Die Geschichte Italiens wie ich sie erfahren habe
Ich möchte nicht über die Geschichte Italiens im akademischen Sinn schreiben, sondern so,
wie ich sie im Laufe mehrerer Jahrzehnte bei Reiseleitungen und privaten Reisen kennengelernt
habe. Als ich Anfang der 1980er‑Jahre im Reisebüro begann, gab es noch kein Internet.
Man kaufte sich Reiseführer oder sammelte bei Besuchen im Land das oft spärliche
Prospektmaterial zu kulturellen Sehenswürdigkeiten.
Beispiele aus meiner Sammlung jener Zeit:
„Chianti – Landschaft, Kultur, Reiserouten, Weine“, Ausgabe 1986.
„Das Land der Etrusker – von der Vorgeschichte bis zum frühen Mittelalter“, Ausgabe 1987.
„Der Dom von Siena und das Dommuseum“, 1983.
„Ravenna. Geschichts- und Kunstführer“, 1984.
Dazu kamen die von mir heiß begehrten Informationshefte der lokalen Fremdenverkehrsvereine, die ich auf Messen sammelte – teils auf Italienisch, teils auf Deutsch. Sie waren in den 1980er- und 1990er‑Jahren unverzichtbare Begleiter:
„Archäologie in Rom und im Latium“
„Piacenza e provincia. Dal Po all’Appennino tra borghi, castelli e abbazie“
„Aceto Balsamico“
Die Liste ließe sich lange fortsetzen. So eignete ich mir im Laufe der Jahre mein Wissen über
italienische Regionen und Völker an. Besonders fasziniert haben mich dabei immer die Etrusker.
Man weiß bis heute nicht genau, woher sie kamen. Die meisten Forschenden gehen davon aus,
dass die Etrusker in Mittelitalien entstanden sind – also autochthon. Ältere Theorien
vermuten eine Herkunft aus dem östlichen Mittelmeer, doch moderne Archäologie, Linguistik
und Genetik stützen überwiegend die einheimische Entwicklung. Ihr Siedlungsgebiet reichte
vom südlichen Rand der Po‑Ebene über die Toskana bis nach Latium. Besonders in der
südwestlichen Toskana und im nordwestlichen Latium lässt sich ihre Entwicklung über
Jahrhunderte hinweg eindrucksvoll nachvollziehen – etwa an der Zyklopenmauer von
Volterra oder an der Entwicklung von Einzelgräbern hin zu großen Nekropolen, die auf
ein stark wachsendes Gemeinwesen hinweisen.
Die etruskische Schrift ist vollständig entziffert; man kann sie laut lesen, so wie sie
einst geklungen hat. Doch die Sprache selbst verstehen wir nur teilweise. Die Grammatik
ist in Grundzügen bekannt, der Wortschatz jedoch bleibt zu großen Teilen unklar.
Aber es gibt noch viele andere spannende Episoden in der italienischen Geschichte – manche historisch belegt, andere eher sagenhaft. Eine davon ist die Legende über die Grenzziehung zwischen Siena und Florenz. Ich werde sie bei Gelegenheit hier niederschreiben.
Im Menü auf der linken Seite finden Sie einige Beiträge zur Geschichte Italiens, die ich im Laufe der Jahre verfasst habe.