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Vulkane und Vulkanismus in Italien

Italien, Kampanien, Blick von Sorrent über den Golf zum Vesuv

Bild oben: Ansicht aus den 1990er-Jahren.
Bild unten: Nordafrikaflug, 15.11.-3.12.1932 von Walter Mittelholzer, der Vesuv,
Originaldatei http://doi.org/10.3932/ethz-a-000447368

Nordafrikaflug, 15.11.-3.12.1932 von Walter Mittelholzer, der Vesuv, Originaldatei http://doi.org/10.3932/ethz-a-000447368

Italien ist auch ein Land der Vulkane und Erdbeben. Große Teile befinden sich an einer sensiblen Nahtstelle der Erdkugel. Das heißt, hier bewegen sich Erdkrustenteilen, hier gibt es Brüche und überall dort, wo diese Plattenteilen in Bewegung sind oder sich aneinander reiben, tritt Vulkanismus verstärkt auf.

Vulkane sind die eine Erscheinung, Thermalquellen wie in Abano, Montegrotto oder Montecatini Terme eine andere.
    Weitaus unbekannter aber als die "über der Erde" befindlichen Vulkane sind die "Vulkane im Meer", also unter Wasser.

Nachstehend Informationen zu:
... Ätna
... Stromboli
... Vesuv
... Bradisismus - Campi Flegrei
... Fumarolen, Solfatare und Mofetten
...über Vulkane und Vulkanismus

Über Erdbeben in Italien habe ich einen eigenen Artikel angelegt.

Der Stromboli ist eine Vulkaninsel der Eolischen Inseln, die sich im westlichen Mittelmeer nördlich von Sizilien befinden. Seit Ende März 2003 war der Stromboli wieder aktiver. Er schleuderte Asche und Staub einige Hundert Meter in die Höhe und auf einigen Flanken strömte Lava talwärts. Hier ein Link zu einer sehr informativen Seite über diesen Vulkan; über den Ausbruch des Stromboli am 8. August 2005 ist hier ein Link mit Bildern. Am 3. Juli 2019 gab es zwei heftige Explosionen im Krater des Stromboli, wobei es einen Toten und einen Verletzten gab Salzburger Nachrichten).

Für den Vesuv im Golf von Neapel, Kampanien, finden Sie unter www.vesuvioinrete.it Informationen. Der Vesuv ist zwar im Moment "ruhig", aber Vulkanologen warnen: käme es zu einem Ausbruch, wären mehr als zwei Millionen Menschen davon betroffen. Denn trotz aller Warnungen bauen die Menschen die Hänge des Vesuvs hinauf ihre Häuser. Achselzucken, was soll's, meinen die Bewohner.

Nicht weit vom Vesuv entfernt, liegen die "Campi Flegrei", die Phlegräischen Felder mit dem Hauptort Pozzuoli. In diesem Gebiet finden sich zahlreiche vulkanische Besonderheiten wie

... das Phänomen Bradisismus: dabei hebt und senkt sich abwechselnd ein bestimmter Teil des Erdbodens, wie z. B. zwischen 1982 und 1984 im Bereich der Kleinstadt Pozzuoli. Es waren Bewegungen bis zu 1,5 Meter und mehr als 30 000 Bewohner mussten umgesiedelt werden. Derzeit, 2008, stellt man Hebungen von mehreren Zentimetern pro Jahr fest.

... dabei entstehen immer wieder Erdspalten, aus denen vorwiegend Wasserdampf entweicht - man nennt sie Fumarolen (italienisch "fumo" - der Rauch).

... andere Erdspalten, aus denen vulkanische Gase austreten, nennt man Solfatare nach dem italienischen Wort "solfo" - Schwefel, Solfatara - Schwefelgrube; als Spalten, aus denen 100° bis 200 °C heiße Schwefel- und Wasserdämpfe strömen. Bei Pozzuoli kann man in einem etwa 770 x 580 m großen Krater Solfatare erleben. Beim Besuch dort begleitet einen ein penetranter Gestank von faulen Eiern und man sollte sich nicht allzu nahe an die heißen, vor sich hin brodelnden Schlammmassen wagen.

