Einige Literatur‑Empfehlungen für historischen Automobil‑ und Motorrad(renn)sport, Rennfahrer, Rennstrecken und Fotografie

Aus der Vielzahl interessanter Bücher über den Motorrad‑Rennsport und den Rennsport im Allgemeinen möchte ich hier einige vorstellen. Es sind Werke über die Motorradmarke Rudge, legendäre Rennen wie das Gaisbergrennen, über Rennsport‑Persönlichkeiten und über Rennsport‑Fotografie. Zunächst die Biografie meines Vaters, weiter unten folgen weitere Buchvorschläge.


Motorrad Professor Helmut Krackowizer – Erinnerungen zum 100. Geburtstag

Motorrad Professor Helmut Krackowizer – Erinnerungen zum 100. Geburtstag © Artur Fenzlau 1947

Erinnerungen zum 100. Geburtstag (*1922; †2001), zusammengestellt von seinem Sohn Peter.

For my English readers: This book was available in German only; however, it contains more than 220 photos. The PDF download below is free.

➡  Download (PDF)  – via Dropbox

Ein ausführliches Inhaltsverzeichnis gibt es hier. Das Buch hat 152 Seiten mit mehr als 220 Schwarzweiß- und Farbabbildungen; es gibt auch eine Buchvariante im Digitaldruck und Harteinband zum Preis von € 29,– zzgl. Versandkosten (auf Anfrage), nur mehr Restexemplare.

Weitere Buchvorstellungen

Rund um Motorräder
→ Hilde & Tommy (Bullus)
→ Österreichische Legenden in Schräglage – in memoriam
→ DKW Siegesserien – In zwei Bänden acht Jahrzehnte DKW‑Rennsport
→ Unter Freunden in der Eifel – Motorrad‑Oldtimer‑Raritäten ins rechte Licht gesetzt
→ The Family of Rudge
→ Stefan Knittel: Motorrad‑Ikonen

Automobilrennfahrer
→ Kurt Ahrens – Einer dieser verwegenen Kerle
→ Jochen Rindt – Der erste Popstar der Formel 1
→ Wolfgang Graf Berghe von Trips – Erinnerungen an eine Rennfahrerlegende
→ Inside Formel 1 – Eine Motorsport‑Zeitreise 1950 bis heute
→ Helden der Rennstrecke – Formel‑1‑Piloten der 1950er‑ und 1960er‑Jahre

Sonstiger Motorsport
→ Legende Salzburgring – Tradition mit Innovation
→ Max Reisch: Über alle Straßen hinaus
→ Die Auto‑Österreicher
→ 2 Mann und 32 PS – Max Reisch mit einem Steyr 100 rund um die Welt
→ Indien – Lockende Ferne – Max Reisch mit einem Puch‑Motorrad nach Indien
→ Der Rennberg – Über die Gaisbergrennen
→ 75 Jahre Gaisbergrennen
→ Peking–Paris im Automobil – Wettfahrt 1907 in 60 Tagen
→ Die Entstehung des Automobilrennsports – Hintergründe und Entwicklungen


Hilde & Tommy

Wie der englische Motorrad-Rennfahrer Tom Bullus den NSU-Werken zu Weltruhm verhalf und dabei die Liebe seines Lebens fand

Biografischer Roman über Motorrad-Rennfahrer Tom Bullus und NSU‑Direktorentochter Hildegard Gehr

Die NSU‑Werke in Neckarsulm (Baden‑Württemberg) fanden 1929 im Engländer Walter Moore einen neuen Konstrukteur, der NSU im Motorradrennsport an die Spitze führen sollte. Er empfahl, seinen 23‑jährigen Landsmann Tom Bullus als Werksrennfahrer zu verpflichten. In Neckarsulm lernte Tom die 18‑jährige Hildegard "Hilde" Gehr kennen, Tochter des NSU‑Direktors Fritz Gehr. Was sich in den folgenden Jahren ereignete, schildert der 700‑seitige biografische Roman "Hilde & Tommy" von Susanne Schartel, deren Großmutter eine Schwester von Hilde war.

"Wie der englische Motorrad‑Rennfahrer den NSU‑Werken zu Weltruhm verhalf und dabei die Liebe seines Lebens fand" lautet der Untertitel des Buches.

Der Inhalt umfasst im Wesentlichen die Jahre 1929 bis 1933, ergänzt durch kurze Rückblicke auf die Zeit davor. Kann man über diese wenigen Jahre 700 Seiten schreiben, ohne langweilig zu werden? Ja, man kann. Die Autorin lässt nicht nur Dialoge auf Basis familiärer Dokumente und Zeitzeugenberichte einfließen, sondern schildert auch tatsächlich stattgefundene Ereignisse, zeigt historische Bilder, Briefe, Prospekte und Druckwerke aus dem Umfeld von NSU und der Familie Gehr. Sie beschreibt wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen, Rennverläufe, Duelle, Stürze und Erfolge von Tom Bullus – und die Entwicklung der Liebesgeschichte.

Sehr geschickt verpackt sie historische Informationen in Dialoge: technische Entwicklungen der Fotografie, die Einrichtung des Berliner Funkturms 1931 oder architektonische Details bei Spaziergängen durch Neckarsulm.

Bilder werden zu Geschichten

Viele Kapitel scheinen um ein bestimmtes Foto herum entstanden zu sein. Sie beginnen fast immer mit einer Datumsangabe, etwa "Neckarsulm – Samstag, 3. Juli 1931" (Seite 484 – ein besonders wichtiges Kapitel). Abwechselnd beschreibt die Autorin Rennverläufe, Familienereignisse wie Hochzeiten, Firmenveranstaltungen, Gespräche mit Konstrukteuren und vieles mehr. Immer wieder sieht man Bilder von Hilde, ihren Geschwistern, Tom, Rennszenen, Prospekten, Ansichtskarten und Ausflügen.

