Erwin Lechner
Erwin Lechner ist untrennbar mit der Geschichte und dem Aufstieg der österreichischen Motorenmarke KTM verbunden. So wie Lechner hatte auch diese Marke ihre Wurzeln – nicht nur in Mattighofen, sondern auch in Hallein.
Dass Lechner auch Rennfahren konnte, zeigt seine weiter unten angeführte, stattliche Bilanz an Erfolgen,
die noch nicht einmal vollständig erhoben ist.
Sein Leben
Seine Erfolge (allgemein)
Seine Erfolge 1955
Seine Erfolge 1956
Seine Erfolge 1957
Seine Erfolge 1958
Seine Erfolge 1959
Seine Erfolge 1960
Sein Leben
* 1933, † 16. Jänner 2002
Der aus Hallein stammende Erwin Lechner war Mechaniker von Beruf. Er war siebenfacher österreichischer Staatsmeister in verschiedenen Motorraddisziplinen.
Nach vier Jahren Volks‑ und Hauptschule in Hallein trat er als Elektrolehrling in die Solvay‑Werke ein. Mit 19 Jahren besuchte er die Werkmeisterschule. 1964 legte er die Kfz‑Meisterprüfung ab und erwarb anschließend das Staatsdiplom für Reisekaufleute von der Bundeshandelskammer.
Bei KTM in Mattighofen war er acht Jahre lang in der Versuchs‑ und Entwicklungsabteilung tätig. 1967 wechselte er für vier Jahre in den kaufmännischen Außendienst, um nach intensiver Praxiserfahrung an der Verkaufsfront die Verkaufsleitung im KTM‑Werk zu übernehmen.
Die Rezession im Zweiradsektor 1973–1974 führte zur Gründung der deutschen KTM‑Niederlassung in Simbach am Inn. Lechner wurde dort zum Motor der nachhaltigen Geschäftsausweitung von KTM am deutschen Markt.
1976 gab Lechner aus nicht näher bekannten Gründen seine Tätigkeit bei KTM auf. Nach einvernehmlicher Trennung gründete er Anfang 1978 die SACHS‑Zweirad‑Verkaufs‑Ges.m.b.H. in der Stadt Salzburg.
Am 20. August 1983 heiratete er im Marmorsaal des Schlosses Mirabell in Salzburg. Einer der Trauzeugen war Helmut Krackowizer.
Lechner und der Motorsport
Er begann 1950 mit Motorsport‑Gymkhana – einem heute kaum mehr bekannten Geschicklichkeitsbewerb mit dem Motorrad (nicht zu verwechseln mit Trial). Nach Erfolgen bei Wertungsfahrten auf einer Puch 150 holte ihn der ARBÖ‑Hallein‑Obmann Ernst Kronreif in das Werksteam von KTM. 1953 fuhr er das erste damalige Serienmotorrad, die "Moser 100" mit 98 cm³ und Seilzugstarter.
1955 und 1957 war er Sieger im OSK‑Bewerb (OSK = Oberste Sportkommission).
1958 brachte Lechner zahlreiche Erfolge im Geländesport für KTM nach Hause – mit dem neuen KTM‑Rennmotor, konstruiert vom Österreicher Ing. Ludwig Apfelbeck.
Auch Automobilrennen bestritt Lechner. Beim "Großen Bergpreis von Österreich des ÖASC", dem Gaisbergrennen, startete er am 15. August 1958 mit einem Maserati 2000.
Unvergessen bleibt seine Leistung beim Großen Preis von Österreich beim 1. Mai‑Rennen 1959: Hinter Carlo Ubbiali (Weltmeister), Horst Fügner und Ernst Degner (Weltmeister) – alle auf Werksmaschinen – belegte er den hervorragenden vierten Platz.
Erfolge
Meist trat Lechner in der Klasse bis 125 cm³ an, manchmal auch in der 175‑cm³‑ und 250‑cm³‑Klasse.
