„Ich habe keine Wirtschafts-Ausbildung und hasse sie von Herzen.“
Alfred Nobel (1833–1896) schwedischer Chemiker und Erfinder

Sachbücher zu den Themen Wirtschaft und Recht

Natürlich ist es auch der Wissensdrang, der mich dazu bewegt, das eine oder andere Sachbuch zu lesen. Aber es sind immer wieder Bücher dabei, von denen ich glaube, dass sie nicht nur für Fachleute geeignet sind, sondern auch für einen größeren Leserkreis. Diese Bücher möchte ich hier vorstellen.

Meine Buchvorstellungen

 Neu!  Österreichisches Rechtswörterbuch
Höre! Rede! Siege! Leitfaden für erfolgreiches Verhandeln
Werbung und Recht
Handbuch der betriebswirtschaftlichen Kennzahlen
Unternehmerisches Wissen für Selbständige
Betriebswirtschaftslehre Grundlagen
Praxisratgeber für Vereine
Social Media für Gründer und Selbständige
Urheberwissen für die Praxis
Handbuch Tourismus und Gastronomie
Durch den Dschungel der Gesetze
Rechtsirrtümer im Alltag

Literaturtipps über Ereignisse in der Rechtsgeschichte:

Österreichisches Rechtswörterbuch

Österreichisches Rechtswörterbuch

Verständlich geschrieben, manche Begriffe vielleicht etwas zu kurz erklärt

Braucht man im Zeitalter des Googelns überhaupt noch Nachschlagewörterbücher? Ja und nein.

Ja, weil manche Begriffe im Buch einfach erklärt werden, während eine Internetsuche komplizierter wäre. Beispiel: Kammer.

Nein, weil manche Begriffe im Buch zu kurz erklärt sind. Beispiel: Pflichtteil – hier merkt man schnell, dass die Materie umfangreicher ist.

Grundsätzlich finde ich das Buch für eine Erstinformation in Ordnung. Begriffe wie höhere Gewalt, Eigentumswohnung, Insolvenz, Sanierungsverfahren oder in dubio pro reo werden kurz und verständlich erklärt.

Dass es bereits die 4. Auflage gibt, zeigt, dass Bedarf an gedruckten Nachschlagewerken besteht. Ich hoffe, dass ich wegen dieser Rezension nicht in Untersuchungshaft lande – Urheberrecht habe ich keines verletzt und eine Urkundenfälschung habe ich auch nicht begangen.

Ein Buch mit 234 Seiten und rund 1 600 Fachbegriffen, das in jedem Haushalt oder Kleinunternehmen Platz hat.

Autorinnen Ute Svinger und Katharina Winkler, erschienen 2024 im Manz Verlag Wien, 4. Auflage, ISBN 978-3-214-25974-7

19. Dezember 2024

Höre! Rede! Siege! Leitfaden für erfolgreiches Verhandeln

Praktische Ratschläge für Alltag und Beruf gut aufbereitet

Distributive Verhandlung, Mesodiplose und Antithese sind nur drei der vielen Begriffe, die in diesem Buch erklärt werden. Sie sind nicht zwingend notwendig, um den Inhalt zu verstehen, aber – wie die Autorin schreibt – vom Lehrling über den Gesellen zum Meister gehört auch Fachbegriffwissen.

Was das Buch wirklich gut macht, ist der übersichtliche Seitenaufbau und die klare, verständliche Struktur. Beispiel: Taktik der Sympathie. Erklärung – Beispiele – Hervorhebungen – Tipps – Formulierungen. Alles kompakt, verständlich und sofort anwendbar.

In einem anderen Kapitel erklärt die Autorin 20 Fragetechniken, ergänzt durch Übungsbeispiele. Weitere Themen: unangenehme Fragen abwehren, Gemeinheiten begegnen, Powersprache, positive Formulierungen.

