Kleines Italien-Lexikon
hier die Buchstaben O und Z
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„Olivetti“ bedeutet wörtlich „Olivchen“. Aus einer jüdischen Familie stammend, gründete Camillo Olivetti 1896 in Ivrea (50 km nördlich von Turin, der italienischen „Hauptstadt“ der Büromaschinen) eine Fabrik für elektrische Messinstrumente. 1908 folgte eine Schreibmaschinenfabrik. Bei der Turiner Weltausstellung 1911 präsentierte er die erste in Italien entwickelte Schreibmaschine, die „M1“.
Aus anfangs 20 Arbeitskräften wurden 1934 bereits 1 000, in den 1980er‑Jahren über 50 000. Olivetti kümmerte sich persönlich um soziale Belange – er hielt jeden Arbeitstag eine Stunde Sprechstunde für seine Mitarbeiter.
Als Ende der 1970er‑Jahre Streiks und weltwirtschaftliche Probleme die klassische Schreibmaschinenproduktion einbrechen ließen, übernahm Carlo De Benedetti den Konzern. Er brachte neue Investoren und Partner ein und führte Olivetti in die Elektronikära: Die Firma entwickelte die erste elektronische Schreibmaschine der Welt. Heute arbeiten mehr als die Hälfte der Beschäftigten in weltweit verstreuten Unternehmen, die u. a. Kleincomputer und Industrieroboter produzieren.
l’onomastico – der Namenstag
Was für Österreicher und Deutsche der Geburtstag ist, ist für viele Italiener der Namenstag: Der Namenspatron begleitet einen durchs Leben, daher wird dieser Tag wie ein zweiter Geburtstag gefeiert. Glückwünsche der Familie und Freunde den ganzen Tag über: „Auguri, auguri!“
Palio
Ein Palio ist ein bemaltes oder besticktes Seidentuch, das als Siegespreis bei mittelalterlichen Wettkämpfen vergeben wird. Diese Wettkämpfe können Reiter‑, Armbrust‑ oder andere sportliche Wettbewerbe sein.
Das bekannteste Pferde‑Palio findet zweimal jährlich in Siena statt. In Alba (Piemont) gibt es im Herbst ein Esel‑Palio. Südlich des Lago di Vico (Latium, nördlich von Rom) findet ebenfalls jährlich ein Palio statt: Beim „Il Palio di San Bartolomeo“ in Ronciglione (Provinz Viterbo) laufen die Pferde ohne Reiter. ( über dieses Palio)
Dr. Carlo Petersoli wurde am 31. Oktober 1929 in Neapel geboren. 1952 nahm er an den Olympischen Sommerspielen in Helsinki als Schwimmer teil. Weltbekannt wurde er später als Schauspieler unter dem Namen Bud Spencer. Er drehte zahlreiche Filme gemeinsam mit Terence Hill (ebenfalls Italiener).
1981 gründete er die Fluglinie „Mistral Air“, die er 1982 an die TNT Post Group verkaufte. Heute fliegt sie im Auftrag des Vatikans Pilger und Fracht.
Carlo Petersoli wurde 86 Jahre alt; er starb am 27. Juni 2016 in Rom.
Pisa, Schiefer Turm
Seit Anfang April 2001 steht der Schiefe Turm von Pisa wieder ohne Gerüst. Die Neigung konnte in einer elf Jahre dauernden Aktion (1990–2001) stabilisiert und sogar leicht reduziert werden: Der Turm neigt sich nun um 44 cm weniger als zuvor.
Die Abweichung betrug zuvor 4,42 m und nahm jährlich um etwa 1,2 mm zu. Mit 1 000 Tonnen Gegengewichten versuchte man, den Turm aufzurichten; außerdem durfte seit 1970 im Umkreis von drei Kilometern kein Grundwasser mehr entnommen werden.
Der Turm neigte sich bereits während seiner Erbauung, die 1173 begann, da er auf Schwemmsand errichtet wurde. Ab dem dritten Stockwerk erkennt man einen Knick: Die oberen Stockwerke wurden bewusst „gegen die Neigung“ gebaut. Der Turm ist knapp 55 m hoch. Die Rettungsaktion kostete rund 28,4 Millionen Euro. Der Eintritt für die Besteigung beträgt etwa 13 Euro, die Besucherzahl ist begrenzt.
Il Pizzo
„Il pizzo“ ist in Italien die Bezeichnung für Schutzgelder, die die mafiosen Organisationen nach wie vor erpressen. Schätzungen sprechen von bis zu 250 Millionen Euro täglich. Mehr dazu unter „Die Mafia als Wirtschaftsmacht“.