Zeitgeschichte anhand von Familiendokumenten

In einem Filmbeitrag zur Buchvorstellung im Zweiradmuseum Neckarsulm (November 2022) erklärt die Autorin, wie das Buch entstand: Nach dem Tod ihrer Großmutter fand sie zahlreiche Dokumente und Fotos der Familie. Sie kannte Hilde und Tommy persönlich, wodurch viele Anekdoten einflossen. Zusätzlich recherchierte sie in Firmenarchiven und historischen Zeitungen. Stichproben meinerseits zeigten, dass es sich tatsächlich um einen sorgfältig recherchierten, authentisch‑biografischen Roman handelt.

Tom Bullus und NSU waren mir seit Langem vertraut – familiär vorbelastet beschäftige ich mich seit vielen Jahren mit der Geschichte des Motorradsports. Eine besondere Verbindung gibt es zum Gaisbergrennen 1931, an dem Tom Bullus siegreich teilnahm – und zu meinem Vater. Diese Geschichte findet sich in der Biografie über meinen Vater, die ich 2022 veröffentlicht habe.

"Hilde & Tommy"

Das Buch macht süchtig – süchtig auf das nächste Kapitel. Man weiß zwar, dass Hilde und Tommy ein Paar werden, aber wie sich alles entwickelt, erzählt die Autorin so lebendig, dass man kaum aufhören möchte zu lesen. Wie ein roter Faden zieht sich die herzliche Beziehung innerhalb der Familie Gehr durch das Buch – erstaunlich offen für die Zeit um 1930. Auch der Epilog, der das weitere Leben der Familienmitglieder beschreibt, ist voller Herzlichkeit. Der sechsseitige Dankesteil zeigt, wie viele Menschen der Autorin mit Informationen geholfen haben. Ein zehnseitiger Bildnachweis lässt auf über 200 Bilder schließen – ungewöhnlich detailliert und ein großes Plus für die Authentizität.

"Hilde & Tommy" sind 700 Seiten unbeschwerter Jugendjahre einer Generation und die Beschreibung der erfolgreichsten Rennsportjahre eines begnadeten Motorradrennfahrers, eines genialen Motorenkonstrukteurs – und der Geschichte von NSU.

Autorin: Susanne Schartel
Erschienen: November 2022, Harderstar Verlag, Niederlande
ISBN: 978‑90‑832397‑4‑3
Details im Internet: www.hilde-tommy.com

zum Seitenanfang


Österreichische Legenden in Schräglage – in memoriam

Österreichische Legenden in Schräglage in memoriam

32 Porträts österreichischer Motorradrennfahrer

Verlagsinformation
Unsere Motorradlegenden waren Helden der Szene weit über die österreichischen Staatsgrenzen hinaus. Sie fuhren in der absoluten Weltspitze mit und hinterließen ihre Spuren. Sie waren Grand‑Prix‑Sieger, Europameister, Staatsmeister und OSK‑Pokalsieger. Manche mussten ihre Leidenschaft mit dem Leben bezahlen.

Wir erinnern uns mit 32 Biografien – alphabetisch gereiht – an: Günter Amcha, Josef Autengruber, Werner Bergold, Fritz Dirtl, Leonhard Fassl, Rudolf Grimas, Josef Grimus, Reinhold Gutzelnig, Hans Hummel, Helmut Inzko, Gerold Klinger, Heinz Kriwanek, Ernst Kussin, Erwin Lechner, Johann Lindner, Alois Maxwald, Alex Mayer, Baldur Morawec, Viktor Pongratz, Herbert Prügl, Ladi Richter, Bert Schneider, Peppi Schopf, Paul Schwarz, Manfred Stengl, Eduard Stöllinger, Günter Strasser, Helmut Volzwinkler, Max Wiener, Hans Winkler, Alexander Witting und Herbert Zwickl.

Inhalt
Vorwort: Helmut Ohner
Spezialkapitel: Das Wunder von Bern 1954 – Rupert Hollaus siegt in der 250‑cm³‑Klasse
Hommage an die Stimme der österreichischen Motorsportszene: Manfred "Jimmy" Riegler
Spezialteil: Der Motorradprofessor Dr. Helmut Krackowizer – von Peter Krackowizer
164 Seiten, Format A4, Hardcover, durchgehend vierfärbig, rund 200 Bilder

Erschienen 2021 im Verlag thucom, Traisen (Niederösterreich) ISBN 978‑3‑200‑07927‑4
zum Seitenanfang


DKW Siegesserien

DKW-Rennsport Band 1 von Andy Schwietzer DKW-Rennsport Band 2 von Andy Schwietzer

In zwei Bänden werden acht Jahrzehnte DKW‑Rennsport dargestellt: Band 1 (1921–1942) und Band 2 (1947–1958). Beide Bücher kann man online durchblättern: siehe diesen Link .

Autor: Andy Schwietzer Erschienen 2012 im Verlag Bodensteiner ISBN 978‑3‑9806631‑8‑2
zum Seitenanfang


Unter Freunden in der Eifel

Das Buch Unter Freunden in der Eifel von Reinhard Schwartz

Am Beispiel des sehr gelungenen Treffens "Rund um Bad Münstereifel" für Motorradveteranen vor 1939 des Neusser Josef Werhahn zeigt Reinhard Schwartz die Vielfältigkeit der Oldtimerleidenschaft.

Das Buch mit 160 Seiten bietet über 100 ganzseitige Bilder von Oldtimer‑Raritäten, neu von Schwartz fotografiert, dazu etwa 40 kurze persönliche Artikel verschiedener Autoren über Fabrikate, Konstrukteure oder persönliche Erlebnisse.