Viele dieser Tipps bleiben im Gedächtnis – auch wenn man das Buch nicht in einem Stück liest. Ich blättere immer wieder darin und nehme jedes Mal etwas mit.

Autorin Ulrike Manhart, erschienen 2014 im Linde Verlag Wien, ISBN 978-3-7093-0542-3

5. Jänner 2016

Werbung und Recht

Praktisches, einfach gestaltetes und übersichtliches Handbuch zum Nachlesen

Der Fachverband Werbung und Marktkommunikation hat ein Buch darüber herausgebracht, was in der Werbung erlaubt und was verboten ist. Da ich selbst einen Gewerbeschein dieses Fachverbands besitze, habe ich das Buch gelesen.

Das Gewerbe der Werbeagentur ist ein freies Gewerbe – keine Ausbildung notwendig. Gerade deshalb ist es hilfreich, die rechtlichen Rahmenbedingungen zu kennen.

Acht Seiten über das Urheberrecht erklären das Wesentliche. Personen- und berufsbezogene Werbebeschränkungen (z. B. Gesundheitsberufe, Rauchfangkehrer, Musiktherapeuten) sind übersichtlich dargestellt. Es folgen Kapitel über Direktmarketing, Telefonwerbeverbot, Alkohol‑, Tabak‑, Kfz‑, Glücksspiel‑ und andere Werbevorschriften.

Zum Schluss finden sich Gesetzestexte, AGB, Hinweise und Verhaltenskodizes. Ein praktisches, übersichtliches Handbuch – sollte in jeder Werbeagentur-Schublade liegen.

Autoren Rosemarie Miklau, Markus Deutsch, erschienen 2015 im Manz Verlag Wien, ISBN 978-3-214-03885-4

5. Jänner 2016

Handbuch der betriebswirtschaftlichen Kennzahlen – Key Performance Indicators für die erfolgreiche Steuerung von Unternehmen

Tiefgehendes Fachbuch, das partiell auch für Laien Interessantes bietet

Die drei Herausgeber – zwei FH‑Professoren und ein KPMG‑Experte – haben 47 weitere Fachautoren versammelt. Das Buch ist in fünf große Themenblöcke gegliedert: Grundlagen, Bilanzanalyse, Finanzkennzahlen, Performance Measurement und Kennzahlen in der Unternehmenspraxis.

Die Kapitel sind klar strukturiert, mit vielen Grafiken, Tabellen und Beispielen. Besonders interessant: die Darstellung von Kennzahlen österreichischer und deutscher Unternehmen (2007–2014) sowie die grafische Aufbereitung von Unternehmenszahlen.

In der Praxis werden Beispiele aus Stahlindustrie, Automobilzulieferern, Lebensmittelindustrie, Mischkonzernen und Ministerien gezeigt. Ein Kapitel über Nachhaltigkeitskennzahlen im Luftverkehr (Lufthansa) bleibt allerdings eher allgemein.

Ein umfangreiches Stichwortverzeichnis rundet das Werk ab. Ein tiefgehendes Fachbuch, das auch Laien punktuell wertvolle Einblicke bietet.

Heimo Losbichler, Christoph Eisl, Christian Engelbrechtsmüller (Hrsg.), erschienen 2015 im Linde Verlag Wien, ISBN 978-3-7143-0184-7

5. Jänner 2016

Unternehmerisches Wissen für Selbständige

Wahrscheinlich mit viel Wissen, aber kompliziert zu lesen und unklarem Seitenaufbau

Der Autor ist langjähriger Selbständiger – ich ebenfalls. Der erste Satz im Buch lautet: "Dieses Buch richtet sich an Selbständige." Also dachte ich mir: genau das Richtige für mich. 312 Seiten fast ausschließlich Text, einige Tabellen und Grafiken, 16 Seiten Glossar mit über 200 Begriffen, sechs Seiten Register, gut lesbare Schrift – das macht zunächst einen fachlich guten Eindruck.

