Erinnerungen an meinen Vater Helmut Krackowizer
Mehrere Jahre war ich bei meinem Vater, der damals Pressechef bei Chrysler‑Talbot war, in der Presseabteilung tätig. Nachdem er in Pension gegangen war, wurde in den 1990er‑Jahren mein damaliges Reisebüro mosaik reiseservice zur "Kopier‑, Telefon‑, Fax‑ und Schnipsel‑Stelle" für meinen Vater. Einige seiner Bücher "entstanden" in gewisser Weise mit meiner Mithilfe. Darüber und über andere Ereignisse in seinem Leben berichte ich in meinem Buch "Erinnerungen", das anlässlich seines 100. Geburtstags erschien und als PDF kostenlos heruntergeladen werden kann.
Wenn mein Vater zu Rennen fuhr – sei es als Journalist oder als Platzsprecher (Kommentator) – nahm er mich oft mit. Besonders gut in Erinnerung geblieben ist mir das Flugplatzrennen in Langenlebarn in Niederösterreich. Nicht nur, weil wir dort die Salzburger Starter Manfred Magnus, Manfred Stengl und Ferdinand Kranawetvogl (Schwarzweißbild unten) besuchten, sondern auch, weil Vater mit mir einen Ausflug nach Wien in den Prater machte. Es war mein erster Besuch in Wien.
Mit den legendären "Oldtimer Grand Prix", bei denen ich mitgeholfen hatte, verbinden mich viele heitere Erinnerungen.
… an Luigi Taveri * 1929; † 2018, der stets mit einer ehemaligen Werks‑Honda zu den "Oldtimer Grand Prix" kam. Und der immer als Allerletzter am Vorstart erschien, wenn das Feld schon längst in der Aufwärmrunde war. Ich wollte ihn dann nicht mehr hinauslassen, weil es in der Ausschreibung hieß: Wer zu spät kommt, darf nicht mehr auf die Strecke. Mein Vater erklärte mir später, dass Taveri gar nicht früher kommen könne, weil seine "hochgezüchtete" Rennmaschine erst ganz kurz vor dem Start warm werden dürfe – sonst könnte der Motor Schaden nehmen.
So ließ ich Taveri schließlich immer passieren.
Das Rennfahren war meinem Vater zeitlebens im Blut. Zunächst als aktiver Rennfahrer, später – wie er selbst sagte – nicht mehr schnell, sondern "zügig".
Er hasste es allerdings, in einer Kolonne zu stehen und nicht voranzukommen. Gerne fuhr er auf der Autobahn stehende Kolonnen rechts am Pannenstreifen vorbei. Einmal, auf der Strecke zwischen Rosenheim und Kufstein, tat er das allerdings direkt vor einer Polizeistreife – was ihm ein ordentliches Strafmandat einbrachte.
Um Staus im Stadtgebiet zu entgehen, nahm er zahlreiche Umwege in Kauf. Zeit gewann er damit selten, aber – wie erwähnt – er kam zügig voran und musste nicht im Stau stehen. Aus dieser Zeit kenne ich viele Schleichwege quer durch die Stadt Salzburg. Mittlerweile sind viele davon gesperrt oder so bekannt, dass sie keine Vorteile mehr bringen.
Was das eigentliche Rennfahren betrifft, so saß mein Vater bis 1999 noch im Sattel von Rennmotorrädern. Natürlich waren es Gleichmäßigkeitsprüfungen, an denen er teilnahm. Aber, so lernte ich von ihm: "… am gleichmäßigsten fährt man mit Vollgas …". Und wenn ich an die "Oldtimer Grand Prix" der 1970er‑ und 1980er‑Jahre auf dem Salzburgring zurückdenke, so fuhr mein Vater stets Vollgas.
Sturzhelm – ein Kuriosum möchte ich noch erwähnen: Mein Vater fuhr nicht nur in seiner aktiven Rennfahrerzeit bis 1955, sondern noch Jahrzehnte danach mit ein und demselben Helm: einem damals üblichen Modell mit Lederklappen über den Ohren, die man unter dem Kinn schloss – in den Farben rot‑weiß‑rot. So erkenne ich ihn noch heute auf vielen Fotos.
Ein Bilderbogen aus dem Leben von "Mister Rudge"
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