... Mofetten (italienisch "mofeta" - Grubendampf) sind eine weitere Art vulkanischer Gasquellen bestehend aus Kohlensäuregas. Die wahrscheinlich bekannteste Mofette findet man eben auch in den Phlegräischen Feldern, die "Hundsgrotte" genannt wird. Der Name rührt aus früheren Jahrhunderten, als man noch Hunde mit die Höhle nahm: sobald die Konzentration zu dicht wurde, erstickte der Hund, der Mensch hatte jedoch noch den Kopf über dem Gasspiegel und konnte sich retten - grausam und heute verboten.

Notizen über den Ätna auf Sizilien

Der Ätna (itl. Etna) ist mit 3 343 m ü. A. (1985) einer der größten, tätigen Vulkane der Welt sowie der größte und höchste Europas; er erhebt sich kegelförmig an der Ostküste von Sizilien. Von in 1 915 m ü A. gelegenen Schutzhaus Sapienza führt eine Seilbahn bis auf ca. 2 600 m ü. A. Von dort aus kann man sich mit Allradfahrzeugen zum Kraterrand fahren lassen (hin und retour ca. zweieinhalb Stunden). Die Fahrt führt entlang des 1971 zerstörten zweiten Seilbahnabschnittes und dem zerstörten Observatorium vorbei.


Den Ausbruch des Ätna auf Sizilien am 5. Dezember 2015 hielt Fernando Famiani in diesem Bild fest. Das Bild wurde 2016 bei mehreren internationalen Fotowettbewerben ausgezeichnet und ging rund um die Welt. Der Link auf dem Bild führt zum italienischen Artikel der ''catania.meridionews.it''

Ausbruch des Ätna auf Sizilien am 5. Dezember 2015


Auf seinem Eruptionskegel befinden sich vier aktive Krater, an seinen Seitenwänden mehr als 200 Seitenkrater und Risse. Man nimmt an, dass bisher etwa 135 Ausbrüche stattgefunden haben. Der verheerendste Ausbruch fand 1669 statt, bei dem der Lavastrom Catania und das Meer erreichte. Großer Schaden entstand auch 1928, als Mascali, das später an anderer Stelle wieder aufgebaut wurde, begraben und zahlreiche Obstplantagen zerstört wurden. Eine der längsten Eruptionen dauerte vom 25. November 1950 bis in den Dezember 1951. Der Ausbruch von 1971 zerstörte das Observatorium an der Südseite des Endkegels und den zweiten Abschnitt der Seilbahn. Der letzte große Ausbruch fand am 28. März 1983 statt. Dabei floss die Lava aus 2 450 m ü. A. bis auf 1 000 m ü. A. herunter in Richtung Nicolosi.

Aufgrund der Einzigartigkeit des Gebietes wurde rund um den Ätna 1981 durch ein Gesetz der Regierung von Palermo ein Nationalpark errichtet. Um die Schönheiten dieser Region zu erkunden, kann man wandern, auf der so genannten "Strada dell'Etna" mit dem Auto fahren oder - sehr zu empfehlen - mit einer Eisenbahn rund um den Ätna fahren ("Ferrovia Circumetnea", ab/bis Catania).

Nach kräftigen Ausbrüchen im Frühjahr 2001 beruhigte sich allerdings dann der Ätna wieder. Mehrere Ortschaften waren von den Lavaströmen bedroht, doch die Bevölkerung vertraute mehr auf den Lieben Gott als an die Wissenschafter und blieb in ihren Dörfern.

2006 hatte sich der Ätna wieder kräftig zu Wort gemeldet. Seit dem 14. Juli 2006 wurden 24 "explosive Ereignisse" gezählt.

Aetna - Etna auf Sizilien am 29.7.01 Aufnahme vom 29. Juli 2001 um 4 Uhr früh
- der gelbe Streifen rechts - die Rauchfahne des Ätnas

Aktivitäten des Ätna ab 23. Dezember 2018 lösten mehrere Beben aus. In der Nacht vom 25. auf 26. Dezember wurde ein heftiger Erdstoß der Stärke 4,8 registriert. Dabei wurden zehn Menschen von herabfallenden Trümmerteilen verletzt. Durch Eruptionen hatte sich ein zwei Kilometer langer Spalt am Ätna aufgetan.