Kapitel 1 behandelt erfolgreiches Management: normative, strategische und operative Ebenen, Shareholder‑Value vs. Stakeholder‑Konzept, Krisenarten. Hier beginnt der einfache Selbständige wohl schon zu zweifeln, ob er das alles braucht.

Bei normativer Planung geht es um corporate spirit und Normen‑Strategie‑Fit. Budgetkontrolle, Erwartungsrechnung, Abzinsungsfaktoren, Annuitätenfaktoren – das klingt eher nach Mittel- oder Großbetrieb. Im Human Capital Management geht es um Kennzahlen wie Fluktuationsrate oder Personalintensität. Marketingstrategien behandeln Portfolio‑Matrix und die bekannten vier Quadranten (question marks, stars, poor dogs, cash cows).

Der häufige Fettdruck vieler Begriffe wirkt unruhig, und mir fehlen praxisnahe Beispiele. Rechenbeispiele sind vorhanden, aber die vielen englischen Fachbegriffe und die Tiefe der Erklärungen lassen das Buch wie ein Lehrbuch einer Fachakademie wirken.

Der Autor bietet online Checklisten und Lösungen an. Das Buch enthält viel Wissen – manchmal gut versteckt. Ob ein Tischler, Gastwirt oder Farbenhändler ohne betriebswirtschaftliche Vorbildung damit viel anfangen kann, bezweifle ich. Für jemanden, der sich theoretisches Wissen aneignen möchte, ist es geeignet. Für den Selbständigen im Arbeitsalltag ist es wohl zu umfangreich und zu wenig praxisbezogen.

Autor Dr. Helmut Siller, erschienen 2015 im Linde Verlag Wien, ISBN 978-3-7073-3223-0

5. Jänner 2016

Betriebswirtschaftslehre Grundlagen

Verständlich lesbarer Überblick über wirtschaftliche Fragen in einem Unternehmen

Jeder Unternehmer – ob großes, kleines oder Einmann‑Unternehmen – sollte Grundwissen über Betriebswirtschaft, Finanzlehre, Produktionswirtschaft, Marketing, Informationswirtschaft und Rechnungswesen besitzen. Dieses Buch vermittelt genau dieses Wissen.

Nach einer Einführung in die Betriebswirtschaftslehre als Wissenschaft (20 Seiten) erklärt der Autor das Unternehmen als produktives soziales System und den betrieblichen Wertekreislauf (knapp 70 Seiten). Die restlichen 130 Seiten widmen sich den einzelnen Teilbereichen, ergänzt durch Grafiken.

Wer sein Wissen testen möchte, findet 17 Seiten mit Fragen. Antworthilfen stehen direkt bei vielen Fragen, die vollständigen Lösungen am Ende des Kapitels. Ein übersichtliches Stichwortverzeichnis erleichtert das Nachschlagen.

Für alle, die glauben, Umsatz sei gleich Gewinn, ist dieses Buch ebenso geeignet wie für jene, die sich über Kostenrechnung, Stückkostenverläufe oder Kostenstellen informieren möchten. Von den rund 400 000 Unternehmen in Österreich sind 346 000 Kleinstunternehmen – für diese Zielgruppe ist das Buch besonders wertvoll.

Autor em. O. Univ.-Prof. Dkfm. Dr. Reinbert Schauer, erschienen 2013 im Linde Verlag Wien, 4. aktualisierte Auflage, ISBN 978-3-7073-2383-2

Sommer 2015

Business-Texte

Gute Tipps, praxisbezogen und mit Beispielen aus dem Geschäftsalltag

So stelle ich mir ein Handbuch für Unternehmenskommunikation vor. Gabriele Borgmann schreibt klar, angenehm und praxisnah. Es geht um Formulierungen, Inhalte und Gestaltung von E‑Mails, Geschäftsbriefen, Pressetexten, Geschäftsberichten, Reden und Unternehmensbüchern. Auch Social Media wird gut erklärt.