Zu sehen und zu lesen ist u. a. über das Deutschlandfahrt‑Modell Neander ab 1923; "Was in Neckarsulm begann", ein Interview mit Karl Reese (Ehrenpräsident VFV); Motorräder aus Sachsen mit Diamant, OD, Elfa, DKW, Schüttoff und Wanderer; den Norden Deutschlands, Dänemark und Belgien mit Dürkopp‑Sachs, Nimbus und Saroléa; die Nürnberger Schule mit Ardie, Triumph, Victoria, Zündapp; Deutschlands Süden mit BMW, Horex, NSU, Standard, UT, Bosch und Hochschule Esslingen; Schweiz, Frankreich und Italien mit Motosacoche, MAG, Peraves, Motobécane, Magnat‑Debon, Bruneau und Moto Guzzi; England und USA mit JAP, Brough Superior, Ariel, BSA, Matchless, OEC Anzani, Norton, Rudge, Scott und Reading Standard; sowie Tschechien und Österreich mit Böhmerland, Praga, Ogar und Puch.

Ergänzt wird das Buch durch Beiträge wie "Fahr doch mal vom Wege ab", "Auf Spurensuche in Köln" oder "Sport war nicht genug …".

Erhältlich ist das Buch bei:
Reinhard Schwartz, Rankestraße 30, 70619 Stuttgart, Deutschland. Der Erlös über die Produktionskosten hinaus wird an die Stiftung der Gräfin Beissel von Gymnich für traumatisierte Kinder und für die Jugendarbeit in Insul gespendet.

Technische Details:
30 × 24 cm, Stuttgart 2010 im Eigenverlag Luxo‑Samt‑Kunstdruckpapier, Leinenbezug mit Goldprägung, Fadenheftung Einmalige Auflage von 750 Exemplaren Beilage: Faltblatt in Vierfarbendruck zu Ehren von Ernst Neumann‑Neander

Alle Angaben stammen aus Informationen von Herrn Schwartz.
zum Seitenanfang


The Family of Rudge

Das Buch über die Rudge-Familie

In mehrjähriger Arbeit fotografierte Reinhard Schwartz rund 100 Rudge‑Motorräder verschiedener Entwicklungsjahre: vom Tricycle aus dem Jahr 1884 über die Rudge Multi und Dirt‑Track‑Modelle bis hin zu den Rennmaschinen wie der 250‑cm³‑Vier‑Ventil‑Rudge aus 1932. Ergänzt werden die Fotos durch Informationen von John Clayton, Karl Reese, Ken Ashton, Erhard Lehner, Bryan Reynolds und Volker Barthen.

Erhältlich ist das Buch beim The Vintage Motor Cycle Club im Online‑Shop (nicht im Buchhandel erhältlich). ISBN 978‑0‑9560312‑0‑4

zum Seitenanfang


Stefan Knittel: Motorrad Ikonen

Buchtipp Stefan Knittel Motorrad Ikonen

Ikonen sind "Erzeugnisse mit Kultstatus", im übertragenen Sinn hervorragende Produkte, die aus der Masse herausragen und hohe Popularität finden. Genau solche Produkte stellt Motorradhistoriker Stefan Knittel in seinem Buch "Motorrad Ikonen" vor, fotografiert von Brigitta König. Knittels präziser Kennerblick bestimmte die Blickwinkel – und was für Blickwinkel: etwa eine Aufnahme von oben auf eine Motosacoche von 1921, bei der die "Kaffeemühlen"-Gangschaltung wunderbar sichtbar wird.

50 Motorrad‑Ikonen werden vorgestellt: von einer Clément (1902) über eine Quadrant (1904) mit einem vor dem Motorrad montierten "Beiwagen‑Sessel", einer im Easy‑Rider‑Stil gebauten Vierzylinder‑Wilkinson, einer knallroten Cockerell (1923/24), dem Unikat "Schmid" mit Vollverkleidung (1923) bis hin zu vergessenen Marken wie Dollar, Ascot‑Pullin, Tornax oder Eysink.

Es ist kein Lesebuch im klassischen Sinn – kurze Texte vermitteln das Wesentliche. Es ist auch kein Bilderbuch, sondern ein Ansichten‑Buch: Aufnahmen von oben zeigen filigrane, nach hinten gekrümmte Lenker der Frühzeit, eine Matchless (1931) mit Vierzylinder‑Motorblock in erstaunlicher Schlankheit, Detailaufnahmen von Vergasern, Emblemen, Fahrwerkteilen, Ketten, Zahnrädern, Scheinwerfern und vielem mehr.

Knittels Fachwissen, Königs präzise Fotografie und der hervorragende Druck des Verlags ergeben ein Buch, das einen wertvollen technischen Geschichtsrückblick bietet – und ein ideales Geschenk für Liebhaber historischer Motorräder.

Erschienen im Delius Klasing Verlag, Bielefeld, 2009 ISBN 978‑3‑7688‑5290‑6
zum Seitenanfang


Kurt Ahrens. Einer dieser verwegenen Kerle.

Kurt Ahrens. Einer dieser verwegenen Kerle.

"Ein spannendes Rennfahrerleben eines begabten und sehr erfolgreichen Privatfahrers der 1960er‑Jahre"

Als ich vom Buch über Kurt Ahrens las, wurde ich hellhörig: Er fuhr beim Gaisbergrennen, auf dem Salzburgring und um 1970 im Porsche 917 – jenem Modell, von dem zwei Fahrzeuge für die 24 Stunden von Le Mans in der Porsche‑Abteilung an der Alpenstraße in Salzburg vorbereitet wurden.

