Loiretal – UNESCO‑Welterbe, Schlösser und neue Renaissance‑Impulse
25 Jahre UNESCO‑Welterbe: Das Loiretal im Zeichen neuer Renaissance‑Impulse
Am 30. November 2000 wurde das Loiretal in die Liste des UNESCO‑Welterbes aufgenommen. Diese Auszeichnung würdigt eine Kulturlandschaft von außergewöhnlicher Vielfalt – geprägt durch zwei Jahrtausende Wechselwirkung zwischen Mensch und Natur. Ein Vierteljahrhundert später zeigt sich das Loiretal lebendiger denn je: Die Ideale der Renaissance und des Zeitalters der Aufklärung wirken bis heute nach und inspirieren eine Region, die sich ständig neu erfindet.
Die Region Centre‑Val de Loire gilt als kulturelle Pionierin und als echtes Labor für zeitgenössische Kunst. Nach der Île‑de‑France ist sie die französische Region mit der höchsten Dichte an Orten, die sich der modernen Kunst widmen. Historische Städte, ikonische Schlösser und bedeutende Museen nutzen die UNESCO‑Auszeichnung als Motor für Kreativität und schaffen eine gemeinsame Dynamik, die man hier „Nouvelles Renaissances“ nennt.
Zu den Häusern, die diese Verbindung von Geschichte und Gegenwart besonders eindrucksvoll zeigen, gehören unter anderem das Musée de l’Hospice Saint‑Roch, das Domaine national de Chambord, das Musée de la Vallée de la Creuse, die Schlösser von Tours, Azay‑le‑Rideau und Villandry sowie das Centre de Création Contemporaine Olivier Debré (CCC OD). Sie alle öffnen ihre Türen für außergewöhnliche Ausstellungen, die historische Architektur mit moderner Kunst in Dialog bringen.
Ob Surrealismus, Glaskunst, Street Art, Impressionismus, moderne Kunst oder großformatige Installationen – die Vielfalt ist beeindruckend. Namen wie Max Ernst, Kim en Joong, Shepard Fairey oder Volker Hermes stehen stellvertretend für ein Programm, das Besucher im Sommer in der gesamten Region erwartet.
Das Loiretal zeigt damit, wie ein historisches Erbe nicht nur bewahrt, sondern immer wieder neu belebt werden kann – ein lebendiger Kulturraum, der Vergangenheit und Gegenwart auf inspirierende Weise verbindet.
Mit einer Länge von rund 280 Kilometern – von Sully‑sur‑Loire im Département Loiret bis Chalonnes‑sur‑Loire im Anjou – bildet das Loiretal das größte zusammenhängende UNESCO‑Welterbegebiet Frankreichs.
Das Loiretal – zwei Regionen
Das kulturelle Zentrum des Loiretals liegt in der Region Centre‑Val de Loire, zwischen Châteauroux im Süden, Bourges im Osten, Chartres im Norden und Tours im Westen. Westlich schließt sich die Region Pays‑de‑la‑Loire an. Zu den bekannteren Städten entlang der Loire gehören – von Osten zur Mündung – Saumur, Angers, Nantes und Saint‑Nazaire. Auch Le Mans, berühmt für sein 24‑Stunden‑Rennen, gehört zur Region Pays‑de‑la‑Loire.
Fällt das Wort „Loire“, denken viele sofort an Schlösser – und tatsächlich prägen sie das Bild dieser Landschaft. Manche Besucher möchten jeden Tag mehrere davon entdecken, andere wiederum vermuten, das Loiretal bestehe „nur“ aus Schlössern. Doch die Region bietet weit mehr: eine einzigartige Kulturlandschaft, in der historische Architektur, lebendige Städte und zeitgenössische Kunst eine faszinierende Verbindung eingehen.