Presente!
„Hier!“ – die Meldung, die ein Soldat macht, wenn er aufgerufen wird. „Presente“ steht in tausendfacher Form im imposanten Mahnmal von Redipuglia, nahe Gradisca d’Isonzo im Friaul. Es erinnert an die zwölf Isonzo-Schlachten zwischen Juni 1915 und Oktober 1917.
Pulcinella
Die typische neapolitanische Charaktermaske soll 1656 von Andrea Calcese, genannt Ciuccio, einem Schneider aus Cerra in der Provinz Neapel, geschaffen worden sein. Die Figur existierte jedoch bereits in den Atellanen. Ihr Name geht vermutlich auf das altlateinische Wort „Pullicenus“ – Küken – zurück.
Pulcinella verkörpert den „Armen“ und „Misshandelten“, ist stets hungrig, wirkt naiv und ein wenig dümmlich – ist aber in Wahrheit ein Mann mit vielen Gesichtern. Mit seinem sympathischen Wesen meistert er selbst schwierige Situationen. Der Philosoph Benedetto Croce beschrieb ihn als „das Abbild, die Karikatur oder das Ideal des Neapolitaners“.
Regata Storica in Venedig
Die Regata Storica in Venedig ist ein einzigartiges Ereignis – wegen der atemberaubenden Kulisse und wegen der lebendigen Darstellung vergangener Zeiten in prächtigen, farbenfrohen Kostümen. Das Wasser, Grundlage der Geschichte Venedigs, wird zur Bühne für das berühmteste Fest der Stadt, das auf dem Canal Grande stattfindet.
Der historische Umzug – Hunderte Boote und festlich gekleidete Ruderer, allen voran der Bucintoro, das Repräsentationsschiff der Republik Venedig – erinnert an den Empfang Caterina Cornaros im Jahr 1489, der Königin von Zypern, die zugunsten Venedigs auf den Thron verzichtete.
Danach folgen unzählige bunte Boote mit Gondolieri in historischen Kostümen, die den Dogen, die Dogaressa, Caterina Cornaro und die Würdenträger der Republik darstellen. Die glorreiche Vergangenheit einer der reichsten und einflussreichsten Seerepubliken des Mittelmeeres wird eindrucksvoll lebendig. Gedrängt an den Ufern, auf Tribünen oder in Booten verfolgen die Zuschauer das Spektakel mit großer Leidenschaft. Termin siehe Veranstaltungen.
Sacra Corona Unità
Die Sacra Corona Unità ist eine Teilorganisation der Mafia in Apulien und außerhalb der Region wenig bekannt. Durch die geografische Nähe Apuliens zum südlichen Balkan unterhält sie enge Kontakte dorthin.
Sie besteht aus einer Vielzahl von Clans, die sich vor allem mit Drogen- und Waffenhandel, Prostitution, Erpressung und Wucher beschäftigen. Siehe auch Mafia.
Salire in cattedra – den Vorsitz übernehmen
Der Ausdruck „den Vorsitz übernehmen“ soll auf eine alte Überlieferung aus Padua zurückgehen. Er bezieht sich auf den Stuhl, den Galileo Galilei benutzte, als er zwischen 1592 und 1610 an der Universität Padua Physik und Mathematik lehrte. Es heißt, die Studenten hätten diesen hölzernen Stuhl selbst gebaut, damit der Maestro während seiner gut besuchten Vorlesungen auf ein paar Stufen stehen und von allen gesehen werden konnte.
Jedes Mal, wenn Galilei dieses improvisierte Podium betrat, erhob sich mit ihm die Stimme des Wissens und entfachte Neugier und Begeisterung bei den jungen Menschen, die ihm zuhörten. Dieses Bild blieb über die Jahrhunderte lebendig: „salire in cattedra“ – „auf den Stuhl steigen“ – bedeutet nicht nur, Platz zu nehmen, um zu lehren, sondern sich zu erheben, um Wissen, Leidenschaft und Wahrheit zu teilen.
scolapiatti
Das ist eine praktische Einrichtung in italienischen Küchen: ein Küchenschrank über der Abwasch (Spüle), in den man das Geschirr zum Abtropfen hineinstellt. Das Wasser tropft direkt in die Spüle ab – eine einfache, aber geniale Lösung. (Abbildung am rechten Rand.)
Servus!
„Servus“ entspricht wörtlich dem heute im deutschsprachigen Raum wie auch in Italien verbreiteten „Ciao“ [tschau]. „Ciao“ stammt aus dem venezianischen Dialekt vom Wort „s-ciavo“ [schiàvo] – „Sklave“ – im Sinne von: „Ich bin dein Diener“.
