Kleines Italien-Lexikon
hier die Buchstaben F und G

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    Ferragosto

    Ferragosto" ist nur ein Tag im August - er 15. - Maria Himmelfahrt! Aber rund um diesen Feiertag machen auch alle Italiener Urlaub. August ist also DER Urlaubsmonat der Italiener ist. Dies wirkt sich vor allem im eigenen Land aus, da von den rund 57 Millionen Italiener die überwiegende Mehrheit Urlaub im eigenen Land bevorzugt und nicht zu vergessen, die Millionen Auslandsitaliener, die Jahr für Jahr im Sommer nach Italien "zurückkehren".

    Im Urlaub bleiben die Italiener gerne zu Hause. Manche fahren aber auch gerne an die Küsten Kroatiens und Sloweniens. Diese Gebiete sind sind unter anderem aus folgendem Grund so beliebt bei der italienischen Bevölkerung: bis 1918 war dieses Gebiet, bis hinunter nach Dubrovnik italienisches Staatsgebiet (von den Venezianern im späten Mittelalter erobert). Und somit haben auch noch viele Italiener Familienbanden in dieses Gebiet, zumindest aber haben sie's im Geist irgendwo noch als "Italien".

    Zu Ferragosto ist es sinnlos nach Italien in die Touristenzentren zu reisen - ausgebucht, ausgebucht, Massen, Massen, teuer teuer.schaut euch mal Appartementpreise an: im August unter Umständen das 10fache wie in der Vorsaison: warum? Weil die Italiener es gewohnt sind, ein für fünf Personen "zugelassenes" App. mit zehn Personen zu belegen (wird sowieso erst ab 5 Uhr früh zum Auspennen benötigt, und da liegt man, wo Platz ist).

    Ferrari, Enzo

    Enzo Ferrari ist ein Mythos in Italien, eine Legende, etwas, das die Italiener zum Überschäumen bringt, etwas wie Nationalstolz und Ehre! Enzo Ferrari, geb. 20.2.1898 in Modena, wollte Rennfahrer werden. Er begann bei Alfa Romeo, wo man bald schon sein Talent entdeckte. Als sich Alfa Romeo aus dem Rennsport in den 1920er Jahren zurück zog, gründete Enzo sein eigene Rennteam, die Scuderia Ferrari, anfangs noch mit Hilfe von Alfa Romeo. Als 1938 Alfa Romeo wieder in den Rennsport einstieg, trennte er sich offiziell von Alfa, durfte aber 4 Jahre lang keine Teile von Alfa verwenden. Der erste Rennwagen hieß schlicht "Tipo 815" und basierte auf dem Fiat 1500. Nach dem Krieg dann hieß der 1,5 Liter-Zwölfzylinder offiziell "Ferrari". 1949 gewann Alberto Ascari den "Großen Preis von Italien" in Monza auf Ferrari. Es folgten dann zahlreiche Triumphe: der Argentinier Juan Manuel Fangio fuhr von einem Sieg zum anderen und wurde Weltmeister, dann 1958 Mike Hawthorn, 1961 Phill Hill, 1964 John Surtees (übrigens der einzige Weltmeister auf Automobil und Motorrad, lebt heute noch), 1975 und 1977 Niki Lauda, 2000, 2001 und 2002 Michael Schuhmacher.

    Übrigens, was kaum jemand weiß: Enzo Ferrari besaß auch einmal einen Motorrad-Rennstall (1933, mit Rudge-Rennmaschinen).

    Hier einige Zahlen: in mehr als 5.000 Rennen siegte ein Ferrari, über 100 Formel-1-Siege, 1.700 Mitarbeiter im Hauptwerk Maranello (bei Modena) und kleineren Werken, in Maranello werden jährlich etwa 3.000 Autos produziert, 80 % davon gehen in den Export, täglich verlassen 12 Autos das Werk (8 8-Zylinder und 4 12-Zylinder).

    1969 verkauft Enzo Ferrari die Mehrheit seiner Firma an FIAT. Enzo Ferrari starb am 14. August 1988. Ferrari zählt zu den berühmtesten Marken der Welt - kommt gleich nach Coca Cola - und - ein Phänomen: Ferrari gibt kein Geld für Werbung aus und ist trotzdem so bekannt!

