Der Salzburger Automobilrennfahrer Josef Sigl

Josef Sigl V. (* 18. Juli 1882 in Obertrum; † 7. Oktober 1928 in der Stadt Salzburg) leitete die Josef‑Sigl‑Privatbrauerei in Obertrum im Land Salzburg und zählte in den 1920er‑Jahren zu den ambitioniertesten und erfolgreichsten Herrenfahrern im Automobilsport der Stadt Salzburg.

Seine motorsportliche Karriere

Sigl begann zunächst auf einem Austro‑Daimler ADM, mit dem er unter anderem beim beim Salzburger Publikum sehr beliebten Rennerberg‑Rennen erfolgreich konkurrierte. Später wechselte er auf einen schweren, knapp acht Liter großen sechszylindrigen Gräf‑&‑Stift‑Tourensportwagen vom Typ SR 4. Der 110‑PS‑Motor erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von rund 150 km/h.

Mit diesem Fahrzeug war Sigl bei zahlreichen Bergrennen in Österreich (z. B. beim Tauernrennen), in Ungarn und in der Schweiz am Start und 1927 besonders erfolgreich. An der Österreichischen Alpenfahrt 1925 (20.–28. Juni) nahm er ebenfalls teil und wurde mit einer Bronzeplakette ausgezeichnet. Im selben Jahr belegte er beim Rennerberg‑Rennen den zweiten Platz seiner Klasse.

Seinen größten Erfolg feierte Sigl 1928, als er den Gesamtsieg in der Alpenländischen Kartellfahrt errang. Diese zweitägige Langstreckenprüfung führte vom Start in Klagenfurt über mehrere Alpenpässe nach Graz.

Josef Sigl verstarb auf dem Höhepunkt seiner motorsportlichen Laufbahn. Am 6. Oktober 1928 war er mit dem befreundeten Sprengelarzt Dr. Anton Stohl auf Hasenjagd. Beim Überklettern eines Hindernisses löste sich aus Stohls Schrotgewehr ein Schuss, der Sigl aus kurzer Distanz in Hüfte und Bauch traf. Er wurde schwer verletzt nach Salzburg überführt und sofort operiert, starb jedoch noch am selben Tag.

Mehr als 40 Jahre später, am 19. September 1970, wurden die Teilnehmer der 5. Internationalen Österreichischen Motor‑Veteranenrallye im Zielort der 3. Fahreretappe in Obertrum von seinem Sohn Josef Sigl VI. empfangen.

Heute führt bereits der Enkel von Josef Sigl VI., Josef Sigl VIII., das Unternehmen.