Die Schlacht von Solferino gilt als Geburtsstunde des Roten Kreuzes. Der Ort Solferino liegt etwa acht Kilometer südlich des Gardasees, südlich von Sirmione.
Stabilimenti balneari
Küsten und Strände sind in Italien in der Regel staatliches Eigentum. Für die „stabilimenti balneari“, die Strandbäder, vergeben die Gemeinden die insgesamt 12 166 Strandbad-Konzessionen (Stand Sommer 2024). Diese Konzessionen werden jedoch nach wie vor ohne die von der EU geforderte ordentliche Ausschreibung vergeben. Die Betreiber erhalten sie routinemäßig und oft ohne Preisanpassung verlängert; manche Konzessionen gelten faktisch als „Familienbesitz“.
Seit 2006 verlangt eine EU-Richtlinie europaweite Ausschreibungen – doch seit 18 Jahren wehren sich die Betreiber erfolgreich dagegen.
Am Freitag, dem 9. August 2024, blieben einige Strandbäder mitten in der Hauptsaison morgens geschlossen: Die Pächter streikten erstmals. Mit einem „Sonnenschirm-Protest“ öffneten viele Bäder zwei Stunden später als üblich. In Ligurien lag die Streikbeteiligung bei rund 90 %, in anderen Regionen deutlich niedriger. (Quelle: Salzburger Nachrichten, 9. August 2024.)
Stanguellini
Stanguellini ist ein bekanntes Autohaus (FIAT) in Modena. 1925 begann Francesco Stanguellini mit dem Automobilrennsport – und zwar mit seiner eigenen Marke „Stanguellini“. Bis in die 1950er‑Jahre baute die kleine Firma Rennwagen; der bekannteste Typ war der „Bialbero“.
1957 gewannen die Amerikaner Behm – Haas – McArthur auf einem Stanguellini das
„12‑Stunden‑Rennen von Sebring“. In den 1960er‑Jahren gewann der Rennstall auch die
Formel‑Junior‑Meisterschaft.
Tazio Nuvolari, Juan Manuel Fangio und Niki Lauda zählten bzw. zählen zu den
Freunden des Hauses.
Die Targa Florio war ein berühmtes Straßenrennen in Italien, ins Leben gerufen von Vincenzo Florio, dem Sohn einer sizilianischen Industriellenfamilie aus Marsala. „Targa“ bedeutet „Plakette, Kennzeichen“ – und genau eine solche Plakette war der Siegerpreis.
Bereits 1906 veranstaltete Florio das erste Rennen, das im Laufe der Jahre über 1 000 Kilometer quer durch Sizilien führte. Große Namen wie Ferdinand Porsche (auf Austro-Daimler), Tazio Nuvolari oder Enzo Ferrari nahmen daran teil. Porsche war mit elf Siegen die erfolgreichste Marke, als das Rennen 1973 eingestellt wurde.
Heute erlebt die Targa Florio ein Revival: Jedes Frühjahr findet eine Oldtimer-Veranstaltung auf historischen Strecken statt.
trallalerò – trallalà
Eine fast unbekannte Tradition aus Genua. Sie entstand in der großen Zeit der genuesischen Schifffahrt, als Hafenarbeiter beim Löschen der Waren schwer arbeiteten. Dabei entwickelten sich Gesänge, die von Liebe und harter Hafenarbeit erzählten. Da in diesen Chören keine Frauen mitsingen durften, mussten Männer mit besonders hellen Stimmen die Frauenrollen übernehmen. So entstand der „Trallalerò“.
Tricolore
Die italienische Staatsflagge wurde am 7. Jänner 1797 von den Deputierten der „Cispadanischen Republik“ in Reggio Emilia eingeführt. Sie besteht aus den Farben grün – weiß – rot.
Die Trulli sind eigenartige Rundhäuser mit dicken Mauern aus aufgeschichteten Kalksteinen und kegelförmigen Dächern aus konzentrischen Steinringen. Man findet diese weiß getünchten Häuser ausschließlich in Apulien, besonders im Gebiet um Alberobello.
Im 16. Jahrhundert verlangten die damaligen Herrscher Steuern auf fest gemauerte Häuser. Die Bewohner der Region waren jedoch erfinderisch: Sie mauerten ihre Häuser nicht, sondern schichteten die Steine lose aufeinander und sicherten sie mit einer Eisenkette. Kam der Steuereintreiber, zog man an der Kette – und der Trullo fiel in sich zusammen. Keine Mauer, keine Steuer!