Das Buch erzählt das Leben eines Rennfahrers, der in den 1960er‑Jahren in vielen Klassen erfolgreich war: Rallye, Formel Junior, Formel 3, Formel 2, ein Ausflug in die Formel 1 und schließlich zwei Jahre als Werksfahrer für Porsche AG und Porsche Salzburg. Nach 13 Jahren sagte Ahrens: "Ich hör auf." Eine Entscheidung, die ihm vermutlich das Leben rettete – viele seiner Kollegen starben in dieser Zeit, darunter Jim Clark und sein Freund Jochen Rindt.

Eckhart Schimpf – Wegbegleiter über 60 Jahre, selbst Rennfahrer und Journalist – schildert Ahrens’ Leben in acht Kapiteln, darunter: "Der Amateur unter den Profis", "Horror‑Unfall: Mit nur einem Schuh aus dem Wrack", "Rückspiegel brauchen Sie nicht", sagte Piëch, "Die Nacht vor der Tragödie mit Jim Clark", sowie ein Kapitel über Vater Ahrens.

Viele Gespräche zwischen Schimpf und Ahrens geben Einblick in das damalige Rennfahrerleben. So etwa die Geschichte, wie Vater Ahrens nach England fuhr, um einen Lotus zu kaufen – und mit einem Lola zurückkam, bevor er erneut nach England fuhr, um doch einen Lotus zu holen. Vater und Sohn betrieben einen Schrottverwertungsbetrieb, der die jährlichen Rennsaisons finanzierte – montags wurde trotzdem gearbeitet.

Besonders eindrucksvoll ist die Passage über den Porsche 917: 1969 zähmten Ahrens und Jo Siffert als erstes Duo das "Biest" und gewannen den Großen Preis von Österreich auf dem neu eröffneten Österreichring. Kurz darauf sah man Ahrens im Porsche 908 "Flunder" beim Eröffnungswochenende des Salzburgrings – mit Klassensieg.

Beim Blättern im Buch begegnet man historischen Aufnahmen von Fahrern, Strecken und Wagen – eine Epoche, die auch in mir Erinnerungen weckt. Ich war elf Jahre alt, als der Salzburgring eröffnet wurde, und oft als Zuschauer dort.

Die Geschichten, Gespräche und Bilder machen dieses Buch zu einem wertvollen Zeitdokument, das ich gerne in meiner Bibliothek aufbewahre.

Autor: Eckhard Schimpf Erschienen 2022 im Verlag Delius Klasing, Bielefeld ISBN 978‑3‑667‑12520‑0
zum Seitenanfang


Jochen Rindt. Der erste Popstar der Formel 1.

Jochen Rindt. Der erste Popstar der Formel 1.

Faszinierende Einblicke in das Leben eines Rennfahrers und den Rennsport der 1960er‑Jahre

Ich habe als Zwölfjähriger Jochen Rindt eine Woche vor seinem tödlichen Unfall in Monza noch selbst am Salzburgring bei einem Formel‑2‑Rennen erlebt. Dieses Buch lässt Erinnerungen an einen der ganz Großen jener Zeit lebendig werden.

Rennfahrerkollege Jackie Stewart porträtiert im Vorwort diesen einzigartigen österreichischen Rennfahrer mit deutschem Pass. Der Leser erlebt Rindt in verschiedenen Facetten: vom "ersten Popstar der Formel 1" über den Le‑Mans‑Piloten bis zum Formel‑1‑Star. Herbert Völker beschreibt ihn als "einen Wilden mit Manieren". Weitere Kapitel widmen sich seiner Fahrkunst, Bernie Ecclestone und Colin Chapman. Das tragische Ende im Training von Monza 1970 bildet den Abschluss. Eine Übersicht aller Rennteilnahmen von 1961 bis 1970 rundet das Buch ab.

Besonders beeindruckend sind die Bilder von Fredi Kräling: Rindt privat mit seiner Frau Nina, in den Boxen, im Rennwagen, im Urlaub, in Gesprächen, für Werbeaufnahmen im Pelzmantel – und immer wieder dieses unverwechselbare Gesicht. Seine letzte Boxenausfahrt am 5. September 1970 zeigt ihn im "nackten" Lotus 72, ohne Flügel, von hinten fotografiert.

Ob beim Karten­spielen, beim Frühstück mit Nina, beim Rallyecross nahe Wien oder beim legendären Sieg in Monte Carlo 1970 – die großformatigen Schwarzweißbilder lassen eine Epoche wieder aufleben, die längst vergangen ist. Ein Stück lebendige Motorsportgeschichte.

Autor: Fredi Kräling Texte: Herbert Völker Erschienen 2020 im Verlag Delius Klasing, Bielefeld ISBN 978‑3‑667‑11866‑0

Jochen Rindt und Salzburg – mit Bildern siehe Link zum Salzburgwiki.
zum Seitenanfang


Wolfgang Graf Berghe von Trips. Erinnerungen an eine Rennfahrerlegende.

Wolfgang Graf Berghe von Trips. Erinnerungen an eine Rennfahrerlegende.

Einmalige Bilder und passende Texte schildern den sympathischen Vizeweltmeister treffend

Viele erinnern sich noch an den Bergeuropameister und Formel‑1‑Vizeweltmeister 1961, Wolfgang Graf Berghe von Trips. In Österreich war er am Gaisberg, beim Flugplatzrennen in Zeltweg (Porsche) und in Innsbruck (Scuderia‑Colonia‑Cooper) mehrfach zu sehen.

Ich selbst habe ihn nie fahren sehen – ich war drei Jahre alt, als er starb. Aber in der Bibliothek meines Vaters standen Bücher über ihn, und so war mir der Name immer vertraut. Dieses Buch präsentiert ihn auf beeindruckende Weise.