"Schreiben Sie ehrlich und authentisch", meint Borgmann – und liefert sofort Beispiele. Genau das macht das Buch wertvoll: viele Beispiele, viele Tipps, klar hervorgehoben durch Symbole und grafische Elemente.

Das Kapitel über Pressearbeit habe ich besonders aufmerksam gelesen – ich arbeite ja selbst als PR‑Berater. Hier merkt man deutlich, dass Borgmann aus der Praxis schreibt.

Im Kapitel "Reden" beschreibt sie in drei Schritten den Aufbau einer gelungenen Rede, jeweils mit Fragen und Antworten. Das Kapitel über Unternehmensbücher erklärt Ghostwriting, Lektorat, Eigenverlag und vieles mehr.

"Lassen Sie Ihren Text reifen" – im Kapitel über Texten mit Technik zeigt sich erneut die Professionalität der Autorin. Sie erklärt, wie man Schreibblockaden überwindet, worauf man achten muss und wie man technische Texte verständlich formuliert.

Der Verlag wirbt mit dem Motto "Linde sagt, wie’s geht" – und hier trifft es wirklich zu. Ein Buch, in dem ich auch nach 30 Jahren Berufserfahrung noch gerne blättere.

Autorin Gabriele Borgmann, erschienen 2013 im Linde Verlag Wien, ISBN 978-3-7093-0490-7

April 2014

Praxisratgeber für Vereine

Mit diesem Buch kann man problemlos einen Verein gründen und führen

Genau so stelle ich mir ein Handbuch für die Vereinsgründung vor: übersichtlich gestaltet, alle wesentlichen Punkte enthaltend – Gründung, Finanzen, gemeinnützige Vereine, der Verein als Unternehmer und als Arbeitgeber – sowie ein Stichwortverzeichnis zur schnellen Orientierung. Der Inhalt ist vollständig an österreichische Gesetze angepasst.

Einige Beispiele: Im Kapitel über die Gründung findet man ein Muster für einen Bericht des Rechnungsprüfers, ein Muster für die Anzeige der Vereinserrichtung und Musterstatuten. Im Kapitel über die Finanzen werden eine einfache Einnahmen‑Ausgaben‑Rechnung und die Anforderungen an die Rechnungslegung klar dargestellt.

Im Kapitel über gemeinnützige Vereine fallen die vielen Beispiele auf, die im Buch als grüner Kreis mit Zeigefinger markiert sind. Das Kapitel "Der Verein als Unternehmen" ist sehr ausführlich (fast 40 Seiten) und bietet u. a. einen Überblick über die Umsatzsteuer mit Fallbeispiel.

Auch Sponsoring, Werbeeinnahmen, Dienstverträge, Auszahlungen in Sportvereinen und andere Themen werden gut verständlich erklärt. Das Buch ersetzt nicht immer ein Gespräch mit einem Steuerberater, aber wer es besitzt, kann einen kleinen Verein in der Regel problemlos gründen und führen.

Autor Herbert Grünberger, 2. aktualisierte Auflage, erschienen 2013 im Linde Verlag Wien, Reihe Linde populär, ISBN 978-3-7093-0516-4

17. November 2013

Social Media für Gründer und Selbständige

Ehrlich geschrieben, manchmal widersprüchlich, aber durchaus hilfreich

Gekaufte Fans oder Follower sind meist künstliche Fake‑Profile ohne reale Personen dahinter. Die Autoren warnen davor – allerdings erst am Ende des Buches, nachdem zuvor mehrfach betont wurde, wie wichtig bezahlte Werbung sein kann. Ein gewisser Widerspruch bleibt.

Trotzdem bietet das Buch einen guten Einblick in die Funktionsweisen von Blogs, Xing, Facebook, LinkedIn, Google+ und Twitter. Die wiederholte Empfehlung, man solle nur spannende Beiträge posten, ist wohl eher Wunsch als Realität. Unter den "Zehn Geboten der Social Medias" findet sich auch "Seien Sie edel, hilfreich und gut" – aus meiner Erfahrung nehmen die meisten eher, als dass sie geben.