Das weltberühmte Turiner Grabtuch, das der Überlieferung zufolge den Gesichts- und Körperabdruck Jesu zeigt, könnte älter sein als bisher angenommen. 1988 wurden Radiokarbon-Analysen durchgeführt, die das Tuch auf die Jahre 1260 bis 1390 datierten. Später stellte sich jedoch heraus, dass möglicherweise nicht das ursprüngliche Gewebe, sondern mittelalterliche Flicken untersucht worden waren.
Neuere Untersuchungen analysierten das ursprüngliche Gewebe und fanden deutlich weniger Vanillin als in den 1988 getesteten Proben. Vanillin entsteht beim Abbau von Lignin im Leinen. Die Forscher schließen daraus, dass das Tuch zwischen 1 300 und 3 000 Jahre alt sein könnte.
Bei einer Restaurierung vor wenigen Jahren wurden rund 30 Flicken entfernt, die Nonnen 1532 nach einem Brand aufgenäht hatten. Der Streit um die Echtheit wird wohl weitergehen – zumal israelische Forscher Pollen und Pflanzenabdrücke fanden, die es nur im Nahen Osten gab.
Vaporetto
il vapore – der Dampf, der Dampfer. Die ersten Linienschiffe in Venedig wurden mit Dampfantrieb betrieben. Daher heißen die öffentlichen Verkehrsmittel auf dem Wasser in der Lagune bis heute „Vaporetto“ (Mehrzahl: Vaporetti).
Vera Violetta
Das ist der berühmte Veilchenduft aus Parma. „Vera Violetta di Parma“ gilt als Antwort auf „4711 Echt Kölnisch Wasser“. Die zweite Frau Napoleons I., die österreichische Kaisertochter Marie Louise, wurde nach Napoleons Tod nach Parma „verbannt“. Dort züchtete sie eine besondere Veilchenart, aus der die Mönche des Convento dell’Annunciata eine Essenz destillierten.
Diese geheime Formel gelangte 1870 in die Hände des gelernten Friseurs Ludovico Borsari, der im selben Jahr die Firma Borsari gründete – sie stellt bis heute das „Vera Violetta di Parma“ her.
Verbote
Der zunehmende Massentourismus in den 2020er‑Jahren führte zu einer Reihe von Maßnahmen und Verboten, um Probleme einzudämmen.
• Eintrittsgebühr für Venedig
Seit Frühjahr 2023 müssen Tagesbesucher eine Eintrittsgebühr entrichten.
• Sommer 2025 (Quelle: Micaela Taroni / APA / Salzburger Nachrichten, 5. August 2025)
Praia a Mare (Kalabrien)
Nächtliche Ausgangssperre für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren ab 00:30 Uhr,
um gefährliche Fahrten mit E‑Scootern und Elektrofahrzeugen zu verhindern.
Gültig bis Ende September 2025.
Sardinien
An Stränden wie La Pelosa oder Cala Mariolu ist das Mitnehmen von Sand oder
Muscheln streng verboten (Strafen bis 3 000 Euro).
Auch das Liegen auf Badetüchern ohne Matte sowie das Ausheben von Sandgruben ist
untersagt, um die Strände zu schützen.
Cinque Terre (Ligurien)
Betreten der Wanderwege mit Flip‑Flops oder Sandalen wird mit Strafen bis zu
2 500 Euro geahndet.
Portofino
Verboten sind u. a. barfuß gehen, Sitzen oder Liegen auf Straßen, Mauern oder
Gehwegen, Betteln (auch nicht‑aufdringlich), sowie das Verweilen mit Koffern,
Picknick‑Ausrüstung oder Musikboxen an öffentlichen Plätzen.
Apulien
Boote dürfen innerhalb von 500 m vor der Küste keine laute Musik spielen.
Rom
Verboten sind: Essen auf den Stufen von Kirchen oder der Spanischen Treppe,
Springen in Brunnen, freizügige Kleidung in Kirchen, sowie das Anbringen von
„Liebesschlössern“.
An Trinkwasserbrunnen darf man Flaschen füllen, aber nicht Füße oder Kleidung
waschen.
Florenz
In der Altstadt ist Essen auf Straßen oder Plätzen, die direkt an Kirchen oder
Denkmäler grenzen, verboten – zum Schutz der historischen Bausubstanz.