Werksfahrer bei Mercedes, Porsche und Ferrari

Warum der Rennfahrertod oft so sympathische Menschen hinwegrafft und warum gerade Monza so viele Opfer forderte, kann das Buch nicht beantworten. Aber es zeigt mit eindrucksvollen Bildern die Karriere eines trotz Erfolgs bescheiden gebliebenen Vizeweltmeisters.

Von Trips begann 1949 mit einem fünften Platz bei einer Orientierungsfahrt auf Maico 125 cm³ und arbeitete sich bis zum posthumen Vizeweltmeistertitel 1961 auf Ferrari hoch. Er war sportlich fair: Bei der letzten Mille Miglia ließ er Piero Taruffi gewinnen, weil dieser seiner Frau versprochen hatte, im Falle eines Sieges aufzuhören. Auch hielt von Trips während eines Rennens an, um einem verunglückten Kollegen zu helfen – erst nach seinem Tod wurde der Schriftverkehr dazu gefunden.

Die Bilder versetzen den Betrachter mitten ins Geschehen

Die Texte sind gut lesbar, doch die Bilder sind das Herzstück: Fahrer mit offenen Helmen, Zuschauer dicht an der Strecke, Boxen als einfache Tankstelle mit zwei Fässern und einem Schlauch. Und immer wieder dieses sympathische Gesicht von Wolfgang Graf Berghe von Trips.

Am Ende informieren drei Kapitel über von Trips gegründete Vereine: den Deutschen Sportfahrer Kreis (DSK), die Scuderia Colonia und den Verein "Rennsportfreunde Wolfgang Graf Berghe von Trips e. V.".

Von Trips hätte den elterlichen Gutshof übernehmen sollen. Er wurde am 4. Mai 1928 in Köln geboren und starb am 10. September 1961 in Monza, als er bei etwa 240 km/h vom Lotus von Jim Clark touchiert und aus dem Cockpit geschleudert wurde.

Autoren: Jörg‑Thomas Födisch, Michael Behrndt Erschienen 2012 im Verlag Delius Klasing, Bielefeld ISBN 978‑3‑7688‑3358‑5

Wolfgang Graf Berghe von Trips und Salzburg – mit Bildern siehe Link zum Salzburgwiki.
zum Seitenanfang


Inside Formel 1. Eine Motorsport‑Zeitreise – 1950 bis heute.

Inside Formel 1. Eine Motorsport-Zeitreise – 1950 bis heute. Von Daniel Reinhard

Unterhaltsame und faszinierende Bild‑ und Textausflüge eines Fotografen

Aus den Medien kennt man Bilder von Formel‑1‑Rennen – Starts, Boxenstopps, Zieleinfahrten, Siegerehrungen. Daniel Reinhard aus Sachseln (Schweiz) ist wie sein Vater Sepp Formel‑1‑Fotograf. Seit 1979 hat er persönliche Kontakte zu Stars der Szene aufgebaut, die ihm Einblicke hinter die Kulissen ermöglichen. Schon das Titelbild hat seine Geschichte: Michael Schumacher sitzt auf der Piste in Monza, während ihn ein Fan küsst – Reinhard erzählt die Anekdote im Buch.

Das ist nur eine von vielen Geschichten, die er abseits der Rennaufnahmen erlebt hat. Auf knapp 300 Seiten zeigt er großformatige Bilder und erzählt in 32 Kapiteln, was er sonst noch alles erlebt hat: einzigartige Schnappschüsse von Fahrern mit und ohne Helm, Einblicke in seine eigene Lebensgeschichte und jene seines Vaters Sepp, der bereits 1946 den "Rennzirkus" fotografierte. So sieht man Schwarzweiß‑Aufnahmen der legendären Steilwandkurven von Monza und der AVUS.

Wie kamen in den 1980er‑Jahren Bilder von Suzuka in die Druckerei? Reinhard erzählt. Ein trauriges Kapitel ist die Verwüstung seiner Heimatgemeinde 1997 durch ein Unwetter, bei dem auch das Familienarchiv schwer beschädigt wurde – unzählige Negative und Dias gingen verloren.

An der Rennstrecke hielt Reinhard Funken sprühende Fahrzeuge fest, porträtierte Hans Herrmann, John Surtees, Mike Hailwood und Walter Röhrl. Er zeigt seine "familiäre Kamerageschichte", Rennwagen vor Landschaften und Gebäuden, oder vor den Fenstern von Enzo Ferraris ehemaligem Büro. Kapitel wie "Und wenn der Gummi platzt", "Helme im Wandel der Zeit", "Stille Helden" oder "Nackte Tatsachen" zeigen die Vielfalt dieses Buches.

Das Buch setzt keine Formel‑1‑Kenntnisse voraus. Es zeigt Seitenblicke, die man sonst nirgendwo sieht – eine echte "Motorsport‑Zeitreise", getragen von Reinhards fotografischer Leidenschaft.

Autor: Daniel Reinhard Erschienen 2023 (2. Auflage), GeraMond Media, München ISBN 978‑3‑96453‑086‑8

Schon Großvater Joseph Reinhard war passionierter Landschaftsfotograf. 1979 übernahm Daniel Reinhard die Formel‑1‑Fotografie seines Vaters Sepp und begleitete die Rennszene bis vor kurzem. Seine Aufnahmen erschienen weltweit in Zeitschriften, Magazinen und Büchern.
zum Seitenanfang


Helden der Rennstrecke – Formel‑1‑Piloten der 1950er‑ und 1960er‑Jahre

Helden der Rennstrecke – Formel-1-Piloten der 1950er- und 1960er-Jahre

Schildert eindrucksvoll in Wort und Bild eine heute unvorstellbare Formel‑1‑"Steinzeit"

Ricardo Rodríguez blickt sich im Ferrari beim GP Italien 1961 nach seinen Verfolgern um, Tony Brooks steht rußgeschwärzt nach seinem zweiten Platz in Monaco 1957, der BRM‑Rennstall "parkt" seine Boliden für den GP von Frankreich in Reims auf einer ungemähten Wiese – nur drei der über 200 faszinierenden Bilder aus den 1950er‑ und 1960er‑Jahren.