Bei jedem Social‑Media‑Kapitel kommt ein prominenter Nutzer zu Wort. Nicht alles wirkt glaubwürdig – etwa die Aussage, Xing bilde die Existenzgrundlage eines Nutzers.

Das Buch ist übersichtlich gestaltet, in zehn Kapitel gegliedert und bietet viele praktische Hinweise. Richtig gelesen, liefert es hilfreiche Antworten im Umgang mit Social Media und ist durchaus lesenswert.

Autoren Constanze Wolff, Roland Panter, erschienen 2013 im Linde Verlag Wien, ISBN 978-3-7093-0491-4

26. August 2013

Urheberwissen für die Praxis

Ich dachte, das sei erlaubt – das Buch räumt mit populären Irrtümern auf

Darf man Musik aus dem Internet herunterladen? Darf man ein privates Video veröffentlichen, in dem die Familie Happy Birthday singt? Darf ein Programmierer ein von ihm beim Dienstgeber geschaffenes Programm mitnehmen? Darf man Druckwerke kopieren und an Freunde verschenken?

Dieses 352‑Seiten‑Fachbuch beantwortet solche Fragen klar und verständlich. Der Autor nutzt optische Hilfsmittel: Tipps in Kästen, farbig hinterlegte Basisinformationen, kursiv gesetzte Fallbeispiele. Er räumt mit populären Irrtümern auf – etwa dem Glauben, eine Idee sei schützenswert (ist sie nicht!). Auch das beliebte Keramik‑Türschild "Hier wohnt …" ist nicht schützbar – warum, erklärt das Buch genau.

Viele Beispiele aus dem Alltag sorgen für Aha‑Erlebnisse. Wussten Sie, dass man die Negative der eigenen Hochzeitsfotos nicht einfach im Drogeriemarkt vervielfältigen lassen darf? Oder dass Eltern haften können, wenn ihre minderjährigen Kinder massenhaft Musik herunterladen?

Im Anhang finden sich das österreichische Urheberrechtsgesetz, das Verwertungsgesellschaftsrecht und relevante EU‑Texte. Ein Abkürzungsverzeichnis, Literaturverzeichnis, Anmerkungen und ein Stichwortverzeichnis runden das Buch ab.

Ein Werk für Unternehmer und alle, die schöpferisch tätig sind – Fotografen, Töpfer, Schriftsteller. Denn: Unwissenheit schützt nicht vor Strafe.

Autor Meinhard Ciresa, erschienen 2009 im Linde Verlag Wien, ISBN 978-3-7093-0184-5

7. Juli 2013

Handbuch Tourismus und Gastronomie

Aktuell, aus der Praxis mit realen Beispielen und von kompetenten Fachleuten recherchiert

Pircher, Universitätsprofessor, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer aus einer alteingesessenen Tiroler Wirtsfamilie, sowie Urnik und Hammer, ebenfalls an den Universitäten Innsbruck und Salzburg tätig, haben für die dreizehn Kapitel zwölf weitere kompetente Autoren engagiert. 600 Seiten aus der Praxis, ergänzt durch Kapitel über Förderungen, Strategien, Theorien und Marketingtrends.

Was mir sofort auffiel: Das Buch bietet sehr gute, praxisnahe Beispiele mit realem Zahlenmaterial. Steuerrechtliche Themen sind mit Erkenntnissen der Rechtsprechung ergänzt. Ein Kapitel ist sprachlich etwas schwieriger, weil der Autor viele englische Begriffe verwendet – aber es ist ein Fachhandbuch, und jeder findet darin das für ihn relevante Kapitel.

