Mister Rudge & Oldtimer 


  seine Jahre als aktiver Rennfahrer

Noch gab es Reisebehinderungen in Europa, Besatzungszonen, die allerlei Papierkram notwendig machten; In dieser Zeit war Helmut Krackowizer eben "nur" in Österreich, dem süddeutschen Raum, sowie in der Schweiz und in Liechtenstein zu Rennen gereist. Er fuhr mit dem Motorrad und einem Rucksack bepackt zu den Rennen. Dann wurde aus der Straßenmaschine eine Rennmaschine, nach dem Rennen wieder eine Straßenmaschine.

  • Die Jahre 1946 und 1947

    Helmut Krackowizer - Freiburg, Breisgau, Schauinsland 1949

    Im Herbst 1946 fuhr er sein erstes Motorradrennen mit der Rudge 250 cm³ bei strömenden Regen beim ersten Nachkriegsrennen in Salzburg Nonntal. Es wurde der dritte Platz.

    1947

    Im Frühjahr 1947 lockte dann das erste Sandbahnrennen in der Stadt Salzburg, veranstaltet vom gerade gegründeten (SAMTC 20 000 Zuschauer auf die Trabrennbahn in Salzburg-Aigen (heute Parsch). Ermutigt durch diesen Erfolg ging schließlich am 6. Juli 1947 das erste Motorradrennen auf der Autobahn in Salzburg-Liefering über die Bühne. Aus diesem Straßenrundrennen wurde 1958 der Große Preis von Österreich, der später auf den Autobahnteil bei Salzburg-Grödig und schließlich auf den Salzburgring jeweils am 1. Mai ausgetragen wurde.

    In diesem Rennen am 6. Juli 1947 gewann Krackowizer die Junior-Klasse A bis 250 cm³ auf seiner Rudge in 44:32,8 min, gefolgt von den Salzburgern Fritz Walcher auf Imperial in 46:43,4 min und Richart Kwitt auf Puch in 46:43,4 min. Das Rennen führte über 15 Runden, was einer Distanz von 63 Kilometern entsprach (Rundenlänge 4,2 km). Krackowizer lag dann auch im Senior-Rennen drei Runden in Führung, bevor er wegen eines Defekts aufgeben musste.

    Dies war der Beginn seiner bis 1955 dauernden Rennfahrerkarriere. Das Jahr 1947 wurde eines seiner erfolgreichsten Rennjahre.

    Die Erfolgsbilanz 1947
    drei erste Plätze
    zwei Klassenrekorde
    zwei zweite Plätze
    zwei vierte Plätze
    sowie erfolgreichster Fahrer Österreichs der Klasse A bis 250 cm³ des Jahres 1947

  • Helmut Krackowizer 1948 am Start zum Innsbrucker Straßenrennen auf die Hungerburg

    1948

    1948 wollte er an der englischen '' Tourist Trophy'', dem ältesten heute noch bestehenden und härtesten Motorradrennen der Welt, auf der britischen Insel Man teilnehmen, scheiterte jedoch an fehlenden Grenzdokumenten an der Grenze zur Schweiz. Es blieb bei einem Eintrag im Programmheft, das auch heute noch im Archiv existiert. Erst 1990, als 68-Jähriger fuhr er mit der 500er Rudge, ex Wal Handley, Baujahr 1930, eine „Ehrenrunde“ auf der Insel Man anlässlich der so genannten „Lap of Honour“.

    Auf Rudge 250 cm³ belegte er den dritten Platz beim Salzburger Straßenrennen auf der Autobahn hinter dem Wiener Radler (Puch) und dem Italiener Nocchi. Beim Bergrennen Ries bei Graz wurde es ebenfalls ein dritter Platz, wieder hinter Nocchi und Rott (Wien) auf JAP, mit einer knappen Zeitdifferenz von zwei Sekunden auf den Sieger und nur zwei Zehntel Sekunden auf den Zweitplacierten.

  • 1949

    Krackowizer bei der Apenfahrt 1949

    Zu den beiden Rennen 1949 in der Schweiz schreibt mein Vater:

    Erlen: "...Ich sehe mich noch heute mit meinem Salzburger Freund Volzwinkler, der eine schnelle 350er Norton fuhr, als Schlusslicht am Start stehen, weil wir die ungewohnte Art mit der Flagge von unten nach oben zu starten nicht kannten. Wir fuhren dann zwar bei Regen wie die Berserker dem entschwundenen Feld nach, und was meine Person anlangt, war ich maßlos überrascht, als ich einen Konkurrenten nach dem anderen aufholte und auf einmal sogar Fergus Anderson, der eine neue AJS "Boy Racer" fuhr, hinter mich brachte. Dann begann aber die Kupplung zu rutschen und da man damals noch keine, bei Fahrt von Hand verstellbaren Bodwenzüge besaß, gab ich das Rennen, etwa am fünften Platz liegend, auf, weil mir ohnehin das Wasser schon bei den Stiefeln herauslief."