Es war die Zeit, in der man die Gesichter der Fahrer noch erkennen konnte (z. B. Stirling Moss im Mercedes‑Benz W196 in Monaco 1955). Es war die Zeit, in der Fahrer eines Teams während des Rennens die Fahrzeuge tauschen durften. Es war die Zeit, in der man seinen Wagen nach einem Defekt noch über die Ziellinie schob, um Punkte zu retten – oder eben nicht, wie Jean Behra 1957 in Frankreich.

Das Buch ist lebendige Formel‑1‑Geschichte. Zu jedem Bild gibt es eine oft packende Geschichte. Besonders wertvoll sind die Kommentare von Stirling Moss, Jack Brabham, Jackie Stewart, John Surtees, Frank Williams und anderen. Bruce McLaren berichtet etwa, wie Graham Hill 1962 im Training am Nürburgring über eine 16‑mm‑Kamera fuhr und in die Bäume abflog. John Surtees erzählt vom GP Portugal 1960, als seine Pedale durch ausgelaufenes Öl rutschig wurden.

Das Buch erinnert auch an jene Fahrer, die ihr Leben verloren: Alberto Ascari, Lorenzo Bandini, Jim Clark, Graf Berghe von Trips, Eugenio Castellotti und andere.

Ich erinnere mich selbst an Formel‑2‑Rennen am Salzburgring 1969 und 1970, als man noch zwischen den Rennwagen stehen durfte. Ich sah Jochen Rindt eine Woche vor seinem Tod in Monza. Später traf ich Fangio, Surtees und Lauda beim Oldtimer Grand Prix am Salzburgring. Dieses Buch weckt Erinnerungen – und liefert neue Erkenntnisse.

208 Seiten voller sehens‑ und lesenswerter Momente: Klemantaskis Fotografie zeigt Menschen hinter dem Lenkrad, auf der Piste und in den "Boxen". Jede Bildbeschreibung ist spannend – ein hervorragendes Buch.

Autoren: Stuart Codling, Louis Klemantaski Erschienen 2012 im Verlag Delius Klasing ISBN 978‑3‑7688‑3509‑1
zum Seitenanfang


Legende Salzburgring. Tradition mit Innovation.

Legende Salzburgring. Tradition mit Innovation.

Ein Erinnerungsbuch mit Schwerpunkt Automobilrennsport

Beim Durchblättern des Buches merkt man rasch, dass der Autor den Schwerpunkt klar auf den Automobilrennsport gelegt hat: Rund 80 Seiten widmen sich dem Automobilrennsport, 20 Seiten der Motorradrennsportgeschichte inklusive der Elefantentreffen am Salzburgring. Weitere Kapitel behandeln die Anfänge des Rings (ca. 20 Seiten), Oldtimer‑Rennen und den Histo Cup (ca. 50 Seiten), dunkle Stunden, den maßgeblichen Motor der Ring‑Erfolgsgeschichte Alexander Reiner sowie den Salzburgring heute und einen Blick in die Zukunft.

Subjektiv empfinde ich die Darstellung der legendären Oldtimer‑Grand‑Prix der 1970er‑ und 1980er‑Jahre als etwas knapp – mein Vater war Mitveranstalter, und ich habe diese Rennen selbst hautnah erlebt. In diesem Abschnitt findet sich nur ein einziges Bild, das Niki Lauda (mit Helm) im Mercedes‑Benz‑Silberpfeil zeigt, dafür fünf Bilder vom Histo Cup. Die bayerische Motorradlegende Georg "Schorsch" Meier schreibt man übrigens nicht "Maier", ebenso wie man Krackowizer mit "tz" schreibt – vermutlich Flüchtigkeitsfehler des Lektors. Auf Seite 152 sind anlässlich "25 Jahre Salzburgring" sieben Persönlichkeiten zu sehen, aber nur sechs Namen angeführt: Zwischen John Surtees und Dieter Quester steht Sammy Miller, Trial‑Europameister und Straßenmotorradrennfahrer.

Bei der Entstehungsgeschichte sind manche Bildauswahlen unglücklich: Ein Bild von Martin Pfundner vor einem Zaun ist wenig aussagekräftig. Unbedingt hätte ein Bild des damaligen KURIER‑Zeitnehmerturms samt seiner kuriosen Geschichte dazugehört. Zwei Bilder der Festrede des Landeshauptmanns – eines sogar von hinten – wirken ebenfalls wenig informativ. Mir fehlen zudem Bilder vom Bau des Rings, von denen es durchaus imposante Aufnahmen gibt. Vom ersten Rennwochenende dominieren Automobilbilder; bei den wenigen Motorradaufnahmen sind gleich zwei von Manfred Stengl. Erwähnenswert wäre auch, dass im Herbst 1969 Herbert von Karajan einen Porsche 908/02 "Flunder" über den Kurs pilotierte.

Insgesamt bietet das Buch jedoch einen guten Einblick in die Ereignisse am Ring, spannende Rennduelle und Hintergrundinformationen. Interessant sind die zehn Gastbeiträge mit persönlichen Erlebnissen. Dass es sich um eine um 17 Seiten erweiterte Neuauflage der Ausgabe von 2014 handelt, wird beim Lesen sichtbar – etwa wenn Gastautor Dieter Quester schreibt: "… in den 45 Jahren …", was sich auf die Erstausgabe bezieht.