Übersicht über die dreizehn Kapitel:

1. Die Voll- und Teilkostenrechnung im Tourismus
2. Neuzeitliche Kalkulationsmethoden als Grundlage unternehmerischer Entscheidungen
3. Kalkulation und Wareneinsatzkontrolle
4. Beispiele strategischer Investitionsplanungen und Planungsbesprechung
5. Die Balanced Scorecard als Führungsinstrument in der Hotellerie
6. Ertragsteuerliche Aspekte in der Hotellerie und Gastronomie
7. Sonderfragen der Mehrwertsteuer im Tourismus
8. Lösungsansätze zur steuerlichen Übertragung von gastronomischen Betrieben
9. Steuerrechtliche Folgen des Engagements ausländischer Künstler
10. Unternehmensbewertung bei Gastronomie-Betrieben
11. Förderungen in der Gastronomie
12. Leadership als Analogie zum Höhenbergsteigen
13. Leidenschaften und Communities – neue Marktstrategien


1. Die Voll- und Teilkostenrechnung im Tourismus

Die Autoren zeigen die Unterschiede zwischen Bilanzbuchhaltung und interner Kostenrechnung. Teil- und Vollkostenrechnung sowie Deckungsbeitragsrechnung werden ausführlich behandelt. Besonders interessant: Beispiele wie Eigenproduktion vs. Zukauf (Torten), Eigenwäscherei vs. Mietwäsche oder Einzelzimmer vs. Doppelzimmer bei Umbauten.

2. Neuzeitliche Kalkulationsmethoden

Prozesskostenrechnung, Zielkostenrechnung, Break-even-Analyse und praktische Anwendungen werden erklärt.

3. Kalkulation und Wareneinsatzkontrolle

Wirtschaftlichkeit der Warenverteilung, typische Fehler in der Praxis, Schwundmengen, Mischgetränke, Naturalrabatte und Erkenntnisse aus Steuerprüfungen.

4. Strategische Investitionsplanungen

Drei Beispiele: Kapazitätserweiterung eines Hotels, Bau eines Drei-Sterne-Hotels, Sanierung eines Altbaus. Jedes Beispiel endet mit einer Empfehlung.

5. Balanced Scorecard in der Hotellerie

Erklärung der BSC, Kundenperspektive, interne Prozesse, Lern- und Entwicklungsperspektive, Verknüpfung mit Unternehmensstrategie und ein Beispiel aus einem Vier-Sterne-Hotel.

6. Ertragsteuerliche Aspekte

Auf über 130 Seiten: Betriebsdefinition, Gewinnermittlungsarten, Pauschalierung, Liebhaberei, Wirtschaftsgüter, Fremdwährungsverbindlichkeiten, Warenentnahmen, Investitionen, Unternehmensbeendigung.

7. Sonderfragen der Mehrwertsteuer

Unternehmerbegriff, Haupt- und Nebenleistungen, all inclusive, Entgelt, Subventionen, Schadenersatz, Eigenverbrauch, Steuersätze, Vorsteuerabzug.

8. Steuerliche Übertragung von Betrieben

Übertragungsmodelle, Betriebsaufspaltungen, Verpachtungskonzepte.

9. Engagement ausländischer Künstler

Steuerrechtliche Folgen für Musiker, DJs und andere Künstler.

10. Unternehmensbewertung

Rentenbetrachtung, Sensitivitätsanalyse, Abschreibungserfordernisse.

11. Förderungen in der Gastronomie

Finanzwirtschaftliche Lage, Förderprogramme wie TOP‑Tourismus oder ERP‑Tourismus, Verbesserung von Rating-Kennzahlen.

12. Leadership als Analogie zum Höhenbergsteigen

Die sieben Gefahren der Führung – eine gelungene Metapher.

13. Leidenschaften und Communities

Für mich das am wenigsten verständliche Kapitel: Affinity-Group-Management, Service Engineering, Megatrends. Ob der durchschnittliche Gastronom damit viel anfangen kann, ist fraglich.


