Motorsport 1900 bis 2007 im Land Salzburg
Es begann mit dem ersten in Österreich veranstalteten Straßenrennen von Salzburg nach Wien am 1. und 2. Juni 1900. Bereits 1902 war Salzburg wieder Teil eines Fernstrecken‑Automobilrennens von Paris nach Wien. Der Start zur letzten Etappe nach Wien erfolgte am 29. Juni in Salzburg‑Gnigl.
Für das "SALZBURGWIKI", einem Online‑Lexikon der Salzburger Nachrichten, habe ich weitere Details recherchiert. Wer mehr über den Motorsport im Land Salzburg wissen möchte, klickt hier .
Auf meiner Seite finden Sie auszugsweise davon:
Motorsport von 1900 bis 1939
Motorsport von 1945 bis 2007
Motorsportliche Veranstaltungen im Land Salzburg
Salzburger Motorsportler
Motorsport von 1900 bis 1939
Neben den in der Einleitung erwähnten Rennen gab es bis zum Zweiten Weltkrieg noch weitere Veranstaltungen in Stadt und Land Salzburg.
Von 1925 bis 1927 fanden die internationalen Tauernrennen auf den Radstädter Tauern statt. Ebenso gab es Motorradrennen auf der Trabrennbahn in der Stadt Salzburg.
Im bayerischen Berchtesgaden veranstaltete der Bayerische Automobilclub 1925 erstmals die Salzbergfahrt. Das Schwergewicht lag auf einer Bergprüfung über 3,5 km auf den wegen seiner gewaltigen Steigungen für Kraftfahrzeuge sonst gesperrten Obersalzberg, dessen Straße mit zahlreichen engen Kurven zwischen 20 % und 27 % ansteigt. Daneben wurde auf der Straße von Berchtesgaden nach Salzburg ein 1,5‑km‑Rennen gefahren. In Bad Reichenhall gab es 1949 ein Straßenrundrennen, nachzulesen im Salzburgwiki .
1929 rückte Salzburg mit dem ersten Gaisbergrennen wieder ins europäische Rampenlicht. Der wirtschaftliche Niedergang in Österreich bremste jedoch neue Initiativen, und so war 1933 vorerst wieder Schluss mit diesem Rennen.
Die Eröffnung der Großglockner‑Hochalpenstraße 1935 brachte ein neues Großereignis ins Land: die Großglockner Automobil‑ und Motorradrennen, 1935 als internationales Bergrennen und 1938/39 als "Großer Bergpreis von Deutschland", der politischen Entwicklung folgend.
Am 19. Juli 1936 fand in der Stadt Salzburg das erste nationale Straßenrundrennen statt.
Ein letztes Mal, eine Woche vor Kriegsbeginn im September 1939, fand die österreichische Tourist Trophy mit Start und Ziel im Land Salzburg statt. Das englische Team brach seine Teilnahme nach drei Tagen wegen der drohenden Kriegsgefahr ab und erreichte gerade noch rechtzeitig die Schweizer Grenze.
Motorsport von 1945 bis 2007
Trotz der nachkriegsbedingten tristen wirtschaftlichen Situation und der behördlichen Kontingentierung des Treibstoffs trafen sich bereits im Herbst 1945 Motorsportfans zur Reaktivierung des Motorsports (Ludwig Zangerl, Hoffmann, Felkl, Pepi Jung, Ing. Binder, Helmut Krackowizer, Hans Schmirl sen., Toni Magnus, Ernst Kussin und Fritz Stengl).
Im Herbst 1946 wurde unter der Patronanz des Landessportamtes das 1. Motorrad‑Nachkriegsrennen auf einem Rundkurs in der Stadt Salzburg (Nonntaler Hauptstraße – Fürstenallee) durchgeführt und damit der Grundstein für die weitere motorsportliche Entwicklung gelegt.
1947 erfolgte die Gründung des SAMTC , der im selben Jahr das erste Sandbahnrennen auf der Trabrennbahn in Salzburg‑Aigen sowie ein Auto‑ und Motorradrennen auf dem Autobahnrundkurs in Salzburg‑Liefering organisierte – das spätere 1. Mai Rennen.
Mit der 1950 erfolgten Gründung des ARBÖ Salzburg verlagerte sich der motorsportliche Schwerpunkt auf diese Kraftfahrerorganisation. Als Auftakt veranstaltete der ARBÖ 1950 im Rahmen der Salzburger Sportwoche auf der mit Flutlicht ausgeleuchteten Rundbahn im Stadion Itzling ein mit Weltklassefahrern besetztes internationales Nachtspeedway.
Von 1951 bis 1966 war auf dem Autobahndreieck in Salzburg‑Liefering und von 1967 bis 1969 auf dem Autobahnrundkurs in Anif‑Grödig der ARBÖ Veranstalter des 1. Mai Rennens, das ab 1958 als "Großer Preis für Motorräder von Österreich" ausgetragen wurde. In Hallein und Grödig fanden mehrfach Straßenrundrennen statt.