Der Automobilrennsportteil ist ausführlich und gut bebildert. Einige Details wären noch interessant gewesen, etwa wann Niki Lauda – abgesehen vom Oldtimer‑Grand‑Prix – am Start war. Erinnerungen wecken die Programmheft‑Titelbilder vergangener Rennen im vorderen und hinteren Einband, auch wenn vorne und hinten dieselben verwendet wurden. Ein Stichwortverzeichnis wäre hilfreich gewesen.

Das Buch ist jedenfalls ein gelungenes Erinnerungsbuch an 50 Jahre Salzburgring und bietet einen guten Einblick in die Geschichte.

Autor: Florian T. Mrazek Erschienen 2019 als erweiterte Neuauflage der Ausgabe 2014 Verlag Anton Pustet, Salzburg ISBN 978‑3‑7025‑0942‑2
zum Seitenanfang


Die Auto‑Österreicher

Die Auto-Österreicher

Der Titel verspricht "Auto‑Österreicher", doch das Buch enthält auch die großen österreichischen Motorradrennfahrer. Daneben finden sich zahlreiche weitere interessante Persönlichkeiten: Ludwig Apfelbeck, Prof. Eberan von Eberhorst, Emil Jellinek‑Mercedes, Leopold Killmeyer, Graf Alexander Kolowrat‑Krakowsky, Alfred Neubauer, Martin Schneeweiß und viele andere.

Autor Martin Pfundner – Mitbegründer und Herausgeber der "Autorevue" – hat rund 300 Biografien recherchiert und zusammengestellt.

Erschienen 2005 im A & W Verlag GmbH, Klosterneuburg ISBN 3‑200‑00517‑3
zum Seitenanfang


Max Reisch: Über alle Straßen hinaus

Max Reisch: Über alle Straßen hinaus

Mit vielen Facetten aus dem Leben Max Reisch, manchmal zu kritisch vom Autor beleuchtet

Der Autor hat ein interessantes Buch geschaffen, in dem er das Leben des Forschers, Pioniers und Wüstenfahrers Max Reisch schildert. Christoph findet dabei auch ein gutes Maß für ergänzende Informationen. So erfährt man etwa über die Herkunft der Familie Reisch, die die heutige Spar‑Einkaufsmarktkette in Tirol gründete, über österreichische Forscher und Pioniere der letzten Jahrhunderte und über die Frage, was einen Abenteurer ausmacht.

Natürlich werden die beiden großen Weltreisen Reischs – auf einem Puch‑Motorrad und später mit einem Puch‑Automobil – ausführlich behandelt. Dabei finden sich auch für mich neue Details, etwa ein dritter Mann bei der Automobil‑Weltreise, der eine zwielichtige Rolle spielte.

Im Kapitel über Reischs Buch "Mausefalle Afrika", also seinen Einsatz während des Zweiten Weltkriegs in Nordafrika, sowie im Kapitel "Was ist ein Abenteurer?" lese ich kritische Untertöne des Autors bezüglich Reischs militärischem Einsatz und seiner Verbindung zur rechtslastigen Scharnhorst‑Buchkameradschaft. Möglicherweise handelt es sich dabei um persönliche Interpretationen, da der Autor Reisch offenbar nicht oder nur wenig persönlich kannte.

Trotz guter Recherche finden sich kleine Ungenauigkeiten. Christoph schreibt etwa, dass das Buch über die Rallye Peking–Paris 1907 erst 2008 auf Deutsch erschienen sei. Richtig ist jedoch, dass bereits 1908 eine deutsche Ausgabe unter dem Titel "Peking–Paris im Automobil" von Luigi Barzini im Brockhaus‑Verlag erschien (ich besitze ein Exemplar).

Reisch plante in den 1950er‑Jahren einen "vollwertigen und vielen Zwecken dienenden Kleinwagen". Christoph bezeichnet dies als "naiven Traum". Ich glaube nicht, dass Reisch naiv war – vielmehr war er seiner Zeit voraus. Der Autor scheint den automobilen Zeitgeist der 1950er‑Jahre nicht vollständig berücksichtigt zu haben. Reischs Idee eines "europäischen Traumautos" war durchaus zeittypisch. Die Skepsis des Autors wirkt aus heutiger Sicht formuliert und nicht aus jener der damaligen Wirtschaftsentwicklung.

Neu für mich war das Kapitel über Reischs Tätigkeit als Reiseleiter bei Rotel‑Tours, das ich aus meiner Reisebürotätigkeit kenne. Sein Sohn Peter ergänzt das Buch mit dem Kapitel "Schriftsteller lebenslänglich". Ein Personenregister und eine Liste aller Bücher von Max Reisch runden das Werk ab.

Mir gefällt dieses Buch gut, auch wenn der Autor manches in Frage stellt – etwa den Unfall am Ende der Autoweltreise in Salzburg – und immer wieder kritische Töne anklingen lässt, etwa Reischs angebliche Fixierung auf Öffentlichkeitswirkung. Da Christoph jedoch offenbar nie mit Reisch selbst gesprochen hat, mögen manche Interpretationen persönliche Auslegungen sein. Trotzdem stellt das Buch Max Reisch als interessante Persönlichkeit sehr gut dar.

Autor: Horst Christoph Erschienen 2012 in der Verlagsanstalt Tyrolia ISBN 978‑3‑7022‑3212‑2
zum Seitenanfang




2 Mann und 32 PS

Das ist Abenteuer pur! Mit einem Steyr‑100‑Automobil, das 32 PS hatte, fuhren Prof. Max Reisch und Helmuth Hahmann 1935 rund um die Welt.

Europa – Türkei – Irak – Iran – Afghanistan – Indien – Burma – Thailand – Laos – Vietnam – China – Japan – Amerika

Max Reisch – 2 Mann und 32 PS Max Reisch – 2 Mann und 32 PS

Der damals 23‑jährige Student schildert unterhaltsam und abwechslungsreich Erlebnisse, die an "Märchen aus 1001 Nacht" erinnern.