1955
:: Sieger OSK‑Bewerb
:: Zweiter beim Straßenrennen in Linz
:: Sieger bei der Salzburger Frühjahrswertungsfahrt
:: Dritter bei der Tauernringfahrt des SAMTC
:: Zweiter bei der österreichischen Alpenrundfahrt
:: Sieger bei der Wertungsfahrt "Rund um den Dachstein"
:: Vierter bei der int. Berglandrundfahrt in der Steiermark
:: 26. Juni: Klassensieger beim Rennen auf der Trabrennbahn in Salzburg
:: 2. Oktober: Sieger in der Tourenmotorräderklasse bei der Gaisberg‑Wertungsfahrt
1956
:: Goldmedaille bei der oberösterreichischen Winterwertungsfahrt
:: Zweiter beim Moto‑Cross in Linz
:: Dritter bei der Tauernringfahrt des SAMTC
:: Dritter bei der Wertungsfahrt "Rund um den Dachstein"
:: Sieger bei der Phyrnpass‑Bergwertung
:: Sieger bei der Sollböck‑Bergwertung
:: Pokalsieger beim Ebenwald‑Bergrennen
1957
:: Österreichischer Motorrad‑Straßenstaatsmeister in der Klasse bis 125 cm³
:: Sieger OSK‑Bewerb
:: Fünfter beim
Int. Motorrad‑ und Auto‑Eisrennen Zell am See
in der Klasse bis 175 cm³ und Zweiter in der Klasse bis 350 cm³, obwohl er nur eine 175‑cm³‑Maschine hatte!
:: Sieger beim Wiener Höhenstraßenrennen
:: Zweiter bei der Frühjahrswertung des oberösterreichischen ÖAMTC
:: Sieger bei der Bergwertungsfahrt Haselgraben–Kirchschlag
:: Zweiter beim Straßenrennen Mattighofen
:: 1. Mai: Fünfter und bester Österreicher beim "Großen Preis von Österreich" beim "1. Mai‑Rennen"
:: Sieger beim Flugplatzrennen Kottingbrunn (NÖ)
:: Sieger bei der Salzberg‑Wertungsfahrt Bad Aussee
:: Zweiter bei der österreichischen Alpenrundfahrt
:: Siebter beim int. Geländewertung in Riga (UdSSR) – ein Riesenerfolg, da diese Wertung zu den schwersten der Welt zählte
:: 2. Juni: Zweiter bei der Dachstein‑Rundfahrt
:: Sieger beim Loiblpass‑Bergrennen
:: Große Medaille bei der int. Berglandrundfahrt in der Steiermark
:: Sieger beim Wurzenpass‑Rennen
1958
:: Österreichischer Motorrad‑Straßenstaatsmeister in der Klasse bis 125 cm³
:: 30. März: Klassensieger beim "1. Eisenstädter Bergprüfung MSC Enzian" am Stolzingerberg – Goldmedaille
:: 13. April: Sieger beim Moto‑Cross in Judenburg (125 cm³) und Dritter in der 350‑cm³‑Klasse
:: Sieger beim Kapferberger Schlossbergrennen
:: 1. Juni: Sieger beim Phyrn‑Bergrennen
:: Sieger bei der Gaisberg‑Wertungsfahrt
:: Sieger bei der österreichischen Alpenrundfahrt
:: Fünfter beim Flugplatzrennen Zeltweg
:: Sieger bei der int. steirischen Berglandfahrt
:: Sieger bei der Tauernringrundfahrt des SAMTC
:: Silbermedaille bei den int. Six‑Days in Garmisch‑Partenkirchen (Bayern)
1959
:: Österreichischer Motorrad‑Straßenstaatsmeister in der Klasse bis 125 cm³
:: Zweiter beim Int. Motorrad‑ und Auto‑Eisrennen Zell am See (175 cm³) und Dritter in der 350‑cm³‑Klasse
:: Vierter beim "Großen Preis von Österreich" beim "1. Mai‑Rennen" hinter Ubbiali, Fügner und Degner
:: Sieger beim Flugplatzrennen Kottingbrunn – er überrundete alle außer dem Zweitplatzierten
:: 31. Mai: Gold bei der Waldviertler Wertungsfahrt
:: Sieger in der Klasse bis 125 cm³, Dritter in der Klasse bis 250 cm³‑Sport und Zweiter in der Klasse bis 250 cm³‑Rennmotorräder beim Straßenrennen Großraming (OÖ)
:: 23. August: Zweiter beim Flugplatzrennen Zeltweg
:: Goldmedaille bei der Eferdinger Herbstwertung
:: Pokalsieger bei der int. Berglandfahrt in der Steiermark
:: Goldmedaille bei der Enzian‑Wertungsfahrt
1960
:: Österreichischer Motorrad‑Straßenstaatsmeister in der Klasse bis 125 cm³
:: Sieger in der Klasse bis 125 cm³ und 250 cm³ beim Flugplatzrennen Kottingbrunn
:: Sieger beim Bergrennen Königskegel (Steiermark)
:: Sieger beim Loiblpass‑Bergrennen
:: Sieger beim Flugplatzrennen Zeltweg in der 175‑cm³‑Klasse; schnellste Runde seiner Klasse mit 112,94 km/h Schnitt
(Liste unvollständig)