    Italien, FIAT 500

    FIAT

    Die Geschichte der italienischen Automobilindustrie begann am 11. Juli 1899 mit der Gründung der Fabbrica Italiana Automobili Torino - der FIAT-Werke in Turin. Firmengründer war Giovanni Agnelli sen., der zusammen mit 30 Aktionären 4 000 Aktien um je LIRE 200.-- kaufte. Giovanni Agnelli war ursprünglich Kavallerieoffizier. Mit 23 Jahren konstruierte er den Fiat 500 Topolino - das kleinste Auto der Welt ging dann 1923 in Serie. 1923 wurde dann das Werkgelände Lingotto in Turin errichtet, auf dessen Dach sich die Testrennstrecke befand. Eine Sensation waren damals die sehr langen Fliesbänder. Einer seiner Testfahrer war Vincenzo Lancia, der später sein eigenes Automobilwerk ALFA gründete. Heute beschäftigen die FIAT Werke in ganz Italien über 200 000 Menschen und haben über 600 Tochtergesellschaften (u.a. in Chemie, Biomedizin, Industrie-Roboter, Rüstung, Raumfahrt).
    Im Bild (zum Vergrößern anklicken) der wohl berühmteste FIAT - ein FIAT 500 ("Cinquecento" auf Italienisch)

    Frecce Tricolore

    die berühmte Flugkunststaffel Italiens hat ihren Heimatflughafen auf dem Militärflughafen von Udine, Friaul (entlang der Bundesstraße in Richtung Pordenone). Wer wochentags in diesem Gebiet unterwegs ist, kann diese Flugkunststaffel vielleicht sogar beim Üben sehen!

    Franciagena, Via

    das war die alte "Frankenstraße", die Deutschland mit Rom verband. Sie führte aus der Schweiz über den Großen Sankt Bernhard, in Italien über Aosta, Vercelli, Pavia, Piacenza, Parma, den Cisa-Pass, San Gimignano, Siena, Bolsena und Viterbo nach Rom. Warum nicht an der Küste? Einerseits waren Teile Italiens noch versumpft, mit Mücken verseucht, andererseits war man an den Küsten immer wieder Raubüberfällen von Piraten ausgesetzt. So entwickelte sich der Hauptverkehrsweg im Landesinneren.

    Galilei, Galileo

    und sie dreht sich doch" war einer seiner berühmt gewordenen Aussprüche; er lebte 1564 bis 1642, wurde in Pisa geboren, studierte Medizin, Philosophie und Mathematik; er begründete das "Gesetz des Isochronismus des Pendels" (bei Uhrwerken die Eigenschaft des Pendels, Schwingungen von kleinen oder großen Schwingungswerten in gleicher Zeit auszuführen, inspiriert wurde Galileo durch die Schwingungen des Kerzenleuchters im Dom von Pisa);

    1632 schrieb er im "Dialog über die maximalen Systeme", dass die Erde rund sei und sich um die Sonne dreht - dies erweckte den Zorn des Vatikans, er musste sein Werk widerrufen und starb verbittert und blind 1642 in den Bergen um Florenz;

    Garelli,

    eine italienische Motorrad-Marke, ... weitere Infos

    Garibaldi, Giuseppe

    *1807, † 1882, der italienische Freiheitskämpfer, als Marineoffizier im Piemontesischen Heer kämpfte er gegen Österreich, er leitete den legendären "Zug der Tausend" und war eine der populärsten Erscheinungen des 19. Jh. Er kam am 31.12.1859 zum König von Piemont, um die Mobilisierung der "Guardia Nazionale" vorzuschlagen. Er hielt dann eine Rede am Balkon vom Hotel Trombetta in Turin, dem heutigen Hotel Turin. Dies war der Beginn der Einigung von Italien.
        Der italienische Nationalheld wurde 1807 in Nizza (gehörte damals zum Königreich Piemonte) geboren, nahm an der Geheimbewegung zur italienischen Einigung teil, floh 1834 nach Frankreich und Südamerika und kehrte 1848 wieder nach Italien zurück, wo er im Dienst des Königs von Piemont-Savoyen Freiwilligentruppen gegen Österreich und den Kirchenstaat führte, zu denen damals große Teile Nord- und Mittelitaliens gehörten. Nach dem Misserfolg dieser Aktionen emigrierte er zuerst nach Amerika, dann auf sein Landgut auf der sardischen Insel Caprera. Von dort aus organisierte Garibaldi den »Zug der Tausend«. Mit seinen Rothemden landete er am 11. Mai 1860 in Marsala und schlug die bourbonischen Truppen zum ersten Mal am 15. Mai bei Calatafimi. Er bekam Zulauf aus allen sozialen Schichten. Am 6. Juni kapitulierte Palermo, am 28. Juli Messina. Am 7. September eroberte er Neapel, die Hauptstadt des süditalienischen Königreichs. Am 26. Oktober 1860 wurde das Königreich Italien mit König Vittorio Emanuele von Savoyen an der Spitze ausgerufen. 1870 kamen Rom und die Restgebiete des Kirchenstaates hinzu. Garibaldi starb im Jahr 1882 auf seiner Insel.

