Der "Große Bergpreis von Deutschland" 1938

überarbeitet im März 2021 von Peter

Roigk on Husqvarna 1938
Roigk on Husqvarna 1938

Walfried Winkler, 1938, DKW
Walfried Winkler, 1938, DKW

Hermann Lang, 1938 auf Mercedes Benz, Bild: Arthur Fenzlau, Quelle Technisches Museum Wien
Hermann Lang, 1938,
auf Mercedes Benz (Q1)

Eckhardt Graf von der Mühle, 1938 auf BMW in der Sportwagenklasse ohne Kompressor, Bild: Arthur Fenzlau, Quelle Technisches Museum Wien
Eckhardt Graf von der Mühle,
1938 auf BMW
in der Sportwagenklasse
ohne Kompressor (Q1)

ein Kdf von Prof. Ferdinand Porsche beim Rennen 1938, Bild: Arthur Fenzlau, Quelle Technisches Museum Wien
ein Kdf von Prof. Ferdinand
Porsche beim Rennen 1938 (Q1)

   Trotz des Fernbleibens der damals im Zenit des allgemeinen Interesses stehenden Marken Auto Union und Daimler-Benz war das Großglocknerrennen 1935 ein glanzvolles Ereignis.
   Die 1938 und 1939 folgenden Veranstaltungen brachten zwar die großen Werksrennställe an die Großglocknerstraße, doch wurde die Atmosphäre durch schlechte Wetterverhältnisse stark beeinträchtigt.
   1938 blieben die Starterzahlen in bescheidenen Grenzen. Bergkönig Hans Stuck auf Auto Union, Hermann Lang auf Mercedes und Manfred von Brauchitsch waren bei den Automobilen dabei. Bei den Motorradfahrern traten neben vielen Teilnehmern des ersten Rennens in diesen Jahren Ewald Kluge auf DKW und Leonhard Fassl auf NSU an den Start.
   Die wichtigsten Ergebnisse des Motorradrennens am 28. August 1938: Ewald Kluge wurde deutscher Bergmeister in der 250‑cm³‑Klasse auf DKW mit einem Schnitt von 68,46 km/h (das schlechte Wetter verhinderte neue Rekordzeiten) vor Gablenz (D) und Toni Magnus (A). Er schlug mit seiner Viertellitermaschine sogar die 350‑ und 500‑cm³‑Motorräder! Die 350‑cm³‑Klasse gewann der Deutsche Siegfried Wünsche auf DKW, die 500‑cm³‑Klasse Hofmann aus München, ebenfalls auf DKW.
   Huschke von Hanstein auf BMW‑2‑Liter wurde als Dritter der Klasse bis 2 000 cm³ mit einem Schnitt von 65,77 km/h deutscher Sportwagen‑Bergmeister, da die beiden vor ihm platzierten Teilnehmer aus England und Rumänien stammten. Hans Stuck auf Auto Union wurde deutscher Rennwagen‑Bergmeister mit einem Schnitt von 74,40 km/h, gefolgt von Hermann Lang auf Mercedes-Benz und Manfred von Brauchitsch, ebenfalls auf Mercedes-Benz.
   Übrigens wollte man 1938 zunächst das Rennen von Dorf Fusch bis auf die Franz‑Josefs‑Höhe in 2 346 m ü. A. fahren – 33,5 km: Von Fusch bis zum Fuscher Törl (12,6 km) als erster Lauf, dann eine neutralisierte Strecke, und als zweiter Lauf die Strecke von Guttal auf Kärntner Seite über die Gletscherstraße zur Franz‑Josefs‑Höhe (7,3 km). Wegen Schlechtwetters gab es jedoch ungenügende Trainingsmöglichkeiten, und so entschied die ONS (Oberste Nationale Sportkommission) unter Leitung von Korpsführer Adolf Hühnlein, dass das Rennen in zwei Läufen nur von der heutigen Kassenstelle Ferleiten bis zum Fuscher Törl (12,6 km) gefahren werden sollte.
   „Stielaugen machten die ‚Ostmärker‘ (Österreicher) beim Glockner‑Rennen 1938, als ein blaues Automobil, ein ganz normaler Tourenwagen, noch nie dort gesehen, lustig die Großglockner‑Rennstrecke hinauf brummte“, schrieb eine Zeitung seinerzeit. Der Lautsprecher gab bekannt, dass dieses Fahrzeug für die 12,5 km lange Rennstrecke 21:54,4 min benötigte und einen Schnitt von 34,5 km/h erreichte – komplett ohne Überhitzung, vollständig ohne Bedarf an Kühlwasser. Am Steuer ein berühmter Mann: Prof. Ferdinand Porsche, und das Automobil – der „KdF‑Wagen“, Deutschlands Volkswagen!
   Prof. Ferdinand Porsche, der ein Konstruktionsbüro in Stuttgart betrieb, hatte diesen Volkswagen im Auftrag der damaligen deutschen Führung entwickelt. Im Zweiten Weltkrieg war er gezwungen, seine Firma nach Gmünd in Kärnten auszulagern. Dort entstanden nach dem Krieg die ersten Porsche‑Modelle. Als die Firma ihren Sitz wieder nach Stuttgart zurückverlegte, gründete er die älteste Porsche‑Werkstätte in Österreich, die Firma Porsche in der Alpenstraße in Salzburg. Übrigens konstruierte Prof. Porsche auch jenen Auto‑Union‑Rennwagen Typ C, der mit rund 520 PS die Rennen Mitte der 1930er‑Jahre dominierte. Dieser Rennwagen kam auch bei den drei Glocknerrennen zum Einsatz.

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Impressionen

Hinweis

Diese Internetseiten berichten nur von den Krackowizer-Memorials. Der Veranstalter hatte ab der Veranstaltung 2008 auf den Zusatz "in Memoriam Helmut Krackowizer" verzichtet.