Dober Dan Slovenija

Ein Streifzug durch ein grünes, vielfältiges Land

Nova Gorica & Gorizia, die grenzüberschreitende Kulturhauptstadt Europas 2025

Nova Gorica, Europaplatz mit Bahnhofsgebäude und Grenzlinie zu Italien
Nova Gorica, der Europaplatz mit dem Bahnhofsgebäude.
Im Vordergrund die Grenze Italien–Slowenien.
© Mediaspeed, foto: Ernad Ihtijarević, Tourismusbüro Slowenien

Italien, Slowenien, 31. März 2025. In diesem Jahr sind turnusmäßig Deutschland und Slowenien an der Reihe mit den Kulturhauptstädten Europas. Erstmals in der Geschichte des Programms gibt es eine Kulturhauptstadt, die sich über zwei Länder erstreckt: Gorizia im italienischen Friaul‑Julisch Venetien und Nova Gorica in der slowenischen Region Primorska.

Der offizielle Beginn des Kulturhauptstadtjahres war der 8. Februar 2025 – der slowenische Nationalfeiertag, der an den Tod des Dichters France Prešeren (8. Februar 1849) erinnert.
Auch auf italienischer Seite ist dieses Datum bedeutend: Es markiert den Geburtstag des italienischen Dichters Giuseppe Ungaretti (8. Februar 1888).

„GO! Borderless“
Der Slogan der Kulturhauptstadt Nova Gorica lautet „GO! Borderless“ („Vorwärts! Grenzenlos“). Er betont die Zusammenarbeit der beiden Städte und den grenzüberschreitenden Charakter des Projekts, das traditionelle Vorstellungen von Grenzen hinterfragt und die gemeinsame kulturelle Identität hervorhebt.

Kurzgeschichte beider Städte
Nova Gorica („Neu‑Görz“), auch „Stadt der Rosen“ (mesto vrtnic) genannt, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet. Sie liegt direkt an der Grenze zu Italien und ist eng mit der Nachbarstadt Gorizia verbunden – beide Städte gehen heute nahezu ineinander über.
Nova Gorica wurde nach dem Städtebauplan des Architekten Edvard Ravnikar, einem Schüler Le Corbusiers, errichtet.
Am Rand der Stadt prägt die berühmte Solkan‑Steinbrücke das Bild – die längste Steinbogenbrücke der Welt. Der Fluss Soča (ital. Isonzo) verbindet beide Regionen landschaftlich und historisch.

Solkan-Steinbrücke bei Nova Gorica, längste Steinbogenbrücke der Welt
Die Solkan‑Steinbrücke, die längste Steinbogenbrücke der Welt.
© Alex Štokelj, arhiv Invida d.o.o., Tourismusbüro Slowenien

Die Stadt und ihre Umgebung bieten ein vielfältiges Natur- und Kulturerbe, darunter ie Burgen Kromberk und Rihemberk, die Basilika Sveta Gora, den Friedenspark auf dem Sabotin, den Panovec-Wald und zahlreiche weitere Natur- und Kultursehenswürdigkeiten.

Gorizia (Görz), erstmals im Jahr 1001 in antiken Quellen erwähnt, war im Mittelalter Zentrum einer eigenen Grafschaft, die bis nach Tirol reichte. Die bekannteste Persönlichkeit aus dem Geschlecht der Görzer Grafen ist Margarete von Tirol-Görz, genannt „Maultasch“ (1318–1369), eine politisch einflussreiche und resolute Frau.
In der Zeit des Habsburgerreichs war Görz ein beliebter Kurort der Wiener Gesellschaft und diente den französischen Bourbonen als Exilstadt.

Trennung und Vereinigung als europäische Kulturhauptstadt
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Görz 1947 durch den Vertrag von Paris buchstäblich in zwei Teile geteilt:
Ein Teil fiel an Italien, der andere an Jugoslawien. Häuser, Straßen, Höfe, sogar ein Friedhof und Familien wurden durchtrennt.
Die neu gegründete Stadt Nova Gorica entstand als jugoslawische Antwort auf die Teilung, und die Grenze verlief jahrzehntelang mitten durch das Stadtgebiet.

Es folgten Jahrzehnte der Trennung, geprägt von Stacheldraht, Grenzposten, Pässen und Schmuggel – aber auch von Versuchen, Ressentiments zu überwinden und die Wunden des Krieges zu heilen.
Heute stehen Nova Gorica und Gorizia als gemeinsame Kulturhauptstadt Europas 2025 symbolisch für ein Europa ohne Grenzen.

Blick von Nordosten auf Nova Gorica mit der Soča
Blick von Nordosten auf Nova Gorica, unten die Soča.
© Alex Štokelj, arhiv Invida d.o.o., Tourismusbüro Slowenien

1991 erklärte Slowenien seine Unabhängigkeit von Jugoslawien, 2004 fiel die Grenze mit dem EU‑Beitritt, und 2007 folgte der Beitritt zum Schengen‑Raum. Dieses Ereignis wurde als großes Fest auf dem Transalpina‑/Europa‑Platz gefeiert – genau auf jener Linie, die früher die beiden Städte Nova Gorica und Gorizia trennte.
Heute ist dieser Platz ein Symbol für ein Europa ohne Grenzen und ein Ort, an dem neue Formen des Zusammenlebens und der gemeinsamen Identität entstehen.
Aus diesem Grund wurden Nova Gorica und Gorizia zur Europäischen Kulturhauptstadt 2025 ernannt.

Das Kulturhauptstadt‑Jahr im Internet
Offizielle Website der Kulturhauptstadt:
www.go2025.eu

Informationen zum Europaplatz (Transalpina / Trg Evrope):
euro-go.eu – Transalpina / Trg Evrope

Grenzüberschreitendes Radfahren „GO2GO“:
euro-go.eu – GO2GO Bike‑Sharing

Blick über Gorizia zur Burg von Görz, dahinter Nova Gorica
Blick über Gorizia zur Burg von Görz; dahinter das slowenische Nova Gorica.
Bildquelle: Wikimedia Commons, Public Domain