Der "Große Bergpreis von Deutschland" 1939

überarbeitet im März 2021 von Peter

1938: W. Nürnberger auf MG in der Sportwagenklasse ohne Kompressor, Bild: Arthur Fenzlau, Quelle Technisches Museum Wien
1938: W. Nürnberger auf MG
in der Sportwagenklasse
ohne Kompressor (Q1)

Martin Schneeweiß, 1939, DKW
Martin Schneeweiß, 1939, DKW

Vose, Adler 1,7 Liter
Vose, Adler 1,7 Liter

Hans Hermann auf Silberpfeil, 1985
Hans Hermann auf Silberpfeil
1985

   Schon die Trainingstage waren verregnet. Am Renntag selbst, dem 6. August 1939, zeigte sich der Großglockner von seiner schlechtesten Seite: Starke Regenfälle, Gewitter, Sonnenschein und Nebel wechselten sich den ganzen Tag über ab. Der Nebel wurde teilweise so dicht, dass die Sichtweite unter 20 m lag.
   Bei den Motorrädern siegte in der Klasse bis 250 cm³ der Wiener Martin Schneeweiß auf DKW mit einem Schnitt von 63,04 km/h. Die 350‑cm³‑Klasse gewann Leonhard Faßl, ebenfalls aus Österreich, auf NSU. In der Klasse bis 500 cm³ behauptete sich der Sieger des ersten Laufes, Georg Mittenwald auf DKW, mit einem Schnitt von 66,85 km/h.
   Das wirklich miserable Wetter spiegelte sich auch in den Zeiten bei den Automobilen wider: Erster Lauf: In der Rennwagenklasse bis 1 500 cm³ fuhr Giovanni Rocco (ITA) auf einem der fünf gestarteten Maserati einen Schnitt von 78,13 km/h. Höhepunkt des ersten Laufes waren jedoch die Fahrten der großen Rennfahrer jener Zeit. Müller auf Auto Union erreichte einen Schnitt von 84,86 km/h vor Hans Stuck (Auto Union) und Hermann Lang (Mercedes‑Benz) mit 84,70 km/h sowie Langs zweiter Fahrt mit 84,73 km/h.
   Dann der zweite Lauf: Giovanni Rocco behielt seinen ersten Platz, allerdings nur mehr mit einem Schnitt von 69,53 km/h. Müller – 65,19 km/h, Stuck – 65,10 km/h, Lang – 67,45 km/h. Lang wurde an diesem Tag auch Gesamtsieger und „Deutscher Bergmeister“. Von Brauchitsch erreichte 60,68 km/h.
   Wenig später brach der Krieg aus.

Die Großglocknerrennen nach 1945
   Der Großglockner wurde nie mehr im Renntempo erstürmt. Viel zu dicht ist heute der Ausflugsverkehr geworden, als dass man diese Straße über ein Wochenende sperren könnte. Auch wären die Sicherheitsanforderungen mit den Gegebenheiten nicht mehr in Einklang zu bringen. Doch die großen Bergrennen an dieser berühmten Strecke sollten nicht der Vergessenheit anheimfallen.
   So kam es immerhin zu einem Wiedersehen mit dem Motorsport auf dem Großglockner: 1985 kamen anlässlich des 50‑jährigen Bestehens der Straße etwa 100 Automobile und Motorräder aus der Zeit vor 1940. Auch Hans Herrmann war mit dem Mercedes W 196, dem „Silberpfeil“, gekommen. Und natürlich war Prof. Dr. Helmut Krackowizer dabei und freute sich trotz des schlechten Wetters über das Aufleben längst vergangener Zeiten.
   Eine Neuauflage der Motorradrennen gab es in den 2000er‑Jahren als Gleichmäßigkeitsbewerbe. Die „Großglockner Trophy“ für historische Rennmotorräder bis Baujahr 1962 fand 2002, 2004 und 2006 in Erinnerung an den 2001 verstorbenen Rennprofessor Dr. Helmut Krackowizer statt.
   Von 2012 bis 2017 fanden die „Großglockner Grand Prix“ für historische Rennwagen auf dieser Panoramastraße statt. Dann endete der Motorsport auf dieser Straße erneut.

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Impressionen

Hinweis

Diese Internetseiten berichten nur von den Krackowizer-Memorials. Der Veranstalter hatte ab der Veranstaltung 2008 auf den Zusatz "in Memoriam Helmut Krackowizer" verzichtet.