    Auch der zweite Start in der Schweiz in Olten brachte ihm kein Glück. Wiederum verspätet vom Start weggekommen, fädelte er mit seiner Velocette 350 KTT MK VIII wie ein Slalomläufer eine Reihe vor ihm liegender Fahrer auf, bevor er sich in einer Kurve verbremste und sich in Holzbrettern wieder fand. Dabei war die Düsennadel aus ihrer Klammer geschleudert worden, und wie der Drehgriff aufzog, hob er nur den Schieber, nicht aber die Vergaser-Düsennadel auf - er musste das Rennen aufgeben.

    Diese beiden Vorstellungen schienen den Veranstaltern vom Rennen in Bern Bremgarten 1950 nicht unentdeckt geblieben zu sein, denn sie lehnten dann freundlich die Anmeldung im Jahr 1950 von Vater ab.

    Erfolge 1949 in Österreich:
    * Straßenrennen Korneuburg: zweiter Platz hinter Radler
    * Straßenrennen Dornbirn: zweitter Platz in der Kompressor-Klasse mit seiner "normalen" 250er Rudge, sowie zwei zweite Plätze in den Klassen 350 cm³ und 500 cm³ auf Velocette 350, die er seit März des Jahres fuhr;
    * Beim internationalen Straßenrennen in Rankweil belegte er den 5. Platz und wurde zweitbester Österreicher hinter Anderson, Volzwinkler, Nocchi und Roland.
    * Beim Bergrennen Freiburg-Schauinsland in Deutschland belegte Krackowizer den zweiten Platz in der Klasse bis 250 cm³.

    Insgesamt landete Helmut Krackowizer neun Mal in diesem Jahr auf Platz zwei.

  • ab 1950

    Helmut Krackowizer auf Norton beim 1. Mai Rennen 1952

    In den folgenden Jahren fuhr er mit wechselndem Erfolg auch im Ausland, z. B. in Erlen und Olten (Schweiz), beim Schauinsland Bergrennen, Ingolstadt und am Norisring in Nürnberg sowie am Hockenheim-Ring (alle Deutschland). Daneben nahm Krackowizer an Wertungsfahrten und Bergrennen in Österreich teil (z. B. am Gmunderberg oder bei der 1. Internationalen Alpenfahrt Automobile und Motorräder am 27. und 28. August 1949 im Land Salzburg.

    Krackowizer Wien Prater Rennen 1950

    Nach dem überraschend frühen Tod seines Vaters 1951, der in Vöcklabruck Rechtsanwalt war, musste er sich auf Rennen in Österreich einschränken. In Vöcklabruck betrieb er einen Motorradhandel. Neben Straßenrennen mit Motorrädern nahm er auch an Roller-Rennen mit einem Lohner-Roller teil (z. B. in Linz), sowie an mehrtägigen Alpenrundfahrten mit Kleinmotorrädern. Im Laufe der Jahre fuhr er verschiedene Motorradmarken: Rudge 250 cm³, Velocette KTT MK VIII 350 cm³, BSA "Gold Star" 350 cm³, Lohner Roller, Norton "Dominator" 500 cm³, AJS, Puch u. a. 1955 beendete er dann seine aktive Motorradrennfahrerlaufbahn.

    Erst ab 1973 fuhr er dann wieder regelmäßiger bei Motorveteranen-Veranstaltung (allerdings im Renntempo) mit - bis dahin blieben nur Probefahrten im Rahmen von Motorsportjournalisten-Veranstaltungen.

    Seinen noch erhaltenen Aufzeichnungen von damals kann man Reisekosten, Motoreinstellungen, Wetter und vieles andere von den damaligen Rennen entnehmen:
    Graz-Lazarettsiedlung (...längste Gerade: 700 m..), Rankweil in Vorarlberg (1948: ...Ventilschaden, Bruch Einlass und 12. Runde bis dort vom 16. bis 4. Platz..), Innsbruck - Hungerburg (1947: ...sehr kurvenreich, wellige Oberfläche...), Straßenrennen Korneuburg (1949: ...2. Platz, Preisgeld: öS 200.--, Spesenvergütung öS 450.--, eigene Spesen öS 150.--...), inter. Straßenrennen Erlen (Schweiz, 1949: ...Training und Rennen: Regen...), Schauinsland Rennen (Deutschland, Freiburg, 1949: ... Spesen DM 100.--);

    Hier kann man noch einige weitere Fotos in einem PDF herunterladen (ca. 400 kb).

Bilder

  • über die
            ersten drei Großglockner-Trophies

    Großglockner Trophy

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  • Max Reisch

    Prof. Max Reisch


Peter Krackowizer, 5202 Neumarkt am Wallersee, Austria
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