Anfang der 1950er‑Jahre setzten SAMTC und ARBÖ Salzburg ihr motorsportliches Engagement mit internationalen Sandbahnrennen in Salzburg‑Aigen sowie Wertungsfahrten für Motorräder und Touren‑ und Sportwagen fort. Die bekannten Sandbahnfahrer Martin Schneeweiss, Josef Kamper, Fritz Dirtl und Gunzenhauser begeisterten mit ihren beherzten Kämpfen die Fans.
Die Wertungsfahrten des SAMTC "Rund um den Gaisberg" und die "Tauernringfahrt" erfreuten sich großer Beteiligung. Zu den Traditionsveranstaltungen des SAMTC gehörte auch das in memoria Prof. Dr. h. c. Ferdinand Porsche auf dem zugefrorenen Zeller See durchgeführte Internationale Motorrad‑ und Auto‑Eisrennen Zell am See. Unsichere Witterungsverhältnisse und behördliche Auflagen führten schließlich zum Aus dieser beliebten Veranstaltung.
ARBÖ und SAMTC organisierten auch Motocross‑Veranstaltungen auf dem Gaisberg, in Adnet, Zell am See und Saalfelden. Neben diesen beiden Vereinen war von 1957 bis 1970 der Wiener Sportclub ÖASC Veranstalter von 13 internationalen Gaisbergrennen für Motorräder und Automobile (die letzten beiden Jahre bereits am Salzburgring) sowie mehrerer Europameisterschaftsläufe für Tourenwagen auf dem Salzburgring.
Der ARBÖ Hallein organisierte 1981 auf der Strecke Adnet–Krispl ein Bergrennen für Motorräder, das jedoch aufgrund von Anrainer‑Einsprüchen nicht mehr fortgeführt wurde.
In der zweiten Hälfte der 1960er‑Jahre fanden auf dem Übungsgelände des SAMTC am Flughafen Salzburg und nach 1970 im Fahrerlager des Salzburgrings Go‑Kart‑Rennen statt.
Mit der Eröffnung des Salzburgrings 1969 begann eine neue Ära des Salzburger Motorsports. Die jahrzehntelangen Bemühungen des ARBÖ, den "Großen Preis von Österreich" als Motorrad‑Weltmeisterschaftslauf anerkannt zu bekommen, hatten 1971 Erfolg. Über 20 Jahre pilgerten jährlich bis zu 70 000 Motorsportfans zu diesem Großereignis und verfolgten die spannenden Rennen der weltbesten Zweiradakrobaten.
Seit Bestehen des Salzburgrings konzentrierten sich – mit Ausnahme der Eisspeedwayrennen in St. Johann im Pongau – die motorsportlichen Aktivitäten auf die permanente Rennstrecke in Plainfeld–Koppl. Neben Tourenwagenläufen und Histocup‑Rennen fanden immer wieder historische Rennen statt, wie die Oldtimer Grand Prix und die Rupert‑Hollaus‑Gedächtnisrennen (wenn auch nur wenige Male).
Motorsportliche Veranstaltungen im Land Salzburg
Aus der langen Reihe von Motorsportveranstaltungen seien hier einige herausgegriffen –
laufend ergänze ich diese Daten im Salzburgwiki (Link siehe oben).
