Urbino – Palazzo Ducale und Dom, Marken, Italien

Zwischen Alpen und Adria – meine Reisen durch Friaul‑Julisch Venetien

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Obwohl diese Region in den letzten Jahren zunehmend als Reiseziel entdeckt wurde, gibt es immer noch viele Ecken und Winkel, die man erkunden kann. Das hügelige Collio‑Weinbaugebiet rund um Görz ist eine ausgesprochen romantische Landschaft. Sehenswert sind auch die Villa Manin westlich von Udine sowie San Vito al Tagliamento, die zweitälteste Stadt des Friaul. In der Nähe liegen Villa Varda und die beeindruckende Benediktinerabtei in Sesto al Reghena. Sehr bedeutend ist außerdem die UNESCO‑Welterbestätte Aquileia mit ihrer frühchristlichen Basilika.

Weitere sehenswerte Orte: Venzone mit Dom und einer Kapelle, in der man tatsächlich Mumien sehen kann; Spilimbergo mit seinem herrlichen Dom; Porcia bei Pordenone mit Schloss; Cormòns (wo man im August noch immer den Geburtstag von Kaiser Franz Joseph feiert); Cividale del Friuli mit seinem UNESCO‑Erbe der Langobarden; Palmanova; Gradisca d’Isonzo; Grado sowie das Karstgebiet zwischen Triest und Gradisca. Naturfreunde sollten auch die Lagune von Grado und das Naturreservat Isola della Cona an der Isonzo-Mündung kennen.

Ein besonders schöner Aussichtspunkt ist San Floriano del Collio mit dem Romantik‑Hotel Formentini und einem Golfplatz auf einem Hügel. Im Friaul gibt es mehrere sehr schöne Golfplätze (Udine, Grado, Lignano, San Floriano del Collio). Zwei Reiseberichte und weitere Informationen zur Region von mir sind hier zu finden.
Im Internet: www.turismofvg.it     www.reise-nach-italien.de

Meine Reisen ins Friaul‑Julisch Venetien 1986–2008

In einer Bar in Grado, wo sich die Menschen Zeit für einen Plausch nehmen
In einer Bar in Grado, wo sich die Menschen Zeit für einen Plausch nehmen

Ich kenne diese Region seit Ende der 1980er‑Jahre. Damals war ich mit meinem „mosaik reiseservice“ einer der ersten Reiseveranstalter, die Reisen – sogar kulinarische Reisen – ins Friaul angeboten hatten. „Was wollen Sie denn im Friaul? Da liegen ja nur Steine vom Erdbeben herum“, hieß es damals. Heute, rund 40 Jahre später, ist es längst in Mode gekommen, schnell einmal für ein Wochenende dorthin zu fahren. Zahlte ich anfangs in den Hotels im Friaul rund 40.000 Lire für Nächtigung mit Halbpension (umgerechnet etwa 15 Euro, ohne Indexanpassung), so zahlt man heute für Übernachtung mit Frühstück zwischen 45 und 60 Euro pro Person.

Der Begriff Friaul‑Julisch Venetien geht auf jene Zeit zurück, in der das Kaiserreich Österreich große Teile Oberitaliens besetzt hielt. Man verstand darunter Teile der ehemaligen Republik Venedig, die heutige Region Friaul und Gebiete des angrenzenden Sloweniens.

Zur Einstimmung auf diese Region gibt es hier ein Video von „Turismo Friuli Venezia Giulia“ mit herrlichen Luftaufnahmen. Weitere Videos aus dieser Region finden Sie auf  YouTube.

Wenig bekannt ist, dass es im Friaul‑Julisch Venetien auch Kurorte gibt. Im Norden der Region, in Arta Terme bei Tolmezzo, sprudeln schwefelhaltige Mineralquellen, die bei Arthritis, Bronchitis, Hautkrankheiten sowie Darm- und Leberleiden helfen.

Im Süden an der Adria, in Grado, hatte Mitte des 19. Jahrhunderts der florentinische Arzt Dr. Giuseppe Barellai die Heilkraft des Sandes entdeckt. Die Leute staunten nicht schlecht, als 1883 Kaiser Franz Joseph I. persönlich die große Kuranstalt eröffnete. Das stark salzhaltige Meerwasser und der jod‑ und salzreiche Sand werden bei Rheumatismus, Ischias, Stoffwechselbeschwerden, Erkrankungen der oberen Luftwege und bei Frauenleiden als Kur empfohlen.

