"Am gleichmäßigsten fährt man, wenn man Vollgas fährt"
war eine der Devisen vom Rennprofessor Prof. h. c. Dr. Dkfm. Helmut Krackowizer (* 1922,
† 2001), "Mister Rudge" genannt nach seiner Lieblings-Motorradmarke.
Bis zuletzt saß er im Sattel seiner geliebten Rudge-, Velocette-, Sunbeam-Rennmotorräder
oder eben auch man auf einem Motorrad anderer Marke. Hauptsache, alt und echt! Mit einem
Blick sah er, ob und was echt - original - an einer Maschine war. Nicht zuletzt deswegen,
weil er mit diesen Motorrädern groß geworden war und schon als Jugendlicher in den Sommermonaten
in einer Motorradwerkstätte half.
Erblickte er ein Rennmotorrad älterer Bauart, konnte man fast sicher sein, dass er auch die
Geschichte dieses, manchmal sogar, dieses speziellen Motorrads kannte; wer es gefahren hatte,
welche Erfolge damit errungen wurden und was nicht original war (siehe oben).
Mein Vater war auf Rennstrecken, zwischen und auf Motorrädern und in
Oldtimer-Museen zu Hause. Schon bald, wohl um 1960, begann er alles zu
sammeln, was sich um Motorradgeschichte, Motorradtechnik oder Motorradrennfahrer
drehte, von Anbeginn (etwa 1900) bis um 1960 herum.
So finde ich heute alte Motorradzeitschriften ebenso wie zeitgenössische
Bilder wie auch zahlreiche Bücher und viele Briefe mit verstorbenen Rennfahrern in
seiner Sammlung.
Dieses "Vermächtnis" ruht in einem Archiv, das ich seit seinem Tod betreue.
Wichtig waren ihm zeitlebens seine Freunde. Und deren hatte er viele und überall: in der Schweiz, in Frankreich, natürlich in der Bundesrepublik Deutschland und Österreich, aber auch und vielleicht auch vor allem in England. Eine Reise nach England, beispielsweise, führte ihn niemals gradlinig dorthin oder von dort zurück. Besuche bei Freunden waren da selbstverständlich. Viele hatte er während seiner aktiven Rennfahrerzeit, 1946 bis 1955, kennengelernt.
Peter Krackowizer, 5081 Anif, Österreich