Alle Kapitel schließen mit Literaturhinweisen, das Buch endet mit einem Stichwortverzeichnis. Aus meiner Sicht als Unternehmer, Absolvent der Tourismusschulen Kleßheim und seit über 30 Jahren im Tourismus Tätiger ist dieses Handbuch umfassend, aussagekräftig und überwiegend verständlich geschrieben. Die vielen praxisbezogenen Beispiele und Informationsadressen bieten eine breite Palette an Nutzen.

Herausgeber Alois Pircher, Sabine Urnik, Richard Hammer, erschienen 2012 im Linde Verlag Wien, ISBN 978-3-7073-0958-4

10. Juni 2013

Durch den Dschungel der Gesetze – der Reiseführer zur österreichischen Verfassung

Ein ungewöhnlicher Zugang zur Verfassung – für mich aber sprachlich und strukturell nicht überzeugend

Mag. Christian Neuwirth, Journalist und Sprecher des Verfassungsgerichtshofes, versucht in Form eines „Reiseberichts durch Österreich“ die Themen der österreichischen Verfassung unterhaltsam zu vermitteln. Er erklärt etwa, warum im Salzkammergut der Vogelfang erlaubt ist, was Gleichheit vor dem Gesetz mit Baugenehmigungen zu tun hat, oder welche Probleme ein 15‑minütiger Ofenbetrieb auf einer Theaterbühne verursachen kann.

Allerdings wirken viele Kapitel langatmig und verlieren sich in Details. Ich brauchte oft einige Seiten, um zur eigentlichen Kernaussage zu gelangen. Auch die Metapher der „Reise“ durch Gesetze empfand ich als irritierend, ebenso wie den mehrseitigen Seitenhieb auf Reisebüros, der mit dem Thema wenig zu tun hat.

Gut gelungen ist das Glossar von B wie Baugesetz bis Z wie Zwei‑Drittel‑Mehrheit, ergänzt durch die Artikel der Verfassung und anderer Verfassungsteile. Ein Stichwortverzeichnis hätte das Buch deutlich benutzerfreundlicher gemacht, da die Kapitelüberschriften in Reisebegriffen gehalten sind (z. B. Tourismusfallen, Ansichtskarten, Originalschauplätze).

Mein persönlicher Eindruck: kein Reiseführer durch die Verfassung, sondern eher ein Führer in einen Lese‑Dschungel – inhaltlich korrekt, aber stilistisch nicht meins.

Erschienen 2009 im Molden Verlag der Verlagsgruppe Styria, Wien Graz Klagenfurt, ISBN 978-3-85485-241-1

überarbeitet im Sommer 2010

Rechtsirrtümer im Alltag – Knifflige Fälle, heimtückische Fallen

Ein leicht lesbares Buch voller überraschender Erkenntnisse aus dem österreichischen Recht

"Finde ich einen Schatz im Wald, gehört er mir." "Drei Mal den Kellner rufen, dann darf ich gehen." "Eltern haften für ihre Kinder." "Ich muss den Gehsteig nur einmal am Morgen räumen." "Im Lokal muss ich Wasser gratis bekommen." "Ich habe ein Recht auf Umtausch, wenn mir ein Kleid nicht gefällt." Stimmt das – ja oder nein?

Gabriele Hasmann schildert, unterstützt von Juristen, in 16 Kapiteln über 200 Fälle aus dem Alltag. Viele davon überraschen – etwa dass Eltern für ihre Kinder nicht haften. Ich habe das Buch begonnen und erst weggelegt, als ich den letzten Fall gelesen hatte. Es ist für Konsumenten geschrieben, leicht verständlich und voller Aha‑Erlebnisse.

Hilfreiche Internetlinks, Erklärungen wichtiger Begriffe und Gesetzesstellen runden das Buch ab. Wichtig: Alle Fälle beziehen sich auf österreichisches Recht.

Erschienen 2008 im Molden Verlag der Verlagsgruppe Styria, ISBN 978-3-85485-224-7

überarbeitet im Sommer 2010