Im Kurhaus von Lignano sind dieselben Anwendungen wie in Grado möglich.

Die Landschaften im Friaul:

Im Norden erstreckt sich das Gebirge in Karnien. Diese uralte Landschaft wurde von den Kelten im 6. bis 4. Jahrhundert vor Christus besiedelt, die aus dem Pariser Becken und aus Böhmen hierher zogen. Ursprünglich waren sie Hirten mit einer „starken Neigung“, Vieh zu stehlen – gelegentlich auch Menschen. Der keltische Schwertgürtel hat bis heute in der venezianischen Tracht überlebt.

Tiere furlane, terra friulana – deutschsprachige Sonderausgabe 2016
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deutschsprachige
Sonderausgabe 2016

Der höchste Baum in Friaul‑Julisch Venetien ist eine Weißtanne, die in dem Wald zwischen den Grundstücken der Gemeinde Paularo und dem Consorzio Boschi Carnici wächst, wo es eine große Gruppe von Bäumen gibt, die über 45 Meter hoch werden. Messungen der Agronomen und Techniker der Direktion für Infrastruktur und Territorium der Region haben 2025 ergeben, dass die Weißtanne auch die höchste einheimische Pflanze Italiens und – in absoluten Zahlen – das drittgrößte Exemplar (die beiden größten sind nicht einheimisch) im ganzen Land ist. Mit ihrer Höhe von 53,34 Metern (der Umfang beträgt 3,32 Meter, gemessen in 1,30 Metern Höhe über dem Boden) erhielt sie den Spitznamen „La Dane“, der friaulische Name der Art, aber auch die Verkleinerungsform von Diana, der römischen Göttin der wilden Natur. Experten schätzen, dass sie über 200 Jahre alt ist.

Im Nordosten befinden sich die Julischen Alpen, die vom Triestiner Kaufmann Dr. Julius Kugy (*1858; †1944) erschlossen wurden. Entlang des Plöckenpasses verlief 1915 bis 1917 die Front im Ersten Weltkrieg. Daran erinnert heute der Friedensweg, die „Via della Pace“, der von jungen Menschen aus 15 Nationen errichtet wurde.

Der Fogolar, die noch heute gebräuchliche offene Feuerstelle in der Mitte des Raumes mit oft Holzbänken rundherum, hat sich aus dem gebirgigen Friaul ins Flachland verbreitet. Im Rauchabzug wurden und werden Fleisch und Ricotta (Käse) geräuchert.

Auf die Gebirge folgt südlich die Tiefebene, die Pianura, die aufgrund von reichlich vorhandenem Grundwasser und Flüssen sehr fruchtbar ist. Wer durch das flache Land fährt, kommt durch wohlhabende Dörfer, vorbei an schönen bungalowähnlichen Häusern, meist umgeben von einem großzügigen Garten, fährt durch endlose Maisfelder oder Obstgärten, durchzogen von Pappelhainen. Und im Osten gibt es viele Weinanbaugebiete.

Im Südosten der Region findet sich eine Karstlandschaft mit allen bekannten Karsterscheinungen: Karren, Dolinen, Höhlen (Grotta Gigante bei Triest mit einem der größten unterirdischen Hohlräume der Welt – der Petersdom von Rom würde problemlos hineinpassen) und unterirdischen Flüssen, wie jener Fluss, der auf slowenischer Seite in der Höhle von St. Kanzian verschwindet und dann in der Nähe von Monfalcone als Timavo/Timava wieder ans Tageslicht tritt – als wohl der zweitkürzeste Fluss Italiens mit nur wenigen Hundert Metern sichtbarer Länge.

Ganz im Süden, an der Adria, gibt es Lagunen, die sich durch Flüsse und Gezeiten bildeten. Ihre Kennzeichen: flache Strände, weit verzweigte Kanalnetze im Schilf zwischen Inseln und Schlick. „Valli“ – Täler – nennt man die Wasserwege in diesem Gewirr im Schilf, „Casoni“ sind die alten Fischerhütten in den Lagunen, schilfgedeckt; „Briccole“ – das sind die in den Meeresgrund in Doppelreihe gerammten Pfähle, die die schiffbaren Kanäle für Boote markieren.

Lagune von Grado – vorne die Insel mit der Wallfahrtskirche Barbana
Lagune von Grado – vorne die Insel mit der Wallfahrtskirche Barbana

Lagunen teilen sich in „Baccini“ (Becken). Sehenswert in der Lagune von Grado ist die Wallfahrtsinsel San Barbana, wohin am ersten Julisonntag eine Wallfahrt der Fischer und Bootsbesitzer alljährlich führt.

