde bereits 1208 urkundlich
erwähnt. 1543 kaufte Hans Tattenbach die Burg und baute sie zum Renaissanceschloss aus. Später gelangte
sie in den Besitz kroatischer Adelsfamilien, die sie 1663 den Paulinern vermachten.
Diese gründeten ein Kloster und erweiterten die Anlage um eine Kirche. Das Kircheninnere ist üppig
barockisiert und mit Fresken geschmückt.
Im Westturm richteten die Pauliner eine Apotheke ein – die älteste in Europa, deren historisches
Inventar bis heute erhalten ist.
Unter Kaiser Josef II. wurde das Kloster 1782 aufgehoben; seit 1990 bewohnen es Minoriten.
Weiter südlich, entlang der kroatischen Grenze, liegt die ehemalige Zisterzienserabtei
Kostanjevica.
Der idyllische Ort befindet sich in einer Schleife des Flusses Krka, etwas außerhalb erhebt
sich die imposante Klosteranlage.
Im Innenhof beeindrucken mehrstöckige Arkaden, und in den heute als Kulturzentrum genutzten
Räumen finden wechselnde Ausstellungen statt.
Bei meinem Besuch im Jahr 2005 war eine Schau mit humorvollen, kunstvoll gestalteten Figuren
aus dunkelgrün‑goldener Metalllegierung zu sehen.
Bildquelle: Andrejj, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons
Durch eine weitläufige, sanft hügelige Landschaft gelangt man zur einzigen noch bewohnten
Kartause Sloweniens:
Pleterje. Abgeschieden in einem Tal und umgeben von Wäldern, wirkt sie
fast noch romantischer als Kostanjevica.
Den Prinzipien des Kartäuserordens entsprechend erhält man – abgesehen von einer
Multivisionsschau über das Leben der Kartäuser – keine Einblicke in die Klausur.
Pleterje ist bekannt für seine reiche Klosterbibliothek und Galerie. Vom ursprünglichen
Gebäudekomplex blieb nur die Dreifaltigkeitskirche erhalten – das einzige Beispiel
kartäusischer Gotik in Slowenien.
Im öffentlich zugänglichen Osttrakt befindet sich eine Sammlung des Dolenjski Museums.
Die Kirche selbst kann nur im Rahmen von Gruppenführungen besichtigt werden.
Im kleinen Klostershop verkaufen die Mönche ihren berühmten Branntwein sowie weitere
Produkte aus eigener Landwirtschaft.
In der Nähe von Rogaška Slatina, etwas abseits gelegen, befindet sich die
Wallfahrtskirche Sladka Gora
mit ihren zwei entzückenden Zwiebeltürmchen.
Entlang einer wildromantischen Straße, umgeben von Weinbergen und Maisfeldern,
gelangt man zurück auf die Hauptstraße und weiter Richtung Marburg.
Südöstlich von Marburg liegt auf einem kleinen Hügel die Wallfahrtskirche
am „Schwarzen Berg“, Ptujska Gora.
Sie gilt als schönstes Bauwerk gotischer Sakralkunst in Slowenien.
Besonders beeindruckend ist die etwa zweieinhalb Meter breite
Schutzmantelmadonna, die heute im Zentrum des Hochaltars steht.
Ursprünglich befand sie sich in einem Seitenaltar, wurde aber später an den
liturgischen Mittelpunkt versetzt, wo sie ihre ganze Wirkung entfaltet.