Sand-, Gras- und Schlackenbahnen bis 1950
Bahnsport ist der Überbegriff im Motorsport für Sandbahn-, Grasbahn-, Speedway-, Shorttrack-
und Eisspeedwayrennen, die sich durch verschiedene Bahnlängen und technische Details der Motorräder unterscheiden.
1 Geschichte
2 Bahnsport und Salzburg
Geschichte
Zwischen 400 und 1000 Metern sind die Speedway- und Langbahnen (Sand- und Grasbahnen) lang. Gefahren werden pro Rennen mehrere Läufe, jeder Lauf dauert vier Runden.
Gefahren wird mit Einzylinder-Viertakt-Motorrädern mit 500 cm³ Hubraum, ohne Bremsen, beim Speedway auch ohne Schaltgetriebe, auf der Langbahn nur mit einem Zweiganggetriebe. Die Spezialmotorräder für Bahnrennen haben eine besonders umweltfreundliche Technik: Als Kraftstoff ist ausschließlich Methanol zugelassen, das nahezu rückstandsfrei verbrennt. Geschmiert werden die Motoren mit rein pflanzlichen Ölen.
Diese Motorräder erreichen auf der Sandbahn Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 180 km/h. Da sie über keine Bremsen verfügen, wird das Sportgerät mittels Gashahn, Lenker und Gewichtsverlagerung durch die Kurven gesteuert. Der rechte Fuß steht dabei auf einem Steigbügel, der linke wird durch einen Stahlschuh geschützt und dient zum Balancieren über dem Bahnbelag.
Während im Speedway Skandinavier und Engländer (Sand) sowie Russen und Schweden (Eis) traditionell dominieren, führen auf den Sand- und Grasbahnen derzeit die Deutschen. Auch bei den Seitenwagen sind deutsche Gespanne international führend.
Die ersten Sandbahnrennen in Österreich fanden 1911 in Baden bei Wien statt. Die große Zeit der Sandbahnrennen war in den 1920er- und 1930er-Jahren. Damals fuhr man noch mit normalen Motorrädern, denn die Entwicklung zu Spezialmaschinen begann erst kurz vor dem Zweiten Weltkrieg.
Bekannte und international erfolgreiche Fahrer jener Zeit waren Leopold Dirtl (tödlich verunglückt im Bahnsport), Lucky Schmidt, Karl Kodric, Michael Gayer (fuhr auch bei den Großglockner-Rennen mit), Rupert Karner (tödlich verunglückt im Bahnsport), Peppi Walla, Karl und Poldi Killmeyer, Martin Schneeweiß (1937 in Prag erster Europa-Sandbahnmeister, ebenfalls tödlich verunglückt im Bahnsport), sowie Peppi Kamper. Salzburger Fahrer waren in dieser Epoche keine darunter.
Salzburger Bahnsportveranstaltungen
In Saalfelden‑Lenzing finden immer wieder Läufe zur Eisspeedway‑Weltmeisterschaft statt. Auch in St. Johann im Pongau werden regelmäßig Eisspeedway‑Veranstaltungen ausgetragen.
Blicken wir auf Bahnsportereignisse in früheren Jahren in Stadt und Land Salzburg zurück:
Bahnrennen auf der Aigner Trabrennbahn in Salzburg gab es bereits 1925. Nach dem Zweiten Weltkrieg folgten:
1947, 4. Mai: das erste Sandbahnrennen auf der Trabrennbahn
in Salzburg‑Aigen (heute Parsch);
1950: Internationales Nachtspeedway (Sandbahn) im Stadion Salzburg‑Itzling mit Weltklassefahrern;
1952: erstes
Internationales Motorrad‑ und Auto‑Eisrennen Zell am See
auf dem Zeller See für Automobile und Motorräder, das ab 1956 als Gedächtnisrennen
in memoriam Prof.
Ferdinand Porsche
bis 1961 veranstaltet wurde.
Später fanden noch einige Sandbahnrennen auf der Trabrennbahn in Salzburg‑Liefering (Herrenau) statt.
Bahnsportveranstaltungen in der Umgebung von Salzburg
Hochburg des Bahnsports ist die Stadt Mühldorf am Inn, die viele Jahrhunderte zum Erzstift Salzburg gehörte.
Dort werden bis heute Sandbahnrennen gefahren.
Zentrum des Wintersports ist Inzell in Bayern, wo ebenfalls Weltmeisterschaftsläufe stattfinden.