Diese Wallfahrt geht wohl auch auf keltische Traditionen zurück, trotz des christlichen Glaubens, der in dieser Region stark verwurzelt ist. Feuerriten gibt es am 6. Jänner: Aus der Rauchrichtung folgert man Deutungen über die Ernte im kommenden Jahr. Zur Sonnwend gibt es Feuerräder zu Ehren von Schutzheiligen (z. B. San Giovanni, San Pietro). „Rogazioni“ heißen die im Frühjahr üblichen Bittgänge über Flur und Felder.

In Erto e Casso im äußersten Nordwesten von Friaul‑Julisch Venetien gibt es eine bemerkenswerte Karfreitagsprozession. Dieser Ort war auch vom Unglück von Longarone betroffen.

Das älteste und kurioseste Fest im Friaul findet alljährlich in Sacile statt: die „Sagra dei Osei“ – das traditionelle Vogelhändler‑ und Vogelfängertreffen.

Im August wird in einem Ortsteil von Cormòns immer noch der Geburtstag von Kaiser Franz Joseph gefeiert.

In Muggia, südöstlich von Triest, gibt es den „Carnevale Muggesano“, einen der ältesten Karnevals des gesamten Adria‑Raums.

In Monrupino im Karst hält sich der Brauch der „Nozze Carsiche“, einer traditionellen Hochzeit mit allen Vorbereitungen und Ritualen der Karstbewohner.

In Cividale del Friuli findet am 6. Jänner die „Messa dello Spadone“ statt, ein feierlicher Gottesdienst im Andenken an den Einzug des Patriarchen Marquard von Randeck (um 1300–1381).

Venzone feiert mit den „Fuochi di San Pietro e Paolo“ am 29. Juni ein Volksfest mit Feuerwerken. Das schönste Feuerwerk wird prämiert.

In Palmanova gibt es im Juli die „Sfilata storica“, einen historischen Umzug mit Wettbewerb der Fahnenschwinger und der Eröffnung einer Schenke aus dem 17. Jahrhundert.

Feste und Bräuche

Lagunen teilen sich in „Baccini“ (Becken). Sehenswert in der Lagune von Grado ist die Wallfahrtsinsel San Barbana, wohin am ersten Julisonntag eine Wallfahrt der Fischer und Bootsbesitzer alljährlich führt.

Diese Wallfahrt geht wohl auch auf keltische Traditionen zurück, trotz des christlichen Glaubens, der in dieser Region stark verwurzelt ist. Feuerriten gibt es am 6. Jänner: Aus der Rauchrichtung folgert man Deutungen über die Ernte im kommenden Jahr. Zur Sonnwend gibt es Feuerräder zu Ehren von Schutzheiligen (z. B. San Giovanni, San Pietro). „Rogazioni“ heißen die im Frühjahr üblichen Bittgänge über Flur und Felder.

In Erto e Casso im äußersten Nordwesten von Friaul‑Julisch Venetien gibt es eine bemerkenswerte Karfreitagsprozession. Dieser Ort war auch vom Unglück von Longarone betroffen.

Das älteste und kurioseste Fest im Friaul findet alljährlich in Sacile statt: die „Sagra dei Osei“ – das traditionelle Vogelhändler‑ und Vogelfängertreffen.

Im August wird in einem Ortsteil von Cormòns immer noch der Geburtstag von Kaiser Franz Joseph gefeiert.

In Muggia, südöstlich von Triest, gibt es den „Carnevale Muggesano“, einen der ältesten Karnevals des gesamten Adria‑Raums.

In Monrupino im Karst hält sich der Brauch der „Nozze Carsiche“, einer traditionellen Hochzeit mit allen Vorbereitungen und Ritualen der Karstbewohner.

In Cividale del Friuli findet am 6. Jänner die „Messa dello Spadone“ statt, ein feierlicher Gottesdienst im Andenken an den Einzug des Patriarchen Marquard von Randeck (um 1300–1381).

Venzone feiert mit den „Fuochi di San Pietro e Paolo“ am 29. Juni ein Volksfest mit Feuerwerken. Das schönste Feuerwerk wird prämiert.

In Palmanova gibt es im Juli die „Sfilata storica“, einen historischen Umzug mit Wettbewerb der Fahnenschwinger und der Eröffnung einer Schenke aus dem 17. Jahrhundert.