* 1813, † 1901. Am 10.10.1813 erblickte Verdi im kleinen Dorf Roncole bei Busseto (nordwestlich von Parma) das Licht der Welt. In seinem langen und abwechslungsreichen Leben komponierte er neben vielen anderen Werken 27 Opern, darunter „Rigoletto“, „Il Trovatore“ (Troubadour), „La Traviata“, „Don Carlos“, „Aida“ und „Otello“.
Im Dorf Sant’Agata, nahe Roncole, lebte Verdi rund 50 Jahre, bis er am 27.1.1901 während eines Aufenthalts in Mailand starb. Italien feierte 2001 seinen 100. Todestag und 2013 seinen 200. Geburtstag. Kurzportrait
Versunkene Dörfer
Das bekannteste versunkene Dorf Italiens ist Curon (Graun) im Reschensee in Südtirol. Bevor 1950 der Stausee geflutet wurde, lebten hier rund 1 000 Menschen in etwa 160 Häusern. Geblieben ist der romanische Glockenturm aus dem 14. Jahrhundert, der noch heute aus dem Wasser ragt.
Im Süden Italiens, im Golf von Pozzuoli bei Neapel, liegt Baiae – einst ein luxuriöser Wohn- und Badeort der römischen Elite. Reiche Senatoren und Persönlichkeiten wie Nero, Cicero oder Gaius Iulius Caesar besaßen hier prachtvolle Villen und entspannten in Thermalbädern, die über vulkanischen Quellen entstanden. Baiae galt über Jahrhunderte als mondänster Ferienort der Antike.
Durch die langsame Absenkung des Bodens in den vulkanisch aktiven Campi Flegrei versanken große Teile der Stadt im Meer. Baiae wurde im Mittelalter aufgegeben. Heute gehört der Unterwasserpark von Baiae zu den spektakulärsten Unterwasser-Museen der Welt: Marmorfußböden, Mosaiken und Statuen sind nur wenige Meter unter der Wasseroberfläche sichtbar – viele Originale befinden sich im Archäologischen Museum von Neapel, im Meer sieht man Kopien.
Der Unterwasserpark ist Teil des Archäologischen Parks der Phlegräischen Felder, etwa eine Stunde von Neapel entfernt.
Vespa
Kultobjekt, Fortbewegungs- und Transportmittel – aus dem Stadtbild Italiens nicht wegzudenken. Alles begann 1946 mit der „Paperino“. Mehr dazu … auf meiner Vespa-Seite
Vinci, Leonardo da
Universalgenie, Künstler, Maler, Architekt, Bildhauer und Erfinder. Geboren 1452 im Dorf Vinci südlich von Montecatini Terme in der Toskana. Da es im späten Mittelalter noch keine Familiennamen gab, nannten sich viele Künstler nach ihrem Herkunftsort – daher „da Vinci“ (aus Vinci).
Er konstruierte Flugmaschinen, U-Boote und Panzer, entwarf Festungsanlagen (u. a. in Mailand, Florenz und Gradisca d’Isonzo) und schuf weltberühmte Kunstwerke. Gestorben 1519 in Frankreich.
Vittorio Emanuele II
* 1820, † 1878. Der erste König von Italien, zuvor König von Sardinien, aus dem Hause Savoyen. Unter seiner Herrschaft erfolgte – maßgeblich durch die Politik von Ministerpräsident Cavour – die Einigung Italiens.
Viva VERDI
Als Verdi im sich einigenden Italien große Popularität erlangte, standen Teile Oberitaliens noch unter österreichischer Herrschaft. Es war verboten, sich offen zum Königreich Italien zu bekennen. Doch die Österreicher konnten nicht verhindern, dass die Italiener bei Festen „Viva Verdi!“ riefen.
Hinter diesem Ruf verbarg sich eine politische Botschaft: „Viva Vittorio Emanuele Re d’Italia“ – „Es lebe Vittorio Emanuele, König von Italien!“
Volto Santo (ital. Heiliges Gesicht)
Bezeichnung für zwei bedeutende Reliquien in Italien:
a) ein hölzernes Kruzifix im Dom von Lucca → Volto Santo von Lucca
b) eine rätselhafte Tuchreliquie in Manoppello → Schleier von Manoppello oder diesen Link. Sie wird auch „Schweißtuch der Veronika“ genannt.
Vucciria
Sizilianisch für „Durcheinander“, „Chaos“ – und genau so heißt der berühmteste Markt in der Altstadt von Palermo.
Zafferana Etnea ist ein kleiner Ort an den Hängen des Ätna auf Sizilien, bekannt für seine Zitronenhaine. Mit der historischen Eisenbahn rund um den Ätna kann man diese Region auf besonders gemütliche Weise kennenlernen.