    Ghetto

    Das erste jüdische Viertel Europas fand sich in Venedig, genannt "Ghetto". Der Name "Ghetto" kommt vom italienischen Wort gettare = gießen, da in diesem Viertel Venedigs eine Metallgießerei stand. Der Name "Ghetto" bürgerte sich später als Bezeichnung von Judenviertel in der ganzen Welt ein.

    Ghibellinen

    nannte man im Mittelalter jene Bevölkerungsschichten in Italien, die sich auf die Seite des Deutschen Kaisers stellten, seine Gesetze achteten und seiner Meinung waren, z.B. Päpste einzusetzen. Ganz im Gegensatz zu den Guelfen.

    Gilera

    Giuseppe Gilera gründete im Jahre 1909 diese auch heute noch beliebte Motorradmarke. Noch vor dem Zweiten Weltkrieg brachte es Gilera zum Europameister-Titel (mit Kompressor-Maschinen, die dann allerdings nach dem Zweiten Weltkrieg verboten wurden), lag dann aber wieder mit einem Vierzylinder-Saugmotor in den Vierziger und Fünfziger Jahren vorn dabei! Unter anderem gewann Piero Taruffi, der als Ingenieur selbst an der Entwicklung seiner Rennmaschine, der mit Flüssigkeit gekühlten "Rondine" ("Schwalbe"), beteiligt war, am 31. März 1935 den "Großen Preis von Tripolis" in Libyen mit einem - damaligen - Rekorddurchschnitt von 158,893 km/h. weitere Infos

    Girotti, Mario

    Beim Schwimmen im Alter von 12 Jahren wurde Mario für den Film vom Regisseur Dino Risi entdeckt, das wäre weiters nichts Besonderes, wenn er nicht dem Filmpublikum zusammen mit dem dicken Bud Spencer (ebenfalls Italiener und ehemaliger Schwimmstar) als Terence Hill viel Spaß und Unterhaltung in unzähligen Filmen gebracht hätte. Seinen ersten Film, "Vacanze col ganster" (Ferien mit einem Ganster) drehte er 1951. Seine strahlend blauen Augen wurden zu seinem Markenzeichen. Ab 1967 fand ein Genrewechsel zum Italo-Western statt: "Vier Fäuste für ein Halleluja" u.a. Unvergesslich in "Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle" oder "Zwei Missionare";

    Mario Girotti kam am 29. März 1939 in Venedig auf die Welt;

    Golosessi ...siehe

    Grabtuch, Turiner --> siehe Turiner Grabtuch

    Guareschi, Giovannino

    * 1908, †1968, war der geniale Autor der Geschichten von " Don Camillo und Peppone"; Guareschi lebte im Raum der "Bassa", jenes Gebiet zwischen dem Po, Parma und Modena; in einem kleinen verschlafenen Ort, in Brescello, hart am Po gelegen, wurden auch alle Außenaufnahmen für die Filme gedreht; noch heute können Sie die Kirche mit dem Kreuz, das zu Don Camillo sprach, das Café, wo sich immer wieder Prügeleien ergaben, das Pfarrhaus und andere Drehorte sehen. Vor dem kleinen, aber feinen Museum steht der Panzer, drinnen die Beiwagenmaschine, die Fahrräder, die Koffer und viele Zeitdokumente dieser beiden streitbaren und doch so liebenswürdigen Personen (übrigens, ich bin natürlich im Besitz aller Don Camillo Filme)

    Guelfen

    In den mittelalterlichen Streitereien in Italien zwischen Papst und Kaiser wurden die Anhänger des Papstes so bezeichnet. Der Name "Guelfen" leitete sich vom deutschen Wort "Welfen" ab - der Welfe Otto IV erhielt vom Papst Innozenz II die Kaiserkrone verliehen, was diesen zu einer gewissen Papsttreue brachte. Die Gegenspieler der Guelfen waren die Ghibellinen.

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    Autor:
    Peter Krackowizer
    Datum:
    überarbeitet im Sommer 2010
Peter Krackowizer, Reise-Experte & freier Journalist, Neumarkt am Wallersee, Salzburg, Österreich