Ein Buch zum Immer‑wieder‑Lesen.

Mein Exemplar trägt eine persönliche Widmung von Prof. Reisch an meinen Vater aus dem Jahr 1952 (Ulstein‑Verlag). "Zwei Mann und 32 PS" wurde später neu und mit vielen Bildern erweitert und 1985 im Verlag Ennsthaler erneut aufgelegt (ISBN 3‑85068‑176‑9). Der Titel lautet nun wieder – wie im Untertitel – "Im Auto um die Erde".

zum Seitenanfang



Indien lockende Ferne

Max Reisch – Indien lockende Ferne

In diesem Buch schildert Max Reisch, wie er 1933 mit einem Puch‑Motorrad gemeinsam mit Herbert Tichy auf dem Landweg nach Indien reist.

Reisch beschreibt sehr anschaulich, wie er die Völker Kleinasiens erlebt, wie er gegen Krankheit und die unendliche Weite der Wüste ankämpft und schließlich in Bombay ankommt.

Im später erschienenen – heute leider vergriffenen – Buch "Karawanestraßen Asiens" schildert Reisch dieselbe Reise nochmals, basierend auf einer erneuten Fahrt entlang derselben Route in den 1970er‑Jahren. Die Vergleiche zwischen 1933 und den 1970ern sind besonders faszinierend.

"Indien lockende Ferne" ist im Ennsthaler Verlag Steyr erschienen, ISBN 3‑85068‑131‑9
zum Seitenanfang


Der Rennberg

Der Salzburger HTL‑Professor und Motorsportliebhaber Dr. Siegfried Strasser hat 2004 ein interessantes Buch über die Gaisbergrennen in Salzburg herausgebracht.

Das Gaisbergrennen war ursprünglich ein Automobilrennen (einige Jahre auch mit Motorradklassen). Ich bin am Fuß des Gaisbergs aufgewachsen und kann mich an die letzten fünf oder sechs Rennen noch gut erinnern.

Der Rennberg – Buchcover

Im Buch werden Erinnerungen an große Namen wach: Edgar Barth, Wolfgang Graf Berghe von Trips, Ernst Vogel, Hans Herrmann, Sepp Greger, Gerhard Mitter und andere.

Hans Herrmann schrieb das Vorwort und war auch bei der Buchpräsentation in der "Porsche Alpenstraße" in Salzburg anwesend.

Das Buch schildert abwechslungsreich und keineswegs trocken die lange Geschichte dieses Bergrennens, die tragischen Todesstürze, Hintergründe der jeweiligen Epochen und viele Bilddokumente. Kritiker bemängeln gelegentlich Abschweifungen – ich finde sie passend. Vielleicht hätte der Bilddruck etwas besser sein können.

Erschienen im Weishaupt Verlag, ISBN 3‑7059‑0195‑8
zum Seitenanfang


75 Jahre Gaisbergerennen

Rechtzeitig zum 75‑Jahr‑Jubiläum des Gaisbergrennens erschien 2004 ein Bildband von Hermann Schwarz, einem Kenner der jüngeren Automobilgeschichte und selbst Besitzer historischer Fahrzeuge.

75 Jahre Gaisbergerennen – Bildband

Viele Fotos dokumentieren die Automobilvielfalt am Berg – vielleicht manche Varianten etwas zu oft, aber das ist Geschmackssache. Wenig Text macht das Buch zu einem reinen Bildband und damit zu einer guten Ergänzung zum zuvor beschriebenen Buch von Strasser.

Auffällig ist, dass Schwarz ausschließlich die Automobilseite behandelt – schade, denn zumindest nach dem Zweiten Weltkrieg waren auch Motorräder am Start.

Herausgeber ist der S.R.C. Salzburg, das Buch ist nur lokal erhältlich.

Die Gaisbergrennen‑Bücher im Vergleich:
Interessant ist, dass manche Ereignisse in beiden Büchern unterschiedlich beschrieben werden. Was Strasser wichtig erscheint, bewertet Schwarz anders – und umgekehrt.

Während Strasser mehrere Jahre recherchierte, entstand Schwarz’ Bildband – als solcher gedacht – in nur fünf Monaten. Beide Bücher werden ihre Leser finden.

zum Seitenanfang


Peking – Paris im Automobil: Wettfahrt 1907 in 60 Tagen

Peking – Paris im Automobil: Wettfahrt 1907 in 60 Tagen

Die mir vorliegende "Originalausgabe" von Luigi Barzini, Beifahrer von Fürst Scipione Borghese (dem Sieger des Rennens), stammt aus dem Jahr 1908.

Fahrten auf Bahngeleisen, von Kulis durch Sümpfe gezogen, morastige Wege Russlands – und das mit einer Technik, die normalerweise für eine Fahrt von Salzburg nach Linz gereicht hätte. Ein Klassiker der motorsportlichen Literatur!

Mit zahlreichen Fotos und Geschichten der Teams, die an dieser beschwerlichen Fahrt teilnahmen.

zum Seitenanfang


Rennsport

Buch Rennsport

Dieses von DaimlerChrysler im Jahr 2002 herausgebrachte Buch ist zwar Mercedes‑lastig, schildert aber in vielen Beiträgen sehr wissenschaftlich und professionell die Entstehung des Automobilrennsports, Hintergründe und Entwicklungen.

Ein Kapitel widmet sich dem Motorradrennsport, seiner Geschichte und Bedeutung. Ein eigenes Kapitel behandelt die englische TT.

Vor allem die genauen Beiträge und Verweise machen dieses Buch zu einem Nachschlagewerk zum Thema "Rennsport".

ISBN 3‑7688‑1312‑6
zum Seitenanfang