Aktivitäten des Vulkans ab 23. Dezember 2018 lösten mehrere Beben aus. In der Nacht vom 25. auf 26. Dezember wurde ein heftiger Erdstoß der Stärke 4,8 registriert. Dabei wurden zehn Menschen von herabfallenden Trümmerteilen verletzt. Durch Eruptionen hatte sich ein zwei Kilometer langer Spalt am Ätna aufgetan. Neuerliche Aktivitäten zeigte der Ätna für einige Tage ab dem 16. Februar 2021. In der Nacht zum Montag, den 15. März war er zum 13. Mal in Folge seit Mitte Februar ausgebrochen. Die kurzen, aber sehr heftigen Ausbrüche gehörten zu den stärksten der vergangenen Jahrzehnte. Ein weiterer Ausbruch erfolgte am 19./20. Juli 2021.

Mehr über den Ätna und seine Aktivitäten siehe www.vulkane.net
Bilder vom Ausbruch am 14. März 2021 siehe www.wetteronline.de

Video vom Ausbruch Juli 2021, 01:15 Stunde

Am 23.Oktober 2021 brach der Ätna erneut aus, beruhigte sich aber nach einigen Tagen. Nach einer ruhigen Phase brach er 2022 erneut aus. Am Donnerstag, den 10. Februar, strömte zunächst Lava aus dem Nordostkrater Am Abend nahm die Aktivität dann deutlich zu und es kam zum stärkste Ausbruch des laufenden Jahres. Rund 500 Meter schleuderte der Vulkan Lavafontänen in Höhe, die stundenlang den Nachthimmel über der italienischen Insel Sizilien erhellten. Eine Aschesäule mit zahlreichen vulkanischen Blitzen erreichte eine Höhe von etwa 13 Kilometern.

In sozialen Medien gab es im August 2023 Bilder und Videos von einem kleineren Ausbruch des Vulkans am Abend des 13. August. Hier ein Link zu einem Bild davon in Facebook
Über dem mehr als 3 300 Meter hohen Berg stand am Abend des 12. November 2023 eine dicke Wolke aus Lava, magmatischen Gasen und Gestein. Dem italienischen Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) zufolge reicht die sogenannte Eruptionssäule bis in eine Höhe von 4,5 Kilometern. Immer wieder waren auch Explosionen zu sehen und zu hören.

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Vulkane

Vulkane finden sich in jene Zonen der Erde, wo die Oberfläche "dünn" ist. Das heißt, in Zonen, wo die Erdkruste noch aufgebrochen ist oder wo sich die riesigen Platten der Erdoberfläche aneinander reiben/stoßen. Bei diesen Bewegungen brechen große Erdplattenteile ab und werden in das Erdinnere gedrückt. Dort werden sie aufgrund der dort herrschenden Hitze wieder zu flüssigem Magma (eine gashaltige Schmelze aus ganz oder teilweise geschmolzenen Gesteinen). Dies alles geschieht auch unter enormen Druck, der dann das Magma durch Klüfte und Bruchspalten wieder an die Erdoberfläche presst. So entstehen Vulkane.

Je nach Flüssigkeit dieses Magma kann es sein, dass durch z. B. Zähflüssigkeit die Magma zwar an die Erdoberfläche dringt, dort aber gleich aufgrund ihrer Zähflüssigkeit erstarrt. So bildet sich mit der Zeit eine Art Pfropfen. Darunter steigen aber immer mehr vulkanische Gase auf, bauen einen enormen Druck unter dem Pfropfen auf. Wird der Druck zu groß, gibt es zu wenig Spalten zum Entweichen der Gase, wird der Magmapfropfen samt umliegendem Gestein abgesprengt - es kommt zu einem Vulkanausbruch!

Austretendes Magma nennt man dann an der Erdoberfläche Lava und erstarrte Lava ist einer der fruchtbarsten Bodenarten, die wir kennen. Das ist auch einer der Gründe, weshalb sich die Menschen, trotz der Risiken, immer wieder um einen Vulkan ansiedeln: die Fruchtbarkeit der Erde. So ist ja zum Beispiel die Gegend um den Vesuv bei Neapel ausgesprochen dicht besiedelt!


Vulkanismus

Vulkanismus ist die Sammelbezeichnung für sämtliche geologische Vorgänge und Erscheinungen, die mit an die Erdoberfläche vordringenden gasförmigen, flüssigen oder festen Substanzen zusammenhängen.
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