* Straßenrennen Salzburg – Wien, 1900
* Fernstreckenrennen Paris – Wien, 1902
* Rennerbergrennen, 10. Mai 1925
* Internationales Tauernrennen, 1925–1927
* Motorradrennen auf der Salzburger Trabrennbahn, 1925
* Erstes Gaisbergrennen, 6. September 1929
* Erstes Großglockner Automobil- und Motorradrennen, 4. Juli 1935
* Erstes nationales Straßenrundrennen in Salzburg, 19. Juli 1936
* 1. Motorrad-Nachkriegsrennen, Salzburg-Nonntal, 6. Oktober 1946
* 1. Automobil- und Motorradrennen Salzburg auf der Autobahn Salzburg–Liefering, 6. Juli 1947, später 1. Mai Rennen
* Internationale Alpenfahrt, 27.–28. August 1949
* Zwölf-Stunden-Fernfahrt, 7. Mai 1950
* Internationales Nachtspeedway, 1950, Stadion Salzburg-Itzling
* Sandbahnrennen Aigen und Skijöring in Salzburg-Aigen
* Gaisberg-Wertungsfahrt, 19. Oktober 1952
* Int. Motorrad- und Auto-Eisrennen Zell am See, ab 1952
* Eisspeedway St. Johann im Pongau
* Gaisberg-Motocross (Zistelalm), Motocross in Adnet, Zell am See, Saalfelden
* Straßenrennen Hallein
* Straßenrennen Grödig, 1968
* Bergrennen Gerlos (Gerlos Alpenstraße)
* Bergrennen Adnet–Krispl, 1981 (nur einmal)
* Großer Preis von Österreich für Motorräder
* Rekordfahrten auf Autobahn Salzburg–Anif/Grödig und Moosstraße (1958, 1961, 1963, 1968)
* Oldtimer Grand Prix auf dem Salzburgring
*
Formel‑2‑Lauf Salzburgring 1970, u. a. mit Jochen Rindt
* Histocup am Salzburgring
* Bergrennen Adnet (Tennengau) für historische Motorräder
* Bergrennen Fanningberg (Lungau) für historische Motorräder
* Großglockner Trophy in Memorial Prof. Dr. Helmut Krackowizer, 2002, 2004, 2006
*
Großglockner Grand Prix für historische Automobile
Salzburger Motorsportler
Motorrad
* Otto Artmeier, BMW-Händler, mit seiner Frau Sophie als "Schmiermaxe" im Beiwagengespann
* Harald Bartol, 13‑facher österreichischer Staatsmeister
* F. J. Binder
*
Egon Dornauer, Wertungssport, zweifacher Staatsmeister
* Herbert Eiglmaier, Wertungssport, Staatsmeister
* Franz Fagerer, zweifacher Staatsmeister
*
Ida und Franz Ferstl, Beiwagen‑Staatsmeister
* Peter Frohnwieser, Motorradhändler in Salzburg
* Hans Gessele
* Otto Heinrich Kaltner
* Egon Hofer, Salzburg
* Rudolf Holzermayr
* Josef Hutter, dreifacher Staatsmeister
* Dr. Franz Kaserer, Staatsmeister
* Stefan Klabacher, dreifacher Staatsmeister
* Willi Koch
* Paul Koppenwallner sen., Juwelier in Salzburg
* Prof. Dr. Dfkm. Helmut Krackowizer
* Edi Kranawetvogl, auch im Beiwagengespann mit seiner Frau Inge
* Ferdinand Kranawetvogl, Staatsmeister
* Ernst Kussin, Beiwagengespann, dreifacher Staatsmeister
* Richard Kwitt
* Erwin Lechner, dreifacher Staatsmeister
* Hans Lindner, Staatsmeister
* Toni Magnus, auch Beiwagengespann
* Manfred Magnus, fünffacher Staatsmeister
* Horst Miedaner, Salzburg
* Engelbert Neumar, Staatsmeister
* Toni Pilotto, Speedway, zweifacher Staatsmeister
* Josef Ragginger, Staatsmeister
* Max Reheis, Kinobesitzer in Salzburg
* Hans Schmirl, Puch‑Händler in Salzburg
* Christian Schneider, Trial, vierfacher Staatsmeister
* Josef Schörg, St. Johann im Pongau
* Paul Schwarz, zweifacher Staatsmeister
* Manfred Stengl, Staatsmeister
* Eduard Stöllinger, achtfacher Staatsmeister
* Rudi Thalhammer, dreifacher Staatsmeister
* Helmut Volzwinkler,
*1921 – † 7. Dezember 1987*, erfolgreichster Salzburger Motorradrennfahrer der Nachkriegszeit
* Rupert Walkner, Motocross, Staatsmeister
* Willi Wallinger, Motocross, Wertungssport, zweifacher Staatsmeister
* Josef Wallmann, Trial, zweifacher Staatsmeister
* Martin Weichenberger, Enduro, Staatsmeister
* Ludwig Zangerl
* Franz Zorn, Speedway
Automobil
* Philipp Graf Boos‑Waldeck, Hallein‑Rif
* Karl Deinhammer, Go‑Kart, vierfacher Staatsmeister
* Willi Faude, Sportwagen, Staatsmeister
* Ernst Franzmaier, Formel VW, Staatsmeister
* Josef Haider, Rallyesport, Staatsmeister
* Fritz Hainz, Rallyecross, zweifacher Staatsmeister
* Wolfgang Holy, Formel VW, Staatsmeister
* Oberamtsrat Ing. Dr. Karl Imhof, Böckstein
* Dr. H. G. Kalchschmidt
* Herbert Paar, Go‑Kart, Staatsmeister
* Fritz Reindl, Go‑Kart, Staatsmeister
* Johann Schreder, Go‑Kart, zweifacher Staatsmeister
* Johann Siller, Go‑Kart, Staatsmeister; Rennwagen, Europa‑Bergmeister
* Willi Siller, Rennwagen, zweifacher Staatsmeister
* Michael Steffny
* Martin Urbanek, Go‑Kart, zweifacher Staatsmeister
* Gero Zamagna, Formel VW, Staatsmeister
* Thomas Zöserl, Go‑Kart, Staatsmeister