Über das Motorrad‑Literatur‑ und Bildarchiv
Das „Motorrad‑Literatur‑ und Bildarchiv“ von Helmut Krackowizer umfasst eine Sammlung von Büchern, Zeitschriften, Zeitungen und Bildern, die die Geschichte des Zwei‑ und Dreirades sowie des Motorsports ab etwa 1890 dokumentieren. Besonders reich ist die Zeit zwischen 1930 und 1960 vertreten – jene Epoche, die mein Vater zunächst als Jugendlicher und später als aktiver Rennfahrer selbst erlebte.
Das Bild rechts zeigt Werner Haas (zwei Weltmeistertitel), H. P. Müller (ein WM‑Titel), Rupert Hollaus – den einzigen österreichischen Motorrad‑Solo‑Weltmeister – und Hans Baltisberger. Weitere Informationen über Baltisberger finden Sie hier.
Mit vielen Bildern und Beiträgen aus dem Archiv verbinde ich meine Kindheits‑ und Jugendjahre. Mein Bruder und ich waren oft an den Rennwochenenden dabei, wenn mein Vater als „Platzsprecher“, also als Kommentator, im Einsatz war. Es gibt etwa ein Foto von mir als Achtjährigem beim Sandbahnrennen in Mühldorf am Inn oder vom Flugplatzrennen in Langenlebarn (Niederösterreich) im Jahr 1967, das mit einem Ausflug in den Wiener Prater verbunden war. Natürlich erinnere ich mich auch an die vielen Bilder der unvergesslichen „Oldtimer Grand Prix“ auf dem Salzburgring.
Das Bild links zeigt Nr. 7 – Manfred Stengl (bei der TT Isle of Man 1992 tödlich verunglückt) und Nr. 12 – Ferdinand Kranawetvogl im Fahrerlager des Flugplatzrennens Langenlebarn 1967. Rechts im Bild: ich selbst, Peter Krackowizer, als kleiner Knirps.
Oder die letzten Gaisbergrennen Ende der 1960er‑Jahre, bei denen mein Vater ebenfalls „Platzsprecher“ war. Er stand dabei in der Nähe der Ehrentribüne gegenüber dem Gasthof Zistelalm. Die Ergebnisse wurden damals noch über Feldtelefone vom Ziel auf der Gaisbergspitze zur Zistelalm gemeldet. Übrigens fanden auf der Zistelalm in den 1960er‑Jahren auch einige Motocross‑Rennen statt. Dazu habe ich im Salzburgwiki einen Beitrag verfasst: siehe diesen Link.
Erinnern Sie sich noch an den „Großen Preis von Österreich“ für Motorräder auf der Autobahn in Liefering, später bei Anif‑Grödig? Schon beim ersten Rennen 1947 – dem später sogenannten „1. Mai‑Rennen“ – war mein Vater erfolgreich dabei (… mehr).
Das Bild rechts zeigt mich, Peter Krackowizer, im Jahr 1975 – links die erste KTM Comet „Grand Prix“ RS 50 cm³ mit Alugussfelgen und daneben eine Puch 50 cm³.
Ich gestehe offen, kein Techniker zu sein. Die technischen Unterlagen im Archiv kann ich daher nicht verwerten. Aber die vielen Geschichten und Bildbeschreibungen faszinieren mich. Nicht nur rennsportliche Ereignisse, sondern auch Reiseberichte früherer Motorradabenteuer in Europa und Nordafrika oder die Expeditionen von Max Reisch finden sich in alten Motorradzeitschriften.
Darüber hinaus hinterließ mein Vater zahlreiche Manuskripte über berühmte und längst vergessene Rennen. All das ermöglicht es mir, Vergangenes für interessierte Leser aufzubereiten – hier auf diesen Seiten, auf den Großglockner‑Trophy‑Seiten sowie auf den Seiten über das Halleiner Motorwerk.
Das Archiv von Helmut Krackowizer wurde nach seinem Tod in eine private Sammlung historischer Motorsportarchive eingebracht und befindet sich nicht mehr im Besitz der Familie.
Einige Bilder aus dem Archiv
Vier Motorrad‑Asse beim Kartenspielen zeigt das Bild rechts: Wilhelm Herz, deutscher Motorradmeister und Weltrekordhalter auf NSU, H. P. Müller, mehrfacher deutscher Motorradmeister, Motorrad‑Weltmeister und Weltrekordhalter, Reg Armstrong (Irland), fünffacher Motorrad‑Weltmeister, und Rupert Hollaus, der einzige österreichische Solomotorrad‑Weltmeister (1954). Eine heute kaum vorstellbare Szene, festgehalten im Jahr 1954. Diese und viele andere Bilder im Archiv vermitteln ein lebendiges Bild der Motorsportszene von den 1930er‑ bis in die 1950er‑Jahre.